Reisebericht Peru: Grandiose Vogelwelt zwischen Cuzco, Amazonas und der Inkastadt Machu Picchu

Reisebericht Peru: Grandiose Vogelwelt zwischen Cuzco, Amazonas und der Inkastadt Machu Picchu

Reisebericht über die Reise nach Peru vom 31. Juli bis 18. August 2019

Mittwoch, 31. Juli 2019: „Gefühlte“ Abreise nach Südamerika
Beim Vortages-online check-in die Überraschung: Die Bordkarten wiesen aus, das unsere Anreise nach Peru geändert, unser Anschlussflug am 1. August von Bogota nach Cuzco (Foto H. Meyer) gestrichen und um 24 Stunden nach hinten verlegt wurde! Warum, das sollten wir schnell erfahren! Flug Avianca 55 von München nach Bogota, der am 31.7. um 22.45 Uhr in München starten sollte, wurde mindestens 10 Stunden später ankommend erwartet (also am frühen Morgen des 1. August), sodass der nächtliche Abflug gestrichen war. Der ‚Dreamliner‘ musste wohl in eine Werkstatt … und wir mussten in München im Hotel übernachten. Avianca hatte aber wenigstens alles gut vorbereitet, sodass unsere Gäste schnell und kostenlos und mit Verpflegungs-Vouchern ausgestattet in die Hotels kamen.

Donnerstag, 1. August: „Reale“ Abreise nach Südamerika
Avianca war am zeitigen Morgen tatsächlich in München eingetroffen und stand nun am Gate bereit. „Pünktlich“ um 8.50 Uhr (mit neun Stunden Verspätung) hob die Maschine in München mit Ziel Bogota endlich ab. Für die 13.580 Kilometer waren 11 Stunden und 30 Minuten Flugzeit berechnet. Gegen 14.00 Uhr Ortszeit erreichten wir Bogota. Leider mussten wir nun nochmals eine ungeplante Zwischenübernachtung, dieses Mal hier in Bogota, in Kauf nehmen, denn unser eigentlicher Anschlussflug nach Cuzco um 6.45 Uhr war natürlich längst weg … und es gab heute keinen weiteren Flug nach Cuzco. Vertreter der Airline warteten aber auch hier wieder mit Hotel- und Verpflegungs-Vouchern, sodass wenigstens dafür gesorgt war. Transfer ins Hotel/Abendessen.

Freitag, 2. August: Ankunft in Cuzco und Weiterfahrt hinauf zu den „Riesen“-Vögeln der Puna
Heute um 10.00 Uhr, am Ende leider mit 24 Stunden Verspätung (1 Tag verspäteter Reisebeginn!), treffen wir in Cuzco, der peruanischen Anden-Hauptstadt, ein. Gegen 11.00 Uhr sind wir bereits fertig mit der völlig unkomplizierten und komplett papierlosen Einreise, Geldwechsel etc., und so können wir unseren Birdguide Adrian begrüßen. Der Mercedes-Sprinter ist rasch beladen. Bei angenehmem Wetter (sonnig, um 20°C) birden wir zuerst in einem Feuchtgebiet (Ramsar-Site) am Stadtrand von Cuzco auf 3.000 mNN. Im Gras und Schilf sind nicht nur wilde Meerschweinchen aktiv. Auch der farbenprächtige Vielfarben-Tachurityrann (Many-colored Rush-tyrant) zeigt sich wenigstens kurz neben anderen typischen Arten für dieses Habitat. Wir sehen u.a. Spitzschwanz- und Südandenente (Yellow-billed Pintail & -Teal), Rollandtaucher (White-tufted Grebe) und Andenmöwe (Andean Gull; Foto li: A Eisen Rupp).

Nach unserem Mittagspicknick am See benutzen wir eine unbefestigte Passstraße, die uns hinauf auf 4.200 mNN in die peruanische Puna, eine Trockensteppe, bringt. Unterwegs an Blüten entdecken wir den Riesenkolibri (Giant Hummingbird), einen echten Riesen aus dieser Vogelgruppe. An einem Puna-See auf über 4.200 mNN können wir Inkataucher (Northern Silvery Grebe), Gruppen von Andengänsen (Andean Goose; Foto re: A. Eisen Rupp), Riesenblässhühner (Giant Coot) und weitere Arten der Andenhochsteppe wie Punaibis (Puna Ibis), Andenkiebitz (Andean Lapwing), Blassbauch- & Schwarzschwanz-Uferwipper (Creme-winged- & White-winged Cincloides) sowie den endemischen Rotgesichtcanastero (Rusty-fronted Canastero) beobachten. Wir überqueren den Pass und fahren die Anden-Ostseite hinunter bis zu einer Lodge, die bereits auf knapp 3.000 mNN im Nebelwald in Richtung Amazonas liegt. Hier bleiben wir eine Nacht (zwei waren geplant …). Wir kommen erst gegen 20.00 Uhr an, das Abendessen wartet und dann auch die Betten.

Sonnabend, 3. August: Nebelwald-Vögel entlang der berühmten Manu-Straße
Nach einem zeitigen Frühstück packen wir unsere Sachen ins Auto und treten die Weiterreise in Richtung Amazonas-Tiefland an. Aber heute und in den nächsten Tagen steht erst einmal die Vogelwelt im Nebelwald der Anden, in Regionen zwischen 3.000 und 1.500 mNN, im Programm. Diese einzige Straße von Cuzco ins Amazonastiefland von Peru ist unbefestigt, einspurig und verlangt vom Fahrer reichlich Geschick und Umsicht, vor allem beim Ausweichen im Gegenverkehr. Unser Fahrer Omar hat das aber gut drauf. Rasch stellen wir zudem fest, dass Omar nicht nur ein geschickter Fahrer, sondern auch ein guter Kenner der Vogelwelt ist, denn er beteiligt sich häufig erfolgreich an der Bestimmung bzw. entdeckt auch selber neue Arten. Wir haben heute Glück und können zahlreiche Bergnebelwald-Arten wie z.B. Andenguan (Andean Guan), den endemischen Hartertkolibri (Peruvian Piedtail), Blautukan (Grey-breasted Mountain-tucan), Bergwald-Baumsteiger (Montane Woodcreeper) sowie die endemischen Arten Marcapataschlüpfer (Marcapata Spinetail) und Rostbrust-Laubtyrann (Inca Flycatcher) finden. Andenklarino (Andean Solitare) und Riesendrossel (Great Thrush) sowie Masken– und Barthakenschnabel (Masked & Moustached Flowerpircer) ergänzen unsere Liste der Nebelwaldarten.

Zum Vogel des Tages wird heute aber ein prächtiger Goldkopftrogon (Golden-headed Quetzal; Foto: A Eisen Rupp), der sich aus nächster Nähe wunderbar beobachten lässt. Dann erreichen wir die berühmte Cock-of-the-rock-Lodge, die uns für die nächsten zwei Nächte Quartier in schönen Bungalows bieten wird. Nach dem schmackhaften Abendessen erledigen wir noch die Vogelliste, die bereits jetzt rund 140 gesehene Arten (dazu weitere „nur gehört“-Arten) aufweist. Aus den Betten heraus genießen wir den nächtlichen Gesang der Salvinkreischeule (Rufescent Screech-owl).

Sonntag, 4. August: Im Nebelwald der Nebel wallt …
… leider auch heute Morgen wieder, sodass wir keine Chance haben auf Vögel im oberen Bergwald. Wir entschließen uns daher, rund um die Lodge am Bergflüsschen zu birden. Wir entdecken abfliegende Sturzbachenten (Torrent Duck) und eine Weißkopf-Wasseramsel (White-capped Dipper), hoffen aber auf eine bessere Gelegenheit am nächsten Tag. Dann wird der Nebel auch hier immer dichter. Wir fahren zurück und erfreuen uns an der bunten Vogelwelt an den Fütterungen in der Lodge. Im Gebüsch dahinter leuchtet es plötzlich rot: ein prächtiger Andenfelsenhahn (Cock-of-the-rock; Foto: A. Eisen Rupp) agiert im Hintergrund. Der Große Veilchenohr-Kolibri (Sparkling Violet-ear) ist der Platzhirsch unter den 6-7 Kolibriarten an den Tränken. Eine, später sogar zwei Tyra, eine große südamerikanische Marderart, betätigen sich als Strauchdiebe an den mit Papaya-Früchten bestückten Tangaren-Fütterungen. Für die Säugetier-Interessenten sicher eine besondere Beobachtung! Wie wir von den Betreibern der Lodge erfahren, ist das Wetter hier auf ca. 1.500m NN dieses Jahr ungewöhnlich kühl. Morgens herrschen nur wenige Grad über Null, tags, im Nebel, kaum 10-12°C, was auf einen ungewöhnlichen Kaltluftstrom aus Südamerika zurückzuführen sei. Dieses Wetterphänomen trete nur alle paar Jahr auf … leider ausgerechnet während unserer Anwesenheit.

Montag, 5. August: Am Balzplatz der Andenfelsenhähne
Die Lodge trägt den Namen des bekannten Anden-Vogels „Cock-of-the-rock“ (Andenfelsenhahn) wohl auch deswegen, weil sich angrenzend ein offenbar seit Jahrzehnten besetzter Tanz- oder Balzplatz der in Familienverbänden lebenden attraktiven Vogelart befindet. Mit dem Hellwerden um 6.00 Uhr suchen wir den Platz, der am Hang getarnt einen Beobachtungsstand für die Vogelfreunde bietet, auf. Die Hähne, etwa fünf bis sieben, sind schon da und zeigen ihre Farbenpracht beim Tanz. Die nur krächzenden Stimmen scheinen so gar nicht zur Farbenpracht des majestätischen Vogels zu passen. Aber so ist das eben in der Vogelwelt. Das eine scheint zum anderen oftmals nicht zu passen. Wir beobachten das Spiel der Hähne eine Weile, dann wartet das Frühstück. Den restlichen Vormittag beobachten wir am Gebirgsbach vor der Lodge, der aus den Anden herabstürzt. Wir können uns an den prächtigen Inkablauraben (Green Jay; Foto: A. Eisen Rupp) erfreuen und auch einen Andenzaunkönig (Mountain Wren) beim Gesang belauschen.

Nach einem vorzüglichen Mittagessen reisen wir weiter und lassen die letzten Reste vom Bergnebelwald hinter uns. Bei einem Stopp an der Straße entdecken wir in einem alten Baum ein besetztes Nest vom Däumlingssperber (Tiny Hawk). Der Zwerg aus dieser Artengruppe lässt sich im Spektiv gut beobachten. Bald erreichen wir unser Quartier für die nächsten zwei Nächte. Hier auf ca. 580 mNN beginnt der Amazonasregenwald und eine neue Faunenregion. Wir checken in die luxuriösen Bungalows (Foto re. von außen ins Wohnzimmer geschaut – Foto: H. Meyer) ein, die eine völlig offene, nur mit festem Insektenschutz bespannte Rückwand zum Regenwald bieten. Die für unsere Ohren ungewöhnlichen Stimmen der Regenwaldnacht bieten aber die beste Einschlafmelodie.

Dienstag/Mittwoch, 6./7. August: Im Wald der Ameisenvögel zu Fuße des Amazonasregenwaldes
An beiden Tagen sind wir je nach einem zeitigen Frühstück um 5:30 Uhr im riesigen Gelände des privaten Schutzgebietes unterwegs, insbesondere auf der Suche nach den Spezialitäten in der Vogelwelt. Die dominanten Breithauben-Stirnvögel (Russet-backed Oropendola), die neben ihren Glockenartigen Stimmen immer wieder auch andere Vogelstimmen imitieren, sind allgegenwärtig. Aber insbesondere die Vielfalt an Ameisenvögeln ist beeindruckend. Um die 25 Arten finden wir in diesen Tagen hier, darunter solche Spezialitäten wie Bambusameisenwürger (Bamboo Antshrike), Manuameisenfänger (Manu Antbird) und Goeldiameisenvogel (Goeldi’s Antbird). Von den fast immer „unsichtbaren“ Ameisenpittas ist für uns die Olivmantel-Ameisenpitta (Amazonien Antpitta) wichtig, die man hier angeblich gut sehen kann. Es gibt einen Platz, an der ein Vogel daran gewöhnt ist, ab und zu schmackhafte Würmer gereicht zu bekommen. Das gelingt auch heute: Der scheue Vogel lässt sich nicht lange bitten und reagiert auf die Lockrufe vom lokalen Guide, kommt heran und holt sich eine Belohnung ab. Ein wunderbares Erlebnis für alle Gäste!

Anderswo im Gelände der Lodge hat es ein Beobachtungsversteck, um die scheuen Tinamu‘s, die man sonst immer nur rufen hört, sehen zu können. Zwei Vertreter dieser Bodenvögel, der Wellentinamu (Undulated- &) und der seltene Schwarzkappentinamu (Black-capped Tinamou), lassen sich so bestens beobachten und auch fotografieren. Highlight hier ist aber zweifellos eine weitere seltene, endemische Vogelart: Der attraktiv schwarz-gelb-weiß gefärbte Weißzügel-Todityrann (Black-backed Tody-flycatcher) hat ein Brutrevier hier direkt neben unseren Bungalows. Was für ein prächtiger kleiner Vogel! Auf den Beginn des Amazonasregenwald machen lautstark und erstmals bei dieser Reise Papageien auf sich aufmerksam. Ab hier kommen Palmen vor, die Palmnüsse bieten, und daher finden Gelbbrust– und Blaukopfara (Blue-and-yellow- & Blue-headed Macaw) sowie weitere Arten Lebensraum.

Auch unsere Säugetierfreunde durften sich über eine ganz besondere Begegnung freuen: ein Jaguarundi-Weibchen mit Jungtier – trotz ihrer weiten Verbreitung in Südamerika die am wenigsten erforschte Wildkatze – ließ sich in der Nähe der Lodge eine kurze Zeit gut beobachten. Obwohl sich alle Gäste einig waren, dass man es hier mit der vielfältigen Vogelwelt, in den schönen Bungalows und bei bester Verpflegung gefühlt noch mindestens eine Woche länger ausgehalten hätte, verlassen wir nach dem Mittagessen am 7. August die Lodge und fahren weiter auf der Manu-Road in Richtung Amazonas. An einem speziellen Aussichtspunkt genießen wir den fantastischen Blick (Foto li. H. Meyer) auf das Amazonastiefland und den hier so richtig beginnenden Madre de Dias-Fluss (Mutter-Gottes-Fluss), der viele Kilometer später in den Amazonas münden wird. In einem kleinen Dörfchen endet nun jegliche Straßenverbindung im peruanischen Amazonas. Hier verabschieden wir uns von Omar und dem Auto, denn ab jetzt geht es für einige Tage nur noch per Boot weiter. Rasch wird unser Gepäck verladen, und schon sind wir flussabwärts unterwegs. Das nächste Ziel für wieder zwei Nächte ist nach rund einer Stunde erreicht. Ein unbefestigter Halt am Flussufer und ein „Loch“ im Regenwald nebst kleinem Schild sind die einzigen Hinweise auf die Unterkunft, die sich 200 Meter weiter drinnen im Wald verbirgt.

Donnerstag, 8. August: Mehr Natur geht nicht 
… sagen sich wohl die Gäste, die Zimmer im am Hang gelegenen Neubau der Lodge beziehen! Für jede Mahlzeit hin und zurück 20 Minuten Wanderung durch den peruanischen Urwald, teilweise in völliger Dunkelheit, und dann als krönender Abschluss nochmals 107 große, in den Hang hinein gebaute Betonstufen überwinden, was mehr als einem Fitnessprogramm gleichkommt. Die Belohnung: Natur pur! An den auch hier üblichen Kolibrifütterungen können wir neue Arten entdecken, darunter den attraktiven, sehr seltenen Rotbrust-Brilliantkolibri (Gould’s Brilliant; Foto re: A. Eisen Rupp). Wir entdecken hier allein drei neue Seglerarten für diese Reise: Stutzschwanz-, Gabelschwanz– und Kleiner Schwalbensegler (Short-tailed-, Fork-tailed Palm- & Lesser Swallow-tailed Swift). Am Fluss lassen sich Rotbrust-, Amazonas– und Grünfischer (Ringed, Amazon & Green Kingfisher) sehen und in Ufernähe ein Weißkehlarassari (Greyish-throated Toucanet). Und nur hier können wir den Rotbauch-Zwergspecht (Rufous-breasted Piculet) finden.

Am Vormittag wartet wieder ein Boot auf uns, das uns einige Kilometer flussabwärts bringt. Hier versteckt im Regenwald liegt ein kleiner See, der wiederum einige interessante Vogelarten bereithält. Lautstark begrüßen uns hier die eigentümlichen Hornwehrvögel (Horned Sceemer), die zusammen mit den auch hier häufigen Hoatzin (Foto li: H. Meyer) die “Urzeit” in der Vogelwelt repräsentieren. Später finden wir noch einige seltene Arten wie Marmor- und Blaureiher (Rufescent Tiger-heron, Little Blue Heron) sowie den Rostflügelcanastero (Plain Softtail). Die hübsche Rohrspotdrossel (Donacobius) erfreut uns in der Ufervegetation, und der Drosselzaunkönig (Thrush-like Wren) singt uns zum Abschied sein melodisches Lied. Unseren beschwerlichen Übernachtungs-Aufstieg im Schein der Stirnlampen nach dem Abendessen begleitet ein Urutau-Tagschläfer (Common Patoo), der auf einem abgebrochenen Ast sitzend von oben zuschaut bis wir in den harten Betten verschwunden sind …

Freitag, 9. August: Tagesfahrt per Boot auf dem Madre de Dias-Fluss ins Amazonastiefland
Nach dem Frühstück steht unser Boot für die Tagesreise flussabwärts ins gewaltige Amazonastiefland zum Manu-Nationalpark bereit. Wir sind für die lange Fahrt gut vorbereitet, neben unserem Reisegepäck werden auch das Mittagessen als Lunchpack, Snacks, frisches Obst und genügend Trinkwasser verladen. Das Boot (Foto li: H. Meyer) ist überdacht, sodass niemand in der prallen Sonne sitzen muss. Das tolle Wetter verspricht ein herausragendes Abenteuer auf dem Urwaldfluss. Jeder hat seine Position in Fahrtrichtung rechts- bzw. linksseitig im Boot eingenommen und das Fernglas zur Hand. Es kann losgehen.

Wir sind noch gar nicht lange unterwegs, da entdecken wir bereits ein nächstes Highlight in der peruanischen Vogelwelt: ein Paar Orinokogänse (Orinico Goose). Es sollte die einzige Begegnung mit der seltenen Art bleiben! Sonnenrallen (Sunbittern) sind oft am Ufer jagend zu sehen, ebenso Streifen-, Mangroven-, Cocoi- und Schmuckreiher (Fasciated Tiger-, Green-backed, Cocoi Heron, Snowy Egret). Große Gelbschenkel (Greater Yellowlegs) fliegen von Sandbänken ab, ebenso die Amerikanischen Scherenschnäbel (Black Skimmer), die wie Amazonasseeschwalben (Yellow-billed Tern) hier brüten bzw. schon Junge versorgen. Hinter jeder Kurve erwartet uns eine andere fantastische Szenerie. Gelbkehlkarakara (Black Caracara) und Fledermausfalken (Bat Falcon) jagen am Fluss. Wasserschweine sitzen allerorts auf den Sandbänken.

Zur Mittagspause legen wir am Ufer an. Auf einer Sandbank können wir unseren Lunch verzehren, uns die Füße vertreten. Im weichen Uferschlamm finden wir überall Spuren vom Tapir und einmal auch vom Jaguar, ganz frisch. Er kann noch nicht weit sein … Dann drängt unser Kapitän, denn er will noch bei Tageslicht das Manu-Wildlife-Center erreichen. Wir haben noch einige Stunden bis dahin vor uns, und bei Dunkelheit kann ein Urwaldfluss gefährlich sein … Weißbrauen- (Drab Water-tyrant) und Schwarzkopf-Phoebeyrann (Black Phoebe) sitzen auf im Wasser liegenden Bäumen und mindestens fünf verschiedene Schwalbenarten jagen nach Insekten. Die Zeit vergeht wie im Fluge … und schon versinkt die Sonne langsam hinter der Urwaldriesen. Flussnachtschwalben (Sand-colored Nighthawk) sind bereits auf der Jagd, als wir im letzten Tageslicht und wegen Niedrigwasser sehr mühsam einen unscheinbaren Anlegesteg erreichen. Hier werden wir schon erwartet. Wir sind angekommen. Das bekannte Manu-Wildlife-Center ist erreicht. Schnell wird ausgeladen und in die auf Holzpfählen gegen Hochwasser geschützten Bungalows (Foto ob.li: Manu Wildlife-Center H. Meyer) eingecheckt. Dann wartet das Briefing und danach das Abendessen. Der Generator-Strom verlischt … Ruhe und Nachtruhe kehren ein.

Sonnabend/Sonntag, 10./11. August: Vogelkundliche Abenteuer tief im Amazonas aus der Vogelperspektive
Zwei volle Tage vogelkundliche Abenteuer tief im Amazonas, im Manu-Nationalpark, die können hier schon aus Platzgründen überhaupt nur ansatzweise beschrieben werden. Da wäre am ersten Morgen der Besuch einer Aussichtsplattform in einem Baumwipfel (Foto re. H. Meyer) in mehr als 30 Metern Höhe. Eine schwankende Wendeltreppe, nicht jedermanns Sache, führt nach oben. Dort kann man den Nektar fressenden Vögeln sozusagen von Angesicht zu Angesicht zuschauen. Diverse Arten, die vom Boden aus im Urwald nur sehr schwer zu entdecken sind, sind hier hautnah möglich wie z.B. Zügel- und Rotbauchorganist (Golden- & Rufous-bellied Euphonia) und Olivkopf-Stirnvogel (Amazonian Oropendula). Weitere spezielle Arten wie u.a. die Gelbschopftangare (Yellow-crested Tanager) und Gelbstirn-Würgertangare (White-winged Shrike-Tanager) können beobachtet werden.
Nach der Mittagspause warten wieder Boote auf uns, die uns einige Kilometer flussaufwärts bringen. Im Regenwald versteckt liegt ein kleiner See, ein spezielles Schutzgebiet für den global gefährdeten Riesenotter (Giant Otter), der aber auch für verschiedene Vogelarten äußerst interessant ist. Für uns steht ein Floß (Foto li.: H. Meyer) bereit, mitgebrachte Camping-Hocker dienen als Sitze, und unsere Bootscrew bedient ausschließlich mit Handkraft das Gefährt. Lautlos gleiten wir dahin und können die großartige Szenerie genießen. Eine Familie Riesenotter jagt im See. In den Baumriesen am Ufer sitzen Blaukehlguane (Blue-throated Piping-guan) und ein Schwarzkopf-Zwergtaucher-Paar (Last Grebe) hat hier offenbar einen Brutplatz. Doppelzahnweih (Double-toothed Kite), Sperberweih (Crane Hawk) und Plattschnabelmotmot (Broad-billed Motmot) lassen sich sehen. Es gelingt auch wie erhofft, zwei seltene Tukanarten vor die Ferngläser zu bekommen: Cuvier- und Weißkehltukan (White-throated- & Channel-billed Tucan) sind aktiv in den Baumriesen, ebenso wie Reinwardt- und Rotkopfarassari (Golden-collared Toucanet, Ivory-billed Aracari). Kurz gesichtet wird auch die ungewöhnliche Nackthalskotinga (Bar-necked Fruitcrow). Spezialität hier, und nur hier, in der Ufervegetation ist der seltene Gelbaugenstärling (Pale-eye Blackbird; Foto re: A. Eisen Rupp), der sich auch zeigt.

Vor dem Abendessen können wir an den Blütensträuchern im Schatten des Haupthauses einen Roten Zwergschattenkolibiri (Reddish Hermit) entdecken. Der Winzling wird uns jeden Tag genau immer wieder hier an „seinen Blüten“, die er eifrig gegen Konkurrenten verteidigt, erfreuen. Nach dem Abendessen suchen wir nach einem ganz ungewöhnlichen Vogel, dessen unheimliche Stimme wir bereits gehört haben. Im Schein der Taschenlampe sitzt ein Riesentagschläfer (Great Patoo) deutlich größer als eine Schleiereule, in aufrechter Körperhaltung sozusagen als „Spitze“ auf einem abgerochenen Baumstamm und ruft sein gruseliges Lied in die Nacht. Sein schnarchender „Gesang“ ertönt die halbe Nacht und wird hier im Camp zu unserer Bettmelodie.

Auch am nächsten Tag warten verschiedene Abenteuer auf uns. Erneut im Morgengrauen geht es mit dem Boot flussaufwärts, und wieder wandern wir ein Stück in den Regenwald bis zu einem anderen See. Birding erneut aus den Baumwipfeln eines Urwaldriesen, noch etwas höher als gestern, bestimmt 35 Meter. Und wieder viele neue Vogelarten, die wir vom Boden nicht hätten entdecken können, darunter z.B. Elsteradler (Black-and-white Hawk-eagle), Purpurbrust– und Veilchenkehlkotinga (Purple-throated Fruitcrow, Plum-throated Cotinga), Silberkopf-Breitschnabeltyrann (White-crested Spadebill), Türkisnaschvogel (Red-legged Honeycreeper), Maskenpitpit (Black-faced Dacnis) und Trauertangare (White-shouldered Tanager). Über uns laben sich Hunderte der kaum Staren großen Kobaltflügelsittiche (Cobalt-winged Parakeet) am süßen Nektar der Baumblüten, und verschiedene Arten der großen, bunten Aras fliegen lärmend hin und her. Amazonas eben.

Später suchen wir am Waldrand nach dem sehr seltenen Purusglanzvogel (Purus Jacamar, Foto re: A. Eisen Rupp), der nur hier ein bekanntes Vorkommen aufweist. Wir haben Glück und finden eine Familie von 5-6 Vögeln, die sich auch gut fotografieren lassen. Als wir zurück ins Camp kommen, haben wir gerade „Vanessa“, einen halbzahmen Flachlandtapir, verpasst. Das Tierchen kommt in regelmäßigen Abständen in die Lodge und lässt sich mit Früchten füttern … Dafür ist wieder unser Riesentagschläfer aktiv.

Montag, 12. August: Papageien an der Lehmwand und seltene Amazonassittiche zum Abschied
Geweckt werden wir irgendwann gegen 4.00 Uhr wieder vom schaurigen Gesang des Riesentagschläfers. Das Frühstück wartet bereits um 5.00 Uhr. Rasch wird unser Gepäck ins Boot verladen, wir verabschieden uns von unvergesslichen Erlebnissen im Manu Wildlife-Camp, und mit Tagesanbruch starten wir. Heute steht der nächste Höhepunkt im Programm. Wir besuchen am Morgen eine Lehmwand, an der sich die großen Papageien mit Mineralien versorgen. Vom Versteck aus können wir das wirklich bunte Treiben gut verfolgen. Bereits bei unserer Ankunft sind mehrere Hundert Schwarzohrpapageien (Blue-headed Parrot) am Lehmplatz. Dazu viele Mülleramazonen (Southern Mealy Amazon). Zu unserer Freude können wir auch die eher seltenen Goldwangenpapageien (Orange-cheaked Parrot) und auch einige Gelbscheitelamazonen (Yellow-cronwned Amazon) entdecken. Dazwischen wuseln viele der kleinen Kobaltflügelsittiche (Cobalt-winged Parakeet). Später erscheinen die prächtig rot-grün-blau leuchtenden Gelbbrustaras (Blue-and-yellow Macaw). Wir beobachten das bunte Vogelleben ca. zwei Stunden, dann machen wir uns auf den ca. zwei Kilometer langen Rückweg zum Boot. Wir ahnen jetzt noch nicht, dass wir den Höhepunkt erst auf diesem Marsch finden werden. In einer Cecropia (Ameisenbaum) – wir schauen nach einer ganz anderen Vogelart – sehen wir 5-6 kleine Papageichen, die völlig still sind. Schnell finden wir die Vögel im Spektiv. Adrian, unser Birdguide, fertigt Belegaufnahmen per Digiskopie an, denn es sind tatsächlich die hier äußerst seltenen Amazonassittiche (Amazonian Parrotlet). Nach seiner Information wurde diese Art in den vergangenen 30 Jahren hier nur zweimal gesehen!

Dann wartet das Reise-Boot am Flussufer auf uns, denn wir müssen heute noch die nächste größere Siedlung Puerto Maldonado erreichen. Das ist logistisch gar nicht so einfach. Zuerst fahren wir mehr als zwei Stunden weiter flussabwärts. Dann erreichen wir eine eher schäbige Goldschürfer-Siedlung. Das Flusswasser ist vom Gold waschen rot gefärbt. Wir wissen nicht, ob das Schürfen legal oder illegal ist … Aber die Siedlung lässt Klischees vom „Wilden Westen“ (Foto re.: H. Meyer) aufleben. Wenig später treffen unsere Landrover ein, die uns etwa eine Stunde auf staubiger, mit abenteuerlichen Brücken bestückten Piste zu einem anderen großen Urwaldfluss bringen. Was wir dort am Ufer sehen können, übersteigt alle Erwartungen an „Peru live“. Es ist unglaublich, unter welchen Umständen, mit welchem Einfallsreichtum, die Peruaner in dieser abgelegenen Gegend ihr tägliches Leben meistern! Da werden auf drei kleinen Booten, parallel gestellt und quer mit dicken Brettern belegt, Lastkraftwagen übergesetzt. Nicht auszudenken, wenn eines der unbefestigten Boote in der Strömung die Kontrolle verliert und ausschert.

Unser Boot ist auch schon sehr alt, der Fährmann auch, nur noch zwei Zähne im Mund … aber freundlich und bestimmt. Mit der einen Hand bedient er den Außenbordmotor, mit der anderen Hand schöpft er das Wasser aus dem Boot … Wir denken einfach mal, das muss so sein. Zwei Stromschnellen müssen „bergauf“ überwunden werden, eine unglaubliche Leistung, denn der Fluss führt Niedrigwasser. Trotz allen Befürchtungen erreichen wir das andere Ufer, wo bereits wieder ein Minibus auf uns wartet. Rasch verladen wir, und dann beginnt die Fahrt in die Kleinstadt Puerto Maldonado, wo wir nach 2 ½ Stunden Reise auf guter Straße gegen 18.00 Uhr eintreffen. Im Stadthotel wartet ein super-Abendessen, bevor wir müde in die Betten sinken.

Dienstag, 13. August: Aus dem Amazonas ins „Geheime Tal der Inka“
Am heutigen Vormittag können wir im schönen Stadthotel erstmals auf dieser Reise eine kurze Erholungsphase genießen. Frühstück um 8:30 Uhr – welch ein Luxus! Dann packen wir unsere Sachen, genießen einen Sprung in den Pool oder kaufen ein paar Reisemitbringsel ein, dann noch ein frühes Mittagessen und ab geht es zum Mini-Flughafen. Gegen 14.00 Uhr bringt uns LAN zurück nach Cuzco. Auf dem Parkplatz am Flughafen winkt uns schon Omar, unser Fahrer, mit dem wir bereits bis zum Madre de Dias-Fluss unterwegs waren. Schnell ist alles in den Mercedes- Sprinter verladen und dann starten wir zum Pass. Bei knapp 3.600 mNN stoppen wir kurz und genießen die traumhaft-sonnige Puna. Unterwegs sehen wir immer wieder Buntfalken (American Kestrel) und Bergkarakaras (Mountain Caracara, Foto re: A. Eisen Rupp). Dann geht es talabwärts und bald haben wir unser Ziel vor den Augen: Das „Geheime Tal der Inka“ (Foto li. o.: H. Meyer) liegt vor uns, sozusagen der Eingang nach Machu Picchu! Was für ein tolles Panorama! Schnell erreichen wir das alte, ursprüngliche Inka-Dorf Ollantaytambo, heute eine touristisch-geschäftige Kleinstadt, zu Füßen einer mächtigen Inka-Festung. In unserem Hotel mitten im Ort (auf 2.800 mNN) warten sehr schöne Zimmer auf uns und auch schon das Abendessen.

Mittwoch, 14. August: Beim Andenkondor am „Mirador del Condor“ am Abra Malaga-Pass
Ein wieder sehr zeitiges Frühstück steht an, denn wir wollen ganz hinauf in die Puna, zum Abra Malaga-Pass auf 4.200 mNN. Zügig bringt uns Omar mit dem Bus die gut ausgebaute Passstraße hinauf. Unterwegs stoppen wir uns suchen nach einigen seltenen Kolibri-Arten der Hochlagen wie Braunes– und Schwarzkopf-Glänzschwänzchen (Olivaceous- & Blue-manteld Thornbill) sowie Schwertschnabelkolibri (Sword-billed Hummingbird), die wir auch sehen können. Ganz intensiv suchen wir nach einer endemischen Art, die nur hier zu finden ist, den Rotbrust-Andenkolibri (White-tufted Sunbeam). Auch wenn das Vögelchen sehr unruhig ist, die Beobachtung gelingt dennoch. Ganz oben auf dem Pass liegen Schneereste und Eis, es ist winterlich kalt, Handschuhe, Mütze und Schal werden ausgepackt. Die dünne Luft in dieser Höhe macht sich bemerkbar. Jeder Schritt fällt schwer. Aber die, die es schaffen, wandern ein Stück durch das karge Grasland der Puna aufwärts in ein Schutzgebiet zum Polylepsis-Wald (Foto re.u.: H. Meyer) Leder vergeblich suchen wir hier nach dem akut vom Aussterben bedrohte Weißkehl-Uferwipper (Royal Cinclodes). Wir haben heute leider kein Glück, der Vogel ist nicht zu finden. Am „Mirador del Condor“ (Kondor-Aussichtspunkt) bei fast 4.400 mNN scheint die Sonne auf einen vor uns liegenden Schnee bedeckten 5.000er, und plötzlich segeln zwei Andenkondore in den weißen Wolken! Ein Alt- und ein Jungvogel. Ein fantastisches Erlebnis, dass wir einige Zeit genießen können. Und dann noch ein Falke über den Polylepsis-Wald! Eine seltene Begegnung, ein Aplomadofalke (Aplomado Falcon) auf Jagd. In der Puna begegnet uns nochmals der eigenwillige Andenspecht (Andean Flicker, Foto li. o.: A. Eisen Rupp), der in bis 4500 mNN Höhe vorkommt und in Erdhöhlen brütet.

Da wir uns nicht zu lange in dieser Höhe aufhalten wollen, damit niemand arg unter der Höhenkrankheit leiden muss, treten wir am frühen Nachmittag den Rückzug ins Tal an. Auf der Fahrt stoppen wir in verschiedenen Höhenstufen mehrmals, um nach weiteren seltenen Arten der hohen Anden zu suchen. Wir haben hier mehr Glück und können u.a. Weißschwanz-Tachurityrann (White-tailed Tyrannulet) und Meisentachurityrann (Tufted Tit-tyrant) sowie (endemisch) Fahlkappen-Baumschlüpfer (Creamy-crested Spinetail) und Inkazaunkönig (Inca Wren) gut beobachten. Erwartet hatten wir hier auch die endemische Schieferbuschammer (den legendären Cuzco Brush-finch), die wir ebenfalls vor die Ferngläser bekommen. Der Tag war sehr erfolgreich, nicht 100 %, aber immerhin um die 90. Als ‚Zugabe‘ die Andenkondore – Mensch was willst Du mehr! Im Hotel in Ollantaytambo wartet das Abendessen, Vogelliste und danach rufen dringend die Betten …

Donnerstag/Freitag, 15./16. August: Mit dem Inka-Rail nach Machu Picchu-Pueblo
Heute Morgen wird unser Reisegepäck in den Bus verladen und schon nach Cuzco transportiert. Wir starten nur mit einem kleinen Tagesrucksack, denn im berühmten Inka-Rail (Foto: H. Meyer), dem Zug nach Aquas Calientes (Machu Picchu-Pueblo) ist kein Reisegepäck zugelassen. Der Bahnhof liegt nur wenige Meter zu Fuß vom Hotel entfernt und dort wartet auch schon der „Luxus-Zug“. In jedem der sechs oder sieben Reisewaggons ist jeder Platz, den man Monate vor einer Reise reservieren muss, nummeriert und auch heute jeder einzelne Platz belegt. Das wird peinlich genau vom Schaffner kontrolliert. Der Zug startet am Morgen pünktlich und ruckelt in langsamer Fahrt, ca. 1 1/2h lang das Tal der Inka entlang bis zu seiner Endstation Aquas Calientes. Auf der Fahrt im engen Tal immer am Gebirgsfluß entlang zählen wir über 40 (!) Sturzbachenten, die teilweise auch Junge führen. Im Ort angekommen, der nicht per Straßenverbindung, sondern nur zu Fuß oder per Zug zu erreichen ist, tummeln sich Tausende Touristen aus aller Welt, die ebenso wie wir die berühmte „Stadt in den Wolken“ besuchen wollen. Wir deponieren rasch unseren Rucksack im Hotel und begeben uns zu den Shuttlebussen, denn die Zeit drängt. Viele Menschen warten hier in langer Schlange, aber es geht sehr zügig voran. Mittlerweile gibt es feste Zeiten für die Führungen in Machu Picchu, so dass es kaum noch zu Wartezeiten kommt. Etwa 20 Minuten stehen wir oben auf 2.800 Meter Höhe am Eingang zur „Stadt in den Wolken“. Hier wartet unser archäologischer Führer auf uns für den Rundgang. Machu Picchu (Foto re. und unten mit Gruppe: H. Meyer) beschreiben zu wollen, hieße Eulen nach Athen tragen (Verweis auf Reiseführer). Zurecht ist diese archäologische Stätte Weltkulturerbe der UNESCO und eine der am meisten besuchten Sehenswürdigkeiten der Welt. Egal wie viele Menschen in den Ruinen unterwegs sind, allein die Lage von Machu Picchu hoch über dem „Geheimen Tal“ der Inka auf einem Felsvorsprung umgeben von grandioser Natur ist einfach umwerfend. Man kann sich kaum sattsehen … und fotografiert immer und immer wieder die gleichen Motive. Wir sind ungefähr zwei Stunden unterwegs und bekommen die wichtigsten Bauwerke und vielen historische Fakten gut erklärt.

Während unseres Rundganges achten wir auch auf Vögel, denn es gibt hier einige Arten, die ganz speziell und typisch sind für Machu Picchu. Wir suchen hier u.a. nach zwei seltenen Kolibri-Arten und werden fündig: Rotbauchkolibri (Chestnut-braested Coronet) und die endemische Grünweißamazilie (Green-and-white-Hummingbird) lassen sich beobachten. Einige Gäste entdecken die zu den Chinchillas gehörende Peruanische Hasenmaus (Bergviscachas). Diese Hasen großen Nager leben hier in den Ruinen und sogar bis 5.000 Meter hoch in den Anden. Nach dem Rundgang wartet ein spätes Mittagessen in Machu Picchu auf uns, wie man es an einem solchen Ort nie erwarten würde. Statt Touristen-Fastfood ein Nobel-Buffet vom Feinsten mit diversen Spezialitäten von Meeresfrüchten bis Sushi und edlen Nachspeisen aller Art.

Am Nachmittag checken wir rasch in unsere Zimmer ein, nutzen aber die restliche Tageszeit noch, um im Tal entlang des Urubamba-Flusses zu beobachten. Hunderte Meter steil über uns erkennen wir Teile der äußeren Mauern von Machu Picchu. Wir finden Berg- und Andensegler (White-tippend- & Andean Swift), Weißkehlbussard (White-throated Hawk), den seltenen Buntbartvogel (Blue-moustached Barbet) sowie Grünscheitelorganist (Bronze-green Euphonia). Am Fluss bzw. auf den großen Steinen entdecken wir Graubrust- und Sturzbach-Kleintyrann (Sclater’s- & Torrent Tyrannulet).

Der rauschende Gebirgsfluss ist unser Wecker am nächsten Morgen und vom Fenster aus können wir schon wieder einzelne Sturzbachenten entdecken. Die haben hier wenig Scheu vor den Menschen. Heute Morgen wollen nochmals, aber weiter flussabwärts, entlang des Urubamba birden und versuchen, noch einige Spezialitäten in der Vogelwelt zu finden. Wir freuen uns u.a. über Ockerkehl-Faulvogel (Black-streaked Puffbird), Südlicher Tropfenameisenwüger (Variable Antshrike) und Wellenbekarde (Barred Becard), Olivgelb-Laubtyrann (Mottle-cheeked Tyrannulet) sowie Taczanowskidrossel (Pale-eyed Thrush). Besonders intensiv sucht Adrian bestimmte Fruchtbäume ab und dann entdecken wir  d i e  Vogelart des Tages, die attraktive Gelbbrustkotinga (Masked Fruiteater), eine endemische Art, die nur ein kleines Vorkommensgebiet hat und hier im Tal eine Spezialität ist. Den Abschluss in der Vogelliste bildet der Goldbauch-Kernknacker (Black-backed Grosbeak), der auch nicht alltäglich ist gesehen wird.

Im Bahnhofsrestaurant nehmen wir das Mittagessen ein und dann starten wir mit dem Inka-Rail zurück nach Ollantaytambo. Auf der Rückfahrt können wir noch einen Agula (Black-chested Buzzard-eagle) ausmachen. Am Bahnhof erwartet uns Omar mit dem Bus und wir fahren sofort zurück nach Cuzco (Foto H. Meyer). Unsere letzte Nacht in Peru verbringen wir in einem wunderbaren Hotel in einem Kolonialhaus aus der Spanierzeit. Unser Reisegepäck wartet hier schon auf uns. Und unser Abschluss-Abendessen hat Gloria, unsere peruanische Geschäftspartnerin, angeblich im besten Restaurant der Stadt bestellt, welches für seine ausgezeichnete peruanische und internationale Küche bekannt sein soll. Und das können wir am Ende des Abends voll und ganz bestätigen!

Sonnabend, 17. August: Abschieds-Birding am Waipu-See und Rückreise nach Europa
Wer immer noch nicht genug hatte von Peru’s Vogelwelt der konnte heute Morgen nochmals mit Adrian an einem kleinen See oben in der Puna birden. In der Vogelliste kommen nun noch neu Kaninchenkauz (Burrowing Owl) und Grauweihe (Cinereous Harrier) hinzu. Und der letzte Endemit, der auf dieser Reise gesehen wird, ist der Buntflügel-Schmätzertyrann (Piuara Chat-tyrant). Unsere Vogelliste weist jetzt am Ende der Reise knapp 522 Arten aus, davon wurden 486 gut gesehen!
Andere Gäste nutzten den Vormittag, um wenigstens einen kurzen Stadtrundgang durch die hervorragend restaurierte Kolonialstadt Cuzco zu unternehmen. Und ganz Mutige probierten sogar noch eine andere Spezialität (Foto li: H. Meyer), für die das Land weltbekannt ist. Allerdings ist es nicht jedermanns Sache, Tiere zu essen, die anderswo auf der Welt als Kuscheltiere in vielen Kinderzimmern gehalten werden … Gegen 14.00 Uhr verabschieden wir uns am Flughafen von Adrian und von Gloria. Beide haben einen tollen Job gemacht! Eine außergewöhnliche intensive Zeit in einem faszinierenden Land geht zu Ende. Gegen 16.00 Uhr bringt Avianca Peru uns zurück in die kolumbianische Hauptstadt nach Bogota, wo um 22.45 Uhr der Direktflug nach München wartet. Nach einer langen Nacht und einen ganzen Tag im Flugzeug landen wir pünktlich am frühen Abend des 18.08. in München. Die Anschlussflüge nach Hause warten.

Zusammenfassung:  Im Programm dieser speziellen Reise waren die Hohen Anden ab Abra Malaga Pass (4.400 mNN), das Urubamba-Gebirge um Cuzco bis zu Manu-Nationalpark im Amazonasbecken, einem der Orte mit der höchsten Biodiversität der Welt, enthalten. Die Reise war anspruchsvoll, denn die Beobachtungsorte lagen zwischen 4.400 und 250 Meter über Meeresspiegel, klimatisch somit zwischen 0°C und 32°C in wenigen Tagen. Im Interesse stand die Vogelwelt in der Puna (trockene Hochsteppe ab 4.000 mNN), in den Nebelwaldgebieten am Ostabfall der Anden und im Amazonasbecken am Flusslauf Madre de Dias bis zum Manu-Nationalpark. Diese Reise bot 522 Vogelarten, darunter 486 gut gesehene. Insbesondere die Vielfalt der Tangaren-Arten (Beispiel Goldbrusttangare, Green-and-Gold Tanager. Foto: A. Eisen Rupp) im Nebelwald und die fantastischen Ameisenvögel im Amazonastiefland begeisterten die Teilnehmer an dieser Reise. Zu den Höhepunkten zählen sicherlich die gesehenen endemischen Vogelarten, Beobachtungen am Balzplatz der Andenfelsenhähne (Cock-of-the-rock”), vom Andenkondor, Sturzbachenten (mit pull.) am Urubamba-Fluss und die Entdeckung einer seltenen Papageienart, dem Amazonassittich. Touristisches Highlight war Machu Picchu, die “Geheime Stadt der Inka in den Wolken”.

Diese Reise erforderte einen enormen logistischen (und personellen) Aufwand. An sieben verschiedenen Orten waren unterschiedliche Fahrzeuge (Mercedes-Sprinter, Kleinbus, Landrover usw.) erforderlich. Für fünf Tage wurde ein Boot auf dem Madre de Dias-Fluss mit zwei Mann Besatzung gebraucht sowie dazu zwei weitere Fährboote. Zwei Tage lang war die Gruppe im Tal der Inka mit dem Zug unterwegs, und ein Inlandsflug (Foto: H. Meyer) vom Amazonas zurück in die Anden war notwendig.

Reiseteilnehmer Michael F. aus Dresden schreibt zur Reise: “Es war eine wahnsinnig intensive Zeit für mich in Peru. Der Amazonasregenwald mit seiner ungeheuren Artenvielfalt und natürlich die gewaltigen Anden, deren Schönheit atemberaubend ist … Ich habe zudem selten so gut gegessen wie auf dieser Reise … danke an Bartmeise-Reise für eine absolut reibungslose Organisation.”

Reisegäste nach Boarding. Foto: H. Meyer

Susanne und Ernst K. aus Hamburg meinen: “Eine absolut tolle Reise, ein unglaublich intensives Erlebnis. Unser deutschsprachiger Birdguide Adrian ist nicht nur ein kenntnisreicher Ornithologe und Biologe, sondern auch ein super-netter Mensch”.

Für diese Reise im August 2020 kann derzeit noch 1 Platz (Einzelzimmer) gebucht werden. 

Hartmut Meyer

 

 

 

“Absurdistan Deutschland”: weitere Reiseabsagen unvermeidbar- neues Reiseprogramm 2021 jetzt buchbar

“Absurdistan Deutschland”: weitere Reiseabsagen unvermeidbar- neues Reiseprogramm 2021 jetzt buchbar

Anstatt endlich zur Kenntnis zu nehmen, dass das Covid-19-Virus (sich verändert hat!) längst Bestandteil unseres Lebens geworden ist, wir damit umgehen und gleichzeitig unser Wirtschaftsleben zum Überleben allmählich wieder in Normalbetrieb auf Kurs bringen müssen, hält die konfuse und insbesondere für die Reisebranche völlig unkalkulierbare Politik an. Konnten wir gestern (09.09.) die Ankündigung vernehmen, dass das Bundeskabinett verbindlich zum 30. September 2020 das Auslaufen der pauschalen Reisewarnungen (für 160 Länder) beschlossen hat, kam noch am gleichen Tag ein Defacto-Dementi aus dem Auswärtigen Amt (Außenministerium) in Umlauf mit dem Wortlaut, dass sich aber trotz des Auslaufen der Pauschalregelung … an den Reisewarnungen „nicht viel ändern wird“!

Wieder ein Tiefschlag gegen die Reisebranche (mit Millionen Beschäftigten), die weiterhin nicht planen kann! Und trotz dringender Appelle der großen Wirtschafts- und Reiseverbände in dieser Woche an die Bundesregierung, trotz massiver Zunahme von Kurzarbeit bzw. von vom „Berufsverbot“ betroffener Menschen, sich von dieser unkalkulierbaren, schädlichen Praxis endlich zu verabschieden, darf es die eine Hand anders machen als es die andere verkündet hat … Absurdistan Deutschland!

Wir müssen leider wieder reagieren und weitere Reisen absagen. Eine Durchführung ist aus jetziger Sicht absolut unkalkulierbar, da wir ja selbst in Europa ständig mit neuen (absurden) Einschränkungen nach „Schema M.“ rechnen müssen.

Unsere Reise Ende September zum Vogelzug nach Bulgarien entfällt, nachdem die Region Varna und „Goldstrand“ bis vor zwei Wochen auf der deutschen Risikoliste gelandet war. Ebenso absagen müssen wir unsere Reisen Ende Oktober nach Marokko (Ausnahmezustand im Land derzeit bis 10.10.2020) und Anfang November nach Brasilien (Cerrado mit Blauaugentäubchen), insbesondere aufgrund der in den Ländern noch schwierigen Infektionslage und geschlossener Grenzen. Alle diese Reisen erhalten neue Termine 2021.

Gepard mit Beute. Foto: B. Beckers

Etwas Hoffnung besteht im Moment noch für unsere Reise nach Kenia (Samburu-, Meru- und Aberdare-Nationalparke etc. 19.10.-01.11.2020). In Kenia ist reisen wieder gut möglich. Das Land hat zahlreiche Vorkehrungen für die Rückkehr des Tourismus getroffen. Das Infektionsgeschehen ist derzeit gering und überschaubar. Bleibt abzuwarten, ob Deutschland Kenia Ende September von der „Risikoliste“ streichen wird oder nicht.

Unsere Reise zum Kerkinisee (25.-31.10.2020) findet statt. Griechenland gilt als „sicher“, und unsere Reiseregion im dünn besiedelten Norden ohnehin. Für diese Reise sind derzeit noch 6 Plätze (3 Doppelzimmer) buchbar!

Abzuwarten (bis Ende September) bleibt, wie sich die Situation in Argentinien (27.11.-12.12.2020) entwickeln wird. Sollte die Reise stattfinden (mit Lufthansa-Flügen zu Super-Preisen!) wären derzeit noch 2 Plätze verfügbar! Gleiches gilt für unsere Reisen nach Gambia/Senegal und Sri Lanka (zeitgleich). Derzeit sind die Grenzen noch komplett geschlossen. In den Ländern gelten Ausnahmezustände. 

In dieser Krisensituation planen wir für unsere Reisen insbesondere Lufthansa-Flüge, die unkompliziert und kostenfrei umbuchbar (bis 31.12.2021!) sind, sollten Covid-19-bedingt gebuchte Flüge nicht angetreten werden können! Für unsere Gäste besteht daher kein finanzielles Risiko!

Übriges (Pressemeldung vom 09.09.) … 400.000 Menschen sterben jährlich in der Europäischen Union vorzeitig – nein, nicht durch COVID19! – an dreckiger Luft!! Schützen Sie Ihre Gesundheit – reisen Sie mit uns in die saubersten und ökologisch wertvollsten Regionen dieser Erde!

Im neuen Reiseprogramm 2021 z.B. nach Aserbaidschan (Zwergtrappen), Bulgarien (Rothalsgänse), Jordanien (Einödgimpel, PETRA), Nepal (Ibisschnabel), Myanmar (Löffelstrandläufer!), Kuba (Bienenelfe), Mexiko-Baja California (Grauwale), Philippinen (Endemiten, Walhaie) und nach Brasilien in die Mata Atlantica, Pantanal, Amazonien und vieles mehr. Buchen Sie bitte jetzt – völlig risikofrei!

Hartmut Meyer

Startbild: Fadenpipra in Amazonien. Foto: L.F. Carvalho
„Absurdistan Deutschland/Europa”: wirre Corona-Politik zerstört Tourismus, stigmatisiert Reisende und verunsichert

„Absurdistan Deutschland/Europa”: wirre Corona-Politik zerstört Tourismus, stigmatisiert Reisende und verunsichert

Konnte man in der Anfangszeit der Pandemie ab März und vielleicht noch bis in den Juni hinein allen getroffenen Maßnahmen bis hin zum schrecklichen ‚Lockdown‘ weitgehend folgen, da es sich um eine bisher nie dagewesene, die gesamte Erde betreffende Ausnahmesituation handelte, hat sich das jetzt, seit Sommer, massiv geändert! Weit abseits jeglicher Corona-Leugnung und absurder Verschwörungstheorien stellen offenbar auch immer mehr und mehr bewusst denkende Menschen berechtigt die Frage, ob die heute laufenden Maßnahmen noch konform zum aktuellen Infektionsgeschehen passen.

Während zu Beginn der Pandemie hauptsächlich der ältere Teil der Bevölkerung betroffen war, sind es – nach derzeitigem Kenntnisstand – bevorzugt jüngere Menschen zwischen 20 und 30 die infiziert werden, die aber meist gar nichts merken, und die nicht oder nur im Ausnahmefall an Corona erkranken! Die Krankenhäuser in Deutschland sind „leer“. Von 30.000 vorgehaltenen Intensivbetten waren zu Wochenanfang nach Medienberichten 236 belegt! Auch scheint sich die Vermutung, dass wenn mind. 60-70% der Bevölkerung mit dem Virus Kontakt hatten, eine gewissen Immunität (“Herdenimmunität”) eintritt (siehe aktuell: New York), zu bestätigen, auch wenn fundierte wiss. Fakten augenblicklich noch fehlen.

Aber egal ob gesichert oder nur als Momentaufnahme: Warum reagiert die Politik nicht angemessen auf das veränderte Infektionsgeschehen?

Für die handelnden Politiker scheint Tourismus gleich zu sein mit „Massentourismus“. Und „Massentourismus“ ist offenbar „Ballermann“ und „Goldstrand“. Dass es auch zahlreiche andere Formen von Tourismus, nämlich nachhaltiges Reisen in Kleingruppen abseits irgendwelcher Hotspots gibt, das findet einfach keine Berücksichtigung! Reiserückkehrer werden pauschal als „Virusträger“ stigmatisiert. Unter der Bevölkerung wird allabendlich im TV, unterlegt mich wichtigen Interviews, Angst und Panik geschürt. Dabei sprechen auch diese Fakten eine andere Sprache: Mehr als zwei Drittel von Rückkehrern aus dem Ausland, die positiv getestet werden (nicht krank sind!), sind Privatreisende, die auf Familienbesuch irgendwo in Südeuropa unterwegs waren, weniger Urlaubsgäste von Reiseunternehmen in diesem Sinne!

Die pauschale Reisewarnung für 160 so genannte „Risikoländer“, mittlerweile im 14-Tage-Rhythmus aktuell bis Mitte September 2020 verlängert, ist eine Katastrophe und ein Bruch des Versprechens, seriös und individuell nach aktuellen Geschehen vor Ort von Land zu Land zu differenzieren. Der bisherige vage Hinweis auf der Homepage des „Auswärtigen Amtes“, dass man „nicht von allen Ländern über belastbares Zahlenmaterial verfüge und daher so entscheiden müsse… “ ist ein Armutszeugnis für die deutsche Diplomatie und die deutschen Botschaften!

Uns Reiseunternehmen wird jegliche Planung unmöglich gemacht! Wir wissen wieder nicht, ob und wie wir ab Mitte September entscheiden können!

Auch wenn wir hier in Deutschland dankbar auf finanzielle Unterstützungen vom Bund und von den Ländern zählen durften, die geholfen hat, ist die dramatische Situation, nicht zu wissen und nicht planen zu können, wann wir wieder unseren Geschäftsbetriebe aufnehmen können, das schlimmste Szenario, was man sich überhaupt nur vorstellen kann! Und vielleicht noch etwas schlimmer ist diese Situation auch für unsere Strukturen in den Reiseländern, die mehr und mehr zerstört werden. Niemand hilft den ‘Freien Guides’ (Biologen, Naturführern, Reiseleitern, Rancher) in Afrika, in Asien und in Südamerika! Die Kollegen, die auch seit März 2020 auf jegliches Einkommen verzichten müssen, die wissen nicht mehr ein noch aus, haben größte Sorgen um ihre Familien, die sie kaum noch ernähren können (siehe bitte unsere Spendenaktion hier – Bild unter “Bienenfresser”)!

Und ebenso schlimm steht es mittlerweile um die Tierwelt in vielen Nationalparks in Afrika und wohl auch in Asien. Seit März fehlen die Ranger, die wertvollen Tierbestände sind ohne Schutz. Wilderei im großen Stil ist im Gange. Erst kürzlich befürchtete ein großer internationaler Schutzverein für die Wildtiere der Serengeti, dass es wohl bald keine Nashörner mehr geben könnte. In Asien fallen mehr und mehr Tiger dem Wahn-Glaube bestimmter asiatischer Völker an Wunderheilung durch Produkte dieser Tiere zum Opfer. Einfach nur schlimm! Jahrzehntelang mühsam aufgebaute Erfolge fallen der Pandemie zum Opfer! Unsere Art des nachhaltigen Tourismus, der die Tierwelt schützt und erhält, fehlt seit März schmerzlich.

Und statt für die „Reisewarnungen“ die aktuelle Entwicklung sachlich heranziehen, wird in Deutschland und in Europa ein Flickenteppich und Wirrwarr an Maßnahmen präsentiert, der von Woche zu Woche schlimmer wird! Beispiel gefällig?

Heute Morgen (02.09.2020) in der Chemnitzer „Freien Presse“ nachzulesen: „Wer derzeit beispielsweise von Brüssel nach Deutschland einreist, muss entweder 14 Tage in Quarantäne oder einen negativen Test vorweisen. Allerdings ist unklar, wie aktuell dieser Test zu sein hat. Umgekehrt dürfen Bundesbürger weiter nach Belgien einreisen, müssen sich aber, sollten sie 48 Stunden oder länger bleiben wollen, vorher anmelden … Das Durcheinander ließe sich fortsetzen: einige Länder verlangen eine zehntägige Quarantäne, andere zwei Wochen. Ein negativer Test darf – je nach Staat – 48 bis 72 Sunden alt sein. Ob der vor oder nach der Einreise präsentiert werden muss, ist unterschiedlich geregelt. Deutschland bereichert das Chaos durch eine neue Variante: Ab 1. Oktober muss zunächst jeder, der aus einem Risikogebiet einreist, fünf Tage in Quarantäne, ehe er einen aktuellen Test vornehmen lassen darf. … Die Grenzen zu Ungarn sind seit Dienstag wieder geschlossen.”

Noch Fragen?

Bitte haben Sie Mut: Buchen Sie wieder Reisen! Das Leben geht weiter, mit oder ohne Pandemie!

Hartmut Meyer
Inhaber
Bartmeise-Reisen

Startfoto: Tourismus abgestürzt? Pandemie führt zum “Absturz” jeglicher Strukturen. Foto: H. Meyer
Ohne Einkommen kein Überleben – Dringender Spendenaufruf für unsere freien Birdguides in aller Welt

Ohne Einkommen kein Überleben – Dringender Spendenaufruf für unsere freien Birdguides in aller Welt

Seit Ende März ist eine der Lieblingsbeschäftigungen der Vogelkundler, das Reisen zu den Vögeln in aller Welt, aufgrund der Pandemie zum Stillstand gekommen. Seit Monaten müssen auch Menschen, die im Reise-Business arbeiten „plötzlich und unverschuldet“ auf Ihr Einkommen verzichten, was defacto einem „Berufsverbot“ entspricht. Eine nie dagewesene Situation! Für uns alle hier, aber insbesondere und zunehmend für unsere Kollegen in den Ländern vor Ort, die uns als Reiseführer (Guides) mit ihren herausragenden Kenntnissen über die Avifauna und die Natur der Reiseländer begeistern, und damit unsere Reisen zur Vogelwelt fremder Ländern zum Erfolg werden lassen. 

Viele von Ihnen sind jetzt, nach so vielen Monaten, in großer Not, wissen nicht mehr, wie sie ihre Familien über die Runden bringen können. Dazu kommen Misswirtschaft, Korruption und zunehmend Nahrungsmittelknappheit in einigen Städten der so genannten Dritten Welt. Heute erhielt ich Bilder (Videos) von für übertrieben viel Geld als Nahrung gekauftem Reis, verseucht mit Unrat und Insekten. Es ist ein einziges Drama!

Während wir hier in Deutschland wenigstens auf Unterstützungen vom Staat zählen dürfen, sieht es für unsere freien Mitarbeiter insbesondere in Asien und Afrika, teilweise auch Südamerika wirklich sehr, sehr traurig aus!

Schon dreimal hat Bartmeise-Reisen in den zurückliegenden Wochen zu kleineren und gezielten Spendenaktionen für speziell betroffene Kollegen von zuletzt durchgeführten Reisen aufgerufen. Und dankenswerter Weise haben unsere Reisegäste dabei schon über 3.000,00 € gespendet! Mit diesem Geld konnten wenigstens die schlimmsten Auswirkungen verhindert werden. 

Leider, die Situation wird noch nicht besser, eher teilweise noch schlimmer in den heftig betroffenen Regionen dieser Erde. Zum Teil müssen Kollegen seit mehr als 122 Tagen, z.B. in Teilen Asiens, einen verschärften Lockdown (in den Wohnungen eingesperrt!) ertragen. Das ist menschenunwürdig! Mit einer Spende, um die ich Sie bitte, können wir wenigstens materiell etwas helfen und Notlagen lindern. Wer sich in der Lage sieht, mit ein bisschen Bargeld unseren freien Kollegen in dieser unglaublichen Krise zu helfen, egal ob 10, 20, 50 oder 100 oder mehr Euro, der findet unten die Bankverbindung. Alle Beträge kommen zu 100 % vor Ort an, die Bankgebühren tragen wir hier.

Wie soll die Welt nach Corona aussehen? Immer noch bunt und vielfältig? Immer noch für uns auch geprägt von Menschen vor Ort, die uns mit ihrem Wissen und ihren Kenntnissen so fantastisch bereichern, die Vogelwelt anderer Kontinente kennen- und zu verstehen zu lernen? Oder müssen wir uns damit abfinden, dass mit dieser Pandemie auch Kompetenz und Wissen im schnöden Überlebenskampf verloren gehen? Das kann und will ich nicht glauben und akzeptieren!

Liebe Reisegäste, bitte helfen Sie mit einer Spende!

Bankverbindung:
Hartmut Meyer
DE88 8709 5974 0300 0294 42
BIC:GENODEF1GC1 (VR-Bank Glauchau)

Hinweis: Das Ausstellen von Spendenquittungen ist bei dieser privaten Aktion nicht möglich!

Vielen Dank!

Hartmut Meyer
Inhaber Bartmeise-Reisen

Startfoto: Bienenfresser in Sachsen 2020. Foto: A. Kretschel

Jetzt geht es wieder los: Mornellregenpfeifer auf dem Wegzug beobachten – Exkursionsangebot für Reisegäste

Jetzt geht es wieder los: Mornellregenpfeifer auf dem Wegzug beobachten – Exkursionsangebot für Reisegäste

Da gähnt er müde …, denn nach einem nächtlichen Flug vermutlich aus dem Norden Skandinaviens kommend, ist er am Vormittag zur Tagesrast und Nahrungsaufnahme auf einem Feld in der Nähe von Werdau im Landkreis Zwickau gelandet, wo der Langstreckenzieher bereits vom Ornithologen Jens Halbauer erwartet (und 2019 fotografiert) wurde. Die hübschen Mornellregenpfeifer (Eurasian Dotterel), die in Europa in den Tundren Skandinaviens brüten, überwintern in Afrika nördlich der Sahara. Zweimal im Jahr treten die Vögel ihre ca. 8.000 bis 10.000 Kilometer lange Reise an, auf der sie traditionelle Zwischen-Rastplätze in der Feldflur nutzen. Diese Rastplätze können über Jahrzehnte genutzt werden, wobei es echt verblüffend ist, dass die Vögel fast immer auf den gleichen Flächen (abhängig auch von der Fruchtfolge), teils auf den halben Hektar genau, zur Rast einfallen!

Nun ist es wieder so weit. Der Sommer ist vorbei und die Zugvögel treten den Wegzug an. In Norddeutschland wurden am 13. August die ersten 12 rastenden Mornellregenpfeifer entdeckt. Bei uns hier in Westsachsen liegen die üblichen Durchzugszeiten der Art zwischen dem 25. August und 5. September mit Schwerpunkt um den Monatswechsel August/September.

Der bekannte westsächsische Ornithologe Jens Halbauer beobachtet seit vielen Jahren das Durchzugsgeschehen der Art in so einem traditionellen Rastgebiet in der Nähe von Werdau. Er kennt die Verhältnisse und die Gewohnheiten der Vögel genau und beobachtet daher dort auch jeden Herbst rastende Mornellregenpfeifer. Mit ihm in dieser Zeit unterwegs zu sein, bietet hohe Chancen, die seltenen Vögel beobachten zu können. Allerdings, eine Erfolgsgarantie kann niemand geben, denn die Tagesverhältnisse, auch was die Wettersituation anbetrifft, kann niemand voraussagen!

Wir laden unsere Bartmeise-Reisegäste zu einer gemeinsamen Exkursion am Dienstag, 1. September, nach 08412 Werdau bei Zwickau ein. Die Exkursion beginnt um 8.30 Uhr in Werdau (Ende gegen 11.00 Uhr). Aufgrund der bekannten Sicherheitsvorkehrungen infolge der Pandemie müssen wir um Anmeldung bitten! Die Teilnahme ist kostenfrei. Mit der Bestätigung der Anmeldung wird auch der genaue Treffpunkt bekanntgegeben. Anreise mit eigenem PKW ist Voraussetzung zur Teilnahme.

Anmeldungen bitte an:

per E-Mail: info@bartmeise.de oder hartmutmeyer11@gmail.com oder per Fax 03723 – 44211.

Hartmut Meyer

Bildautor aller Fotos (2019): Jens Halbauer (Werdau) 

Silberreiher seit 11 Jahren Brutvogel in Ostdeutschland – Exkursion für Bartmeise-Reisegäste zum NSG „Große Rosin“

Silberreiher seit 11 Jahren Brutvogel in Ostdeutschland – Exkursion für Bartmeise-Reisegäste zum NSG „Große Rosin“

Silberreiher am Nest in Niederdorf. Foto: E. Akkermann

Auch wenn der Silberreiher in Deutschland nun bereit seit mehr als 20 Jahren (bis auf die Monate Mai bis Juli) Jahresvogel ist und auch hier in Sachsen im Herbst Ansammlungen von bis zu 600 Vögeln in Fischteichgebieten keine große Seltenheit mehr sind, hat kein anderes deutsches Bundesland so viele Silberreiher wie Mecklenburg-Vorpommern, wo an mind. einem Schlafplatz Maximalzahlen von bis zu 1.600 Silberreihern nachgewiesen wurden. Daher war es vielleicht auch für Profis keine Überraschung, dass der erste deutsche Brutnachweis 2009 für die Art in Mecklenburg-Vorpommern, an der Ostsee, erbracht wurde. Aber für viele Vogelfreunde ist dieser Umstand noch immer noch recht unbekannt.

Unser Reisefreund Frank Vökler, ein bekannter Avifaunist und Vorstandsmitglied der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern OAMV, der die Kolonie betreut, kennt die Geschichte von Anfang an und hat für Bartmeise-Reisen den Verlauf der Besiedlung bis heute nachgezeichnet:

Seit 2005 nahm das Auftreten des Silberreihers in Mecklenburg-Vorpommern (MVP) wie auch in anderen Teilen Deutschlands, deutlich zu. Erstmals seit 2009 brütet die Art in MVP, in Niederhof bei Stralsund in der bekannten Graureiher- und Kormorankolonie. Die Silberreiher brüten hier inmitten der Graureiher teils auf den gleichen Nistbäumen (Rotbuchen). 2015 hatten sich bereits 12 Brutpaare angesiedelt, und in diesem Jahr habe ich bereits 32 Brutpaare mit Nest beobachten können. Die Reiher werden hier alljährlich von mir erfasst. 2015 brüteten auch zwei Paare im NSG „Große Rosin“ am Kummerower See auf Grauweidenbüschen, allerdings leider erfolglos. Zwar werden alljährlich auch weiterhin hier Vögel im Brutkleid festgestellt, eine Brut konnte seither allerdings nicht mehr festgestellt werden. Im NSG „Große Rosin“ sammeln sich alljährlich nach der Brutzeit Silberreiher, die im August/September Höchstzahlen erreichen (Ende Sept. 2015: max. 1.620 Exemplare). Daneben gibt es zahlreiche weitere Schlafplätze an verschiedenen Stellen in Mecklenburg-Vorpommern mit oft mehr als 300-500 Vögeln. Die Tabelle (oben) zeigt das jährliche Auftreten der Art in MVP.

Bartmeise-Reisen lädt seine Reisegäste (und gern auch solche, die es werden möchten) am 29./30. August 2020 zu zwei geführten Exkursionen in das NSG “Große Rosin“ am Kummerower See ein. Die wiedervernässten Polderflächen der Peene am Kummerower See haben sich in wenigen Jahren zu einem Vogelparadies der Sonderklasse entwickelt, welches in Deutschland einzigartig ist. Bruten der Weißbartseeschwalbe (2020 ca. 30 Paare, nach Unwetterereignis vermutlich erfolglos), 40-50 BP Trauerseeschwalbe, dazu Weißflügelseeschwalben zur Brutzeit anwesend, verdeutlichen die herausragende Qualität dieses Schutzgebietes. Der einzigartige Charakter dieser permanent unter Wasser stehenden Polder versetzt den Besucher in eine Art “deutsches Pantanal”. Diesen Eindruck hat unser brasilianischer Mitarbeiter, der Ornithologe und Biologe Adrian Eisen Rupp aus Santa Catarina in Südbrasilien, bei einem Besuch im Jahr 2018 mit den Worten auf den Punkt gebracht: „Es fehlen nur die Wasserschweine, ansonsten Pantanal pur!“

Unsere Exkursionen finden am Sonnabend und Sonntag 29./30. August 2020 statt. Erster Treffpunkt wird am Sonnabend, 29.08., um 17.00 Uhr in Aalbude (Ortsteil von 17159 Dargun) sein, zu einer Abendexkursion in das Gebiet, um Silberreiher am Schlafplatz und die weitere Vogelwelt zu beobachten. Und am Sonntagvormittag steht dann eine weitere gemeinsame Exkursion an, zu der es aus berufenem Munde von Frank Vökler auch viele Inforationen geben wird.

Da vermutlich auch noch Ende August gewisse Schutzmaßnahmen infolge der COVID-19-Pandemie zu beachten sein werden, muss die Teilnehmerzahl limitiert werden. Interessenten müssen sich daher bitte ab sofort verbindlich per Email an info@bartmeise.de anmelden (mit Name/Adresse/Geburtsdatum und Telefonnummer mobil). Und das bitte bis 30. Juli 2020. Der Unkostenbeitrag von 20,00 € pro Person ist nach Bestätigung der Anmeldung zu überweisen.

Details zum Ablauf, zu den genauen Treffpunkten etc., werden nach der Bestätigung der Anmeldung gegeben.

In der Gemeinde 17159 Dargun bzw. in der Umgebung des Kummerower Sees, zwischen Demmin und Malchow (Umkreis 20km) gibt es zahlreiche Pensionen, Hotels, Gasthöfe und Ferienwohnungen, die genutzt und von Jedermann nach Bedarf selbst gebucht werden können.

Hartmut Meyer

info@bartmeise.de

Klimaveränderungen bringen neue Vogelarten auch ins Erzgebirgsvorland: „Start frei“ für die Bienenfresser

Klimaveränderungen bringen neue Vogelarten auch ins Erzgebirgsvorland: „Start frei“ für die Bienenfresser

Nachdem wir uns seit mehr als 20 Jahren schon an den Silberreiher fast als Ganzjahresvogel „gewöhnt“ haben, bringt das spürbar milder werdende Klima auch weitere „südliche“ Vogelarten als Brutvögel nach Sachsen, und sogar hier ins eigentlich kühle Erzgebirgsvorland. Nach Wendehals und Wiedehopf sind nun auch die Bienenfresser (European Bee-eater) so weit, dass wir sie zu den regelmäßigen Brutvögeln zählen können.

In diesem Jahr gibt es im Tal der Zwickauer Mulde zwischen Glauchau und Rochlitz wieder zwei besetzte Brutplätze, zusammen mit 2019 insgesamt drei Brutplätze. Im Moment sind insgesamt fünf Brutpaare erfolgreich und füttern teils große Junge, die in den nächsten Tagen ausfliegen werden. Und dabei ist es nicht auszuschließen, dass unentdeckt noch weitere Brutansiedlungen vorhanden sein könnten, zumal sich im Mai an einem der beiden aktuell besetzten Brutplätze bis zu 16 Altvögel aufhielten. Dafür spricht auch, dass die Vögel, was den Brutplatz anbetrifft, relativ anspruchslos sind, wenn die Bodenbeschaffenheit für das Graben der Bruthöhle ausreicht.

Als Höhlenbrüter haben die Bienenfresser nur wenige Feinde, allerdings erscheint das angesichts eines Turmfalken, der heute einem fütternden Bienenfresser bis an den Eingang seiner Bruthöhle hinterherjagte und versuchte, dort einzudringen (Foto: A. Kretschel), relativ zu sein.

Nachdem die Art in Sachsen im Vergleich zum Nachbarland Sachsen-Anhalt, wo sich der aktuelle Verbreitungsschwerpunkt für die Art in Deutschland befindet, bisher nur moderate 60-100 BP im Elbtal und in Nordsachsen aufwies, bewegen sich die Bestände in diesem Jahr deutlich nach oben. Um die 350 Brutpaare sind aktuell 2020 für Sachsen bekannt. Tendenz steigend! Und angesichts der Tatsache, dass sich ehemals häufige Brutvögel wie Kiebitz und Rebhuhn … mehr und mehr von uns verabschieden, eine zumindest tröstliche Entwicklung.

Bis Ende April 2021 müssen wir uns in den nächsten Tagen von den hübschen Bienenfressern verabschieden. Rasch nach dem Ausfliegen der Jungvögel verlässt die Art ihren Brutplatz und tritt den Wegzug in die afrikanischen Winterquartiere an.

Auf unseren Reisen dorthin, in die Steppengebiete Afrikas, z.B. nach Kenia im September, können wir jederzeit mit Beobachtungen von Bienenfresser und Wiedehopf rechnen. Auch dort sind die hübschen Vögel immer ein Farbtupfer in der Landschaft.

Hartmut Meyer
CEO Bartmeise-Reisen

Bienenfresser in der Presse (Freie Presse Chemnitz, lokal und Sachsen, 11.08.2020)

Alle Fotos: Andreas Kretschel (Pressefotograf).

Durch Bindegarn gefährdete Baumfalken-Jungvögel bei Bruten in Krähennestern auf Eisengittermasten

Durch Bindegarn gefährdete Baumfalken-Jungvögel bei Bruten in Krähennestern auf Eisengittermasten

In Westsachsen brüten die Baumfalken (Falco subbuteo – Hobby) seit Jahren bevorzugt auf Energiemasten (Brutplatz 1. Mast, Ausleger links unten, 2020. Foto: H. Meyer) und nutzen dort die meist zahlreich vorhandenen Nester der Rabenkrähen als Brutplatz. Man kann die zukünftigen Brutplätze der Baumfalken oft schon im Mai ausmachen, denn noch in der Nestlingszeit der Rabenkrähen sitzt das Baumfalken-Paar stundenlang auf dem nächsten Mast und „wartet“, bis die Krähen verschwunden sind. Oft werden Jungkrähen dann auch aktiv vom Baumfalken-Paar vertrieben. Und danach beziehen sie sofort das ausgewählte Krähennest auf dem Mast, welches in vielen Fällen eine tödliche Gefahr für die kleinen Greifvögel bereithält: Bindegarn aus der Landwirtschaft!

Auch In diesem Jahr sind in der Agrar-Landschaft im Umland um das Tal der Zwickauer Mulde/Lkr. Zwickau mindestens drei solcher Mast-Bruten vom Baumfalke bekannt. In den Nestern werden derzeit Junge gefüttert, wie Beobachtungen vom gestrigen Tag zeigten. Die Jungvögel sind noch klein, noch nicht so mobil. Aber mit dem Heranwachsen der jungen Baumfalken steigert sich auch deren Bewegungsdrang in den Krähennestern. Leider findet sich defacto in jedem Nest mehr oder weniger Bindegarn aus Plastik aus der Landwirtschaft, welches die Krähen allzu gern zum Auspolstern ihrer Nester eintragen. Das achtlos in den Strohballen belassene Bindegarn gelangt über den Mist aus den Ställen auf die Felder. Und innerhalb dieses Kreislaufs können die Plastikschnüre zu tödlichen Fallen für Baumfalken, aber auch andere Arten wie Turmfalken und sogar die Rabenkrähen selbst werden. Im Bild (links) ein strangulierter toter Turmfalke, für den es keine Hilfe mehr gab.

Wer jetzt und in den nächsten Wochen an Mastbruten von Baumfalken beobachtet solltet unbedingt darauf achten, ob sich Jungvögel ungewöhnlich verhalten, vielleicht einer im Nest zurückbleibt. Vor einigen Jahren entdeckten wir einen jungen Baumfalken, der im Nest festhing und sogar noch Wochen nach dem Ausfliegen seiner Gewischter vom einem verbliebenen Altvogel mit Futter versorgt wurde. Eine seinerzeit unverzüglich veranlasste Rettungskation kam leider zu spät.

Schon mehrfach haben unsere Ornithologen in Zusammenarbeit mit den Unteren Naturschutzbehörden und den Netzbetreibern Rettungskationen für junge Baumfalken und andere Arten gestartet. Oft mit viel Aufwand, denn der Netzbetreiber muss die Fernleitung abschalten, Prof-Kletterer müssen anreisen, aber am Ende meist erfolgreich für die Baumfalken!

Wer – in Bindegarn – festhängende  Vögel beobachtet, der sollte unbedingt seine zuständige Untere Naturschutzbehörde informieren. Die wiederum hat Kontakte zu den Netzbetreibern und kann eine Rettungsaktion veranlassen. Privates Erklettern der Maste hingegen ist lebensgefährlich, zudem verboten und sollte wirklich unbedingt unterbleiben!

Hartmut Meyer

Startbild: In Bindegarn strangulierter Turmfalke in Krähennest auf Eisengittermast. Foto: H. Meyer

Ungewöhnliches mehr aus unserer Vogelwelt: Was macht der Mauersegler als Brutvogel in einem Knorpelkirschaum?

Ungewöhnliches mehr aus unserer Vogelwelt: Was macht der Mauersegler als Brutvogel in einem Knorpelkirschaum?

Dass der Mauersegler (Common Swift) in grauer Vorzeit vermutlich ausschließlich in Baumhöhlen (und Felsen) gebrütet hat, lässt sich gut vermuten. Mindestens seit dem Menschen größere Behausungen bauen und bewohnen und die Industriekultur Einzug hielt, hat sich die Art dem Menschen eng als Gebäudebrüter angeschlossen. Und das wird ihr heutzutage leider allzu oft zum Verhängnis, da bei Gebäudesanierungen meist gezielt alle Hohlräume verschlossen werden. Ebenso wie beim Kleingärtner-Wahn, das Gras alle sechs Tage auf englischen Standard mähen zu müssen, siegt heute oft der Zwang, auch nur jede Ritze am Haus zu verschließen … um der EU-Norm XYZ irgendwie gerecht zu werden.

Ob die Entdeckung einer Mauerseglerbrut in einer Buntspechthöhle hier in der sächsischen Kleinstadt Hohenstein-Ernstthal eine Art „zurück zu den Wurzeln“ bei der Art ist, muss völlig offenbleiben. Schließlich gab es vor einigen Jahren auch noch eine kleine Baumbrüterkolonie in großen Bäumen in Mitteldeutschland (Literatur dazu siehe unten), wohl als Relikt aus der früheren Zeit. Ersatzmaßnahmen wie das Aufstellen von Mauersegler-Laternen, wie hier im Bild (unten) in Oberlungwitz, führen, wenn der Standort optimal ist, meist zu einem guten Erfolg und helfen der Art auch.

Dass sich der Mauersegler im zweiten Jahr in Folge in einer Buntspechthöhle in ca. 4 Meter Höhe in einem Kirschbaum in einem innerstädtischen Hausgarten seine Kinderstube eingerichtet hat, ist jedoch absolut ungewöhnlich! Weder in der regionalen sächsischen Literatur noch in den neuzeitlichen Datensammlung beim Verein Sächsischer Ornithologen e.V. bzw. beim Landesamt für Umwelt und Geologie (SMUL) ist je ein derartiger Brutplatz bekannt bekannt geworden!

Dieser Fund in westsächsischen Kleinstadt Hohenstein-Ernstthal am Rande des Erzgebirges reiht sich also ein in die anhaltenden Veränderungen, die unsere heimische Vogelwelt derzeit permanent erfährt.

Noch am Montag (13.07.) hat das Paar seine Jungvögel im Kirschbaum gefüttert. Andreas Kretschel gelangen die hier gezeigten ungewöhnlichen Bilder. Und wenn am 30. Juli die Masse der Mauersegler in den Süden Afrikas aufbricht dann könnten vielleicht „zwei Jungvögel davon berichten, dass sie nicht in einem schnöden Mauerloch, sondern einem gut gepflegten Knorpelkirschenbaum das Licht der Welt erblickt haben.“

Ein großes Dankeschön gilt der Familie Schenk aus Hohenstein-Ernsttahl, die den Brutplatz in ihrem Garten 2019 entdeckten und das Umweltamt des Landkreises darüber informierten! Außerdem hat die Familie bei der Sanierung ihres Hauses im Dachbereich weitere Brutplätze für die Art geschaffen, die auch genutzt werden.

Bei unserer Reise im September in die Savannen Ostafrikas, nach Kenia, haben wir – vor Mai 2021 –  wieder Chancen, „unsere“ Mauersegler zu sehen. Vielleicht sogar die Kirschbaum-Brüter? Aber das bleibt ein Geheimnis. Unsere Reise nach Kenia in die Masai Mara zur großen Tierwanderung kann nach heutigem Kenntnisstand durchgeführt werden. Noch sind vier Plätze verfügbar.

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Hartmut Meyer

Alle Fotos: Pressefotograf Andreas Kretschel

 

Mausersegler-Brutkolonie (mind. 12 BP) in der Mauersegler-Laterne in 09358 Oberlungwitz, Abteistraße.

“Kuckuckskinder” und Buschrohrsänger im Knöterich – ertaunliche Neuigkeiten aus unserer Vogelwelt

“Kuckuckskinder” und Buschrohrsänger im Knöterich – ertaunliche Neuigkeiten aus unserer Vogelwelt

Wer von uns hat sich nicht schon über den Staudenknöterich (Fallopia spp.), einer aus Südostasien eingeschleppten Pflanze (Neophyt) geärgert, der jegliche Bach- und Flussufer zuwuchert und sich sogar in die Fläche ausbreitet? Bei den Wasservogelzählungen z.B. verdeckt die wuchernde Pflanze die Sicht auf die Wasservögel, was die Zählungen erheblich erschwert. Gleichzeitig stellte man aber auch fest, dass die Knöterich-Bestände den Wasservögeln Schutz bieten gegen das zunehmende Begängnis von Spaziergängern mit Hunden. Und zur Brutzeit wunderte man sich eine Weile über Mönchsgrasmücke, Amsel, Goldammer, Neuntöter und Sumpfrohrsänger, deren Gesänge regelmäßig an solchen Standorten zu hören waren, obwohl es dort vermeintlich gar keine geeigneten Brutmöglichkeiten gab!

Junger Kuckuck im Nest des Teichrohrsängers im Juni 2020, aber hier neu im Knöterich. Man beachte die Nestbauweise. Foto: Jens Hering

Unser Vereinsfreund und VSO-Vorstandsmitglied Jens Hering war der erste, der sich die Mühe gemacht und die Knöterich-Bestände näher untersucht hat. Eine zugleich ziemlich schmutzige Angelegenheit, auf allen Vieren durch die Bestände zu kriechen, noch dazu nicht ganz ungefährlich, da Wildschweinrotten hier ebenfalls sehr gern ihre Domizile aufschlagen. Was Hering ans Tageslicht gebracht hat, war eine kleine Sensation und in der deutschen Vogelkunde bis dato unbekannt! Die oben genannten Vogelarten, insbesondere Sumpfrohrsänger (Marsh Warbler, Acrocephalus palustris), bilden ausgedehnte Brutbestände im Knöterich-Dschungel in höchsten Siedlungsdichten! Und in diesem Jahr hat sich in einer kleinen Kontrollfläche entlang der Zwickauer Mulde im Landkreis Zwickau, um die Gemeinden Remse und Crossen, herausgestellt, dass die Sumpfrohrsänger im Knöterich unseren immer seltener werdenden Kuckuck ideale und perfekte Kinderstuben bieten! Allein fünf Sumpfi-Nester mit einem „Kuckuckskind“ konnten in den vergangenen Tagen gefunden werden, alle im Knöterich!

Hering hat bereits dazu publiziert, in Fachmagazinen (Der Falke, Die Vogelwarte – siehe unten) und in der Tagespresse, um auf die neue und bisher unbekannte Bedeutung dieser Pflanze als Brutplatz für unsere heimischen Vögel hinzuweisen. Und nun müssen wir alle gemeinsam versuchen, Behörden, Kommunen, Agrarbetriebe und Grundstückseigentümer davon zu überzeugen, dass das Abmähen der Knöterichbestände zur Brutzeit (Mai bis Juli) eine massive Vernichtung von Vogelbruten darstellt und unbedingt unterbleiben muss! Die Bestände können jederzeit nach der Brutzeit gemäht werden, denn bis zur Brutsaison im kommenden Jahr bildet der Knöterich als schnell wuchernde Pflanze wieder seine für die Vogelbruten notwendige Dichte aus.

Buschrohrsänger im Knöterich, Juni 2020. Digiskopie-Foto: T. Augst.

Weitere Überraschungen bleiben nicht aus! In diesem Jahr gab es sogar den ersten Nachweis einer Teichrohrsängerbrut (European Reed Warbler, Acrocephalus scirpaceus) in Knöterich, wobei Jens Hering auch erstmals eine völlig neue Nestbauweise für die Art, die nirgends in der wiss. Literatur beschrieben ist, nachweisen konnte. Und, sogar der Buschrohrsänger (Blyth’s Reed Warbler, Acrocephalus dumetorum), eine Vogelart aus der Ostpaläarktis, die in diesem Jahr wieder einen Vorstoß nach Mitteleuropa gemacht hat und in Sachsen gleich an zwei Stellen (Werdauer Wald und im Elbtal) festgestellt (fotografiert, Tonaufnahmen, Beringung) wurde, hält sich seit Mai bereits inmitten eines Siedlungsgebietes an einem mit Knöterich bewachsenem Flussufer im Elbtal auf und singt dort fleißig. Der Vogel ist, wie bei der Beringung festgestellt wurde, unverpaart.

Buschrohrsänger bei der Beringung, Juni 2020. Foto: J. Hering

Bei weiteren Untersuchungen im Knöterich dürften neue Überraschungen zu erwarten sein. Aber schon jetzt ist die Bedeutung dieser vielgehassten Pflanze als Brutplatz für unsere heimische, teilweise sogar bedrohte Vogelwelt, eine Sensation!

Über solche und weitere Neuigkeiten zur heimischen (und auch zu internationalen) Vogelwelt informieren wir auch stets bei unseren Reisen rund um die Welt! Im September/Oktober 2020 in Kenia, im September und Oktober 2020 auch zum Vogelzug in Bulgarien und Griechenland sowie in Marokko (per heute EU-weit wieder als Reiseland ohne Einschränkungen zugelassen).

Für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung. Wir haben für alle Reisen noch Plätze verfügbar (exklusive Einzelzimmer für Griechenland im Oktober, die bereits ausgebucht sind).

Hartmut Meyer

Titelfoto: Junger Kuckuck im Nest des Teichrohrsängers, klassisch im Schilf. Foto: A. Kretschel.

Literatur: 

Hering 2019_Fallopia & Brutvögel_Der Falke

Hering 2019_Fallopia & Brutvögel_Die Vogelwarte

 

Jetzt günstige Preise inkl. Airline-Insolvenzschutz für Fern- & Europaflüge zu unseren Reisen

Jetzt günstige Preise inkl. Airline-Insolvenzschutz für Fern- & Europaflüge zu unseren Reisen

Derzeit sind, natürlich infolge der traurigen Krise auch in der Luftfahrt, äußerst günstige Preise für Flüge zu fast allen unseren Reisen im Herbst/Winter 2020/21 verfügbar. Darauf möchten wir hierdurch ausdrücklich aufmerksam machen. So liegen die Preise ab innerdeutsch (oft mit Zubringerflügen ab fast allen deutschen Regionalflughäfen oder mit Zug zum Flug nach Frankfurt/M. bzw. München) in der Lufthansa-Group oder auch über Amsterdam bzw. Paris mit KLM/Air France deutlich unter dem üblichen Preisniveau. Ebenso günstig liegen im Augenblick auch die Flugpreise für unsere Reisen nach Kenia/Afrika im September und Oktober im Oktober 2020. Nach Nairobi ab/an innerdeutsch (z.B. Dresden, Leipzig, Berlin …) über Frankfurt/M. sind derzeit Economy-Preise ab 740,00 €, in Premium Economy ab 1.145,00 € verfügbar. Nach Varna/Bulgarien zur Vogelzugreise Ende September geht es ab Berlin, Leipzig oder Frankfurt für ab 200,00 bis ca. 300,00 €, nach Griechenland zum Kerkinisee Ende Oktober ab Berlin für ab 200,00 €.

Für unsere Reise nach Sri Lanka ab 28. November 2020 konnten wir ebenfalls in der Lufthansa-Group Direktflüge (ohne Umstieg in Asien!) von Zürich nach Colombo für 760,00 € sichern (inklusive Zubringerflüge aus Berlin und Frankfurt), zu denen es – auch in Sachen Flugzeiten – keine Alternative gibt! Unsere neue Reise nach Argentinien im Dezember ist per längstem Lufthansaflug (fast 14h Flugzeit direkt bis Südamerika) ab/an innerdeutsch über Frankfurt/M. bis zum Zielpunkt in Economy für nur 1.008,00 € zu bekommen, in der Premium Economy Class für nur 1.508,00 €!

Wer an einer dieser Reisen teilnehmen möchte dem sei empfohlen, jetzt zuzugreifen! In einigen Wochen könnten diesen günstigen Preise vergriffen sein. Die Lufthansa-Group ebenso wie KLM/Air France bieten aufgrund gewisser Unsicherheiten bedingt durch die Pandemie für 2020 und 2021 günstige und meist kostenfreie Umbuchungsmöglichkeiten, so dass eine Flugbuchung für den genannten Zeitraum ein geringes Risiko darstellt.

Bartmeise-Reisen macht auch darauf aufmerksam, dass wir ab sofort und bis auf Widerruf für alle von uns vermittelten Flugtickets eine Airline-Insolvenzversicherung für 6,90 € pro Ticket dazu buchen, die im Falle einer unerwarteten Insolvenz des Leistungsträgers (der Airline) den gezahlten Flugpreis absichert. Die hier genannten Preisangaben entsprechen dem Stand (Ticketgroßhandel) von 20.06.2020 und können sich täglich ändern!

Für Auskünfte stehen wir gern zur Verfügung (E-Mail an: info@bartmeise.de).

Hartmut Meyer
CEO

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