In die eindrucksvollen Landschaften Süd- und Südostbrasiliens führte im Juni erneut eine Vogelfotoreise durch die Bergregionen der Serra Catarinense sowie zu einigen der bedeutendsten verbliebenen Waldgebiete der Mata Atlântica in den Bundesstaaten Santa Catarina und São Paulo. Im Mittelpunkt der Reise standen die zahlreichen endemischen, seltenen und farbenprächtigen Vogelarten dieses außergewöhnlich artenreichen Lebensraumes, die wir an sorgfältig ausgewählten Standorten unter möglichst guten Bedingungen fotografieren wollten.
Zu Beginn der Reise galt unser besonderes Interesse den Prachtamazonen (Red-spectacled Amazon; Amazona pretrei), die sich zur Reifezeit der Pinhões, der großen Samen der Brasilianischen Araukarie, in den Bergregionen Südbrasiliens versammeln. Die Araukarienwälder der Serra Catarinense gehören zu ihren wichtigsten saisonalen Aufenthaltsgebieten und bieten unter normalen Bedingungen ausgezeichnete Beobachtungs- und Fotomöglichkeiten.
In diesem Jahr mussten wir jedoch feststellen, dass die Prachtamazonen ihre bekannten Aufenthaltsgebiete bereits deutlich früher als gewöhnlich verlassen hatten. Die Gründe für diese ungewöhnlich frühe Abwanderung blieben unklar. Möglicherweise spielte ein geringeres oder regional sehr unterschiedliches Angebot an Pinhões eine Rolle. Da die Wanderbewegungen der Vögel eng mit dem jeweils verfügbaren Nahrungsangebot verbunden sind, können sich ihre Aufenthaltsorte und die Dauer ihres Verweilens von Jahr zu Jahr erheblich verändern.
Auch wenn die erhofften Fotomöglichkeiten bei den Prachtamazonen dadurch weitgehend ausblieben, bot die Serra Catarinense zahlreiche andere attraktive Motive. In den Araukarienwäldern, Bergwiesen, Feuchtgebieten und an den Waldrändern gelangen uns schöne Aufnahmen verschiedener typischer Vogelarten dieser besonderen Landschaft.
Für große Begeisterung bei unseren Reisegästen sorgte am Abend eine eindrucksvolle Flugbewegung zahlreicher Taubenhalsamazonen (Vinaceous-breasted Amazon; Amazona vinacea). Als die Papageien bei einbrechender Dämmerung in mehreren Trupps über die Landschaft flogen, bot sich der Gruppe ein stimmungsvolles Naturschauspiel, das zu den emotionalsten Beobachtungen der gesamten Reise gehörte.

In Joinville erwartete uns mit den leuchtend roten Scharlachsichlern (Scarlet Ibis; Eudocimus ruber) ein weiterer farblicher Höhepunkt. Ihre intensive Färbung und ihr elegantes Erscheinungsbild machten sie zu besonders attraktiven Fotomotiven. Auch verschiedene Tukane und Arassaris begeisterten die Gruppe während der gesamten Reise immer wieder und gehörten mit ihren auffälligen, farbenprächtigen Schnäbeln zu den beliebtesten Vögeln vor den Kameras.
Ein weiterer Teil der Reise führte uns in den Bundesstaat São Paulo. Dort wohnten wir in einer Lodge innerhalb eines der größten privaten Schutzgebiete der Mata Atlântica. Die ausgedehnten und gut erhaltenen Wälder boten hervorragende Möglichkeiten, zahlreiche charakteristische Vogelarten dieses bedrohten Ökosystems zu beobachten und zu fotografieren.
Zu den besonderen Motiven an diesem Standort gehörten der Dotterkehltukan (Channel-billed Toucan) der Unterart Ramphastos vitellinus ariel und der attraktive Goldarassari (Saffron Toucanet; Pteroglossus bailloni). Beide Arten sorgten mit ihren kräftigen Farben und auffälligen Schnäbeln für große Begeisterung und zahlreiche eindrucksvolle Aufnahmen.

Überhaupt standen während der Reise die farbenprächtigen Tangaren der Mata Atlântica immer wieder im Mittelpunkt. Besonders die verschiedenen Saíras und Sanhaçus boten an fruchtenden Bäumen, Waldrändern und Futterstellen ausgezeichnete Fotomöglichkeiten. Mit ihren intensiven blauen, grünen, gelben, roten und schwarzen Farbtönen zählen sie zweifellos zu den attraktivsten Vertretern der südamerikanischen Vogelwelt.
Der unbestrittene Höhepunkt der gesamten Reise erwartete uns schließlich in Salesópolis. Dort besuchten wir eine neue, speziell auf die Bedürfnisse von Vogelfotografen ausgerichtete Lodge. Neben Tränken für Kolibris und Futterstellen für Tangaren verfügt sie auch über eigens angelegte Fotoverstecke, an denen heimlich lebende Tinamus und Rallenvögel beobachtet und aus kurzer Entfernung fotografiert werden können. An diesem besonderen Ort gelang uns die erfolgreiche Beobachtung und Fotografie des seltenen Blassstirnkauzes (Buff-fronted Owl; Aegolius harrisii – Startbild, A. Eisen Rupp), der in Brasilien Caburé-acanelado genannt wird.
Diese kleine Eulenart besitzt zwar ein ausgedehntes, jedoch stark zersplittertes Verbreitungsgebiet in Südamerika, gilt aber fast überall als selten und wird nur sehr unregelmäßig nachgewiesen. Aufgrund ihrer heimlichen Lebensweise, ihrer nächtlichen Aktivität und ihrer offenbar geringen Bestandsdichte ist sie bis heute wissenschaftlich nur wenig bekannt. Selbst erfahrene südamerikanische Vogelbeobachter bekommen diese außergewöhnliche Art nur selten zu Gesicht. Umso größer war die Freude, das es uns gelang, den Blassstirnkauz nicht nur zu beobachten, sondern unter sehr guten Bedingungen auch zu fotografieren. Für unseren Reiseleiter Adrian Rupp war dies erst die zweite persönliche Begegnung mit dieser seltenen Eulenart. Für die gesamte Gruppe wurde die außergewöhnliche Beobachtung zu einem unvergesslichen Erlebnis und zu einem würdigen Höhepunkt unserer Vogelfotoreise.
Auch wenn die Prachtamazonen ihre traditionellen Aufenthaltsgebiete in diesem Jahr unerwartet früh verlassen hatten, konnten wir insgesamt sehr zufrieden auf die Reise zurückblicken. Die vielfältigen Landschaften der Serra Catarinense, die abendlichen Flugbewegungen der Taubenhalsamazonen, die leuchtenden Scharlachsichler, verschiedene Tukane und Arassaris, die farbenprächtigen Tangaren der Mata Atlântica und schließlich die außergewöhnliche Begegnung mit dem seltenen Blassstirnkauz machten die Tour zu einer erfolgreichen, abwechslungsreichen und fotografisch äußerst ergiebigen Reise.
Unsere Vogelfotoreise durch die Mata Atlântica wird im Jahr 2028 erneut angeboten. Wer diesen großartigen und außergewöhnlich artenreichen Lebensraum bereits im kommenden Jahr kennenlernen möchte, findet im November 2027 eine Birdwatchingreise durch die Mata Atlântica in unserem Reiseprogramm.
Adrian Rupp
(Reiseleiter)
Stimmen unserer Reisegäste zu dieser Reise:
Marina und Karl-Heinz B. aus Waltershausen schreiben uns: „An dieser Stelle nochmals Ihrem gesamten Team herzlichen Dank für die schöne Reise in die Mata Atlantica. Besonders auch die ausgezeichnete Vorbereitung und Informationen, sodass wir problemlos die gesamte Reise durchführen konnten. Spannend war es mit Adrian … in jeder Hinsicht: freundlich, hilfsbereit, sehr sachkundig und lustig. War echt schön mit Dir, Adrian! Die gut gewählten Locations mit den freundlichen Gastgebern und das abwechslungsreiche Essen rundeten die Reise ab. Wunderbar waren die vielen Möglichkeiten zur Beobachtung und Fotografie. Nicht zu vergessen, unser jederzeit sicherer Fahrer mit seinem immer gut geputztem Auto. Also, rundum eine absolut gut gelungene Reise. Vielen Dank“.
Sylvia C. aus Münster meint: „Ich habe 14 Tage an dieser Vogelfotografie-Reise mit Bartmeise-Reisen in Brasilien teilgenommen und war begeistert. Die Tour war hervorragend organisiert – von den Unterkünften über die Abläufe bis zur Betreuung. Besonders hervorheben möchte ich unseren Vogelexperten und Reiseleiter Adrian Rupp, der sowohl portugiesisch als auch deutsch spricht. Seine Fachkenntnis, sein Engagement und seine freundliche Art haben die Reise zu einem außergewöhnlichen Erlebnis gemacht … Eine rundum gelungene Reise, die ich sehr empfehlen kann!“�
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