Gänsesäger an der Mulde – Reise zum brasilianischen Dunkelsäger am San Francisco-Fluss

Gänsesäger an der Mulde – Reise zum brasilianischen Dunkelsäger am San Francisco-Fluss

Was haben die Zwickauer Mulde und der San Francisco-Fluss im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais gemeinsam? Defacto nichts, aber dennoch, beide Gewässer sind Lebensraum für je eine Säger-Art, eine europäische und eine südamerikanische.

Gänsesäger-Weibchen am Nistkasten an der Rochsburg. Foto: J. Hering

Die Zwickauer Mulde, die auf dem Kamm des Westerzgebirges entspringt, durch das Erzgebirgische Becken fließt und in Nordsachen in die Elbe übergeht, ist seit kurzer Zeit auch Brutheimat des europäischen Gänsesägers (Mergus merganser), der in den vergangenen Jahren diverse neue Lebensräume im deutschen Binnenland, insbesondere in Mittelgebirgslagen, erobert hat. Im Landkreis Mittelsachsen wurde im Jahr 2018 die erste Gebäudebrut der Art in einem Dohlen-Nistkasten hinter einem Fenster, ca. 24 Meter hoch an der Südmauer der mittelalterlichen Rochsburg bei Lunzenau (gelbe Markierung im Foto zeigt den Brutplatz/Fenster)  gefunden. Und auch in diesem Jahr, zum dritten Mal im gleichen Kasten, sind die jungen Gänsesäger geschlüpft und nach unten gesprungen, dann ca. 150 Meter unbeschadet durch den Wald zur Zwickauer Mulde gewandert, wohin der Altvogel lockte. Aus 13 Eiern schlüpften am 26. April 2020 (nochmals einige Tage früher als in den Vorjahren!) 13 Jungvögel. Zwölf sprangen die Schlossmauer hinunter, einer, das Nesthäkche vielleicht, wurde vom Hausmeister getragen …

In der Brasilianischen Steppe. Foto: H. Meyer

Der San Francisco-Fluß im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais der durch die Steppe/Cerrado fließt, ist wiederum Heimat einer anderen Sägerart, vom Dunkelsäger (Brazilian Merganser, Mergus octosetaceus). Diese Art ist, im Gegensatz zum Europäer, akut vom Aussterben bedroht. Wie viele Brutpaare noch am San Francisco-Fluß zu finden sind, ist unbekannt. Aber BirdLife Brazil schätzt, dass es auf über 36.000 km² nur noch 50-250 adulte Individuen von dieser Art gibt. Damit gilt auch der Dunkelsäger als einer der seltensten Vögel Brasiliens überhaupt! Unsere Reise in die Cerrado im November (siehe Reiseprogramm) bietet die Möglichkeit, auch diese Art, neben dem seltenen Blauaugentäubchen, beobachten zu können. Zwei absolute avifaunistische Höhepunkte, neben weiteren seltenen und endemischen Arten der Steppe.

Schon deswegen sollte man diese Reise in die Cerrado/Steppe, in das beeindruckende Hinterland der Mata Atlantica, vom 1. bis 14. November 2020 nicht verpassen!

Hartmut Meyer

Titelfoto: Dunkelsäger, vom Aussterben bedroht. Foto: A. Eisen Ruppe

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