Unterwegs zwischen Regenwald und Savanne: Rundreise durch das westafrikanische Ghana im Oktober 2022 erfolgreich

Unterwegs zwischen Regenwald und Savanne: Rundreise durch das westafrikanische Ghana im Oktober 2022 erfolgreich

Eine sehr angenehme Überraschung erlebte unsere Reisegruppe, die vom 15. bis 30. Oktober 2022 im westafrikanischen Ghana unterwegs war, bei der Ankunft im Ankasa Nationalpark, der zum berühmten ‘Upper Guinea Rainforst’-Gürtel gehört und ganz im Westen des Landes, nur ca. 15 m entfernt von der Grenze zur Elfenbeinküste, liegt. Musste unsere letzte Reisegruppe vor einigen Jahren hier noch ein Zelt-Camp nutzen, durften wir nun in eine neu gebaute Lodge einziehen. Erst im vergangenen Jahr, verspätet auch durch die Pandemie, konnte unsere ghanaisch-britische Partnerfirma Ashanti African Tours diese neue Lodge in Betrieb nehmen. Statt Zelten warteten jetzt sieben moderne und großzügige geschnittene Bungalows für je zwei Personen – voll klimatisiert, mit Balkonen, Fenster mit Insektennetzen, eigene große Bäder und weiteren Annehmlichkeiten – auf unsere Gäste, und das schon im Nationalpark, im Herzen der Natur, gelegen! Zur Anlage gehört natürlich auch ein schönes Restaurant. Francis (Bildmitte), der junge Manager (beim letzten Besuch war er noch der Chefkoch im Zelt-Camp) und seine Damen aus der Küche, boten exzellenten und äußerst freundlichen Service, der keine Wünsche offenließ. Alle Speisen konnten immer frisch zubereitet aus drei verschiedenen Hauptgängen ausgewählt werden, nebst Vorspeisen und Desserts.

Diese neue Lodge setzt nun Maßstäbe für das ganze Land, das nun nicht unbedingt zu den Touristen-Hotspots in Afrika zählt und wo viele Rahmenbedingungen für den Tourismus noch stark verbesserungsbedürftig sind. Jedenfalls haben sich unsere Gäste hier ausgesprochen wohl gefühlt und waren sogar traurig, als die Zeit im Nationalpark nach drei Tagen abgelaufen war und unsere Rundreise weiterziehen musste …

Insgesamt verlief unsere vogelkundliche Reise außerordentlich erfolgreich. Im ersten Teil standen die berühmten ‘Upper-Guinea-Regenwaldgebiete’ mit ihrer bemerkenswerten und teil endemischen Vogelwelt entlang der Gold-Küsten zwischen Accra und Ankasa im Programm. Und beendet wurde unsere Reise ganz im Norden des Landes, in den Savannen-artigen Gebiete im Mole-Nationalpark nahe der Grenze zu Burkina Faso. Dazwischen lag ein weiterer Höhepunkt: Ein Besuch bei den selten, vom Aussterben bedrohten (einst ausgestorben geglaubten) Gelbkopf-Felshüpfern in Zentral-Ghana. Diese ganz besondere Vogelart lebt in lockeren Familienverbänden ganzjährig an ihren Brutplätzen an solitären Felsen im Wald, wo sie ihre Lehmnester unter den Felsen angeklebt auch außerhalb der Brutzeit allabendlich aufsuchen. Und so hatten wir auch das Glück, mindestens zwei der ungewöhnlichen Stelzkrähen, wenn auch bereits in der Dämmerung und bei Gewitterstimmung, gut zu sehen. Auch hier im nächsten Dorf, das intensiv in den Schutz dieser Vogelart einbezogen ist, hat unsere Partnerfirma neben einer Schule eine weitere neue Lodge eröffnet. Und auch hier konnten wir in nagelneue und nach dem gleichen Muster wie in Ankansa errichteten Bungalows übernachten.

Auch wenn die Reise mit rund 350 gesehenen Vogelarten, darunter viele der gewünschten Spezialisten wie …, die es nur hier zu sehen gibt, erfolgreich war, gelang nicht alles. An außergewöhnlichen Wetterereignissen kann niemand etwas ändern. Leider führt der Schwarze Volta-Fluss enormes Hochwasser. Alle Sandbänke und die Uferbereiche waren bis in die Dörfer hinein überschwemmt, so dass es keine Chance gab, die sonst hier rastenden Krokodilwächter zu sehen.

Aber, alles geht eben nicht zusammen. Trotzdem und trotz der vielen, anstrengenden Fahrkilometer (rund 2.600 quer durch das gesamte Land) waren unsere Teilnehmer mit der Reise zufrieden. Gäste aus Hamburg, Susanne K. und ihr Ehemann Ernst K.,  meinten: „Auch diese Reise war für uns etwas ganz besonderes. Wie immer eure Reisen kleine Oasen, die wir sehr genießen. Die Begegnungen mit der Vogelwelt, der Natur, aber auch mit den Menschen einer anderen Kultur, lassen uns vom Alltag entfliehen und geben uns Entspannung … Danke an Bartmeise-Reisen für diese großartigen Momente.“

Hartmut Meyer
Bartmeise-Reisen

Startbild: Francis, der Manager, und sein Team in der Ankasa-Logde. Foto: H. Meyer
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Bartmeise-Reisegruppen wieder unterwegs in Südamerika und in West- bzw. Ostafrika – Restplätze für das Frühjahr buchen!

Bartmeise-Reisegruppen wieder unterwegs in Südamerika und in West- bzw. Ostafrika – Restplätze für das Frühjahr buchen!

Nachdem wir zwischen Juli und September 2022 aufgrund der Auswirkungen der weltweiten Energiekrise und den enormen Problemen an den europäischen Flughäfen verschiedene Reisen nach Südamerika absagen mussten, läuft unser Reiseprogramm seit Oktober 2022 wieder planmäßig.

Anfang der Woche traf unter Leitung unseres Südamerika-Spezialisten, unserem brasilianisch-deutschen Mitarbeiter Adrian Eisen Rupp, unsere diesjährige Reisegruppe im klassischen Pantanal, in einem der größten Feuchtgebiete der Erde, ein und entdeckt nun jeden Tag spannende neue Vogelarten. Im Programm stehen tägliche Vogel-Safaris bei Tag und auch bei Nacht. Ab Morgen warten dann die tollen Bootsfahrten auf den Urwaldflüssen, bei denen Jaguar (Foto unten, vom 12.10., A. Eisen Rupp), Riesenotter und Wasserschweine sehr sicher und vielleicht auch der Tapir gesehen werden können. Unser Gruppenfoto (links, Foto: A. Eisen Rupp) entstand vor wenigen Tagen am Eingang zum Pantanal, am Beginn der legendären “Transpantaneira”, die von hier ab als Sandpiste über abenteuerliche Holzbalken-Brücken bis an den Cuiabá-River führt. Ab hier können – wie auch bei dieser Reise – die seltenen Hyazinthara (Titelfoto, A. Eisen Rupp) und die großen Jabiru-Störche (Foto re., A. Eisen Rupp), Symbolvögel des Pantanal, beobachtet werden. Nach einigen Tagen Aufenthalt in Brasiliens größtem Feuchtgebiet führt unsere Reise weiter in die Endemiten-Regionen “Garden of the Amazons” und danach per Inlandsflug weiter in den Südamazonas, wo neue vogelkundlichen  Abenteuer warten.

Am Sonnabend, 15. Oktober 2022, startet eine weitere Reisegruppe in das westafrikanische Ghana zu einer Rundreisen zwischen der Goldküste und dem Mole-Nationalpark im Norden des Landes. Verschiedene ornithologische Höhepunkte wie ein Besuch bei den (vor Jahrzehnten ausgestorben geglaubten) Gelbkopf-Felshüpfern, sind hier geplant. Auch diese Reise ist ausgebucht.

Kapuzenammertangare.

Für unsere neue Reise nach Nord-Argentinien (15.-30.11.2022) zur neotropischen Vogelwelt am Ostabfall der gewaltigen Anden in den Provinzen Jujuy, Salta und Tucuman zwischen Altiplano, Puna, Chaco Serrano (baumlose Dornbuschsavanne) und den feuchten Tälern der Yunga im gleichnamigen UNESCO-Biosphärenreservat führt, sind jetzt auch kurzfristig noch zwei Plätze (ein Zimmer) verfügbar! Höhepunkte sind die subtropischen Bergregenwälder im Nationalpark Calilegula, die Trockenwälder und Dornbuschsavannen der Gran Chaco, die argentinische Puna, die Altiplano mit ihren Salzlagunen (Foto: Salzsee Laguna de Pozuelos, Puna und der Nationalpark Los Cordones, der neben einer besonderen Vogelwelt auch eine gleichnamige, bis 12 Meter hohe Kakteenart schützt.

Alle weiteren Ostafrika-Reisen 2022 nach Kenia im November, nach Uganda/Kenia-Primaten im November/Dezember und die fantastische Reise entlang der Kenianischen Küste des Indischen Ozeans mit den Endemiten der Taita-Berge sowie dem UNESCO-Weltnaturerbe-Gebiet “Mida Creek”, mit der wir uns dann in die Weihnachtsferien verabschieden, sind ebenfalls ausgebucht.

Unter dem Stichwort “Christmas-Birding 2022” bieten wir im Dezember allerdings noch eine sehr schöne Kurzreise an die bulgarische Schwarzmeerküste zwischen Durankulak und Burgas an. Für diese Reise – zum TOP-Preis (!!) – können noch Plätze gebucht werden.

In das neue Jahr starten wir am 6. Januar 2023 mit einem neuen Reiseangebot in unserer Reihe “Schatzinseln der Evolution” zu den eher unbekannten westafrikanischen Inseln Sao Tome & Principe mit ihren zauberhaften endemischen Vogelarten. Es ist unglaublich, was diese ehemals portugiesischen Inseln vor der Küste von Kamerun für eine traumhafte tropische Natur bewahren! Auch diese Reise ist ausgebucht. Aufgrund der Nachfrage bieten jedoch einen zweiten Termin ab 26. Januar an. Für diesen Termin gibt es derzeit noch Plätze. Interessenten sollten sich jedoch schnell entscheiden, damit die Flüge noch zu günstigen Frühbucher-Preisen gesichert werden können.

Einer der seltensten Vögel der Welt: Der Sao-Tome-Ibis. Foto: J. Hering.

Alle weiteren Reiseangebote bis mindestens Sommer 2023, die auf unserer Startseite oben unter dem Button “Reisen” nach persönlicher Vorliebe (Intensität des Programms!) als “Vögel intensiv”, “Vögel und mehr”, “Naturerlebnis-Touren” und (neu) “Vogelfotografie-Reisen” ausgewählt werden können, können ohne Probleme und in der Regel jetzt auch immer ohne PCR-Tests bzw. weitere Pandemie-Einschränkungen gebucht werden. Lediglich die Reiseländer geben heute vor, welche Voraussetzungen für die Einreise zu erfüllen sind (i.d.R. ein vollständiger Corona-Impfschutz). Aber es bereits auch Zielländer, die sogar darauf verzichten! Wir informieren alle Gäste in jedem Falle über diese Reise-Voraussetzungen.

Hartmut Meyer
CEO Bartmeise-Reisen

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Bartmeise-Reisegäste 2021 trotz Pandemie auf vier Kontinenten unterwegs – ihre Buchung jetzt hilft enorm!

Bartmeise-Reisegäste 2021 trotz Pandemie auf vier Kontinenten unterwegs – ihre Buchung jetzt hilft enorm!

Zwischen Juli und Dezember 2021 – seit September 2021 nur noch mit vollständig geimpften Gästen – hat Bartmeise-Reisen trotz Pandemie vogelkundliche Reisen auf vier Kontinenten (Amerika, Afrika, Asien und Europa) in mind. 10 Ländern erfolgreich und sicher durchgeführt. Es bleibt im Nachhinein festzustellen, dass für geimpfte Reisegäste keine Hindernisse bestanden und wir uns auch in den Ländern (im Rahmen der auch dort geltenden Vorschriften) frei bewegen konnten. Durch vorsorglich meist leicht geänderte An- und Abreisezeiten war es auch möglich, das vollständige Reiseprogramm lt. Ausschreibung zu bieten. Wenige Einschränkungen gab es nur dann, wenn Regierungen kurzfristig und ohne Vorankündigung Regeln so verändert hatten, dass wir nicht mehr darauf reagieren konnten.

Mit der neuen Virusvariante, die derzeit die Welt erobert, haben die allermeisten Länder der Welt erweiterte Regeln eingeführt. Und auch Deutschland überbieten sich Bund und Ländern derzeit mit  unabgestimmten Maßnahmen.

Seit Januar 2022 lassen immer mehr Länder (aktuell Kenia, Bulgarien, Sri Lanka …) nur noch vollständig geimpfte Gäste einreisen, wobei „vollständig“ jetzt nur mit Auffrischungsimpfung (booster) gilt! Demzufolge müssen alle Bartmeise-Reisegäste ab sofort bis 14 Tage vor Reisebeginn der jeweiligen Reise eine Auffrischungsimpfung (booster) nachweisen (Impfung bis vier Wochen vor Reisebeginn notwendig). Wir weisen auch darauf hin, dass einzelne Länder (z.B. aktuell Kenia) einen Genesenen-Nachweis nicht mehr akzeptieren, wobei dies aber einer Einzelfallprüfung bedarf.

Bartmeise-Reisen wird alle Reisegäste rechtzeitig vor Antritt einer Reise über die Bedingungen zur Einreise ins jeweilige Reiseland informieren. Und wie schon im vergangenen Halbjahr 2021 organisieren wir alle notwendigen Maßnahmen für die Rückreise. Wir übernehmen die Anmeldungen beim RKI und organisieren die PCR- oder Antigen-Tests vor Ort, so erforderlich. Befristet vorerst bis Juni 2022 übernehmen wir auch weiterhin die Kosten dafür. Um es unseren Gästen so bequem wie möglich zu machen, haben wir in verschiedenen Reiseländern komfortable Abläufe eingerichtet. In Peru und Uganda z.B. werden die Labor-Proben (PCR, Antigen etc.) von Mitarbeitern eines autorisierten Labors direkt in unseren Hotels entnommen. Anderswo in der Welt erhalten unsere Gruppen bevorzugte Termine in Testlaboren, so dass nur ein geringer Extra-Zeitaufwand notwendig wird.

Bartmeise-Reise bietet auch weiterhin kulante Rücktrittsregelungen im Störungsfalle an und sichert eine reibungslose Abwicklung zu. Unsererseits werden wir auch in 2022 bemüht sein, so viele Reisen wie möglich aus unserem Reiseprogramm durchzuführen. Gleichzeitig bedanken wir uns bei unseren Reisegästen für das Vertrauen in schwieriger Reisezeit 2021 und bitten Sie, uns auch 2022 wieder ihr Vertrauen zu schenken!

Buchen Sie bitte jetzt Ihre Wunsch-Reise aus unserem Programm! Sie helfen auch unseren Geschäftspartnern in den Reiseländern der so genannten Dritten Welt, die nun bald zwei Jahre lang unter den Auswirkungen der Pandemie leiden! Ihre Buchung jetzt für 2022 gibt uns die notwendige Unterstützung und Planungssicherheit, auch für unsere Geschäftspartner überall in der Welt! 

In der Grafik sind die derzeit für Deutschland geltenden Einreisebestimmungen dargestellt. Bartmeise-Reisen führt zudem nur Reisen in “grüne” und “orange” Länder durch, keine in Virus-Variantengebiete!
Das Startbild zeigt eine Bartmeise-Reisegruppe im Dezember 2021 in Sri Lanka. Foto: H. Meyer
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Neue Brutvogelart für Gambia: Sächsischer Vogelforscher entdeckt Little Rush-warbler am Gambia-River

Neue Brutvogelart für Gambia: Sächsischer Vogelforscher entdeckt Little Rush-warbler am Gambia-River

Unserem Vereinsfreund Jens Hering (Limbach-Oberfrohna), Vorstand im VSO und Beirat der DO-G, der seit Jahren gezielte ornithologische Forschungen insbesondere in Afrika betreibt, gelingen immer wieder recht spektakuläre Entdeckungen, über die er in der orn. Fachpresse regelmäßig publiziert. Neben seinen früheren Aktivitäten u.a. auf den Azoren und in Libyen (er ist Mitautor des Buches: „Oiseaux de Libye – Birds of Libya”) laufen derzeit noch – nur durch die Pandemie unterbrochen – seine Forschungen zur bis dato reichlich unbekannten Vogelwelt auf dem Nasserstausee in Ägypten.

Jens Hering (li.) und Solomon Jallow (re.) mit den zur genetischen Beprobung gefangenen Sumpfbuschsängern. Foto: H.-J. Eilts.

Aber auch für das kleine westafrikanische Land Gambia, das ornithologisch seit Jahrzehnten als „völlig erschlossen“ und vor allem von britischen und französischen Ornithologen als „bestens untersucht“ gilt, konnte er eine bisher unbekannte Vogelart sicher nachweisen!

Der Erstnachweis des Little Rush-warbler (Bradyterus spec. – Sumpfbuschsänger) wurde bereits im Jahr 2019 erbracht, als er zusammen mit seiner Frau das Land bereiste. Ganz aktuell im Juli 2021 fand nun eine umfassende Suchexpedition in den Sümpfen im zentralen Teil Gambias zusammen mit Dr. Hans-Jürgen Eilts, Solomon Jallow und einem weiteren einheimischen Ornithologen statt. Die Feldarbeit musste teilweise unter extremen Bedingungen in Wathosen und bei bis zu +40°C in den Sümpfen durchgeführt werden. Dabei konnte der Zufallsfund von 2019 bestätigt und sogar ein größeres Vorkommensgebiet der Art, sogar als Brutvogel, nachgewiesen werden. Dabei handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein uraltes Insel-Vorkommen in den Typha-Sümpfen in der Central River Division! Es wird ausgeschlossen, dass die Vögel eingewandert sind, da diese extrem kurz- und rundflügelig sind und sich eher zu Fuß als fliegend im Röhricht bewegen. Diese kryptische Art wurde bisher überraschender Weise übersehen und trotz lautem Gesang überhört! Die nächsten Vorkommen werden in etwa 1.000 km Entfernung für Nigeria, Togo, Benin und Kamerun beschrieben.

Little Rush-warbler im Juli 2021. Foto: Jens Hering.

 

Die Felduntersuchungen zu den Funden sind weitgehend abgeschlossen und eine wiss. Publikation zur Entdeckung dieser neuen Vogelart für Gambia ist im Bulletin beim „African Bird Club“ in Vorbereitung.

Unsere Bartmeise-Reisegäste profitieren wie immer von solchen avifaunistischen Neuigkeiten. Auf unserer Reise nach Gambia/Senegal (ab 20. September – noch drei Plätze frei – siehe Reiseplan Startseite) bauen wir einen Besuch im Vorkommensgebiet ein und können die neue Brutvogelart des Landes mit sehr großer Wahrscheinlichkeit sehen und hören!

Hartmut Meyer

Startbild: Little Rush-warbler im Juli 2021 in den Typha-Sümpfen am Gambia-River. Foto: Jens Hering

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Thorhühnchen machte Station an den Limbacher Teichen  – arktischer Brutvogel ins Binnenland verdriftet

Thorhühnchen machte Station an den Limbacher Teichen – arktischer Brutvogel ins Binnenland verdriftet

Einen seltenen Anblick bot bis zum 1. Juni 2021 über eine Woche lang ein Thorshühnchen (Phalaropus fulicarius – Red Phalarope), eine ca. 20cm große und um die 50g schwere Limikole, an den Limbacher Teichen/Lkr. Zwickau im Erzgebirgsvorland. Der hoch arktische Vogel, der in Europa nur auf Grönland, Spitzbergen und der Bäreninsel brütet, wurde offenbar durch das extreme Wetter von seinem Weg vielleicht nach Grönland abgebracht, und in dieses sächsische Teichgebiet verflogen. Vermutlich dürfte der ungewöhnlich heftige und anhaltende Starkwind (Jetstream) der

Größenvergleich zwischen Thorshühnchen und Stockente; derzeit an den Limbacher Teichen/Lkr. Zwickau möglich.Fotos: Andreas Kretschel

vergangenen Wochen Schuld daran sein, dass der kleine Watvogel aus der Familie der Wassertreter auf dem Rückzug aus seinem Winterquartier im offenen Meer weit vor den Küsten West- und Südafrikas soweit ins europäische Binnenland verdriftet wurde. Zwar passiert dies regelmäßig, insbesondere im Winterhalbjahr an der Nordseeküste (z.B. auf Helgoland), aber das Auftreten der Art Ende Mai im sächsischen Binnenland und noch dazu im vollen Brutkleid stellt schon eine herausragende faunistische Besonderheit dar!

Das Wassertreter-Weibchen, prächtig rot-braun brutzeitlich gefärbt und mopsfidel, erfreute einige Tge lang die Vogelkundler und die Club-300-Vogelfotografen aus nah und fern. Dabei zeigte der Vogel an den Limbacher Teichen das typische wenig scheue Verhalten arktischer Vogelarten, die kaum Bekanntschaft mit Menschen machen und diese daher bis auf wenige Meter herankommen lassen. Die Art weist zudem eine recht ungewöhnliche Brutbiologie auf, bei der die Geschlechterrollen vertauscht sind: Weibchen nehmen die Rolle der Männchen ein, tragen das farbenfreudigere Brutkleid und wählen sich einen Partner aus. Nachdem das Gelege mit 2-4 Eiern vollständig ist, verlässt das Weibchen die Brut und paart sich ggf. neu. Das zurückbleibende Männchen, das zum Schutz der Brut deutlich schlichter gefärbt ist, brütet das Gelege aus und führt die Jungen. Eine Verhaltensweise, die in der Vogelwelt ungewöhnlich ist, aber z.B. auch vom Nandu, einem großen Laufvogel, so praktiziert wird.  Hier brütet auch ausschließlich der Hahn und führt die Jungen.

Hartmut Meyer

Startfoto: Weibliches Thorshühnchen im Brutkleid, entspannt. Foto: Andreas Kretschel

 

 

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3. Gänsesäger-Brut in der Rochsburg – erstmals Weg/Zeit der Jungvögel per Video und im Foto dokumentiert

3. Gänsesäger-Brut in der Rochsburg – erstmals Weg/Zeit der Jungvögel per Video und im Foto dokumentiert

Gänsesäger-Brutplatz in einem Dohlen-Nistkasten in der Rochsburg. H. Meyer

Zum dritten Mail in Folge brütete 2021 der Gänsesäger erfolgreich in einem Dohlen-Nistkasten in der historischen Rochsburg im Landkreis Mittelsachsen. In den vergangenen zwei Jahren, insbesondere aber heuer durch einen glücklichen Zufall, konnten einige interessante Fakten zum Verhalten der Vögel nach dem Schlupf und nach dem Ausfliegen dokumentiert werden. Der hinter ein Fenster eingebaute Nistkasten erlaubt durch einen Spalt Einblicke nach innen, ohne die Vögel zu stören (Foto li. J. Voigt). So sieht man schon zwei Tage vor dem Ausfliegen die ersten geschlüpften Jungvögel, die auf die anderen warten müssen.

Mit dem letzten geschlüpften Jungvogel ist es dann so weit. Das Weibchen lockt ihren Nachwuchs ins Freie. Die frisch geschlüpften Pulli springen dann ca. 25 Meter nach unten. Am Fuße der Burg wurde am 27. April 2021 genau um 11.18. dieses Video (unten 1, R. Dietze) aufgenommen. Es zeigt mind. 10 Jungvögel dieser Brut sind schadenfrei am Boden gelandet und auf dem Weg durch die Vegetation zur ca. 100 Meter entfernten Zwickauer Mulde. Das Weibchen fliegt in dieser Zeit offensichtlich rufend an der Burg vorbei bzw. über die Bäume in Richtung Flusslauf.

Gänsesäger-Familie nach dem Ausfliegen auf der Zwickauer Mulde. Foto: Roberto Cabo

In diesem Jahr war zufällig der Ornithologe Roberto Cabo (Chemnitz), genau an diesem Tag, am 27. April,  rund 500 Meter weiter flussaufwärts auf einer vogelkundlichen Wanderung an der Zwickauer Mulde unterwegs – und hatte zum Glück seine Kamera dabei! Im gelangen ab 12.08 Uhr die beiden Fotos (Startfoto und das Video 2 – unten) von der Gänsesäger-Familie. Video und Fotos erlauben die Feststellung, dass die Jungvögel nach dem Sprung in die Tiefe innerhalb von nur 50 Minuten nicht nur den Flusslauf erreicht hatten, sondern bereits mindestens 540 Meter flussaufwärts geschwommen waren.

Historie: Nach jahrelangem Brutverdacht gelang 2018 der erste sichere Brutnachweis für den Gänsesäger am Flusslauf der Zwickauer Mulde im Erzgebirgischen Becken im Landkreis Mittelsachsen. Bei der Kontrolle von Dohlen-Nistkästen wurde am 24. April 2018 ein bebrütetes Gänsesäger-Gelege mit 11 Eiern statt einer Dohlenbrut festgestellt. In den Jahren zuvor konnten zahlreiche Puzzle-Teile für begründeten Brutverdacht – wie z.B. späte Aufenthalte von adulten Gänsesägern bis Anfang Mai, mehrmals bereits flugfähige Junge mit je einem Weibchen im zeitigen Juli, ein kleine Junge (pull.) führendes Weibchen im Mai an der benachbarten Zschopau vor zwei Jahren und in diesem Jahr Anfang April Balz und Kopula einer Gruppe Gänsesägern auf der Zwickauer Mulde nicht weit vom jetzigen Brutplatz entfernt – zusammengetragen und auch fotografisch festgehalten werden.

Mittlerweile ist die Art auch in Sachsen in Ausbreitung begriffen und brütet sogar an der Elbe in der Landeshauptstadt Dresden. Auf der Südseite des Erzgebirges hat der Gänsesäger den Eger-Fluss in Tschechien bereits seit einigen Jahren als Brutplatz entdeckt. Nun ist die Art auch am Nordrand des Erzgebirges im Flusssystem Mulde/Zschopau als Brutvogel angekommen.

Weg und Zeit der Gänsesäger nach dem Ausfliegen am 27. April 2021. J. Hering

Im am Jahresende 2021 erscheinenden nächsten Heft der “Mitteilungen des Vereins Sächsischer Ornithologen e.V.” wird es einen ausführlichen Bericht zur Besiedlung des Flusssystems der Mulde und Zschopau durch diese Art gegeben.

Hartmut Meyer, Jens Hering & Jens Voigt

Startbild: Die Gänsesäger-Familie ca. 540 Meter vom Brutplatz entfernt auf der Zwickauer Mulde. Foto: Roberto Cabo.

 

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Neue Schwalbe entdeckt? Bartmeise-Reiseleiter in Afrika auf der Spur einer unbekannten Art

Neue Schwalbe entdeckt? Bartmeise-Reiseleiter in Afrika auf der Spur einer unbekannten Art

Schwalben und Uferschwalben werden für ihren anmutigen Flug und ihre langen Migrationsrouten bewundert, stehen aber nicht ganz oben auf der Liste der Vogelbeobachter in Afrika. Vor allem die recht unauffälligen Vertreter der Gattung Riparia können nicht mit „attraktiveren“ afrikanischen Vogelarten konkurrieren. Infolgedessen werden sie meist nur dann bemerkt, wenn gerade nichts “Spannenderes” zu sehen ist. Dieser Umstand könnte dazu beigetragen, dass die eine oder andere Art dem neugierigen und in der Regel sehr akribischen Auge der Taxonomen entgangen ist.

Neue Riparia-Art (?) in Äthiopien im Juni 2019. Foto: Dr. K. Gedeon

Auf mehrere Reisen durch Äthiopien haben sich Bartmeise-Reiseleiter Dr. Kai Gedeon und Dr. Till Töpfer nicht nur mit dem Studium von seltenen Endemiten beschäftigt, wie etwa der Weißschwanzschwalbe Hirundo megaensis, sondern sich auch den weniger prominenten Vertretern dieser Vogelfamilie gewidmet. Immer wieder stießen sie bei der Artbestimmung auf Schwierigkeiten und Ungereimtheiten, insbesondere bei den graubraunen Vertretern der Felsenschwalben (Gattung Ptyonoprogne) und Uferschwalben (Riparia). Nach Auswertung all ihrer Fotos, Videos und Tonaufnahmen konnten sie eine Reihe von Vögeln keiner der bisher beschriebenen Arten zuordnen. Alles deutet darauf hin, dass es sich hier um ein bisher unbekanntes Taxon handelt. Was wir bisher sicher sagen können: Es ist eine Uferschwalbe. Für eine wissenschaftliche Neubeschreibung ist es nunmehr erforderlich, dass mindestens ein Exemplar gesammelt wird (der sogenannte “Typus”) und auch begleitende genetische Untersuchungen, die im Moment noch nicht durchgeführt werden konnten, gehören heute zum Standard einer solchen Veröffentlichung. Die beiden Entdecker hoffen, dass die zuständigen äthiopischen Behörden bald die notwendige Genehmigung für eine entsprechende Studie erteilen.

Im Übrigen konnten Teilnehmer der Bartmeise-Reisen im Oktober 2019 und im Januar 2020 diese Vögel bereits selbst an ihren Brutplätzen in Augenschein nehmen. Dr. Kai Gedeon wird auch unsere nächsten Reisen nach Äthiopien, die Pandemie bedingt neu terminiert werden müssen, leiten. Die wenigen Plätze sind stets rasch ausgebucht. Daher bieten wir Interessenten die unverbindliche Vormerkung an (info@bartmeise.de). 

Die bisherigen Forschungsergebnisse wurden im April 2021 im “Bulletin of the African Bird Club” publiziert. Die Arbeit steht im Anhang zum Download bereit.

Dr. Kai Gedeon

Startfoto: Unbekanntes Taxon aus der Gattung Riparia (Uferschwalbe) in Äthiopien. Foto: Dr. K. Gedeon

Gedeon & Töpfer 2021 Is there an undescribed martin in Ethiopia

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Sicheres Reiseziel Mallorca: Bartmeise-Reise auf die Baleareninsel Ende April bietet noch zwei Plätze!

Sicheres Reiseziel Mallorca: Bartmeise-Reise auf die Baleareninsel Ende April bietet noch zwei Plätze!

Mallorca zieht eine positive Bilanz aus dem Osterexperiment! Der „kleinen Tourismus-Boom“, den die deutschen Reisegäste der durch die zurückliegenden Pandemiezeiten arg gebeutelten spanischen Insel Mallorca zu Ostern beschwert haben, hat bestens und reibungslos funktioniert! Durch die PCR-Tests, die bei der Einreise notwendig waren und sind, und die auch zur Rückreise nach Deutschland wieder neu erstellt werden müssen, ist es zu keiner Erhöhung der Inzidenzen auf der Insel gekommen, so wie dies voreilig verschiedentlich heraufbeschworen wurde.

Mit nach wie vor weniger als 30 Fällen auf 100.000 Menschen ist die Insel nach wie vor ein sicheres Reiseziel und berechtigt aus der Liste der Risikogebiete gestrichen! Darauf verweist heute auch die Inselregierung der Balearen in einem Interview für die deutsche und internationale Presse.

Unsere daher kurzfristig für 24. bis 30. April ins Programm genommene Vogelbeobachtungs-Reise auf die Insel kann unter und bei den bekannten Sicherheitsvorkehrungen problemlos durchgeführt werden. Und noch sind zwei Plätze (ein Doppelzimmer) verfügbar. Wer Interesse an dieser Sonderreise zu Sonderkonditionen hat und kurzfristig teilnehmen möchte, der kann sich jetzt gern noch entscheiden (Anmeldung mit Buchungsformular möglich).

Hartmut Meyer

Startfoto: Die hübsche Korallenmöwe, die Brutvogel auf den Balearen ist, ist eine Zielart dieser Kurzreise. Foto: shutterst.

 

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Überraschendens bei den wilden Störchen von Waldenburg: Partnerwechsel am laufenden Band …

Überraschendens bei den wilden Störchen von Waldenburg: Partnerwechsel am laufenden Band …

Dass es bei Weißstörchen in der Zeit der Besetzung der Brutreviere und der Nester nicht zimperlich zugeht, das ist aus der Fachliteratur hinreichend bekannt. Kämpfe unter den Weißstörchen um die Hoheit am Brutplatz sind immer nicht unüblich. Die in einer Brutpopulation vorhandene natürliche Individuen-Reserve bietet die Chance, ausfallende Partner zu ersetzen. Und so suchen solche Vögel immer wieder die Nester anderer Storchenpaar auf und schauen, ob sich vielleicht eine Chance bietet …

So auch in der westsächsischen Kleinstadt Waldenburg (im Landkreis Zwickau), wo sich 2020 erstmals überhaupt (nach nur Einzelvögeln in den Vorjahren) ein Storchenpaar auf einer kleinen Esse einer ehem. Töpferei niedergelassen hatte. Eine Brut erfolgte noch nicht. Vermutlich hatten die – unberingten (!) – Vögel die Geschlechtsreife noch nicht vollständig erreicht.

Bei der Kopula am 11.04. hatte noch das “unverheiratete” Männchen den Vorzug (gleiches Motiv Startbild), doch heute schon bewies ein neues Männchen (mit Alu-Ring) sein Können. Fotos: Andreas Kretschel

Spannend, was sich nun in den vergangenen drei Tagen dieses Jahres dort ereignete! Am Sonnabend, 10. April, traf offenbar der erste Storch am Nest ein. Dieser Vogel, mit einem Alu-Ring der Vogelwarte links markiert, zeigte mit hörbaren Klappergeräuschen seinen neu bezogenen Besitz an.  Nur einen Tag später standen bereits zwei Störche in friedlicher Eintracht auf dem Nest. Der zweite Vogel mit schwarzem ELSA-Ring, der sofort gut abgelesen werden konnte, beweist einen tschechischen Vogel, der 2018 im Bezirk Plzeň auf der Südseite des Erzgebirges, erbrütet wurde. Bereits 2020 besuchte dieser Storch, ein Weibchen, mehrere andere Storchenreviere in den angrenzenden Landkreisen Erzgebirge und Mittelsachsen, wo der Ring mehrfach abgelesen wurde.

Mit nun drei Jahren scheint der Storch langsam in die Geschlechtsreife zu kommen. Zumindest die Kopulationen, die am Sonntag und heute Morgen fotografiert werden konnte, deutet darauf hin. Aber so richtig festgelegt auf einen Partner hat sich die tschechische Storchendame offenbar nicht nicht!  Denn während am 11.04. eine Kopulation mit einem unbedingten Männchen fotografisch dokumentiert wurde, war heute Morgen plötzlich wieder das zuerst am Sonnabend anwesende (mit Alu beringte) Männchen, jenes, das die Kopulation vollzog.

Es geht also ziemlich wild zu bei den Störchen in Waldenburg 😊. Und wie im richtigen Leben, sind Fotos eben Beweise! Dann schauen wir mal, was das Jahr noch so für Überraschungen bei den wilden Waldenburger Störchen … bringt!

Danke an Pressefotograf Andreeas Kretschel, dem erneut diese Aufnahmen zu verdanken sind. Und diese wiederum versetzen uns in die Lage, die Ringe und damit die Vögel individuell zu identifizieren!

Hartmut Meyer

 

Das aus dem Bezirk Plzeň stammende tschechische Weibchen mit ELSA-Ring (schwarz)

Vergrößerung ELSA-Ring

Alle Fotos: Andreas Kretschel.

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Wintergäste aus den Tundren Skandinaviens nun auch im Erzgebirge zu beobachten: Raufußbussard und Merlin

Wintergäste aus den Tundren Skandinaviens nun auch im Erzgebirge zu beobachten: Raufußbussard und Merlin

Während www.ornitho.de diese Vogelarten oft schon ab Ende September für Norddeutschland, z.B. auch für die Ostseeküste und in deren Hinterland etc., meldet, dauert es meist ein bisschen länger, bis Raufußbussard (Rough-legged Buzzard) und Merlin (Foto re.) sowie auch andere wie Kornweihe und gelegentlich Sumpfohreule im Erzgebirge und dessen Vorland wie hier im Erzgebirgischen Becken eintreffen. Mal mit mehr, mal mit weniger Individuen, je nachdem wie die vergangene Brutsaison in der Tundra ausgefallen ist.

Aber seit einigen Wochen sind auch diese Arten hier eigetroffen und waren, bis zum Schneefall zumindest, gut zu beobachten. Insbesondere fällt der Raufußbussard auf, der bei seiner Jagd oft auch schon vom Straßenrand in mäusereicher Feldflur zu entdecken ist. Er rüttelt öfter, länger und meist viel niedriger als der hiesige Mäusebussard. Und je nach Beobachtungs-Perspektive, glaubt man einen „kleinen Adler“ zu sehen oder aber es fällt ein eher weihen-ähnlicher Flug auf. Wenn man richtig liegt mit seiner Bestimmung, dann hat man immer einen „irgendwie einen anderen, größeren Bussard“ vor sich. Man muss man eben genau hinschauen, denn die Farbvarianten unseres heimischen Mäusebussards bieten hinreichend Verwechslungsmöglichkeiten mit dem Wintergast aus dem hohen Norden. Unter günstigen Beobachtungsbedingungen kann man einen Raufußbussard zweifelsfrei bestimmen. Meist hat die Art ein gut sichtbares dunkles Endband am Schwanz und einen dunklen Flugelbugfleck. Je nach Geschlecht und Alter des Vogels fallen entweder ein durchgehender schwarzer Bauch (bei Jungvögeln – wie Startbild) oder ein mehr gebänderter Bauch (Altvögel) und dazu ein eher „eis-grauer“ Grund-Ton auf. Die Merkmale zwischen Männchen und Weibchen verschwimmen oft und sind meist nicht eindeutig. Wohl in der Mehrzahl sieht man hier im Winterhalbjahr Jungvögel aus der vergangenen Brutsaison (als immat. bzw. nach dem 31.12. dann im 2. Kalenderjahr), so wie unser Startbild. Das Flugbild zeigt einen Altvogel.

Meist viel eindeutiger ist die Bestimmung vom kleinsten europäischen Falken, dem Merlin, der ebenfalls oft auf Straßenbäumen sitzt und nach Nahrung (Kleinvögel oder auch Mäuse) Ausschau hält. Dieser kleine kompakte Falke kommt aus den Waldtundrazonen Eurasiens zu uns, wird aber nicht jeden Winter festgestellt. Meist handelt es sich um Jungvögel bzw. weichenfarbige Individuen, wie auch der Vogel im Bild, der in der Feldflur in Zwickau fotografiert wurde (auf Baum sitzend, Foto li.). Der fressende Vogel am Boden (oben rechts, aufgenommen im April) zeigt jedoch einen zweijährigen Vogel, ein Männchen, welcher ins Alterskleid mausert.

Der Schneefall in den zurückliegenden Tagen, der zu einer geschlossenen Schneedecke von 20 bis teilweise 40cm geführt hat, dürfte Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Mäusen haben. Daher ziehen bei solcher Wetterlage insbesondere die Raufußbussarde in südwestliche Richtung weiter, wo wieder offene Flächen zum Jagen zu finden sind. Auch der Raubwürger verschwindet bei geschlossener, hoher Schneedecke aus seinen hiesigen Winterrevieren. Achten Sie darauf bei Ihren Beobachtungsgängen! In www.ortnitho.de übrigens kann man solche Bewegungen, Winterflucht genannt, meist gut nachvollziehen.

Alle Fotos: Jens Halbauer (Werdau).

Hartmut Meyer

 

 

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