Reisebericht Peru: Grandiose Vogelwelt zwischen Cuzco, Amazonas und der Inkastadt Machu Picchu

Reisebericht Peru: Grandiose Vogelwelt zwischen Cuzco, Amazonas und der Inkastadt Machu Picchu

Reisebericht über die Reise nach Peru vom 31. Juli bis 18. August 2019

Mittwoch, 31. Juli 2019: „Gefühlte“ Abreise nach Südamerika
Beim Vortages-online check-in die Überraschung: Die Bordkarten wiesen aus, das unsere Anreise nach Peru geändert, unser Anschlussflug am 1. August von Bogota nach Cuzco (Foto H. Meyer) gestrichen und um 24 Stunden nach hinten verlegt wurde! Warum, das sollten wir schnell erfahren! Flug Avianca 55 von München nach Bogota, der am 31.7. um 22.45 Uhr in München starten sollte, wurde mindestens 10 Stunden später ankommend erwartet (also am frühen Morgen des 1. August), sodass der nächtliche Abflug gestrichen war. Der ‚Dreamliner‘ musste wohl in eine Werkstatt … und wir mussten in München im Hotel übernachten. Avianca hatte aber wenigstens alles gut vorbereitet, sodass unsere Gäste schnell und kostenlos und mit Verpflegungs-Vouchern ausgestattet in die Hotels kamen.

Donnerstag, 1. August: „Reale“ Abreise nach Südamerika
Avianca war am zeitigen Morgen tatsächlich in München eingetroffen und stand nun am Gate bereit. „Pünktlich“ um 8.50 Uhr (mit neun Stunden Verspätung) hob die Maschine in München mit Ziel Bogota endlich ab. Für die 13.580 Kilometer waren 11 Stunden und 30 Minuten Flugzeit berechnet. Gegen 14.00 Uhr Ortszeit erreichten wir Bogota. Leider mussten wir nun nochmals eine ungeplante Zwischenübernachtung, dieses Mal hier in Bogota, in Kauf nehmen, denn unser eigentlicher Anschlussflug nach Cuzco um 6.45 Uhr war natürlich längst weg … und es gab heute keinen weiteren Flug nach Cuzco. Vertreter der Airline warteten aber auch hier wieder mit Hotel- und Verpflegungs-Vouchern, sodass wenigstens dafür gesorgt war. Transfer ins Hotel/Abendessen.

Freitag, 2. August: Ankunft in Cuzco und Weiterfahrt hinauf zu den „Riesen“-Vögeln der Puna
Heute um 10.00 Uhr, am Ende leider mit 24 Stunden Verspätung (1 Tag verspäteter Reisebeginn!), treffen wir in Cuzco, der peruanischen Anden-Hauptstadt, ein. Gegen 11.00 Uhr sind wir bereits fertig mit der völlig unkomplizierten und komplett papierlosen Einreise, Geldwechsel etc., und so können wir unseren Birdguide Adrian begrüßen. Der Mercedes-Sprinter ist rasch beladen. Bei angenehmem Wetter (sonnig, um 20°C) birden wir zuerst in einem Feuchtgebiet (Ramsar-Site) am Stadtrand von Cuzco auf 3.000 mNN. Im Gras und Schilf sind nicht nur wilde Meerschweinchen aktiv. Auch der farbenprächtige Vielfarben-Tachurityrann (Many-colored Rush-tyrant) zeigt sich wenigstens kurz neben anderen typischen Arten für dieses Habitat. Wir sehen u.a. Spitzschwanz- und Südandenente (Yellow-billed Pintail & -Teal), Rollandtaucher (White-tufted Grebe) und Andenmöwe (Andean Gull; Foto li: A Eisen Rupp).

Nach unserem Mittagspicknick am See benutzen wir eine unbefestigte Passstraße, die uns hinauf auf 4.200 mNN in die peruanische Puna, eine Trockensteppe, bringt. Unterwegs an Blüten entdecken wir den Riesenkolibri (Giant Hummingbird), einen echten Riesen aus dieser Vogelgruppe. An einem Puna-See auf über 4.200 mNN können wir Inkataucher (Northern Silvery Grebe), Gruppen von Andengänsen (Andean Goose; Foto re: A. Eisen Rupp), Riesenblässhühner (Giant Coot) und weitere Arten der Andenhochsteppe wie Punaibis (Puna Ibis), Andenkiebitz (Andean Lapwing), Blassbauch- & Schwarzschwanz-Uferwipper (Creme-winged- & White-winged Cincloides) sowie den endemischen Rotgesichtcanastero (Rusty-fronted Canastero) beobachten. Wir überqueren den Pass und fahren die Anden-Ostseite hinunter bis zu einer Lodge, die bereits auf knapp 3.000 mNN im Nebelwald in Richtung Amazonas liegt. Hier bleiben wir eine Nacht (zwei waren geplant …). Wir kommen erst gegen 20.00 Uhr an, das Abendessen wartet und dann auch die Betten.

Sonnabend, 3. August: Nebelwald-Vögel entlang der berühmten Manu-Straße
Nach einem zeitigen Frühstück packen wir unsere Sachen ins Auto und treten die Weiterreise in Richtung Amazonas-Tiefland an. Aber heute und in den nächsten Tagen steht erst einmal die Vogelwelt im Nebelwald der Anden, in Regionen zwischen 3.000 und 1.500 mNN, im Programm. Diese einzige Straße von Cuzco ins Amazonastiefland von Peru ist unbefestigt, einspurig und verlangt vom Fahrer reichlich Geschick und Umsicht, vor allem beim Ausweichen im Gegenverkehr. Unser Fahrer Omar hat das aber gut drauf. Rasch stellen wir zudem fest, dass Omar nicht nur ein geschickter Fahrer, sondern auch ein guter Kenner der Vogelwelt ist, denn er beteiligt sich häufig erfolgreich an der Bestimmung bzw. entdeckt auch selber neue Arten. Wir haben heute Glück und können zahlreiche Bergnebelwald-Arten wie z.B. Andenguan (Andean Guan), den endemischen Hartertkolibri (Peruvian Piedtail), Blautukan (Grey-breasted Mountain-tucan), Bergwald-Baumsteiger (Montane Woodcreeper) sowie die endemischen Arten Marcapataschlüpfer (Marcapata Spinetail) und Rostbrust-Laubtyrann (Inca Flycatcher) finden. Andenklarino (Andean Solitare) und Riesendrossel (Great Thrush) sowie Masken– und Barthakenschnabel (Masked & Moustached Flowerpircer) ergänzen unsere Liste der Nebelwaldarten.

Zum Vogel des Tages wird heute aber ein prächtiger Goldkopftrogon (Golden-headed Quetzal; Foto: A Eisen Rupp), der sich aus nächster Nähe wunderbar beobachten lässt. Dann erreichen wir die berühmte Cock-of-the-rock-Lodge, die uns für die nächsten zwei Nächte Quartier in schönen Bungalows bieten wird. Nach dem schmackhaften Abendessen erledigen wir noch die Vogelliste, die bereits jetzt rund 140 gesehene Arten (dazu weitere „nur gehört“-Arten) aufweist. Aus den Betten heraus genießen wir den nächtlichen Gesang der Salvinkreischeule (Rufescent Screech-owl).

Sonntag, 4. August: Im Nebelwald der Nebel wallt …
… leider auch heute Morgen wieder, sodass wir keine Chance haben auf Vögel im oberen Bergwald. Wir entschließen uns daher, rund um die Lodge am Bergflüsschen zu birden. Wir entdecken abfliegende Sturzbachenten (Torrent Duck) und eine Weißkopf-Wasseramsel (White-capped Dipper), hoffen aber auf eine bessere Gelegenheit am nächsten Tag. Dann wird der Nebel auch hier immer dichter. Wir fahren zurück und erfreuen uns an der bunten Vogelwelt an den Fütterungen in der Lodge. Im Gebüsch dahinter leuchtet es plötzlich rot: ein prächtiger Andenfelsenhahn (Cock-of-the-rock; Foto: A. Eisen Rupp) agiert im Hintergrund. Der Große Veilchenohr-Kolibri (Sparkling Violet-ear) ist der Platzhirsch unter den 6-7 Kolibriarten an den Tränken. Eine, später sogar zwei Tyra, eine große südamerikanische Marderart, betätigen sich als Strauchdiebe an den mit Papaya-Früchten bestückten Tangaren-Fütterungen. Für die Säugetier-Interessenten sicher eine besondere Beobachtung! Wie wir von den Betreibern der Lodge erfahren, ist das Wetter hier auf ca. 1.500m NN dieses Jahr ungewöhnlich kühl. Morgens herrschen nur wenige Grad über Null, tags, im Nebel, kaum 10-12°C, was auf einen ungewöhnlichen Kaltluftstrom aus Südamerika zurückzuführen sei. Dieses Wetterphänomen trete nur alle paar Jahr auf … leider ausgerechnet während unserer Anwesenheit.

Montag, 5. August: Am Balzplatz der Andenfelsenhähne
Die Lodge trägt den Namen des bekannten Anden-Vogels „Cock-of-the-rock“ (Andenfelsenhahn) wohl auch deswegen, weil sich angrenzend ein offenbar seit Jahrzehnten besetzter Tanz- oder Balzplatz der in Familienverbänden lebenden attraktiven Vogelart befindet. Mit dem Hellwerden um 6.00 Uhr suchen wir den Platz, der am Hang getarnt einen Beobachtungsstand für die Vogelfreunde bietet, auf. Die Hähne, etwa fünf bis sieben, sind schon da und zeigen ihre Farbenpracht beim Tanz. Die nur krächzenden Stimmen scheinen so gar nicht zur Farbenpracht des majestätischen Vogels zu passen. Aber so ist das eben in der Vogelwelt. Das eine scheint zum anderen oftmals nicht zu passen. Wir beobachten das Spiel der Hähne eine Weile, dann wartet das Frühstück. Den restlichen Vormittag beobachten wir am Gebirgsbach vor der Lodge, der aus den Anden herabstürzt. Wir können uns an den prächtigen Inkablauraben (Green Jay; Foto: A. Eisen Rupp) erfreuen und auch einen Andenzaunkönig (Mountain Wren) beim Gesang belauschen.

Nach einem vorzüglichen Mittagessen reisen wir weiter und lassen die letzten Reste vom Bergnebelwald hinter uns. Bei einem Stopp an der Straße entdecken wir in einem alten Baum ein besetztes Nest vom Däumlingssperber (Tiny Hawk). Der Zwerg aus dieser Artengruppe lässt sich im Spektiv gut beobachten. Bald erreichen wir unser Quartier für die nächsten zwei Nächte. Hier auf ca. 580 mNN beginnt der Amazonasregenwald und eine neue Faunenregion. Wir checken in die luxuriösen Bungalows (Foto re. von außen ins Wohnzimmer geschaut – Foto: H. Meyer) ein, die eine völlig offene, nur mit festem Insektenschutz bespannte Rückwand zum Regenwald bieten. Die für unsere Ohren ungewöhnlichen Stimmen der Regenwaldnacht bieten aber die beste Einschlafmelodie.

Dienstag/Mittwoch, 6./7. August: Im Wald der Ameisenvögel zu Fuße des Amazonasregenwaldes
An beiden Tagen sind wir je nach einem zeitigen Frühstück um 5:30 Uhr im riesigen Gelände des privaten Schutzgebietes unterwegs, insbesondere auf der Suche nach den Spezialitäten in der Vogelwelt. Die dominanten Breithauben-Stirnvögel (Russet-backed Oropendola), die neben ihren Glockenartigen Stimmen immer wieder auch andere Vogelstimmen imitieren, sind allgegenwärtig. Aber insbesondere die Vielfalt an Ameisenvögeln ist beeindruckend. Um die 25 Arten finden wir in diesen Tagen hier, darunter solche Spezialitäten wie Bambusameisenwürger (Bamboo Antshrike), Manuameisenfänger (Manu Antbird) und Goeldiameisenvogel (Goeldi’s Antbird). Von den fast immer „unsichtbaren“ Ameisenpittas ist für uns die Olivmantel-Ameisenpitta (Amazonien Antpitta) wichtig, die man hier angeblich gut sehen kann. Es gibt einen Platz, an der ein Vogel daran gewöhnt ist, ab und zu schmackhafte Würmer gereicht zu bekommen. Das gelingt auch heute: Der scheue Vogel lässt sich nicht lange bitten und reagiert auf die Lockrufe vom lokalen Guide, kommt heran und holt sich eine Belohnung ab. Ein wunderbares Erlebnis für alle Gäste!

Anderswo im Gelände der Lodge hat es ein Beobachtungsversteck, um die scheuen Tinamu‘s, die man sonst immer nur rufen hört, sehen zu können. Zwei Vertreter dieser Bodenvögel, der Wellentinamu (Undulated- &) und der seltene Schwarzkappentinamu (Black-capped Tinamou), lassen sich so bestens beobachten und auch fotografieren. Highlight hier ist aber zweifellos eine weitere seltene, endemische Vogelart: Der attraktiv schwarz-gelb-weiß gefärbte Weißzügel-Todityrann (Black-backed Tody-flycatcher) hat ein Brutrevier hier direkt neben unseren Bungalows. Was für ein prächtiger kleiner Vogel! Auf den Beginn des Amazonasregenwald machen lautstark und erstmals bei dieser Reise Papageien auf sich aufmerksam. Ab hier kommen Palmen vor, die Palmnüsse bieten, und daher finden Gelbbrust– und Blaukopfara (Blue-and-yellow- & Blue-headed Macaw) sowie weitere Arten Lebensraum.

Auch unsere Säugetierfreunde durften sich über eine ganz besondere Begegnung freuen: ein Jaguarundi-Weibchen mit Jungtier – trotz ihrer weiten Verbreitung in Südamerika die am wenigsten erforschte Wildkatze – ließ sich in der Nähe der Lodge eine kurze Zeit gut beobachten. Obwohl sich alle Gäste einig waren, dass man es hier mit der vielfältigen Vogelwelt, in den schönen Bungalows und bei bester Verpflegung gefühlt noch mindestens eine Woche länger ausgehalten hätte, verlassen wir nach dem Mittagessen am 7. August die Lodge und fahren weiter auf der Manu-Road in Richtung Amazonas. An einem speziellen Aussichtspunkt genießen wir den fantastischen Blick (Foto li. H. Meyer) auf das Amazonastiefland und den hier so richtig beginnenden Madre de Dias-Fluss (Mutter-Gottes-Fluss), der viele Kilometer später in den Amazonas münden wird. In einem kleinen Dörfchen endet nun jegliche Straßenverbindung im peruanischen Amazonas. Hier verabschieden wir uns von Omar und dem Auto, denn ab jetzt geht es für einige Tage nur noch per Boot weiter. Rasch wird unser Gepäck verladen, und schon sind wir flussabwärts unterwegs. Das nächste Ziel für wieder zwei Nächte ist nach rund einer Stunde erreicht. Ein unbefestigter Halt am Flussufer und ein „Loch“ im Regenwald nebst kleinem Schild sind die einzigen Hinweise auf die Unterkunft, die sich 200 Meter weiter drinnen im Wald verbirgt.

Donnerstag, 8. August: Mehr Natur geht nicht 
… sagen sich wohl die Gäste, die Zimmer im am Hang gelegenen Neubau der Lodge beziehen! Für jede Mahlzeit hin und zurück 20 Minuten Wanderung durch den peruanischen Urwald, teilweise in völliger Dunkelheit, und dann als krönender Abschluss nochmals 107 große, in den Hang hinein gebaute Betonstufen überwinden, was mehr als einem Fitnessprogramm gleichkommt. Die Belohnung: Natur pur! An den auch hier üblichen Kolibrifütterungen können wir neue Arten entdecken, darunter den attraktiven, sehr seltenen Rotbrust-Brilliantkolibri (Gould’s Brilliant; Foto re: A. Eisen Rupp). Wir entdecken hier allein drei neue Seglerarten für diese Reise: Stutzschwanz-, Gabelschwanz– und Kleiner Schwalbensegler (Short-tailed-, Fork-tailed Palm- & Lesser Swallow-tailed Swift). Am Fluss lassen sich Rotbrust-, Amazonas– und Grünfischer (Ringed, Amazon & Green Kingfisher) sehen und in Ufernähe ein Weißkehlarassari (Greyish-throated Toucanet). Und nur hier können wir den Rotbauch-Zwergspecht (Rufous-breasted Piculet) finden.

Am Vormittag wartet wieder ein Boot auf uns, das uns einige Kilometer flussabwärts bringt. Hier versteckt im Regenwald liegt ein kleiner See, der wiederum einige interessante Vogelarten bereithält. Lautstark begrüßen uns hier die eigentümlichen Hornwehrvögel (Horned Sceemer), die zusammen mit den auch hier häufigen Hoatzin (Foto li: H. Meyer) die “Urzeit” in der Vogelwelt repräsentieren. Später finden wir noch einige seltene Arten wie Marmor- und Blaureiher (Rufescent Tiger-heron, Little Blue Heron) sowie den Rostflügelcanastero (Plain Softtail). Die hübsche Rohrspotdrossel (Donacobius) erfreut uns in der Ufervegetation, und der Drosselzaunkönig (Thrush-like Wren) singt uns zum Abschied sein melodisches Lied. Unseren beschwerlichen Übernachtungs-Aufstieg im Schein der Stirnlampen nach dem Abendessen begleitet ein Urutau-Tagschläfer (Common Patoo), der auf einem abgebrochenen Ast sitzend von oben zuschaut bis wir in den harten Betten verschwunden sind …

Freitag, 9. August: Tagesfahrt per Boot auf dem Madre de Dias-Fluss ins Amazonastiefland
Nach dem Frühstück steht unser Boot für die Tagesreise flussabwärts ins gewaltige Amazonastiefland zum Manu-Nationalpark bereit. Wir sind für die lange Fahrt gut vorbereitet, neben unserem Reisegepäck werden auch das Mittagessen als Lunchpack, Snacks, frisches Obst und genügend Trinkwasser verladen. Das Boot (Foto li: H. Meyer) ist überdacht, sodass niemand in der prallen Sonne sitzen muss. Das tolle Wetter verspricht ein herausragendes Abenteuer auf dem Urwaldfluss. Jeder hat seine Position in Fahrtrichtung rechts- bzw. linksseitig im Boot eingenommen und das Fernglas zur Hand. Es kann losgehen.

Wir sind noch gar nicht lange unterwegs, da entdecken wir bereits ein nächstes Highlight in der peruanischen Vogelwelt: ein Paar Orinokogänse (Orinico Goose). Es sollte die einzige Begegnung mit der seltenen Art bleiben! Sonnenrallen (Sunbittern) sind oft am Ufer jagend zu sehen, ebenso Streifen-, Mangroven-, Cocoi- und Schmuckreiher (Fasciated Tiger-, Green-backed, Cocoi Heron, Snowy Egret). Große Gelbschenkel (Greater Yellowlegs) fliegen von Sandbänken ab, ebenso die Amerikanischen Scherenschnäbel (Black Skimmer), die wie Amazonasseeschwalben (Yellow-billed Tern) hier brüten bzw. schon Junge versorgen. Hinter jeder Kurve erwartet uns eine andere fantastische Szenerie. Gelbkehlkarakara (Black Caracara) und Fledermausfalken (Bat Falcon) jagen am Fluss. Wasserschweine sitzen allerorts auf den Sandbänken.

Zur Mittagspause legen wir am Ufer an. Auf einer Sandbank können wir unseren Lunch verzehren, uns die Füße vertreten. Im weichen Uferschlamm finden wir überall Spuren vom Tapir und einmal auch vom Jaguar, ganz frisch. Er kann noch nicht weit sein … Dann drängt unser Kapitän, denn er will noch bei Tageslicht das Manu-Wildlife-Center erreichen. Wir haben noch einige Stunden bis dahin vor uns, und bei Dunkelheit kann ein Urwaldfluss gefährlich sein … Weißbrauen- (Drab Water-tyrant) und Schwarzkopf-Phoebeyrann (Black Phoebe) sitzen auf im Wasser liegenden Bäumen und mindestens fünf verschiedene Schwalbenarten jagen nach Insekten. Die Zeit vergeht wie im Fluge … und schon versinkt die Sonne langsam hinter der Urwaldriesen. Flussnachtschwalben (Sand-colored Nighthawk) sind bereits auf der Jagd, als wir im letzten Tageslicht und wegen Niedrigwasser sehr mühsam einen unscheinbaren Anlegesteg erreichen. Hier werden wir schon erwartet. Wir sind angekommen. Das bekannte Manu-Wildlife-Center ist erreicht. Schnell wird ausgeladen und in die auf Holzpfählen gegen Hochwasser geschützten Bungalows (Foto ob.li: Manu Wildlife-Center H. Meyer) eingecheckt. Dann wartet das Briefing und danach das Abendessen. Der Generator-Strom verlischt … Ruhe und Nachtruhe kehren ein.

Sonnabend/Sonntag, 10./11. August: Vogelkundliche Abenteuer tief im Amazonas aus der Vogelperspektive
Zwei volle Tage vogelkundliche Abenteuer tief im Amazonas, im Manu-Nationalpark, die können hier schon aus Platzgründen überhaupt nur ansatzweise beschrieben werden. Da wäre am ersten Morgen der Besuch einer Aussichtsplattform in einem Baumwipfel (Foto re. H. Meyer) in mehr als 30 Metern Höhe. Eine schwankende Wendeltreppe, nicht jedermanns Sache, führt nach oben. Dort kann man den Nektar fressenden Vögeln sozusagen von Angesicht zu Angesicht zuschauen. Diverse Arten, die vom Boden aus im Urwald nur sehr schwer zu entdecken sind, sind hier hautnah möglich wie z.B. Zügel- und Rotbauchorganist (Golden- & Rufous-bellied Euphonia) und Olivkopf-Stirnvogel (Amazonian Oropendula). Weitere spezielle Arten wie u.a. die Gelbschopftangare (Yellow-crested Tanager) und Gelbstirn-Würgertangare (White-winged Shrike-Tanager) können beobachtet werden.
Nach der Mittagspause warten wieder Boote auf uns, die uns einige Kilometer flussaufwärts bringen. Im Regenwald versteckt liegt ein kleiner See, ein spezielles Schutzgebiet für den global gefährdeten Riesenotter (Giant Otter), der aber auch für verschiedene Vogelarten äußerst interessant ist. Für uns steht ein Floß (Foto li.: H. Meyer) bereit, mitgebrachte Camping-Hocker dienen als Sitze, und unsere Bootscrew bedient ausschließlich mit Handkraft das Gefährt. Lautlos gleiten wir dahin und können die großartige Szenerie genießen. Eine Familie Riesenotter jagt im See. In den Baumriesen am Ufer sitzen Blaukehlguane (Blue-throated Piping-guan) und ein Schwarzkopf-Zwergtaucher-Paar (Last Grebe) hat hier offenbar einen Brutplatz. Doppelzahnweih (Double-toothed Kite), Sperberweih (Crane Hawk) und Plattschnabelmotmot (Broad-billed Motmot) lassen sich sehen. Es gelingt auch wie erhofft, zwei seltene Tukanarten vor die Ferngläser zu bekommen: Cuvier- und Weißkehltukan (White-throated- & Channel-billed Tucan) sind aktiv in den Baumriesen, ebenso wie Reinwardt- und Rotkopfarassari (Golden-collared Toucanet, Ivory-billed Aracari). Kurz gesichtet wird auch die ungewöhnliche Nackthalskotinga (Bar-necked Fruitcrow). Spezialität hier, und nur hier, in der Ufervegetation ist der seltene Gelbaugenstärling (Pale-eye Blackbird; Foto re: A. Eisen Rupp), der sich auch zeigt.

Vor dem Abendessen können wir an den Blütensträuchern im Schatten des Haupthauses einen Roten Zwergschattenkolibiri (Reddish Hermit) entdecken. Der Winzling wird uns jeden Tag genau immer wieder hier an „seinen Blüten“, die er eifrig gegen Konkurrenten verteidigt, erfreuen. Nach dem Abendessen suchen wir nach einem ganz ungewöhnlichen Vogel, dessen unheimliche Stimme wir bereits gehört haben. Im Schein der Taschenlampe sitzt ein Riesentagschläfer (Great Patoo) deutlich größer als eine Schleiereule, in aufrechter Körperhaltung sozusagen als „Spitze“ auf einem abgerochenen Baumstamm und ruft sein gruseliges Lied in die Nacht. Sein schnarchender „Gesang“ ertönt die halbe Nacht und wird hier im Camp zu unserer Bettmelodie.

Auch am nächsten Tag warten verschiedene Abenteuer auf uns. Erneut im Morgengrauen geht es mit dem Boot flussaufwärts, und wieder wandern wir ein Stück in den Regenwald bis zu einem anderen See. Birding erneut aus den Baumwipfeln eines Urwaldriesen, noch etwas höher als gestern, bestimmt 35 Meter. Und wieder viele neue Vogelarten, die wir vom Boden nicht hätten entdecken können, darunter z.B. Elsteradler (Black-and-white Hawk-eagle), Purpurbrust– und Veilchenkehlkotinga (Purple-throated Fruitcrow, Plum-throated Cotinga), Silberkopf-Breitschnabeltyrann (White-crested Spadebill), Türkisnaschvogel (Red-legged Honeycreeper), Maskenpitpit (Black-faced Dacnis) und Trauertangare (White-shouldered Tanager). Über uns laben sich Hunderte der kaum Staren großen Kobaltflügelsittiche (Cobalt-winged Parakeet) am süßen Nektar der Baumblüten, und verschiedene Arten der großen, bunten Aras fliegen lärmend hin und her. Amazonas eben.

Später suchen wir am Waldrand nach dem sehr seltenen Purusglanzvogel (Purus Jacamar, Foto re: A. Eisen Rupp), der nur hier ein bekanntes Vorkommen aufweist. Wir haben Glück und finden eine Familie von 5-6 Vögeln, die sich auch gut fotografieren lassen. Als wir zurück ins Camp kommen, haben wir gerade „Vanessa“, einen halbzahmen Flachlandtapir, verpasst. Das Tierchen kommt in regelmäßigen Abständen in die Lodge und lässt sich mit Früchten füttern … Dafür ist wieder unser Riesentagschläfer aktiv.

Montag, 12. August: Papageien an der Lehmwand und seltene Amazonassittiche zum Abschied
Geweckt werden wir irgendwann gegen 4.00 Uhr wieder vom schaurigen Gesang des Riesentagschläfers. Das Frühstück wartet bereits um 5.00 Uhr. Rasch wird unser Gepäck ins Boot verladen, wir verabschieden uns von unvergesslichen Erlebnissen im Manu Wildlife-Camp, und mit Tagesanbruch starten wir. Heute steht der nächste Höhepunkt im Programm. Wir besuchen am Morgen eine Lehmwand, an der sich die großen Papageien mit Mineralien versorgen. Vom Versteck aus können wir das wirklich bunte Treiben gut verfolgen. Bereits bei unserer Ankunft sind mehrere Hundert Schwarzohrpapageien (Blue-headed Parrot) am Lehmplatz. Dazu viele Mülleramazonen (Southern Mealy Amazon). Zu unserer Freude können wir auch die eher seltenen Goldwangenpapageien (Orange-cheaked Parrot) und auch einige Gelbscheitelamazonen (Yellow-cronwned Amazon) entdecken. Dazwischen wuseln viele der kleinen Kobaltflügelsittiche (Cobalt-winged Parakeet). Später erscheinen die prächtig rot-grün-blau leuchtenden Gelbbrustaras (Blue-and-yellow Macaw). Wir beobachten das bunte Vogelleben ca. zwei Stunden, dann machen wir uns auf den ca. zwei Kilometer langen Rückweg zum Boot. Wir ahnen jetzt noch nicht, dass wir den Höhepunkt erst auf diesem Marsch finden werden. In einer Cecropia (Ameisenbaum) – wir schauen nach einer ganz anderen Vogelart – sehen wir 5-6 kleine Papageichen, die völlig still sind. Schnell finden wir die Vögel im Spektiv. Adrian, unser Birdguide, fertigt Belegaufnahmen per Digiskopie an, denn es sind tatsächlich die hier äußerst seltenen Amazonassittiche (Amazonian Parrotlet). Nach seiner Information wurde diese Art in den vergangenen 30 Jahren hier nur zweimal gesehen!

Dann wartet das Reise-Boot am Flussufer auf uns, denn wir müssen heute noch die nächste größere Siedlung Puerto Maldonado erreichen. Das ist logistisch gar nicht so einfach. Zuerst fahren wir mehr als zwei Stunden weiter flussabwärts. Dann erreichen wir eine eher schäbige Goldschürfer-Siedlung. Das Flusswasser ist vom Gold waschen rot gefärbt. Wir wissen nicht, ob das Schürfen legal oder illegal ist … Aber die Siedlung lässt Klischees vom „Wilden Westen“ (Foto re.: H. Meyer) aufleben. Wenig später treffen unsere Landrover ein, die uns etwa eine Stunde auf staubiger, mit abenteuerlichen Brücken bestückten Piste zu einem anderen großen Urwaldfluss bringen. Was wir dort am Ufer sehen können, übersteigt alle Erwartungen an „Peru live“. Es ist unglaublich, unter welchen Umständen, mit welchem Einfallsreichtum, die Peruaner in dieser abgelegenen Gegend ihr tägliches Leben meistern! Da werden auf drei kleinen Booten, parallel gestellt und quer mit dicken Brettern belegt, Lastkraftwagen übergesetzt. Nicht auszudenken, wenn eines der unbefestigten Boote in der Strömung die Kontrolle verliert und ausschert.

Unser Boot ist auch schon sehr alt, der Fährmann auch, nur noch zwei Zähne im Mund … aber freundlich und bestimmt. Mit der einen Hand bedient er den Außenbordmotor, mit der anderen Hand schöpft er das Wasser aus dem Boot … Wir denken einfach mal, das muss so sein. Zwei Stromschnellen müssen „bergauf“ überwunden werden, eine unglaubliche Leistung, denn der Fluss führt Niedrigwasser. Trotz allen Befürchtungen erreichen wir das andere Ufer, wo bereits wieder ein Minibus auf uns wartet. Rasch verladen wir, und dann beginnt die Fahrt in die Kleinstadt Puerto Maldonado, wo wir nach 2 ½ Stunden Reise auf guter Straße gegen 18.00 Uhr eintreffen. Im Stadthotel wartet ein super-Abendessen, bevor wir müde in die Betten sinken.

Dienstag, 13. August: Aus dem Amazonas ins „Geheime Tal der Inka“
Am heutigen Vormittag können wir im schönen Stadthotel erstmals auf dieser Reise eine kurze Erholungsphase genießen. Frühstück um 8:30 Uhr – welch ein Luxus! Dann packen wir unsere Sachen, genießen einen Sprung in den Pool oder kaufen ein paar Reisemitbringsel ein, dann noch ein frühes Mittagessen und ab geht es zum Mini-Flughafen. Gegen 14.00 Uhr bringt uns LAN zurück nach Cuzco. Auf dem Parkplatz am Flughafen winkt uns schon Omar, unser Fahrer, mit dem wir bereits bis zum Madre de Dias-Fluss unterwegs waren. Schnell ist alles in den Mercedes- Sprinter verladen und dann starten wir zum Pass. Bei knapp 3.600 mNN stoppen wir kurz und genießen die traumhaft-sonnige Puna. Unterwegs sehen wir immer wieder Buntfalken (American Kestrel) und Bergkarakaras (Mountain Caracara, Foto re: A. Eisen Rupp). Dann geht es talabwärts und bald haben wir unser Ziel vor den Augen: Das „Geheime Tal der Inka“ (Foto li. o.: H. Meyer) liegt vor uns, sozusagen der Eingang nach Machu Picchu! Was für ein tolles Panorama! Schnell erreichen wir das alte, ursprüngliche Inka-Dorf Ollantaytambo, heute eine touristisch-geschäftige Kleinstadt, zu Füßen einer mächtigen Inka-Festung. In unserem Hotel mitten im Ort (auf 2.800 mNN) warten sehr schöne Zimmer auf uns und auch schon das Abendessen.

Mittwoch, 14. August: Beim Andenkondor am „Mirador del Condor“ am Abra Malaga-Pass
Ein wieder sehr zeitiges Frühstück steht an, denn wir wollen ganz hinauf in die Puna, zum Abra Malaga-Pass auf 4.200 mNN. Zügig bringt uns Omar mit dem Bus die gut ausgebaute Passstraße hinauf. Unterwegs stoppen wir uns suchen nach einigen seltenen Kolibri-Arten der Hochlagen wie Braunes– und Schwarzkopf-Glänzschwänzchen (Olivaceous- & Blue-manteld Thornbill) sowie Schwertschnabelkolibri (Sword-billed Hummingbird), die wir auch sehen können. Ganz intensiv suchen wir nach einer endemischen Art, die nur hier zu finden ist, den Rotbrust-Andenkolibri (White-tufted Sunbeam). Auch wenn das Vögelchen sehr unruhig ist, die Beobachtung gelingt dennoch. Ganz oben auf dem Pass liegen Schneereste und Eis, es ist winterlich kalt, Handschuhe, Mütze und Schal werden ausgepackt. Die dünne Luft in dieser Höhe macht sich bemerkbar. Jeder Schritt fällt schwer. Aber die, die es schaffen, wandern ein Stück durch das karge Grasland der Puna aufwärts in ein Schutzgebiet zum Polylepsis-Wald (Foto re.u.: H. Meyer) Leder vergeblich suchen wir hier nach dem akut vom Aussterben bedrohte Weißkehl-Uferwipper (Royal Cinclodes). Wir haben heute leider kein Glück, der Vogel ist nicht zu finden. Am „Mirador del Condor“ (Kondor-Aussichtspunkt) bei fast 4.400 mNN scheint die Sonne auf einen vor uns liegenden Schnee bedeckten 5.000er, und plötzlich segeln zwei Andenkondore in den weißen Wolken! Ein Alt- und ein Jungvogel. Ein fantastisches Erlebnis, dass wir einige Zeit genießen können. Und dann noch ein Falke über den Polylepsis-Wald! Eine seltene Begegnung, ein Aplomadofalke (Aplomado Falcon) auf Jagd. In der Puna begegnet uns nochmals der eigenwillige Andenspecht (Andean Flicker, Foto li. o.: A. Eisen Rupp), der in bis 4500 mNN Höhe vorkommt und in Erdhöhlen brütet.

Da wir uns nicht zu lange in dieser Höhe aufhalten wollen, damit niemand arg unter der Höhenkrankheit leiden muss, treten wir am frühen Nachmittag den Rückzug ins Tal an. Auf der Fahrt stoppen wir in verschiedenen Höhenstufen mehrmals, um nach weiteren seltenen Arten der hohen Anden zu suchen. Wir haben hier mehr Glück und können u.a. Weißschwanz-Tachurityrann (White-tailed Tyrannulet) und Meisentachurityrann (Tufted Tit-tyrant) sowie (endemisch) Fahlkappen-Baumschlüpfer (Creamy-crested Spinetail) und Inkazaunkönig (Inca Wren) gut beobachten. Erwartet hatten wir hier auch die endemische Schieferbuschammer (den legendären Cuzco Brush-finch), die wir ebenfalls vor die Ferngläser bekommen. Der Tag war sehr erfolgreich, nicht 100 %, aber immerhin um die 90. Als ‚Zugabe‘ die Andenkondore – Mensch was willst Du mehr! Im Hotel in Ollantaytambo wartet das Abendessen, Vogelliste und danach rufen dringend die Betten …

Donnerstag/Freitag, 15./16. August: Mit dem Inka-Rail nach Machu Picchu-Pueblo
Heute Morgen wird unser Reisegepäck in den Bus verladen und schon nach Cuzco transportiert. Wir starten nur mit einem kleinen Tagesrucksack, denn im berühmten Inka-Rail (Foto: H. Meyer), dem Zug nach Aquas Calientes (Machu Picchu-Pueblo) ist kein Reisegepäck zugelassen. Der Bahnhof liegt nur wenige Meter zu Fuß vom Hotel entfernt und dort wartet auch schon der „Luxus-Zug“. In jedem der sechs oder sieben Reisewaggons ist jeder Platz, den man Monate vor einer Reise reservieren muss, nummeriert und auch heute jeder einzelne Platz belegt. Das wird peinlich genau vom Schaffner kontrolliert. Der Zug startet am Morgen pünktlich und ruckelt in langsamer Fahrt, ca. 1 1/2h lang das Tal der Inka entlang bis zu seiner Endstation Aquas Calientes. Auf der Fahrt im engen Tal immer am Gebirgsfluß entlang zählen wir über 40 (!) Sturzbachenten, die teilweise auch Junge führen. Im Ort angekommen, der nicht per Straßenverbindung, sondern nur zu Fuß oder per Zug zu erreichen ist, tummeln sich Tausende Touristen aus aller Welt, die ebenso wie wir die berühmte „Stadt in den Wolken“ besuchen wollen. Wir deponieren rasch unseren Rucksack im Hotel und begeben uns zu den Shuttlebussen, denn die Zeit drängt. Viele Menschen warten hier in langer Schlange, aber es geht sehr zügig voran. Mittlerweile gibt es feste Zeiten für die Führungen in Machu Picchu, so dass es kaum noch zu Wartezeiten kommt. Etwa 20 Minuten stehen wir oben auf 2.800 Meter Höhe am Eingang zur „Stadt in den Wolken“. Hier wartet unser archäologischer Führer auf uns für den Rundgang. Machu Picchu (Foto re. und unten mit Gruppe: H. Meyer) beschreiben zu wollen, hieße Eulen nach Athen tragen (Verweis auf Reiseführer). Zurecht ist diese archäologische Stätte Weltkulturerbe der UNESCO und eine der am meisten besuchten Sehenswürdigkeiten der Welt. Egal wie viele Menschen in den Ruinen unterwegs sind, allein die Lage von Machu Picchu hoch über dem „Geheimen Tal“ der Inka auf einem Felsvorsprung umgeben von grandioser Natur ist einfach umwerfend. Man kann sich kaum sattsehen … und fotografiert immer und immer wieder die gleichen Motive. Wir sind ungefähr zwei Stunden unterwegs und bekommen die wichtigsten Bauwerke und vielen historische Fakten gut erklärt.

Während unseres Rundganges achten wir auch auf Vögel, denn es gibt hier einige Arten, die ganz speziell und typisch sind für Machu Picchu. Wir suchen hier u.a. nach zwei seltenen Kolibri-Arten und werden fündig: Rotbauchkolibri (Chestnut-braested Coronet) und die endemische Grünweißamazilie (Green-and-white-Hummingbird) lassen sich beobachten. Einige Gäste entdecken die zu den Chinchillas gehörende Peruanische Hasenmaus (Bergviscachas). Diese Hasen großen Nager leben hier in den Ruinen und sogar bis 5.000 Meter hoch in den Anden. Nach dem Rundgang wartet ein spätes Mittagessen in Machu Picchu auf uns, wie man es an einem solchen Ort nie erwarten würde. Statt Touristen-Fastfood ein Nobel-Buffet vom Feinsten mit diversen Spezialitäten von Meeresfrüchten bis Sushi und edlen Nachspeisen aller Art.

Am Nachmittag checken wir rasch in unsere Zimmer ein, nutzen aber die restliche Tageszeit noch, um im Tal entlang des Urubamba-Flusses zu beobachten. Hunderte Meter steil über uns erkennen wir Teile der äußeren Mauern von Machu Picchu. Wir finden Berg- und Andensegler (White-tippend- & Andean Swift), Weißkehlbussard (White-throated Hawk), den seltenen Buntbartvogel (Blue-moustached Barbet) sowie Grünscheitelorganist (Bronze-green Euphonia). Am Fluss bzw. auf den großen Steinen entdecken wir Graubrust- und Sturzbach-Kleintyrann (Sclater’s- & Torrent Tyrannulet).

Der rauschende Gebirgsfluss ist unser Wecker am nächsten Morgen und vom Fenster aus können wir schon wieder einzelne Sturzbachenten entdecken. Die haben hier wenig Scheu vor den Menschen. Heute Morgen wollen nochmals, aber weiter flussabwärts, entlang des Urubamba birden und versuchen, noch einige Spezialitäten in der Vogelwelt zu finden. Wir freuen uns u.a. über Ockerkehl-Faulvogel (Black-streaked Puffbird), Südlicher Tropfenameisenwüger (Variable Antshrike) und Wellenbekarde (Barred Becard), Olivgelb-Laubtyrann (Mottle-cheeked Tyrannulet) sowie Taczanowskidrossel (Pale-eyed Thrush). Besonders intensiv sucht Adrian bestimmte Fruchtbäume ab und dann entdecken wir  d i e  Vogelart des Tages, die attraktive Gelbbrustkotinga (Masked Fruiteater), eine endemische Art, die nur ein kleines Vorkommensgebiet hat und hier im Tal eine Spezialität ist. Den Abschluss in der Vogelliste bildet der Goldbauch-Kernknacker (Black-backed Grosbeak), der auch nicht alltäglich ist gesehen wird.

Im Bahnhofsrestaurant nehmen wir das Mittagessen ein und dann starten wir mit dem Inka-Rail zurück nach Ollantaytambo. Auf der Rückfahrt können wir noch einen Agula (Black-chested Buzzard-eagle) ausmachen. Am Bahnhof erwartet uns Omar mit dem Bus und wir fahren sofort zurück nach Cuzco (Foto H. Meyer). Unsere letzte Nacht in Peru verbringen wir in einem wunderbaren Hotel in einem Kolonialhaus aus der Spanierzeit. Unser Reisegepäck wartet hier schon auf uns. Und unser Abschluss-Abendessen hat Gloria, unsere peruanische Geschäftspartnerin, angeblich im besten Restaurant der Stadt bestellt, welches für seine ausgezeichnete peruanische und internationale Küche bekannt sein soll. Und das können wir am Ende des Abends voll und ganz bestätigen!

Sonnabend, 17. August: Abschieds-Birding am Waipu-See und Rückreise nach Europa
Wer immer noch nicht genug hatte von Peru’s Vogelwelt der konnte heute Morgen nochmals mit Adrian an einem kleinen See oben in der Puna birden. In der Vogelliste kommen nun noch neu Kaninchenkauz (Burrowing Owl) und Grauweihe (Cinereous Harrier) hinzu. Und der letzte Endemit, der auf dieser Reise gesehen wird, ist der Buntflügel-Schmätzertyrann (Piuara Chat-tyrant). Unsere Vogelliste weist jetzt am Ende der Reise knapp 522 Arten aus, davon wurden 486 gut gesehen!
Andere Gäste nutzten den Vormittag, um wenigstens einen kurzen Stadtrundgang durch die hervorragend restaurierte Kolonialstadt Cuzco zu unternehmen. Und ganz Mutige probierten sogar noch eine andere Spezialität (Foto li: H. Meyer), für die das Land weltbekannt ist. Allerdings ist es nicht jedermanns Sache, Tiere zu essen, die anderswo auf der Welt als Kuscheltiere in vielen Kinderzimmern gehalten werden … Gegen 14.00 Uhr verabschieden wir uns am Flughafen von Adrian und von Gloria. Beide haben einen tollen Job gemacht! Eine außergewöhnliche intensive Zeit in einem faszinierenden Land geht zu Ende. Gegen 16.00 Uhr bringt Avianca Peru uns zurück in die kolumbianische Hauptstadt nach Bogota, wo um 22.45 Uhr der Direktflug nach München wartet. Nach einer langen Nacht und einen ganzen Tag im Flugzeug landen wir pünktlich am frühen Abend des 18.08. in München. Die Anschlussflüge nach Hause warten.

Zusammenfassung:  Im Programm dieser speziellen Reise waren die Hohen Anden ab Abra Malaga Pass (4.400 mNN), das Urubamba-Gebirge um Cuzco bis zu Manu-Nationalpark im Amazonasbecken, einem der Orte mit der höchsten Biodiversität der Welt, enthalten. Die Reise war anspruchsvoll, denn die Beobachtungsorte lagen zwischen 4.400 und 250 Meter über Meeresspiegel, klimatisch somit zwischen 0°C und 32°C in wenigen Tagen. Im Interesse stand die Vogelwelt in der Puna (trockene Hochsteppe ab 4.000 mNN), in den Nebelwaldgebieten am Ostabfall der Anden und im Amazonasbecken am Flusslauf Madre de Dias bis zum Manu-Nationalpark. Diese Reise bot 522 Vogelarten, darunter 486 gut gesehene. Insbesondere die Vielfalt der Tangaren-Arten (Beispiel Goldbrusttangare, Green-and-Gold Tanager. Foto: A. Eisen Rupp) im Nebelwald und die fantastischen Ameisenvögel im Amazonastiefland begeisterten die Teilnehmer an dieser Reise. Zu den Höhepunkten zählen sicherlich die gesehenen endemischen Vogelarten, Beobachtungen am Balzplatz der Andenfelsenhähne (Cock-of-the-rock”), vom Andenkondor, Sturzbachenten (mit pull.) am Urubamba-Fluss und die Entdeckung einer seltenen Papageienart, dem Amazonassittich. Touristisches Highlight war Machu Picchu, die “Geheime Stadt der Inka in den Wolken”.

Diese Reise erforderte einen enormen logistischen (und personellen) Aufwand. An sieben verschiedenen Orten waren unterschiedliche Fahrzeuge (Mercedes-Sprinter, Kleinbus, Landrover usw.) erforderlich. Für fünf Tage wurde ein Boot auf dem Madre de Dias-Fluss mit zwei Mann Besatzung gebraucht sowie dazu zwei weitere Fährboote. Zwei Tage lang war die Gruppe im Tal der Inka mit dem Zug unterwegs, und ein Inlandsflug (Foto: H. Meyer) vom Amazonas zurück in die Anden war notwendig.

Reiseteilnehmer Michael F. aus Dresden schreibt zur Reise: “Es war eine wahnsinnig intensive Zeit für mich in Peru. Der Amazonasregenwald mit seiner ungeheuren Artenvielfalt und natürlich die gewaltigen Anden, deren Schönheit atemberaubend ist … Ich habe zudem selten so gut gegessen wie auf dieser Reise … danke an Bartmeise-Reise für eine absolut reibungslose Organisation.”

Reisegäste nach Boarding. Foto: H. Meyer

Susanne und Ernst K. aus Hamburg meinen: “Eine absolut tolle Reise, ein unglaublich intensives Erlebnis. Unser deutschsprachiger Birdguide Adrian ist nicht nur ein kenntnisreicher Ornithologe und Biologe, sondern auch ein super-netter Mensch”.

Für diese Reise im August 2020 kann derzeit noch 1 Platz (Einzelzimmer) gebucht werden. 

Hartmut Meyer

 

 

 

Kleines Land am großen Fluss: “Grünes” Gambia begeistert mit seiner Vogelwelt und Einblicken in das Leben der Menschen

Kleines Land am großen Fluss: “Grünes” Gambia begeistert mit seiner Vogelwelt und Einblicken in das Leben der Menschen

Die gewaltigen Baobab-Baumriesen (Affenbrotbaum) ungewohnt “grün” und voller Früchte. Foto: H. Meyer

Mit über 250 gesehenen Vogelarten (von rund 550 insgesamt) im kleinen westafrikanischen Land Gambia kehrte diese Woche eine weitere Bartmeise-Reisegruppe (nach Kenia und Uganda) vom schwarzen Kontinent zurück. Die Vielfalt und Anzahl der Vogelarten war schon überraschend, zumal die gesamte Palette an europäischen Wintergästen überwiegend noch gar nicht eingetroffen waren. Da diese Reise Covid19-bedingt zum Ende der Regenzeit außerhalb der sonst üblichen Reisezeit stattfand, war die Rundreise zudem klimatisch wirklich anstrengend. Mit täglichen Temperaturen über +30°C und einer hohen Luftfeuchte waren die Bedingungen ungewohnt hart. Wegen der Pandemie, die zwar im Land kaum spürbar ist, war eine Weiterreise auf dem Landweg in den Senegal nicht möglich, wodurch die Reise an zwei Tagen live umorganisiert werden musste.

Belohnt wurden unsere Teilnehmer aber durch ein Land, das sich üppigst subtropisch grün von seiner schönsten Seite zeigte, und durch seine spannende westafrikanische Vogelwelt, die sich in Gambia sehr vertraut und nicht scheu präsentiert. Viele in Afrika weit verbreitete Vogelarten, die anderswo aber schwer zu entdecken sind, waren konnten nord- und südlich entlang des gewaltigen Gambia-Rivers oft aus nächster Nähe erlebt werden. Außerdem bot diese Reise einen ungewohnt intimen Einblick in das Leben der Menschen in den kleinen Dörfern, welches nur wenigen Naturtouristen vorbehalten sein dürfte.

Von vielen wichtigen afrikanischen Vogelfamilien konnten die herausragenden Vertreter beobachtet und fotografiert werden. So bei den Bienenfressern z.B. auch der in Gambia nicht häufige. Karminspint (Northern Carmin Bee-eater) und die hübschen Rotkehlspinte (Red-throated Bee-eater) in einer riesigen Brutkolonie (mind. 450 Brutpaare). Für Gambia interessante Vertreter aus der Gruppe der Hornvögel bis hin zum größten, dem Blaugesicht-Hornrabe (Northern Ground-hornbill; am Brutplatz) und der wohl schönsten Limikole der Welt, dem seltenen Krokodilwächter (Egyptian Plover; Digiskopie-Foto li. u. H. Meyer) konnten gesehen werden.

Ein bisschen „große Kultur“ bot zur Abwechselung ein kurzer Aufenthalt in den „Heiligen Steinen“ (prähistorische Steinkreise) von Wassu, die zum UNESCO-Welterbe gehören.

Unser umsichtiges Personal, Ansu („Professor“), unser Birdguide, und unser Busfahrer Liam, der uns immer sicher durch den Verkehrs-Wahnsinn der Hauptstadt Banjul brachte, und die unsere Versorgung mit gekühltem Trinkwasser und immer frischen Früchten für unterwegs vorbildlich organisierten, trugen westlich zum Gelingen auch dieser Reise bei!

Unser Gambia-Reiseangebot ist insbesondere für „Afrika-Einsteiger“ gedacht, die sich einen ersten Überblick verschaffen möchten. Nach einer Gambia-Reise lässt sich die westafrikanische Vogelwelt besten erweitern bei einem Besuch z.B.

im Ghana (wieder im August 2022), welches z.B. noch über einen ausgedehnten Guinea-Regenwald mit zahlreichen neuen Vertretern afrikanischer Vogelfamilien verfügt.

Aufgrund der Nachfrage haben wir eine Neuauflage für diese Gambia-Reise, dann hoffentlich auch wieder in den Senegal, zum im Nikolo-Kobo-Nationalpark führen kann, für den Zeitraum vom 27.11. bis 12.12.2021 aufgelegt. Hier sind jetzt noch Plätze buchbar, und die Flüge von Deutschland über Brüssel nach Banjul derzeit äußerst kostengünstig reservierbar!

Ein detaillierter Reisebericht wird hier in Kürze zu finden sein.

Hartmut Meyer

Titelbild: Bartmeise-Reisegruppe beim Picknick unter Palmen … unterwegs. Foto: H. Meyer
Bartmeise-Reisen startete im Juli 2021 in die „Nach-Pandemie-Zeit“ – Reisen nach Peru erfolgreich durchgeführt

Bartmeise-Reisen startete im Juli 2021 in die „Nach-Pandemie-Zeit“ – Reisen nach Peru erfolgreich durchgeführt

Inka-König Pachacutec grüßt die Besucher seiner Stadt Cuzco. Foto: H. Meyer

Bartmeise-Reisen startete im Juli in die „Nach-Pandemie-Reisezeit“ mit zwei Reisegruppen zuerst nach Peru. Beide Reisen begannen und endeten jeweils in der berühmten Anden-Metropole, der alten Kaiserstadt aus Inka-Zeiten, in Cuzco (auf 3.000m NN). Um Cuzco herum wurden zuerst interessante Feuchtgebiete aufgesucht, die ein breites Spektrum an seltenen Anden-Arten boten. Auch der im Norden Südamerikas nur spärlich verbreitete Vielfarben-Tachurityrann – Many-colored Rush-tyrant (Titelfoto: Adrian Eisen Rupp), der zudem zu den farbenprächtigsten Vertretern seiner Artengruppe zählt, konnte gut beobachtet werden.

Unsere Reisen führten dann weiter jeweils über den San Francisco-Pass bei 4.200mNN immer entlang der legendären Manu Road den Ostabfall der Anden hinunter bis zum Amazonas-Tiefland am Madre de Dias-Fluss. In den verschiedenen Höhenstufen entlang dieser einzigen Straßenverbindung konnten viele spezielle Vogelarten, darunter die Endemiten des Nebelwaldes sowie des Tieflandes, beobachtet werden. Ab Puerto Atalaya ging es per Tagesfahrt im Boot hinunter in den Amazonas bis zum Manu-Wildlife-Center tief im gleichnamigen Nationalpark. Diese Reise auf dem gewaltigen Urwaldstrom wird immer als ein grandioses Erlebnis wahrgenommen.

Bartmeise-Reisegruppe Peru I. Foto: H. Meyer

Die erste Reisegruppe im August erlebte im Amazonas ein außergewöhnliches Wetterphänomen: antarktische Kaltluft aus dem Süden des Kontinentes zog mehrere Tage lang fast über ganz Südamerika hinweg und verursachte z.B. ungewöhnliche Fröste und Schneefall im Süden Brasiliens. Dieses Wetterphänomen war sogar mehr als eine Meldung in europäischen Nachrichtenkanälen wert! Im peruanischen Amazonas fielen die Temperaturen nachts auf ungewöhnliche 12°C  und tags wurden kaum mehr als 16°C erreicht. Das hatte natürlich Auswirkungen auf die Wärme gewohnte tropische Vogelwelt. Bestimmte Artengruppen blieben in dieser Kälteperiode  „unsichtbar“, andere wiederum verhielten sich sehr inaktiv und unsichtbar. Glücklicherweise hielt dieses Wetterphänomen nur vier Tag an, dennoch war unsere erste Gruppe im Amazonas voll davon betroffen und war über diese Auswirkungen nicht glücklich. Mit dem Rückflug von Puerto Maldonada, der Urwald-Metropole, zurück nach Cuzco, besserte sich das Wetter und die Normalwerte kehrten zurück.

Die letzten Tage beider Reisen führten ins „Geheime Tal der Inka“ und dort auch zur berühmten Inka-Festung Machu Picchu. Beim geführten Rundgang durch die gewaltige Ruinen-Stadt waren natürlich auch spezielle Vogelarten zu sehen, auch die eigentümlichen Viscacha (Hasenmäuse), die zwischen Steinen ihre Baue haben.

Farbenprächtiger Endemit: Gould’s Jewelfront – Violettscheitelkolibri. Foto: A. Eisen Rupp

Leider waren nach den 15-monatigen Schließzeiten durch die Pandemie noch nicht alle Lodges auf unserer Reise wieder aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Es gab hier und da Unregelmäßigkeiten, insbesondere auch beim Personal, welches sich in der Corona-Auszeit einfach andere Jobs zum Überleben suchen musste. Aber auch das konnten unsere Kollegen vor Ort in Peru meistern. In den Amazonas sind unserer Gruppen mit eigenem Koch gereist, der dort die feinste peruanische Küche zauberte. Und das Bootspersonal arbeitete abends als Bedienung. Welch eine Überraschung!

Während der Exkursionen gab es keine Einschränkungen durch Covid19-Maßnahmen etc. Unsere vollständig geimpften (und dazu getesteten) Reisegruppen konnten sich frei und ohne Masken in der Natur bewegen! In den Siedlungsgebieten gelten auch in Peru die üblichen Vorsichtsmaßnahmen, die aber mittlerweile zum Alltag in der ganzen Welt gehören. Mit 450 bis 500 Vogelarten in den Listen kehrten die Teilnehmer zufrieden und entspannt nach Deutschland zurück.

Im kommenden Jahr im August wird diese Reise wieder im Bartmeise-Programm im enthalten sein. Bereits jetzt liegen Vormerkungen dafür vor, so dass nur noch vier Plätze im Angebot sind.

Bartmeise-Reisegruppe Peru II. Foto: A. Eisen Rupp

Das schreiben unsere Gäste zu den Reisen: “Die Reise war phantastisch und wir waren sehr begeistert! Adrian ist ein toller und kompetenter Bird Guide und wir würden gerne wieder mit ihm eine Tour machen. Mal sehen wann das möglich ist …” (Thomas Pleschke). “Die Peru-Reise fand ich toll. Sie war wirklich sehr schön und Adrian ist ein sehr guter Guide und er hat das wirklich gut gemacht obwohl er alleine war und den Organisationsaufwand mit Flügen, Boot, Zug und Autos dennoch präzise und sehr anspruchsvoll gemeistert hat. Die Unterkünfte waren gut, das Essen war sehr gut (J. Hottinger)” Und Sigrid & Herbert Lange schreiben: “Die Reise war sehr gut organisiert, Adrian half auch sofort, wenn es mal hakte. Der Reisetag nach Puerto Maldonado hatte schon ein wahnsinniges Tempo, aber alles hat geklappt. Die Unterkünfte waren überwiegend sehr schön, Manu Wildlife Center leider noch etwas im Corona-Schlaf und nicht gut vorbereitet … Der Flug dann über Lima nach Cuzcos hatte seine Tücken, aber auch da hat Adrian sich unermüdlich dafür eingesetzt, dass wir doch noch nach Cuzco gekommen sind …  Unseren Koch werden wir in guter Erinnerung behalten, im übrigen das ganze übrige Essen – besonders hervorzuheben das in Aguas Calientes.”

Unsere nächsten Reisen führen jetzt im September nach Bulgarien, Gambia/Senegal (ausgebucht), im Oktober nach Ghana (noch buchbar) und nach Nordgriechenland (ausgebucht), und dann im November/Dezember nach Sri Lanka (ausgebucht).

Aufgrund der Wiederöffnung unserer Reiseziele nach Covid-19 haben wir weitere Reisen nach Mexiko/Yucatán sowie in den ersten beiden Dezemberwochen nach Kolumbien (Santa Marta-Endemiten und Amazonas/Mitu) sowie nochmals nach Gambia/Senegal kurzfristig ins Programm genommen. Diese Reisen können hier auf unserer Seite gebucht werden.

Hartmut Meyer

Titelfoto (Adrian Eisen Rupp): Vielfarben-Tachurityrann – Many-colored Rush-tyrant. 
Neue Brutvogelart für Gambia: Sächsischer Vogelforscher entdeckt Little Rush-warbler am Gambia-River

Neue Brutvogelart für Gambia: Sächsischer Vogelforscher entdeckt Little Rush-warbler am Gambia-River

Unserem Vereinsfreund Jens Hering (Limbach-Oberfrohna), Vorstand im VSO und Beirat der DO-G, der seit Jahren gezielte ornithologische Forschungen insbesondere in Afrika betreibt, gelingen immer wieder recht spektakuläre Entdeckungen, über die er in der orn. Fachpresse regelmäßig publiziert. Neben seinen früheren Aktivitäten u.a. auf den Azoren und in Libyen (er ist Mitautor des Buches: „Oiseaux de Libye – Birds of Libya”) laufen derzeit noch – nur durch die Pandemie unterbrochen – seine Forschungen zur bis dato reichlich unbekannten Vogelwelt auf dem Nasserstausee in Ägypten.

Jens Hering (li.) und Solomon Jallow (re.) mit den zur genetischen Beprobung gefangenen Sumpfbuschsängern. Foto: H.-J. Eilts.

Aber auch für das kleine westafrikanische Land Gambia, das ornithologisch seit Jahrzehnten als „völlig erschlossen“ und vor allem von britischen und französischen Ornithologen als „bestens untersucht“ gilt, konnte er eine bisher unbekannte Vogelart sicher nachweisen!

Der Erstnachweis des Little Rush-warbler (Bradyterus spec. – Sumpfbuschsänger) wurde bereits im Jahr 2019 erbracht, als er zusammen mit seiner Frau das Land bereiste. Ganz aktuell im Juli 2021 fand nun eine umfassende Suchexpedition in den Sümpfen im zentralen Teil Gambias zusammen mit Dr. Hans-Jürgen Eilts, Solomon Jallow und einem weiteren einheimischen Ornithologen statt. Die Feldarbeit musste teilweise unter extremen Bedingungen in Wathosen und bei bis zu +40°C in den Sümpfen durchgeführt werden. Dabei konnte der Zufallsfund von 2019 bestätigt und sogar ein größeres Vorkommensgebiet der Art, sogar als Brutvogel, nachgewiesen werden. Dabei handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein uraltes Insel-Vorkommen in den Typha-Sümpfen in der Central River Division! Es wird ausgeschlossen, dass die Vögel eingewandert sind, da diese extrem kurz- und rundflügelig sind und sich eher zu Fuß als fliegend im Röhricht bewegen. Diese kryptische Art wurde bisher überraschender Weise übersehen und trotz lautem Gesang überhört! Die nächsten Vorkommen werden in etwa 1.000 km Entfernung für Nigeria, Togo, Benin und Kamerun beschrieben.

Little Rush-warbler im Juli 2021. Foto: Jens Hering.

 

Die Felduntersuchungen zu den Funden sind weitgehend abgeschlossen und eine wiss. Publikation zur Entdeckung dieser neuen Vogelart für Gambia ist im Bulletin beim „African Bird Club“ in Vorbereitung.

Unsere Bartmeise-Reisegäste profitieren wie immer von solchen avifaunistischen Neuigkeiten. Auf unserer Reise nach Gambia/Senegal (ab 20. September – noch drei Plätze frei – siehe Reiseplan Startseite) bauen wir einen Besuch im Vorkommensgebiet ein und können die neue Brutvogelart des Landes mit sehr großer Wahrscheinlichkeit sehen und hören!

Hartmut Meyer

Startbild: Little Rush-warbler im Juli 2021 in den Typha-Sümpfen am Gambia-River. Foto: Jens Hering

Neue Regeln für Bartmeise-Reisegäste: Seit September 2021 Reisen nur noch mit Impfschutz möglich!

Neue Regeln für Bartmeise-Reisegäste: Seit September 2021 Reisen nur noch mit Impfschutz möglich!

Die von der Bundesregierung eingeführten generellen neuen Einreiseregeln für Deutschland seit 1. August 2021 beenden zumindest auf dem Papier das Chaos der ständig wechselnden Beurteilungen der einzelnen Reiseländer durch das AA/RKI. Angeblich bis zum Jahresende wird nun nur noch in „gute Viren“ (risikofrei) und „böse Viren“ (“Hochinzidenzgebiete”) eingeteilt, wodurch auch die Regeln für die Rückreise klarer definiert sind (siehe Startbild).

Bartmeise-Reisen hat schon längst reagiert und Anfang 2021 alle Reisen in seinerzeitige “Virus-Variantengebiete” (Brasilien, Indien, Nepal …) abgesagt. Für unsere anderen Reiseziele sind die Vorgaben nun klar, wobei es leider erneut keine verbindliche europäische Regel gibt. Jedes europäische Land hat wieder eigene Vorschriften, die bei Flugreisen mit anderen europäischen Airlines beachtet werden müssen. Das ist erneut wieder nicht zufriedenstellend, aber nichts anderes war im ‚vereinten Europa‘ zu erwarten.

Seit September 2021 sind für Bartmeise-Reisen daher nur noch vollständig geimpfte (oder genesene – gegen Nachweis) Gäste zugelassen!

Für alle Bartmeise-Reisen, die in diesem Jahr voraussichtlich noch nach Mexiko, Sri Lanka, Kolumbien, Gambia und Argentinien sowie nach Bulgarien und Griechenland durchgeführt werden, kümmern wir uns als Veranstalter um alle notwendigen Tests und Papiere für die Rückreise, und übernehmen bis 31.12.2021 auch die Kosten dafür. Im Einzelfall muss eine Reise ggf. sogar um eine Nacht verlängert werden, wenn die geplante Zeit nicht ausreicht. Auch dafür übernehmen wir die Kosten.

Da aber die Bundesregierung defacto über Nacht – wie zum 14./15.08.2021 wieder ohne Ankündigung neue Hochinzidenzgebiete (darunter Kenia) einführt und sich ungeimpfte Reisegäste nach Rückkehr in eine 5-tägige Quarantäne begeben müssen – ihre Regularien ändern kann und es auch tut, sehen wir und gezwungen, unsere Absicht, bis Ende des Jahres 2021 auch Gäste für unsere Reisen zuzulassen, die noch nicht geimpft sind, ebenfalls zu ändern!

Wir bitten jetzt alle potenziellen Reisegäste sich, ab sofort um einen vollständigen Impfschutz (mit Nachweis COV-Pass, Impfbelege oder gelber Impfausweis) zu bemühen. Unsere Reisen nach Mittel- & Südamerika, Afrika, Asien/Fernost sowie in Länder, die nicht als Risikogebiete eingestuft sind (Nichtgeimpfte aber einen Test bei der Rückreise bräuchten – siehe Startbild), treten wir ab September 2021 ausschließlich mit vollständig geimpften Reisegästen (Ausnahmen nur bei nachweisbaren medizinischen Gründen) an. Dadurch reduzieren wir den Aufwand für uns alle und stehen kurzfristigen Änderungen durch das RKI und die Deutsche Regierung “geschützt” gegenüber. Außerdem zeigen wir uns respektvoll auch gegenüber den Menschen in der „Dritten Welt“, unseren Gastgebern, die sich seit Monaten gern schützen lassen würden, für die aber leider noch immer kein Impfstoff zur Verfügung steht!

Hinweis: Die im Startbild (Tabelle) dunkelrote Kategorie “Virus-Variantengebiet” wurde vom Gesetzgeber zwischenzeitlich abgeschafft. Es wird nur noch zwischen “grün” und “orange” (“Kein Risiko” und “Risiko-Gebiet”) unterschieden!

Hartmut Meyer
Inhaber Bartmeise-Reisen

Grafik Startseite: DRV

 

Auszug aus der Pressemeldung des Deutschen Reisebüroverbandes (DRV) vom 30. Juli 20221:

DRV appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Reisenden und fordert erneut zum Impfen auf

Die Bundesregierung hat heute die neue Corona-Einreiseverordnung verabschiedet. Die neue Fassung tritt am 1. August in Kraft und soll bis Ende des Jahres gelten. Der Deutsche Reiseverband (DRV) kritisiert vor allem die unzureichende Definition von Hochrisikogebieten. Als Hochrisikogebiete werden künftig Gebiete ausgewiesen aufgrund besonders hoher Inzidenzen oder sonstiger qualitativer Faktoren. Hier ist nicht geklärt, wie hoch die Inzidenzen sein sollen und was die sonstigen Faktoren für die Beurteilung sind. Bislang galt eine Überschreitung der Inzidenzzahl von 200 als Einstufungsmerkmal für Hochinzidenzgebiete. „Damit ist nicht mehr nachvollziehbar, wie genau eine Bewertung erfolgen soll. Diese Änderungen sind schwer vorauszusehen und die Kriterien kaum überprüfbar.“

Für die Rückreise aus einem Hochrisikogebiet ist vorgesehen, dass nicht Geimpfte und nicht Genesene bei der Rückkehr zehn Tage in Quarantäne gehen müssen, die frühestens ab dem fünften Tag mit einem negativen PCR-Testnachweis beendet werden kann…

Die Definition des Virusvariantengebietes stellt auf neue, besorgniserregende Varianten des Virus mit schwerwiegenden epidemiologischen Auffälligkeiten ab, insbesondere wenn bestehende Impfstoffe keinen oder nur einen eingeschränkten Schutz bezüglich dieser Varianten aufweisen. Bei Rückreise aus einem Virusvariantengebiet müssen alle Reisenden in eine 14-tägige Quarantäne – egal ob geimpft, genesen oder getestet…

Der Deutsche Reiseverband appelliert erneut an das Verantwortungsbewusstsein nicht nur der Reisenden: „Alle sollten sich auch weiterhin an die bekannten Corona-Regeln halten, denn wir leben nach wie vor mitten in einer Pandemie.“ Gleichzeitig setzt der DRV auf eine steigende Impfquote: „Mit zunehmenden Impfungen bekommen wir zusätzlichen Schutz, können schneller mehr Freiheiten genießen und auch wieder vermehrt verantwortungsvoll reisen. Daher sollten auch alle, die noch nicht geimpft sind, jetzt zum Impfen gehen.“

Zauberhafte Vogelwelt in den Anden und im Amazonas – Bartmeise-Reisegruppe derzeit in Peru unterwegs

Zauberhafte Vogelwelt in den Anden und im Amazonas – Bartmeise-Reisegruppe derzeit in Peru unterwegs

Zauberhafte Kolibris im Nebelwald: Collared Inca, endemisch im Nanu NP. Foto: M. Liebschner

(05.08.2021) Bartmeise-Reisen ist seit 21. Juli mit einer Reisegruppe in den peruanischen Anden und im Manu-Nationalpark in Peru unterwegs. Auch in diesem Land läuft der Tourismus nun wieder an wobei insbesondere der Natur-Tourismus in abgelegene Regionen abseits der Zivilisation ziemlich problemlos funktioniert. Auf unserer Rundreise mit Beginn in Cusco entlang der berühmten Manu road den Ostabfall der Anden hinunter bis zum Madre de Dias-Fluss („Mutter-Gottes-Fluss“), und von dort in einer Tagereise per Boot weiter bis in den tiefen Amazonas hinein, begeisterten zahlreiche seltene, teils endemischen Vogelarten unsere Reisegäste.

Die Flugverbindungen funktionierten wieder reibungslos. In allen Lodges, auch in der bekannten „Cock-of-the-rock-Lodge“, war alles bestens vorbereitet und nur wenig erinnerte an die Pandemie-Situation. Außer der Tatsache, dass nach monatelanger Pandemie bedingter Schließzeit auch dort an einigen Stellen das Personal weggelaufen war und wir teilweise mit eigenem Koch reisen mussten (was sich als Vorteil für uns herausstellte!), blieben alle Abläufe so wie geplant.

Selbst die legendären Andenfelsenhähne (Cock of the rock) erfreuten uns mit ihrer Gruppenbalz so, als habe es nie eine „Pause“ gegeben.

Kolibri der Hohen Anden: White-tufted Sunbeam, endemisch. Foto: A. Eisen Rupp

Die Gruppe (vollständig geimpfter Reisegäste) konnte sich ohne Einschränkungen bewegen. In den Städten und Siedlungsgebieten, die ja nur kurz am Rande berührt wurden, verhielten sich die Menschen im Andenland sehr diszipliniert und beachteten die Regeln der Pandemie. Der für die Rückreise notwendige einfache Anti-Allergen-Test wurde von einem dafür gebuchten Labor direkt im Hotel unserer Reisegäste durchgeführt, so dass es auch hierbei keinerlei Verzögerungen gab. Auch alle weiteren Anmeldungen für die Rückreise übernahm Bartmeise-Reise, ebenso wie auch alle Kosten dafür, die eingeplant waren.

„Es hat großen Spaß gemacht und es war wirklich sehr angenehm, wieder in der Welt unterwegs sein zu können …Ich bin froh, dass ich diese Reise miterleben durfte“ meinte z.B. unserer Reisegast M. Liebschner.

Am kommenden Sonntag reist unsere nächste volle Gruppe nach Peru. Diese tolle Reise steht nächstes Jahr im August 2022 wieder im Bartmeise-Reiseplan. Aber, es sind derzeit nur noch vier Plätze verfügbar! Interessenten empfehlen wir eine rasche Vorreservierung (info@bartmeise.de).

Hartmut Meyer

Startbild: Bartmeise-Reisegruppe in der Puna auf 4.200mNN am San Salvador-Pass bei Riesenblässhuhn und Andengänsen … Foto: H. Meyer

Reisegruppe in der Cock-of-the-rock-Logde im Nebelwald. Foto: H. Meyer

Firmenportrait: Von den Reisen des Vereins Sächsischer Ornithologen zu Bartmeise-Reisen

Firmenportrait: Von den Reisen des Vereins Sächsischer Ornithologen zu Bartmeise-Reisen

Bartmeise-Reisen: Vogelkundliche Reisen mit Herz und Sachverstand

Was mit den Reisen des Vereins Sächsischer Ornithologen e.V. (VSO) vor über 30 Jahren begann, das ist seit 2013 Bartmeise-Reisen als Unternehmen. Mit seinen langjährigen Erfahrungen als Ornithologe, im Vereinsmarketing, Management und mit einem Netzwerk von Kontakten in viele Länder gründete Hartmut Meyer, der 26 Jahre lang als Geschäftsführer des VSO e.V. tätig war, Bartmeise-Reisen als selbstständiges Unternehmen. Als Mitbegründer der Stiftung „Vogelmonitoring in Deutschland“ (heute: „Vögel in Deutschland“), die im Jahr 2014 den Atlas Deutscher Brutvogelarten ADEBAR herausgegeben hat, war von Anfang an die Anbindung an die wissenschaftlich orientierte Vogelkunde Ziel und Anspruch für alle Bartmeise-Reisen, die zugleich aber Reisegästen je nach ihren Vorstellungen die Freude an der Entdeckung der Vogelwelt nicht vorenthält. Unsere Reiseangebote sind daher stets in drei Kategorien, nämlich „Vögel intensiv“, Vögel und mehr“ und „Naturerlebnistouren“, auswählbar. Jeder Reisegast hat so schon vorab die Möglichkeit, für sich das passende Programm in der passenden Intensität auszuwählen, erklärt Hartmut Meyer …

In der ebenen erschienenen Ausgabe Nummer 3/2021 (Juni) der Zeitschrift VÖGEL – Magazin für Vogelbeobachtung www.voegel-magazin.de findet sich ein kurzes Firmenportrait unseres Unternehmens.

Firmenportrait_VÖGEL3_2021

Thorhühnchen machte Station an den Limbacher Teichen  – arktischer Brutvogel ins Binnenland verdriftet

Thorhühnchen machte Station an den Limbacher Teichen – arktischer Brutvogel ins Binnenland verdriftet

Einen seltenen Anblick bot bis zum 1. Juni 2021 über eine Woche lang ein Thorshühnchen (Phalaropus fulicarius – Red Phalarope), eine ca. 20cm große und um die 50g schwere Limikole, an den Limbacher Teichen/Lkr. Zwickau im Erzgebirgsvorland. Der hoch arktische Vogel, der in Europa nur auf Grönland, Spitzbergen und der Bäreninsel brütet, wurde offenbar durch das extreme Wetter von seinem Weg vielleicht nach Grönland abgebracht, und in dieses sächsische Teichgebiet verflogen. Vermutlich dürfte der ungewöhnlich heftige und anhaltende Starkwind (Jetstream) der

Größenvergleich zwischen Thorshühnchen und Stockente; derzeit an den Limbacher Teichen/Lkr. Zwickau möglich.Fotos: Andreas Kretschel

vergangenen Wochen Schuld daran sein, dass der kleine Watvogel aus der Familie der Wassertreter auf dem Rückzug aus seinem Winterquartier im offenen Meer weit vor den Küsten West- und Südafrikas soweit ins europäische Binnenland verdriftet wurde. Zwar passiert dies regelmäßig, insbesondere im Winterhalbjahr an der Nordseeküste (z.B. auf Helgoland), aber das Auftreten der Art Ende Mai im sächsischen Binnenland und noch dazu im vollen Brutkleid stellt schon eine herausragende faunistische Besonderheit dar!

Das Wassertreter-Weibchen, prächtig rot-braun brutzeitlich gefärbt und mopsfidel, erfreute einige Tge lang die Vogelkundler und die Club-300-Vogelfotografen aus nah und fern. Dabei zeigte der Vogel an den Limbacher Teichen das typische wenig scheue Verhalten arktischer Vogelarten, die kaum Bekanntschaft mit Menschen machen und diese daher bis auf wenige Meter herankommen lassen. Die Art weist zudem eine recht ungewöhnliche Brutbiologie auf, bei der die Geschlechterrollen vertauscht sind: Weibchen nehmen die Rolle der Männchen ein, tragen das farbenfreudigere Brutkleid und wählen sich einen Partner aus. Nachdem das Gelege mit 2-4 Eiern vollständig ist, verlässt das Weibchen die Brut und paart sich ggf. neu. Das zurückbleibende Männchen, das zum Schutz der Brut deutlich schlichter gefärbt ist, brütet das Gelege aus und führt die Jungen. Eine Verhaltensweise, die in der Vogelwelt ungewöhnlich ist, aber z.B. auch vom Nandu, einem großen Laufvogel, so praktiziert wird.  Hier brütet auch ausschließlich der Hahn und führt die Jungen.

Hartmut Meyer

Startfoto: Weibliches Thorshühnchen im Brutkleid, entspannt. Foto: Andreas Kretschel

 

 

“Ohne die Hilfe der Bartmeise-Reisegäste wären meine Familie und ich verhungert”  – dringende Bitte um weitere Spenden!

“Ohne die Hilfe der Bartmeise-Reisegäste wären meine Familie und ich verhungert” – dringende Bitte um weitere Spenden!

Bartmeise-Reisen dankt nochmals allen Reisegästen und Freunden, die sich an unserer laufenden Spendenaktion für die freien Mitarbeiter in aller Welt, unsere Biologen und Birdguides in Afrika, Asien sowie Mittel- und Südamerika beteiligt haben. Mit Stand vom 30. März 2021 gingen knapp 22.500 Euro an Zuwendungen dafür ein!

Diese Spenden konnten an verschiedene Empfänger in sieben Ländern auf drei Kontinenten weitergeleitet werden. Und die Gelder haben ihren Zweck als Hilfe in der größten Not nicht verfehlt! Unser Freund und Mitarbeiter in Nepal, Mr. Som Gharti Chhetri, für den viele Reisegäste gezielt gespendet hatten, schrieb uns vor wenigen Tagen im Mai 2021: “Die Situation in Nepal ist durch die hoch ansteckende indische Virusvariante dramatisch geworden. Täglich sterben Hunderte Menschen, die überall verbrannt werden. Ich und meine Familien gehen seit Wochen kaum noch aus dem Haus… Wir haben keine Aussicht auf baldige Impfung, da es keinen Impfstoff gibt bzw. wenn, dann steht dieser normalen Menschen nicht zur Verfügung. Die Nahrungsmittel sind jetzt wieder sehr knapp, die Preise steigen unaufhaltsam. Eine Katastrophe! Ich kann sagen, ohne Eure Hilfe, ohne die Spenden unserer Bartmeise-Gäste, wären meine Familie und ich bereits im Jahr 2020 verhungert. Ich danke allen von Herzen.” 

Alle Spender erhalten Ende Mai/Anfang Juni 2021 wieder ein persönliches Schreiben mit allen Details zu ihrer Spende und deren Verwendung.

Auch wenn wir in Deutschland, in Europa, durch die fortschreitende Impfkampagne endlich “Licht am Ende des Tunnels” sehen und die ersten Lockerungen genießen dürfen, sind einige Teile der Welt, so in Südamerika und insbesondere auf dem indischen Subkontinent mit Nepal und angrenzenden Ländern von den hoch gefährlichen Virusvarianten noch immer oder neuerdings wieder stark betroffen. Impfstoffe stehen dort nur wohlhabenden Menschen gegen entsprechende Bezahlung zur Verfügung … Die immer wieder im deutschen TV gezeigten dramatischen Berichte aus Brasilien, Indien und Nepal (wo es eben wieder ein schweres Erdbeben gab) werden von unseren Mitarbeitern in diese Ländern bestätigt. Es ist für uns, die wir dankenswerterweise Unterstützung vom Bund und Land erhalten, unvorstellbar, was die Menschen dort ertragen müssen!

Bitte, wenn es Ihnen möglich ist, helfen Sie nochmals, spenden Sie für unsere betroffenen Kollegen und Freunde. Jeder Euro ist willkommen! Adrian in Brasilien, Som in Nepal und Jijo in Indien erleben eine wirklich harte Zeit, haben seit März 2020 keinerlei Einkommen mehr. Nachdem wir die Wiederaufnahme unserer Reisegeschäfte auch in diese Länder ab Juni 2021 fest geplant hatten, mussten wir das jetzt wieder aufgrund dieser aktuellen Ereignisse erneut ausfallen lassen. Und damit fällt auch weiterhin jegliches Einkommen für die betroffenen Kollegen aus. Ihre Spende hilft hier auf jeden Fall gegen das schlimmste Elend! Übrigens, Sie helfen auch, wenn Sie jetzt eine unserer Reisen im 2. Halbjahr 2021 buchen! Denn dann helfen Sie auch den anderen Kollegen in Afrika und weiteren Reiseländern, überhaupt wieder Einkommen zu erzielen! 

Wie soll die Welt nach Corona aussehen? Immer noch bunt und vielfältig? Immer noch für uns auch geprägt von Menschen vor Ort, die uns mit ihrem Wissen und ihren Kenntnissen so fantastisch bereichern, die Vogelwelt anderer Kontinente kennen- und zu verstehen zu lernen? Oder müssen wir uns damit abfinden, dass mit dieser Pandemie auch Kompetenz und Wissen im schnöden Überlebenskampf verloren gehen? Das kann und will ich nicht glauben und akzeptieren!

Liebe Reisegäste, bitte helfen Sie mit einer Spende!

Bankverbindung:
Hartmut Meyer
DE88 8709 5974 0300 0294 42
BIC:GENODEF1GC1 (VR-Bank Glauchau)

Hinweis: Das Ausstellen von Spendenquittungen ist bei dieser privaten Aktion nicht möglich!

Vielen Dank!

Hartmut Meyer
Inhaber Bartmeise-Reisen

Startfoto: Grünarassari. Foto: A. Eisen Rupp.
Von Korallenmöwe, Marmelente und Mönchsgeier – Mallorcas Vogelwelt und zauberhafte Natur begeisterte

Von Korallenmöwe, Marmelente und Mönchsgeier – Mallorcas Vogelwelt und zauberhafte Natur begeisterte

Paar Marmelenten. Foto: Dr. Ernst Krasemann

Nachdem die Baleareninseln für die deutsche Außenpolitik kurzfristig einmal wieder kein Risikogebiet mehr waren, fand eine ebenso kurzfristig angesetzte vogelkundliche Reise nach Mallorca mutige Reisegäste, die gern ein paar Tage der deutschen Corona-Tristesse entfliehen wollten. Das Zeitfenster seit Ostern war jedoch knapp, so dass das Reisedatum zwar auf den frühestmöglichen Termin gelegt wurde, dennoch für die Vogelwelt nicht mehr – oder noch nicht – optimal war. Für einige Brutvogelarten der Insel war der Termin schon recht spät, da diese bereits ihre Jungen fütterten, für andere wiederum noch zu früh. So konnte die Ligurien-Bartgrasmücke, die zum Monatswechsel auf der Insel ankommt, noch nicht gefunden werden. Und wegen den auf der Insel noch geltenden Corona-Beschränkungen war auch keinerlei Bootsverkehr auf Nachbarinseln, insbesondere um pelagische Vögel gut zu sehen, machbar.

Trotz dieser Einschränkungen, die im Vorfeld bekannt waren, konnten in den wenigen Tagen um die 120 Vogelarten auf der Insel beobachtet werden. Überraschenderweise in größerer Anzahl an mehreren Tagen bis zum 20 der seltenen Marmelenten (Marbled Duck), denen bei der Balz zugeschaut werden konnte. Von dieser stark bedrohten Art sollen in ganz Spanien heute nur noch weniger als 100 Brutpaare leben. Auch die ersten Eleonorenfalken waren am Kap Formentor an ihren Brutplätzen eingetroffen ebenso wie Gänse- und Mönchsgeier, die wunderbar beobachtet und fotografiert werden konnten. Nicht so optimal war die Sicht vom Cap Salines aus auf die zahlreichen zwischen der Südküste Mallorcas und der vorgelagerten Insel Cabrera jagenden Sturmtaucher, da kein Boot zu bekommen war. Relativ sicher konnten nur die Sepiasturmtaucher bestimmt werden. Mindestens ein, vielleicht zwei, der kleineren ebenfalls anwesenden Arten, u.a. vermutlich auch der Balearensturmtaucher, konnten jedoch nicht zweifelsfrei zugeordnet werden. Die endemische Balearengrasmücke sang immer nur noch ganz kurz in der dichten Macchie, wo die Art sicher bereits ihrem Brutgeschäft nachging.

Bienenragwurz. Foto: B. Möckel

Ansonsten war die Vogelwelt von der hübschen Korallenmöwe bis zur Zwergohreule vertreten, wobei viele in Mitteleuropa häufige Arten wie z.B. Star, die Rohrsänger oder die Bachstelze auf Mallorca äußerst selten sind oder sogar ganz fehlen. Sehr häufig vertreten waren Stelzenläufer, Säbelschnäbler und Seeregenpfeifer, letztere bereits mit Jungvögeln. Neben der Vogelwelt konnten auch hoch interessante und seltene Orchideenarten wie Bienen- und Drohnenragwurz, Wanzen- und Sumpfknabenkraut in teils großen Beständen gefunden werden.

Der Behauptung, Mallorca sei ganz Spanien im Kleinen, kann man absolut zustimmen. Die Vielfalt an Landschaften – von rauer Küste mit Dünen über Pinienwälder, trockene Macchie-Zwergpalmen-Lebensräume, Salinen mit Sumpfgebieten, ausgedehnte Agrarlandschaften (teils extensiv bearbeitet) bis hin zu den bis 1.400m hohen Bergen in der Sierra de la Tramuntana und atemberaubende Klippen – bietet auf kurze Distanzen eine unglaubliche Vielfalt für alle die, für die Mallorca mehr ist als nur Ballermann!

Da jetzt angekündigt wurde, dass auch Griechenland ab 14. Mai 2021 wieder für den Tourismus öffnet, bieten wir in der Pfingstwoche 20231 (Ferien in einigen süddeutschen Bundesländern) ebenso kurzfristig und zu gleichen Pandemie-Bedingungen eine unserer beliebten Kurzreisen in das Vogelparadies Kerkinisee an. Noch sind einige Plätze verfügbar! 

Hartmut Meyer

Startfoto : Samtkopf-Grasmücke. Foto: Dr. Ernst Krasemann

Stelzenläufer. Foto: Dr. Ernst Krasemann

Kammblässhuhn. Foto: Dr. Ernst Krasemann

 

Triel. Foto: Dr. Ernst Krasemann

Flussseeschwalbe. Foto: Dr. Ernst Krasemann

Korallenmöwe. Foto: Dr. Ernst Krasemann

Blaumerle. Foto: Dr. Ernst Krasemann

Brachpieper. Foto: Dr. Susanne Krasemann

Gänsegeier. Foto: Dr. Susanne Krasemann

3. Gänsesäger-Brut in der Rochsburg – erstmals Weg/Zeit der Jungvögel per Video und im Foto dokumentiert

3. Gänsesäger-Brut in der Rochsburg – erstmals Weg/Zeit der Jungvögel per Video und im Foto dokumentiert

Gänsesäger-Brutplatz in einem Dohlen-Nistkasten in der Rochsburg. H. Meyer

Zum dritten Mail in Folge brütete 2021 der Gänsesäger erfolgreich in einem Dohlen-Nistkasten in der historischen Rochsburg im Landkreis Mittelsachsen. In den vergangenen zwei Jahren, insbesondere aber heuer durch einen glücklichen Zufall, konnten einige interessante Fakten zum Verhalten der Vögel nach dem Schlupf und nach dem Ausfliegen dokumentiert werden. Der hinter ein Fenster eingebaute Nistkasten erlaubt durch einen Spalt Einblicke nach innen, ohne die Vögel zu stören (Foto li. J. Voigt). So sieht man schon zwei Tage vor dem Ausfliegen die ersten geschlüpften Jungvögel, die auf die anderen warten müssen.

Mit dem letzten geschlüpften Jungvogel ist es dann so weit. Das Weibchen lockt ihren Nachwuchs ins Freie. Die frisch geschlüpften Pulli springen dann ca. 25 Meter nach unten. Am Fuße der Burg wurde am 27. April 2021 genau um 11.18. dieses Video (unten 1, R. Dietze) aufgenommen. Es zeigt mind. 10 Jungvögel dieser Brut sind schadenfrei am Boden gelandet und auf dem Weg durch die Vegetation zur ca. 100 Meter entfernten Zwickauer Mulde. Das Weibchen fliegt in dieser Zeit offensichtlich rufend an der Burg vorbei bzw. über die Bäume in Richtung Flusslauf.

Gänsesäger-Familie nach dem Ausfliegen auf der Zwickauer Mulde. Foto: Roberto Cabo

In diesem Jahr war zufällig der Ornithologe Roberto Cabo (Chemnitz), genau an diesem Tag, am 27. April,  rund 500 Meter weiter flussaufwärts auf einer vogelkundlichen Wanderung an der Zwickauer Mulde unterwegs – und hatte zum Glück seine Kamera dabei! Im gelangen ab 12.08 Uhr die beiden Fotos (Startfoto und das Video 2 – unten) von der Gänsesäger-Familie. Video und Fotos erlauben die Feststellung, dass die Jungvögel nach dem Sprung in die Tiefe innerhalb von nur 50 Minuten nicht nur den Flusslauf erreicht hatten, sondern bereits mindestens 540 Meter flussaufwärts geschwommen waren.

Historie: Nach jahrelangem Brutverdacht gelang 2018 der erste sichere Brutnachweis für den Gänsesäger am Flusslauf der Zwickauer Mulde im Erzgebirgischen Becken im Landkreis Mittelsachsen. Bei der Kontrolle von Dohlen-Nistkästen wurde am 24. April 2018 ein bebrütetes Gänsesäger-Gelege mit 11 Eiern statt einer Dohlenbrut festgestellt. In den Jahren zuvor konnten zahlreiche Puzzle-Teile für begründeten Brutverdacht – wie z.B. späte Aufenthalte von adulten Gänsesägern bis Anfang Mai, mehrmals bereits flugfähige Junge mit je einem Weibchen im zeitigen Juli, ein kleine Junge (pull.) führendes Weibchen im Mai an der benachbarten Zschopau vor zwei Jahren und in diesem Jahr Anfang April Balz und Kopula einer Gruppe Gänsesägern auf der Zwickauer Mulde nicht weit vom jetzigen Brutplatz entfernt – zusammengetragen und auch fotografisch festgehalten werden.

Mittlerweile ist die Art auch in Sachsen in Ausbreitung begriffen und brütet sogar an der Elbe in der Landeshauptstadt Dresden. Auf der Südseite des Erzgebirges hat der Gänsesäger den Eger-Fluss in Tschechien bereits seit einigen Jahren als Brutplatz entdeckt. Nun ist die Art auch am Nordrand des Erzgebirges im Flusssystem Mulde/Zschopau als Brutvogel angekommen.

Weg und Zeit der Gänsesäger nach dem Ausfliegen am 27. April 2021. J. Hering

Im am Jahresende 2021 erscheinenden nächsten Heft der “Mitteilungen des Vereins Sächsischer Ornithologen e.V.” wird es einen ausführlichen Bericht zur Besiedlung des Flusssystems der Mulde und Zschopau durch diese Art gegeben.

Hartmut Meyer, Jens Hering & Jens Voigt

Startbild: Die Gänsesäger-Familie ca. 540 Meter vom Brutplatz entfernt auf der Zwickauer Mulde. Foto: Roberto Cabo.

 

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