Bei den Endemiten auf den Andamanen – Unterwegs auf unbekannten Inseln in der Andamanensee

Bei den Endemiten auf den Andamanen – Unterwegs auf unbekannten Inseln in der Andamanensee

Anfang Dezember 2018 kehrte unsere Bartmeise-Reisegruppe von den Andamanen zurück. Diese Inselgruppe gehört zu Indien und liegt ca. 1.400 km östlich des Festlandes im Golf von Bengalen und der Adamanensee, sehr nahe an der Südspitze Myanmars und dem nördlichen Sumatra.

Zauberhafte Westküste. Foto: H. Meyer

Ziel der Ornithologen auf den Andamanen (kombinierte Reise mit Westen Ghats auf dem Indischen Festland – siehe Kurzbericht nebenstehend) war die Bekanntschaft mit und die Beobachtung der 21 endemischen Vogelarten, was auch recht gut gelang. Bis auf eine Art, die Andamanen-Schleiereule, die nicht gefunden werden konnte, ließen sich 18 weitere Endemiten, darunter z.B. Dunkelkauz, Andamanenkauz, Andamanen-Zwergohreule und Orient-Zwergohreule sowie Andamanenspecht und –Schlangenweih gut beobachten und fotografieren. Die Andamanen-Nachtschwalbe und die Andamanenralle, die eher nachtaktiv sind, gelang es wenigstens kurz zu sehen bzw. zu hören.

Feuchtgebiet auf Grand Andaman. Foto: H. Meyer

Die Andamanen bestehen aus ca. 600 Inseln, von denen aber nur ca. 35 bewohnt sind. Die bekannteste davon ist Grand Andaman, auf der auch unsere Gruppe unterwegs war. Einen guten touristischen Ruf genießt Havelock Island, das auch eine entsprechende Infrastruktur mit herausragenden Stränden und Beach-Resorts bietet. Im Gegensatz dazu beherbergen die Andamanen aber auch eines der letzten unberührten Ur-Völker dieser Welt. Auf North Sentinel Island lebt abgeschieden und komplett zurückgezogen das Volk der Sentinelesen, das jeden Kontakt zur Außenwelt ablehnt. Die indischen Behörden, die noch nicht mal die Sprache des Volkes kennen,  respektieren dies und schirmen die Insel komplett ab. Dennoch geriet North Sentinel Island kurz vor unserer Reise in die Schlagzeilen der Weltpresse, weil ein fanatisch-religiöser US-Bürger versuchte, die Sentinelesen zu missionieren. Bei diesem Versuch wurde er von den Ureinwohnern mit Pfeil und Bogen erschossen. 

Zum Abschluss unserer Reise am letzten Tag blieb ein wenig Zeit, um in die Historie der ehemaligen berüchtigten Gefängnisinsel einzutauchen. Bei einer Besichtigung des Gefängnisses in Port Blair – heute nationales Mahnmal – aus der britischen Kolonialzeit auf der Hautinsel konnte man erahnen, unter welchen grausamen Bedingungen Tausende Freiheitskämpfer Indiens gegen die britischen Kolonialisten eingekerkert waren und ihr Leben verloren.

Hartmut Meyer

Startfoto: Bartmeise-Reisegruppe im historischen Gefängnis der Insel Grand Andaman. Foto: H. Meyer.

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