“Absurdistan Deutschland”: weitere Reiseabsagen unvermeidbar- neues Reiseprogramm 2021 jetzt buchbar

“Absurdistan Deutschland”: weitere Reiseabsagen unvermeidbar- neues Reiseprogramm 2021 jetzt buchbar

Anstatt endlich zur Kenntnis zu nehmen, dass das Covid-19-Virus (sich verändert hat!) längst Bestandteil unseres Lebens geworden ist, wir damit umgehen und gleichzeitig unser Wirtschaftsleben zum Überleben allmählich wieder in Normalbetrieb auf Kurs bringen müssen, hält die konfuse und insbesondere für die Reisebranche völlig unkalkulierbare Politik an. Konnten wir gestern (09.09.) die Ankündigung vernehmen, dass das Bundeskabinett verbindlich zum 30. September 2020 das Auslaufen der pauschalen Reisewarnungen (für 160 Länder) beschlossen hat, kam noch am gleichen Tag ein Defacto-Dementi aus dem Auswärtigen Amt (Außenministerium) in Umlauf mit dem Wortlaut, dass sich aber trotz des Auslaufen der Pauschalregelung … an den Reisewarnungen „nicht viel ändern wird“!

Wieder ein Tiefschlag gegen die Reisebranche (mit Millionen Beschäftigten), die weiterhin nicht planen kann! Und trotz dringender Appelle der großen Wirtschafts- und Reiseverbände in dieser Woche an die Bundesregierung, trotz massiver Zunahme von Kurzarbeit bzw. von vom „Berufsverbot“ betroffener Menschen, sich von dieser unkalkulierbaren, schädlichen Praxis endlich zu verabschieden, darf es die eine Hand anders machen als es die andere verkündet hat … Absurdistan Deutschland!

Wir müssen leider wieder reagieren und weitere Reisen absagen. Eine Durchführung ist aus jetziger Sicht absolut unkalkulierbar, da wir ja selbst in Europa ständig mit neuen (absurden) Einschränkungen nach „Schema M.“ rechnen müssen.

Unsere Reise Ende September zum Vogelzug nach Bulgarien entfällt, nachdem die Region Varna und „Goldstrand“ bis vor zwei Wochen auf der deutschen Risikoliste gelandet war. Ebenso absagen müssen wir unsere Reisen Ende Oktober nach Marokko (Ausnahmezustand im Land derzeit bis 10.10.2020) und Anfang November nach Brasilien (Cerrado mit Blauaugentäubchen), insbesondere aufgrund der in den Ländern noch schwierigen Infektionslage und geschlossener Grenzen. Alle diese Reisen erhalten neue Termine 2021.

Gepard mit Beute. Foto: B. Beckers

Etwas Hoffnung besteht im Moment noch für unsere Reise nach Kenia (Samburu-, Meru- und Aberdare-Nationalparke etc. 19.10.-01.11.2020). In Kenia ist reisen wieder gut möglich. Das Land hat zahlreiche Vorkehrungen für die Rückkehr des Tourismus getroffen. Das Infektionsgeschehen ist derzeit gering und überschaubar. Bleibt abzuwarten, ob Deutschland Kenia Ende September von der „Risikoliste“ streichen wird oder nicht.

Unsere Reise zum Kerkinisee (25.-31.10.2020) findet statt. Griechenland gilt als „sicher“, und unsere Reiseregion im dünn besiedelten Norden ohnehin. Für diese Reise sind derzeit noch 6 Plätze (3 Doppelzimmer) buchbar!

Abzuwarten (bis Ende September) bleibt, wie sich die Situation in Argentinien (27.11.-12.12.2020) entwickeln wird. Sollte die Reise stattfinden (mit Lufthansa-Flügen zu Super-Preisen!) wären derzeit noch 2 Plätze verfügbar! Gleiches gilt für unsere Reisen nach Gambia/Senegal und Sri Lanka (zeitgleich). Derzeit sind die Grenzen noch komplett geschlossen. In den Ländern gelten Ausnahmezustände. 

In dieser Krisensituation planen wir für unsere Reisen insbesondere Lufthansa-Flüge, die unkompliziert und kostenfrei umbuchbar (bis 31.12.2021!) sind, sollten Covid-19-bedingt gebuchte Flüge nicht angetreten werden können! Für unsere Gäste besteht daher kein finanzielles Risiko!

Übriges (Pressemeldung vom 09.09.) … 400.000 Menschen sterben jährlich in der Europäischen Union vorzeitig – nein, nicht durch COVID19! – an dreckiger Luft!! Schützen Sie Ihre Gesundheit – reisen Sie mit uns in die saubersten und ökologisch wertvollsten Regionen dieser Erde!

Im neuen Reiseprogramm 2021 z.B. nach Aserbaidschan (Zwergtrappen), Bulgarien (Rothalsgänse), Jordanien (Einödgimpel, PETRA), Nepal (Ibisschnabel), Myanmar (Löffelstrandläufer!), Kuba (Bienenelfe), Mexiko-Baja California (Grauwale), Philippinen (Endemiten, Walhaie) und nach Brasilien in die Mata Atlantica, Pantanal, Amazonien und vieles mehr. Buchen Sie bitte jetzt – völlig risikofrei!

Hartmut Meyer

Startbild: Fadenpipra in Amazonien. Foto: L.F. Carvalho
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„Absurdistan Deutschland/Europa”: wirre Corona-Politik zerstört Tourismus, stigmatisiert Reisende und verunsichert

„Absurdistan Deutschland/Europa”: wirre Corona-Politik zerstört Tourismus, stigmatisiert Reisende und verunsichert

Konnte man in der Anfangszeit der Pandemie ab März und vielleicht noch bis in den Juni hinein allen getroffenen Maßnahmen bis hin zum schrecklichen ‚Lockdown‘ weitgehend folgen, da es sich um eine bisher nie dagewesene, die gesamte Erde betreffende Ausnahmesituation handelte, hat sich das jetzt, seit Sommer, massiv geändert! Weit abseits jeglicher Corona-Leugnung und absurder Verschwörungstheorien stellen offenbar auch immer mehr und mehr bewusst denkende Menschen berechtigt die Frage, ob die heute laufenden Maßnahmen noch konform zum aktuellen Infektionsgeschehen passen.

Während zu Beginn der Pandemie hauptsächlich der ältere Teil der Bevölkerung betroffen war, sind es – nach derzeitigem Kenntnisstand – bevorzugt jüngere Menschen zwischen 20 und 30 die infiziert werden, die aber meist gar nichts merken, und die nicht oder nur im Ausnahmefall an Corona erkranken! Die Krankenhäuser in Deutschland sind „leer“. Von 30.000 vorgehaltenen Intensivbetten waren zu Wochenanfang nach Medienberichten 236 belegt! Auch scheint sich die Vermutung, dass wenn mind. 60-70% der Bevölkerung mit dem Virus Kontakt hatten, eine gewissen Immunität (“Herdenimmunität”) eintritt (siehe aktuell: New York), zu bestätigen, auch wenn fundierte wiss. Fakten augenblicklich noch fehlen.

Aber egal ob gesichert oder nur als Momentaufnahme: Warum reagiert die Politik nicht angemessen auf das veränderte Infektionsgeschehen?

Für die handelnden Politiker scheint Tourismus gleich zu sein mit „Massentourismus“. Und „Massentourismus“ ist offenbar „Ballermann“ und „Goldstrand“. Dass es auch zahlreiche andere Formen von Tourismus, nämlich nachhaltiges Reisen in Kleingruppen abseits irgendwelcher Hotspots gibt, das findet einfach keine Berücksichtigung! Reiserückkehrer werden pauschal als „Virusträger“ stigmatisiert. Unter der Bevölkerung wird allabendlich im TV, unterlegt mich wichtigen Interviews, Angst und Panik geschürt. Dabei sprechen auch diese Fakten eine andere Sprache: Mehr als zwei Drittel von Rückkehrern aus dem Ausland, die positiv getestet werden (nicht krank sind!), sind Privatreisende, die auf Familienbesuch irgendwo in Südeuropa unterwegs waren, weniger Urlaubsgäste von Reiseunternehmen in diesem Sinne!

Die pauschale Reisewarnung für 160 so genannte „Risikoländer“, mittlerweile im 14-Tage-Rhythmus aktuell bis Mitte September 2020 verlängert, ist eine Katastrophe und ein Bruch des Versprechens, seriös und individuell nach aktuellen Geschehen vor Ort von Land zu Land zu differenzieren. Der bisherige vage Hinweis auf der Homepage des „Auswärtigen Amtes“, dass man „nicht von allen Ländern über belastbares Zahlenmaterial verfüge und daher so entscheiden müsse… “ ist ein Armutszeugnis für die deutsche Diplomatie und die deutschen Botschaften!

Uns Reiseunternehmen wird jegliche Planung unmöglich gemacht! Wir wissen wieder nicht, ob und wie wir ab Mitte September entscheiden können!

Auch wenn wir hier in Deutschland dankbar auf finanzielle Unterstützungen vom Bund und von den Ländern zählen durften, die geholfen hat, ist die dramatische Situation, nicht zu wissen und nicht planen zu können, wann wir wieder unseren Geschäftsbetriebe aufnehmen können, das schlimmste Szenario, was man sich überhaupt nur vorstellen kann! Und vielleicht noch etwas schlimmer ist diese Situation auch für unsere Strukturen in den Reiseländern, die mehr und mehr zerstört werden. Niemand hilft den ‘Freien Guides’ (Biologen, Naturführern, Reiseleitern, Rancher) in Afrika, in Asien und in Südamerika! Die Kollegen, die auch seit März 2020 auf jegliches Einkommen verzichten müssen, die wissen nicht mehr ein noch aus, haben größte Sorgen um ihre Familien, die sie kaum noch ernähren können (siehe bitte unsere Spendenaktion hier – Bild unter “Bienenfresser”)!

Und ebenso schlimm steht es mittlerweile um die Tierwelt in vielen Nationalparks in Afrika und wohl auch in Asien. Seit März fehlen die Ranger, die wertvollen Tierbestände sind ohne Schutz. Wilderei im großen Stil ist im Gange. Erst kürzlich befürchtete ein großer internationaler Schutzverein für die Wildtiere der Serengeti, dass es wohl bald keine Nashörner mehr geben könnte. In Asien fallen mehr und mehr Tiger dem Wahn-Glaube bestimmter asiatischer Völker an Wunderheilung durch Produkte dieser Tiere zum Opfer. Einfach nur schlimm! Jahrzehntelang mühsam aufgebaute Erfolge fallen der Pandemie zum Opfer! Unsere Art des nachhaltigen Tourismus, der die Tierwelt schützt und erhält, fehlt seit März schmerzlich.

Und statt für die „Reisewarnungen“ die aktuelle Entwicklung sachlich heranziehen, wird in Deutschland und in Europa ein Flickenteppich und Wirrwarr an Maßnahmen präsentiert, der von Woche zu Woche schlimmer wird! Beispiel gefällig?

Heute Morgen (02.09.2020) in der Chemnitzer „Freien Presse“ nachzulesen: „Wer derzeit beispielsweise von Brüssel nach Deutschland einreist, muss entweder 14 Tage in Quarantäne oder einen negativen Test vorweisen. Allerdings ist unklar, wie aktuell dieser Test zu sein hat. Umgekehrt dürfen Bundesbürger weiter nach Belgien einreisen, müssen sich aber, sollten sie 48 Stunden oder länger bleiben wollen, vorher anmelden … Das Durcheinander ließe sich fortsetzen: einige Länder verlangen eine zehntägige Quarantäne, andere zwei Wochen. Ein negativer Test darf – je nach Staat – 48 bis 72 Sunden alt sein. Ob der vor oder nach der Einreise präsentiert werden muss, ist unterschiedlich geregelt. Deutschland bereichert das Chaos durch eine neue Variante: Ab 1. Oktober muss zunächst jeder, der aus einem Risikogebiet einreist, fünf Tage in Quarantäne, ehe er einen aktuellen Test vornehmen lassen darf. … Die Grenzen zu Ungarn sind seit Dienstag wieder geschlossen.”

Noch Fragen?

Bitte haben Sie Mut: Buchen Sie wieder Reisen! Das Leben geht weiter, mit oder ohne Pandemie!

Hartmut Meyer
Inhaber
Bartmeise-Reisen

Startfoto: Tourismus abgestürzt? Pandemie führt zum “Absturz” jeglicher Strukturen. Foto: H. Meyer
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Ohne Einkommen kein Überleben – Dringender Spendenaufruf für unsere freien Birdguides in aller Welt

Ohne Einkommen kein Überleben – Dringender Spendenaufruf für unsere freien Birdguides in aller Welt

Seit Ende März ist eine der Lieblingsbeschäftigungen der Vogelkundler, das Reisen zu den Vögeln in aller Welt, aufgrund der Pandemie zum Stillstand gekommen. Seit Monaten müssen auch Menschen, die im Reise-Business arbeiten „plötzlich und unverschuldet“ auf Ihr Einkommen verzichten, was defacto einem „Berufsverbot“ entspricht. Eine nie dagewesene Situation! Für uns alle hier, aber insbesondere und zunehmend für unsere Kollegen in den Ländern vor Ort, die uns als Reiseführer (Guides) mit ihren herausragenden Kenntnissen über die Avifauna und die Natur der Reiseländer begeistern, und damit unsere Reisen zur Vogelwelt fremder Ländern zum Erfolg werden lassen. 

Viele von Ihnen sind jetzt, nach so vielen Monaten, in großer Not, wissen nicht mehr, wie sie ihre Familien über die Runden bringen können. Dazu kommen Misswirtschaft, Korruption und zunehmend Nahrungsmittelknappheit in einigen Städten der so genannten Dritten Welt. Heute erhielt ich Bilder (Videos) von für übertrieben viel Geld als Nahrung gekauftem Reis, verseucht mit Unrat und Insekten. Es ist ein einziges Drama!

Während wir hier in Deutschland wenigstens auf Unterstützungen vom Staat zählen dürfen, sieht es für unsere freien Mitarbeiter insbesondere in Asien und Afrika, teilweise auch Südamerika wirklich sehr, sehr traurig aus!

Schon dreimal hat Bartmeise-Reisen in den zurückliegenden Wochen zu kleineren und gezielten Spendenaktionen für speziell betroffene Kollegen von zuletzt durchgeführten Reisen aufgerufen. Und dankenswerter Weise haben unsere Reisegäste dabei schon über 3.000,00 € gespendet! Mit diesem Geld konnten wenigstens die schlimmsten Auswirkungen verhindert werden. 

Leider, die Situation wird noch nicht besser, eher teilweise noch schlimmer in den heftig betroffenen Regionen dieser Erde. Zum Teil müssen Kollegen seit mehr als 122 Tagen, z.B. in Teilen Asiens, einen verschärften Lockdown (in den Wohnungen eingesperrt!) ertragen. Das ist menschenunwürdig! Mit einer Spende, um die ich Sie bitte, können wir wenigstens materiell etwas helfen und Notlagen lindern. Wer sich in der Lage sieht, mit ein bisschen Bargeld unseren freien Kollegen in dieser unglaublichen Krise zu helfen, egal ob 10, 20, 50 oder 100 oder mehr Euro, der findet unten die Bankverbindung. Alle Beträge kommen zu 100 % vor Ort an, die Bankgebühren tragen wir hier.

Wie soll die Welt nach Corona aussehen? Immer noch bunt und vielfältig? Immer noch für uns auch geprägt von Menschen vor Ort, die uns mit ihrem Wissen und ihren Kenntnissen so fantastisch bereichern, die Vogelwelt anderer Kontinente kennen- und zu verstehen zu lernen? Oder müssen wir uns damit abfinden, dass mit dieser Pandemie auch Kompetenz und Wissen im schnöden Überlebenskampf verloren gehen? Das kann und will ich nicht glauben und akzeptieren!

Liebe Reisegäste, bitte helfen Sie mit einer Spende!

Bankverbindung:
Hartmut Meyer
DE88 8709 5974 0300 0294 42
BIC:GENODEF1GC1 (VR-Bank Glauchau)

Hinweis: Das Ausstellen von Spendenquittungen ist bei dieser privaten Aktion nicht möglich!

Vielen Dank!

Hartmut Meyer
Inhaber Bartmeise-Reisen

Startfoto: Bienenfresser in Sachsen 2020. Foto: A. Kretschel

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Klimaveränderungen bringen neue Vogelarten auch ins Erzgebirgsvorland: „Start frei“ für die Bienenfresser

Klimaveränderungen bringen neue Vogelarten auch ins Erzgebirgsvorland: „Start frei“ für die Bienenfresser

Nachdem wir uns seit mehr als 20 Jahren schon an den Silberreiher fast als Ganzjahresvogel „gewöhnt“ haben, bringt das spürbar milder werdende Klima auch weitere „südliche“ Vogelarten als Brutvögel nach Sachsen, und sogar hier ins eigentlich kühle Erzgebirgsvorland. Nach Wendehals und Wiedehopf sind nun auch die Bienenfresser (European Bee-eater) so weit, dass wir sie zu den regelmäßigen Brutvögeln zählen können.

In diesem Jahr gibt es im Tal der Zwickauer Mulde zwischen Glauchau und Rochlitz wieder zwei besetzte Brutplätze, zusammen mit 2019 insgesamt drei Brutplätze. Im Moment sind insgesamt fünf Brutpaare erfolgreich und füttern teils große Junge, die in den nächsten Tagen ausfliegen werden. Und dabei ist es nicht auszuschließen, dass unentdeckt noch weitere Brutansiedlungen vorhanden sein könnten, zumal sich im Mai an einem der beiden aktuell besetzten Brutplätze bis zu 16 Altvögel aufhielten. Dafür spricht auch, dass die Vögel, was den Brutplatz anbetrifft, relativ anspruchslos sind, wenn die Bodenbeschaffenheit für das Graben der Bruthöhle ausreicht.

Als Höhlenbrüter haben die Bienenfresser nur wenige Feinde, allerdings erscheint das angesichts eines Turmfalken, der heute einem fütternden Bienenfresser bis an den Eingang seiner Bruthöhle hinterherjagte und versuchte, dort einzudringen (Foto: A. Kretschel), relativ zu sein.

Nachdem die Art in Sachsen im Vergleich zum Nachbarland Sachsen-Anhalt, wo sich der aktuelle Verbreitungsschwerpunkt für die Art in Deutschland befindet, bisher nur moderate 60-100 BP im Elbtal und in Nordsachsen aufwies, bewegen sich die Bestände in diesem Jahr deutlich nach oben. Um die 350 Brutpaare sind aktuell 2020 für Sachsen bekannt. Tendenz steigend! Und angesichts der Tatsache, dass sich ehemals häufige Brutvögel wie Kiebitz und Rebhuhn … mehr und mehr von uns verabschieden, eine zumindest tröstliche Entwicklung.

Bis Ende April 2021 müssen wir uns in den nächsten Tagen von den hübschen Bienenfressern verabschieden. Rasch nach dem Ausfliegen der Jungvögel verlässt die Art ihren Brutplatz und tritt den Wegzug in die afrikanischen Winterquartiere an.

Auf unseren Reisen dorthin, in die Steppengebiete Afrikas, z.B. nach Kenia im September, können wir jederzeit mit Beobachtungen von Bienenfresser und Wiedehopf rechnen. Auch dort sind die hübschen Vögel immer ein Farbtupfer in der Landschaft.

Hartmut Meyer
CEO Bartmeise-Reisen

Bienenfresser in der Presse (Freie Presse Chemnitz, lokal und Sachsen, 11.08.2020)

Alle Fotos: Andreas Kretschel (Pressefotograf).

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Durch Bindegarn gefährdete Baumfalken-Jungvögel bei Bruten in Krähennestern auf Eisengittermasten

Durch Bindegarn gefährdete Baumfalken-Jungvögel bei Bruten in Krähennestern auf Eisengittermasten

In Westsachsen brüten die Baumfalken (Falco subbuteo – Hobby) seit Jahren bevorzugt auf Energiemasten (Brutplatz 1. Mast, Ausleger links unten, 2020. Foto: H. Meyer) und nutzen dort die meist zahlreich vorhandenen Nester der Rabenkrähen als Brutplatz. Man kann die zukünftigen Brutplätze der Baumfalken oft schon im Mai ausmachen, denn noch in der Nestlingszeit der Rabenkrähen sitzt das Baumfalken-Paar stundenlang auf dem nächsten Mast und „wartet“, bis die Krähen verschwunden sind. Oft werden Jungkrähen dann auch aktiv vom Baumfalken-Paar vertrieben. Und danach beziehen sie sofort das ausgewählte Krähennest auf dem Mast, welches in vielen Fällen eine tödliche Gefahr für die kleinen Greifvögel bereithält: Bindegarn aus der Landwirtschaft!

Auch In diesem Jahr sind in der Agrar-Landschaft im Umland um das Tal der Zwickauer Mulde/Lkr. Zwickau mindestens drei solcher Mast-Bruten vom Baumfalke bekannt. In den Nestern werden derzeit Junge gefüttert, wie Beobachtungen vom gestrigen Tag zeigten. Die Jungvögel sind noch klein, noch nicht so mobil. Aber mit dem Heranwachsen der jungen Baumfalken steigert sich auch deren Bewegungsdrang in den Krähennestern. Leider findet sich defacto in jedem Nest mehr oder weniger Bindegarn aus Plastik aus der Landwirtschaft, welches die Krähen allzu gern zum Auspolstern ihrer Nester eintragen. Das achtlos in den Strohballen belassene Bindegarn gelangt über den Mist aus den Ställen auf die Felder. Und innerhalb dieses Kreislaufs können die Plastikschnüre zu tödlichen Fallen für Baumfalken, aber auch andere Arten wie Turmfalken und sogar die Rabenkrähen selbst werden. Im Bild (links) ein strangulierter toter Turmfalke, für den es keine Hilfe mehr gab.

Wer jetzt und in den nächsten Wochen an Mastbruten von Baumfalken beobachtet solltet unbedingt darauf achten, ob sich Jungvögel ungewöhnlich verhalten, vielleicht einer im Nest zurückbleibt. Vor einigen Jahren entdeckten wir einen jungen Baumfalken, der im Nest festhing und sogar noch Wochen nach dem Ausfliegen seiner Gewischter vom einem verbliebenen Altvogel mit Futter versorgt wurde. Eine seinerzeit unverzüglich veranlasste Rettungskation kam leider zu spät.

Schon mehrfach haben unsere Ornithologen in Zusammenarbeit mit den Unteren Naturschutzbehörden und den Netzbetreibern Rettungskationen für junge Baumfalken und andere Arten gestartet. Oft mit viel Aufwand, denn der Netzbetreiber muss die Fernleitung abschalten, Prof-Kletterer müssen anreisen, aber am Ende meist erfolgreich für die Baumfalken!

Wer – in Bindegarn – festhängende  Vögel beobachtet, der sollte unbedingt seine zuständige Untere Naturschutzbehörde informieren. Die wiederum hat Kontakte zu den Netzbetreibern und kann eine Rettungsaktion veranlassen. Privates Erklettern der Maste hingegen ist lebensgefährlich, zudem verboten und sollte wirklich unbedingt unterbleiben!

Hartmut Meyer

Startbild: In Bindegarn strangulierter Turmfalke in Krähennest auf Eisengittermast. Foto: H. Meyer

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Ungewöhnliches mehr aus unserer Vogelwelt: Was macht der Mauersegler als Brutvogel in einem Knorpelkirschaum?

Ungewöhnliches mehr aus unserer Vogelwelt: Was macht der Mauersegler als Brutvogel in einem Knorpelkirschaum?

Dass der Mauersegler (Common Swift) in grauer Vorzeit vermutlich ausschließlich in Baumhöhlen (und Felsen) gebrütet hat, lässt sich gut vermuten. Mindestens seit dem Menschen größere Behausungen bauen und bewohnen und die Industriekultur Einzug hielt, hat sich die Art dem Menschen eng als Gebäudebrüter angeschlossen. Und das wird ihr heutzutage leider allzu oft zum Verhängnis, da bei Gebäudesanierungen meist gezielt alle Hohlräume verschlossen werden. Ebenso wie beim Kleingärtner-Wahn, das Gras alle sechs Tage auf englischen Standard mähen zu müssen, siegt heute oft der Zwang, auch nur jede Ritze am Haus zu verschließen … um der EU-Norm XYZ irgendwie gerecht zu werden.

Ob die Entdeckung einer Mauerseglerbrut in einer Buntspechthöhle hier in der sächsischen Kleinstadt Hohenstein-Ernstthal eine Art „zurück zu den Wurzeln“ bei der Art ist, muss völlig offenbleiben. Schließlich gab es vor einigen Jahren auch noch eine kleine Baumbrüterkolonie in großen Bäumen in Mitteldeutschland (Literatur dazu siehe unten), wohl als Relikt aus der früheren Zeit. Ersatzmaßnahmen wie das Aufstellen von Mauersegler-Laternen, wie hier im Bild (unten) in Oberlungwitz, führen, wenn der Standort optimal ist, meist zu einem guten Erfolg und helfen der Art auch.

Dass sich der Mauersegler im zweiten Jahr in Folge in einer Buntspechthöhle in ca. 4 Meter Höhe in einem Kirschbaum in einem innerstädtischen Hausgarten seine Kinderstube eingerichtet hat, ist jedoch absolut ungewöhnlich! Weder in der regionalen sächsischen Literatur noch in den neuzeitlichen Datensammlung beim Verein Sächsischer Ornithologen e.V. bzw. beim Landesamt für Umwelt und Geologie (SMUL) ist je ein derartiger Brutplatz bekannt bekannt geworden!

Dieser Fund in westsächsischen Kleinstadt Hohenstein-Ernstthal am Rande des Erzgebirges reiht sich also ein in die anhaltenden Veränderungen, die unsere heimische Vogelwelt derzeit permanent erfährt.

Noch am Montag (13.07.) hat das Paar seine Jungvögel im Kirschbaum gefüttert. Andreas Kretschel gelangen die hier gezeigten ungewöhnlichen Bilder. Und wenn am 30. Juli die Masse der Mauersegler in den Süden Afrikas aufbricht dann könnten vielleicht „zwei Jungvögel davon berichten, dass sie nicht in einem schnöden Mauerloch, sondern einem gut gepflegten Knorpelkirschenbaum das Licht der Welt erblickt haben.“

Ein großes Dankeschön gilt der Familie Schenk aus Hohenstein-Ernsttahl, die den Brutplatz in ihrem Garten 2019 entdeckten und das Umweltamt des Landkreises darüber informierten! Außerdem hat die Familie bei der Sanierung ihres Hauses im Dachbereich weitere Brutplätze für die Art geschaffen, die auch genutzt werden.

Bei unserer Reise im September in die Savannen Ostafrikas, nach Kenia, haben wir – vor Mai 2021 –  wieder Chancen, „unsere“ Mauersegler zu sehen. Vielleicht sogar die Kirschbaum-Brüter? Aber das bleibt ein Geheimnis. Unsere Reise nach Kenia in die Masai Mara zur großen Tierwanderung kann nach heutigem Kenntnisstand durchgeführt werden. Noch sind vier Plätze verfügbar.

Mauersegler_baumbr._Vogelwelt2004

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Hartmut Meyer

Alle Fotos: Pressefotograf Andreas Kretschel

 

Mausersegler-Brutkolonie (mind. 12 BP) in der Mauersegler-Laterne in 09358 Oberlungwitz, Abteistraße.

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“Kuckuckskinder” und Buschrohrsänger im Knöterich – ertaunliche Neuigkeiten aus unserer Vogelwelt

“Kuckuckskinder” und Buschrohrsänger im Knöterich – ertaunliche Neuigkeiten aus unserer Vogelwelt

Wer von uns hat sich nicht schon über den Staudenknöterich (Fallopia spp.), einer aus Südostasien eingeschleppten Pflanze (Neophyt) geärgert, der jegliche Bach- und Flussufer zuwuchert und sich sogar in die Fläche ausbreitet? Bei den Wasservogelzählungen z.B. verdeckt die wuchernde Pflanze die Sicht auf die Wasservögel, was die Zählungen erheblich erschwert. Gleichzeitig stellte man aber auch fest, dass die Knöterich-Bestände den Wasservögeln Schutz bieten gegen das zunehmende Begängnis von Spaziergängern mit Hunden. Und zur Brutzeit wunderte man sich eine Weile über Mönchsgrasmücke, Amsel, Goldammer, Neuntöter und Sumpfrohrsänger, deren Gesänge regelmäßig an solchen Standorten zu hören waren, obwohl es dort vermeintlich gar keine geeigneten Brutmöglichkeiten gab!

Junger Kuckuck im Nest des Teichrohrsängers im Juni 2020, aber hier neu im Knöterich. Man beachte die Nestbauweise. Foto: Jens Hering

Unser Vereinsfreund und VSO-Vorstandsmitglied Jens Hering war der erste, der sich die Mühe gemacht und die Knöterich-Bestände näher untersucht hat. Eine zugleich ziemlich schmutzige Angelegenheit, auf allen Vieren durch die Bestände zu kriechen, noch dazu nicht ganz ungefährlich, da Wildschweinrotten hier ebenfalls sehr gern ihre Domizile aufschlagen. Was Hering ans Tageslicht gebracht hat, war eine kleine Sensation und in der deutschen Vogelkunde bis dato unbekannt! Die oben genannten Vogelarten, insbesondere Sumpfrohrsänger (Marsh Warbler, Acrocephalus palustris), bilden ausgedehnte Brutbestände im Knöterich-Dschungel in höchsten Siedlungsdichten! Und in diesem Jahr hat sich in einer kleinen Kontrollfläche entlang der Zwickauer Mulde im Landkreis Zwickau, um die Gemeinden Remse und Crossen, herausgestellt, dass die Sumpfrohrsänger im Knöterich unseren immer seltener werdenden Kuckuck ideale und perfekte Kinderstuben bieten! Allein fünf Sumpfi-Nester mit einem „Kuckuckskind“ konnten in den vergangenen Tagen gefunden werden, alle im Knöterich!

Hering hat bereits dazu publiziert, in Fachmagazinen (Der Falke, Die Vogelwarte – siehe unten) und in der Tagespresse, um auf die neue und bisher unbekannte Bedeutung dieser Pflanze als Brutplatz für unsere heimischen Vögel hinzuweisen. Und nun müssen wir alle gemeinsam versuchen, Behörden, Kommunen, Agrarbetriebe und Grundstückseigentümer davon zu überzeugen, dass das Abmähen der Knöterichbestände zur Brutzeit (Mai bis Juli) eine massive Vernichtung von Vogelbruten darstellt und unbedingt unterbleiben muss! Die Bestände können jederzeit nach der Brutzeit gemäht werden, denn bis zur Brutsaison im kommenden Jahr bildet der Knöterich als schnell wuchernde Pflanze wieder seine für die Vogelbruten notwendige Dichte aus.

Buschrohrsänger im Knöterich, Juni 2020. Digiskopie-Foto: T. Augst.

Weitere Überraschungen bleiben nicht aus! In diesem Jahr gab es sogar den ersten Nachweis einer Teichrohrsängerbrut (European Reed Warbler, Acrocephalus scirpaceus) in Knöterich, wobei Jens Hering auch erstmals eine völlig neue Nestbauweise für die Art, die nirgends in der wiss. Literatur beschrieben ist, nachweisen konnte. Und, sogar der Buschrohrsänger (Blyth’s Reed Warbler, Acrocephalus dumetorum), eine Vogelart aus der Ostpaläarktis, die in diesem Jahr wieder einen Vorstoß nach Mitteleuropa gemacht hat und in Sachsen gleich an zwei Stellen (Werdauer Wald und im Elbtal) festgestellt (fotografiert, Tonaufnahmen, Beringung) wurde, hält sich seit Mai bereits inmitten eines Siedlungsgebietes an einem mit Knöterich bewachsenem Flussufer im Elbtal auf und singt dort fleißig. Der Vogel ist, wie bei der Beringung festgestellt wurde, unverpaart.

Buschrohrsänger bei der Beringung, Juni 2020. Foto: J. Hering

Bei weiteren Untersuchungen im Knöterich dürften neue Überraschungen zu erwarten sein. Aber schon jetzt ist die Bedeutung dieser vielgehassten Pflanze als Brutplatz für unsere heimische, teilweise sogar bedrohte Vogelwelt, eine Sensation!

Über solche und weitere Neuigkeiten zur heimischen (und auch zu internationalen) Vogelwelt informieren wir auch stets bei unseren Reisen rund um die Welt! Im September/Oktober 2020 in Kenia, im September und Oktober 2020 auch zum Vogelzug in Bulgarien und Griechenland sowie in Marokko (per heute EU-weit wieder als Reiseland ohne Einschränkungen zugelassen).

Für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung. Wir haben für alle Reisen noch Plätze verfügbar (exklusive Einzelzimmer für Griechenland im Oktober, die bereits ausgebucht sind).

Hartmut Meyer

Titelfoto: Junger Kuckuck im Nest des Teichrohrsängers, klassisch im Schilf. Foto: A. Kretschel.

Literatur: 

Hering 2019_Fallopia & Brutvögel_Der Falke

Hering 2019_Fallopia & Brutvögel_Die Vogelwarte

 

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Der Wiedehopf als neuer Brutvogel im Zschopautal bzw. im Ergebirgsvorland – eine Folge des Klimanwandels?

Der Wiedehopf als neuer Brutvogel im Zschopautal bzw. im Ergebirgsvorland – eine Folge des Klimanwandels?

Eine erfolgreiche Brut vom Wiedehopf (Eurasian Hoopoe) in Landkreis Mittelsachsen, in

einem Kleingarten in Ortslage im Zschopautal/Landkreis Mittelsachsen, bei der in diesen Tagen die flüggenJungvögel in einer Baumhöhle in einem alten Obstbaum gefüttert werden, stellt eine weitere neue Entwicklung in der sächsischen Vogelwelt dar. Zwar ist der Wiedehopf (Foto re.: F. Seifert) vor allem in den klimatisch begünstigten Heidegebieten in Ostsachsen (punktuell auch in Nordsachsen) ein regelmäßiger, wenn auch nicht häufiger Brutvogel auf Truppenübungsplätzen, in der Bergbaufolgelandschaft und in angrenzenden Dörfern, jedoch wurden in Sachsen bisher keine Bruten außerhalb der genannten Gebiete bekannt, schon gar nicht im Erzgebirgischen Becken und seinen Flusstälern bzw. im angrenzenden Erzgebirgsvorland im Landkreis Zwickau und im Chemnitzer Umland.

Vermutlich lässt die aktuelle Brut im Raum Kriebstein auf eine Entwicklung schließen, die im Zusammenhang mit den klimatischen Veränderungen zu sehen ist, auf die auch die derzeitige Ausbreitung der Art im sächsischen Elbtal zurückzuführen sein könnte. Nachdem es auch im angrenzenden Landkreis Zwickau aktuell Brutzeitbeobachtungen von der Art gibt, wurde in der vergangenen Woche per Zeitungsaufruf die interessierte Bevölkerung aufmerksam gemacht, nach der Art in Privatgärten etc., die bei Kartierungen bzw. Beobachtungsgängen nur schwer berührt werden können, zu achten. Erstaunlicherweise erbrachte dieser Presseaufruf konkrete Angaben zu mindestens vier seit Mai und bis jetzt besetzten Wiedehopf-Revieren: Zwei im Umland der Großstadt Chemnitz und zwei im Tal der Zwickauer Mulde im Landkreis Zwickau. In fast allen Fällen handelt es sich um ländliche, dörfliche Strukturen. Die Reviere befinden sich meist in der Umgebung von Bauerngehöften mit altem Baumbestand, mit offenen Schuppen, Holz- und Strohlagern, mit Viehhaltung (Schafe, Rinder) und mit Obstgärten. Auch wenn im Moment noch kein weiterer Brutnachweis (mit Jungvögeln) erbracht werden konnte, gelten die seit Wochen bestehenden Vorkommen als Revierpaare. Das stellt in der Tat eine bemerkenswerte Entwicklung dar, die vielleicht auch im Einklang mit einem seit diesem Jahr wieder leichten Anstieg von Großinsekten zu sehen ist. Zumindest bei der Brut in Mittelsachsen wurde beobachtet, dass die Altvögel viele Insekten, insbesondere Libellen und große Würmer, füttern. Foto: ruf. Wiedehopf jetzt im Juni in Niederlichtenau. Foto: privat.

Unser Aufruf an alle Beobachter in Sachsen außerhalb der bekannten Brutgebiete: Unbedingt auf die Anwesenheit dieser Vogelart, die bei erfolgreicher Brut jetzt im Juni flügge Jungvögel haben müsste, achten. Und das auch in den kommenden Jahren! Meldungen nimmt der Verein Sächsischer Ornithologen e.V. www.vso-web.de und hier Eberhard Flöter e_floeter@web.de gern entgegen. Mehr zur Art als Brutvogel in Deutschland bei Gedeon et. al (2014): “Altas Deutscher Brutvogelarten”, (Seiten 362/363). 

Der Wiedehopf ist bei unseren Reisen in Südeuropa, in Bulgarien und am Kerkinisee, ein häufiger Brutvogel und im Herbst auch regelmäßiger Durchzügler. Gerade im September bei unserer Reise zum Vogelzug am Schwarzen Meer in Bulgarien sollte dieser hübsche Vogel häufig als Durchzügler zu sehen sein.

Hartmut Meyer

Startfoto: Wiedehopf als Durchzügler im Lkr. Zwickau. Foto: Jens Halbauer.

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Rosenstare in Deutschland unterwegs – bemerkenswerter Einflug nach Süd- und Norddeutschland im Gange

Rosenstare in Deutschland unterwegs – bemerkenswerter Einflug nach Süd- und Norddeutschland im Gange

Wer jetzt in der Natur unterwegs ist sollte die Starenschwärme genauer anschauen! Insbesondere solche, die in diesen Tagen in Kirschbäume mit reifen Früchten einfallen. Seit einigen Wochen schon werden insbesondere im Süden Deutschlands, in Bayern und Baden-Württemberg, und natürlich auch auf Helgoland die hübschen Rosenstare beobachtet. Die Art kommt hauptsächlich in den mittelasiatischen Steppengebieten vor und brütet dort vagabundierend kolonieartig. Fast jedes Jahr kommt es im südlichen Europa, schon ab Ungarn, zu mehr oder weniger großen Einflügen der Art, die unter günstigen Nahrungsverhältnissen dann auch brüten können. In zentralen Mitteleuropa, hier bei uns in Deutschland, trat die Art bisher eher selten auf. Meist können ab Spätsommer einzelne, schlicht hellbraun gefärbte Jungvögel in Starenschwärmen beobachtet werden. Der aktuelle Einflug von Vögeln im Brutkleid im Mai und Juni ist bemerkenswert, da es sich um Altvögel handelt. Ein Zusammenhang mit den klimatischen Veränderungen ist sehr wahrscheinlich. R. Steffens et al. in „Die Vogelwelt Sachsen“ (1998) verzeichnet aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts Einzelnachweise in Sachsen, die aber auch Gefangenschaftsflüchtlinge vermuten lassen.

Die hübschen Vögel scheinen genau zu wissen, wann sie wo sein sollten. In Nordgriechenland, z.B. im Nationalpark Kerkinisee, treffen die Vagabunden ab Mitte Mai ein, und zwar genau dann, wenn die leckeren Maulbeeren reif sind. Im Volksmund werden diese Stare dort auch als „Maulbeerfresser“ bezeichnet. Jedes Jahr am Kerkinisee, wenn Bartmeise-Reisegruppen in der zweiten Maihälfte unterwegs sind, gelingen gute Beobachtungen. Dann werden gezielt die reifen Maulbeerbäune angefahren (die nicht nur für die Stare eine Delikatesse sind), und es dauert nicht lange, dann sind die wirklich sehr attraktiven Vögel zu sehen.

In diesem Jahr, in dem das weltweite Reisen bis in der Herbst hinein eher verhindert sein wird und man sich auf europäische Ziele konzentrieren muss, bieten wir neue Kurzreisen zum Höhepunkt des Vogelzuges am Schwarzen Meer in Bulgarien Ende September und an den Kerkinisee nach Nordgriechenland Ende Oktober an. Europa ist wieder offen, diese Reisen sind problemlos buchbar.

Hartmut Meyer

Titelfoto: Rosenstar im Brutkleid und Trupps von Rosenstaren aktuell am Schwarzen Meer bei Durankulak/Bulgarien. Fotos: Pavel Simeonov.

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Die Geschichte vom weißen Rehbock aus dem Hirschgrund – deutschland- und weltweit in der Presse

Die Geschichte vom weißen Rehbock aus dem Hirschgrund – deutschland- und weltweit in der Presse

Bei einer unserer Beringungsaktionen im Rahmen eines Greifvogelmonitoring-Programmes im Landkreis Zwickau in den vergangenen Tagen im Gebiet um die Stadt Hohenstein-Ernstthal war auch

Beringer D. Kronbach (re.) und Helfer O. Günther bei der Beringung junger Rotmilane. Foto: A. Kretschel

unser Freund und Pressefotograf, Andreas Kretschel, mittlerweile ein anerkannter Tierfotograf, dabei. Während im „Hirschgrund“ zwei kräftige junge Rotmilane ihre Vogelwarten-Ringe erhielten (Foto li.: A. Kretschel), kamen Andreas seine Erlebnisse mit einem weißen Rehbock ins Gedächtnis. „Hier, genau hier auf den angrenzenden Feldern, habe ich 2008 den weißen Rehbock fotografiert. Das war der Anfang der Tierfotografie bei mir, und bis heute bin ich dabeigeblieben“, meint Andreas. Er konnte sich gut an die 12 Jahre zurückliegenden Ereignisse erinnern. Von einem Jagdpächter bekam er im Herbst 2007 Kenntnis davon, dass sich hier auf den Feldern ein „Albino-Reh“ aufhalten würde. Nach entsprechender Vorbereitung war es dann im Frühjahr 2008 soweit. „Nächtelang habe ich gewartet, um das Tier vor meine Kamera zu bekommen … und dann, nach einer weiteren kalten Mai-Nacht ohne Schlaf war er da, der weiße Rehbock im blühenden Raps“, schwärmt Andreas. Danach habe ich das Tier, ein Bock, noch mehrfach gesehen, bis in das Jahr 2009 hinein.

Junge Rotmilane im Nest. Foto: M. Liebschner.

Nachdem seine Fotos in der großen sächsischen Tageszeitung „Freie Presse“ und anderen lokalen Medien für Aufsehen sorgten, gingen die Bilder auch deutschlandweit in verschiedene Printmedien ein. Die Aufmerksamkeit war riesig, denn ein komplett weißes Reh (Albino) ist äußerst selten und gute Bilder gibt es fast keine. Die Spitzen der sächsischen Jägerschaft waren der Meinung, dass so ein abnormales Tier nicht in die Natur und abgeschossen gehöre … und so machte der Albino-Rehbock auch kontrovers Schlagzeilen in der Boulevardpresse, was wiederum Pressenagenturen auf den Plan rief. Nachdem eine internationale Agentur den weißen Rehbock aus Westsachsen in ihre Bild-Datenbank aufgenommen hatte, druckten sogar Zeitungen außerhalb Europas die Bilder ab. Nachweislich erschienen diese Fotos von Andreas Kretschel z.B. in den Vereinigten Arabischen Emiraten in den Zeitungen, und erfreuten die Jagd-wütigen Scheichs.

Über das Schicksal des hübschen Tieres, dem die Boulevardpresse den Namen “Schneeweißchen” gab, ist indes nichts bekannt. Der hiesige Jagdpächter hatte versprochen, dem Tier kein Haar zu krümmen. Nach knapp zwei Jahren verschwand das Reh aus dem “Hirschgrund” und wurde nie wieder gesehen. Ob der Bock dennoch als Trophäe in einem Jagdzimmer verstaubt, ob er im Kochtopf verschwand oder aber am Straßenrand sein Leben als Verkehrsopfer verlor, ist unbekannt. Einige Jahre später wurde etwa 60 Kilometer weiter in Mittelsachsen ein weißes Reh gesehen. Zusammenhänge mit dem weißen Rehbock aus dem „Hirschgrund“ erschienen nach so langer Zeit aber eher unwahrscheinlich.

Ungewöhnliche Erlebnisse mit Vögeln und vielen anderen Tieren bieten unsere Bartmeise-Reisen in alle Welt immer. Neu im Programm Ende Oktober ist wieder eine Kurz-Reise in des fantastische Naturparadies Kerkinisee in Nordgriechenland, wo wir bei einer unserer letzten Reisen eine schwimmende Wildkatze beobachten und fotografieren konnten. Und ebenfalls neu im Programm ist eine Reise nach Nordwest-Argentinien zu den Vogel- und Tierwelt von der Puna bis zur Yungas am Ostabfall der gewaltigen Anden. 

Hartmut Meyer

Alle Fotos urheberrechtlich geschützt! Pressefotograf: Andreas Kretschel
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