Vogelwelt im Himalaja – Bartmeise-Reisegruppe bei Ibisschnabel und Himalajarotschwanz eingetroffen

Vogelwelt im Himalaja – Bartmeise-Reisegruppe bei Ibisschnabel und Himalajarotschwanz eingetroffen

Ibisschnabel am Rapti-River. Fotos (2): Som Gharti Chhetri

Am Sonnabend (17.02.2018) traf wieder eine Bartmeise-Reisegruppe im Himalajaland Nepal ein. Auf dem Programm dieser Reise steht die Vogelwelt hauptsächlich im Westen des Landes, zwischen der Hauptstadt Katmandu, den Pulchowski-Bergen, dem berühmten Chitwan-Nationalpark, dem Farmland um Lumbini, Pokhara und dem “Australien Camp” (2.000 mNN) zu Füßen der Anapurna-Region, der höchsten Berge der Welt. Bevor unsere Gruppe heute im Chitwan-Nationalpark eintraf, stand ein weiterer vogelkundlicher Höhepunkt im Programm: Die Suche nach dem seltenen Ibisschnabel (Ibisbill) im Überwinterungsgebiet am Rapti-Fluss bei Hetauda. Um die Art möglichst sicher sehen zu können, wurde die diesjährige Reise um 10 Tage vor den sonst üblichen Termin gelegt …, und wir hatten tatsächlich Glück! Gestern Nachmittag konnten wir 2 (3) Ibisschnäbel am mächtigen Gebirgsfluss aus naher Distanz (wie auf den Fotos) gut beobachten (eines der beiden hier gezeigten Fotos entstand genau an diesem Plazt, allerdings bereits vor zwei Jahren. Die Flugaufnahme gelang unserem nepalesischen Guide Som, mit dem wir unterwegs sind, an einem anderen Platz im Himalaja). Ein tolles Erlebnis, dass bei allen Reisegästen für Begeisterung sorgte!

Ab Morgen werden wir zwei volle im Nationalpark zwischen Panzernashörnern, wilden Elefanten, Lippenbären und hoffentlich auch dem Benagltiger nach diversen seltenen Vogelarten Ausschau halten. Danach steht im Gebiet um Pokahara auch Nepal’s einziger (echter) Endemit, der Igeldrossling (Spinny Babbler) auf dem Programm. Auch dem Geburtsplatz Buddhas, dem weltweit wichtigsten Ort für alle Buddisten (vergleichbar mit der Geburtskirche Jesu in Jerusalem) werden wir einen Besuch abstatten. Mehr vom Reiseverlauf später an dieser Stelle.

Hartmut Meyer

Reisebericht Bulgarien: Arktische Rothalsgänse im Winter am Schwarzen Meer

Reisebericht Bulgarien: Arktische Rothalsgänse im Winter am Schwarzen Meer

Reisebericht über die Kurzreise: 29. Januar bis 4. Februar 2018

zu Gast in der Branta-Logde. Foto: Pavel Simeonov.

Montag, 29. Januar: Zu den Rothalsgänsen ans Schwarze Meer
Am Morgen startet eine Bartmeise-Gruppe aus Leipzig und Hamburg kommend mit Austrian Airlines über Wien nach Varna ans bulgarische Schwarze Meer. Obwohl die Umsteigezeit in Wien nur 30 Minuten beträgt, macht der schicke Flughafen Schwechat seiner Werbung, das Umsteigen in 25 Minuten zu garantieren, alle Ehre, und so treffen wir wohlbehalten (mit Reisegepäck) kurz vor 13.00 Uhr in Varna am Schwarzen Meer ein. Hier herrscht winterliche Ruhe vor dem Sommerurlauber-Ansturm, und so geht die gesamte Abfertigung zügig vonstatten. Unser Guide und Gastgeber Pavel Simoenov, Inhaber der „Branta-Logde“, engagierter Vogelschützer und Pionier des Natur- sowie Ökotourismus in Bulgarien, wartet im leeren Flughafen und ‚brieft‘ uns auch gleich auf die schwierige Situation in diesem Winter. Dieser ist sogar hier im Osten so ungewöhnlich mild, so dass nur wenige Rothalsgänse in den Überwinterungsgebieten am See eingetroffen sind. Das konnte man auch bereits aus dem Wetterverlauf von zu Hause aus verfolgen und so waren Erwartungen auch entsprechend gedämpft. Wir beschließen, das Beste aus einer Situation, die niemand ändern kann, zu machen. Aber Pavel hat bei der Fahrt zum Flughafen einen Rothalsgans-Trupp in der Feldflur entdeckt, den wir sofort aufsuchen, denn das könnte im Moment unsere einzige Chance sein! Die Gänse sind noch da und wir können uns diesen bis auf ca. 400 Metern nähern. Es sind etwa 400 Rothalsgänse und dazu rund 2.000 Blässgänse, die wir gut beobachten können. Es ist faszinierend, dieser kleinen, agilen arktischen Gänseart bei der Nahrungssuche zuschauen zu können. Die meisten Reiseteilnehmer kannten die Art bisher nur in Einzelindividuen überfliegend in gemischten Weißwangengans-Trupps. Pavel macht uns nochmals klar, dass das vermutlich hier in Bulgarien in den nächsten Tagen die einzige Chance auf die Art gewesen sein könnte. Und das sollte auch so sein, wie wir feststellen werden.
Auf der ca. 100 Kilometer langen Fahrt vom Flughafen zur Logde nahe der rumänischen Grenze staunen wir über die hier zahlreichen Grauammern, sehen Rohrammern am Straßenrand und entdecken neben diversen Greifvögeln auch Raubwürger. In der Logde angekommen erwarten uns komfortable Zimmer (alle mit eigenem Bad) und das Abendessen.

Bartmeise-Gruppe am Schwarzen Meer. Links: Pavel Simeonov. Foto: H. Meyer

Dienstag, 30. Januar: Adlerbussard, Korn- und Rohrweihen am Durankulak-See
In der Nacht hören wir vom Bett aus Schakale im Duett, und am Morgen schwärmen Zenttausende Stare vom Schlafplatz im Schilf kommend um die Branta-Logde. Nach dem Frühstück beobachten wir heute in der Umgebung des Durankulak-Sees und am Schwarzen Meer. In kurzen Abständen können wir in der Feldflur, die hier geprägt ist von ausgedehnten Wintergetreide-, Raps- und Grünland-Schlägen, aber immer wieder unterbrochen wird von Äckern, Brachen, Steppen und Windschutzstreifen, Korn- und Rohrweihen ungewöhnlich häufig beobachten. In der Feldflur sind es meist Kornweihen, die hier zahlreich überwintern, und an den Seen die Rohrweihe. 20-30 Vögel gleichzeitig in der Luft, dazu Kornweihen und Mäusebussarde, sind nicht ungewöhnlich. Besonders interessant und auffallend sind jedoch Adlerbussarde. Wir entdecken heute bis zu drei verschiedene Individuen. Auch der Raufußbussard kann beobachtet werden, ist aber in diesem milden Winter nur in geringer Individuenzahl vertreten. Am Schwarzen Meer sehen wir die ersten Krähenscharben, die offenbar bereits ihr Brutgeschäft an den Felsklippen begonnen haben und sich daher im Brutkleid präsentieren. Ein leider verölter Prachttaucher wartet am Strand auf sein Ende. Bei Sveti Nikola in einer steppenartigen Landschaft entdecken wir einen Trupp von um die 60 Kalanderlerchen, deren Winterverhalten eng zusammen in Gruppen ganz anders ist als zur Brutzeit, in der die Art nur paarweise lebt, Auch zwei Schwarzkehlchen zeigen sich hier. Am abendlichen Shabla-See erregen Hunderte Bleßrallen unsere Aufmerksamkeit. Ein Bild, das es auf heimischen Gewässern fast nicht mehr gibt. Seidensänger singen ihr hastiges Lied und ein Mariskensänger ist akustisch zu vernehmen, singt aber noch nicht. Verschiedene Wasservogelarten, darunter Kolben- und die im Winter hier seltenen Moorente finden wir im Abendlicht. Zwergscharben sind häufig zu sehen und mit einem Blick auf ein gewaltiges Seeadlernest beenden wir diesen Tag zwischen Shabla- und Durankulaksee, … leider und wie vorausgesagt ohne weitere Rothalsgans-Beobachtungen. Nach dem Abendessen geben unsere Gastgeber Pavel und Tatjana Simeonov einen kleinen Einblick in ihr auch musikalisches Talent und unterhalten uns mit hausgemachter Musik am Flügel und mit Gesang.

Mittwoch, 31. Januar: Rote Felsen am Kap Kaliakra
Noch vor dem Hellwerden fahren wir heute Morgen an den direkt gegenüber der Logde gelegenen Durankulak-See, auf dem in der Nacht Gänse geschlafen haben. Es ist bitterkalt, aber ruhig. Glutrot geht die Sonne auf und wir können einen kleinen Trupp Rothalsgänse, vielleicht die 400 Individuen vom Montag, am südlichen Seeufer erkennen. Ein Rancher von BirdLife Bulgarien überwacht etwas weiter den morgendlichen Gänseausflug. Aber leider, der Abflug der Gänse wird rasch gestört von Jägern, die den heutigen letzten erlaubten Jagdtag zur Spaß-Jagd auf Wildgänse nutzen. Eine Blässgans sitzt offenbar angeschossen auf dem Feld und kann nicht mehr fliehen. Sie wird aus wenigen Meter Entfernung eiskalt abgeknallt. Was empfinden solche Menschen? Wir empfinden Verachtung. Zwar ist die Wasserfläche des Sees Schutzgebiet (vergleichbar wie auch bei uns in Deutschland), aber eben nur die Wasserfläche und daher dürfen Freizeit-Jäger auf die abfliegenden Gänse schießen, wie auf Tontauben. Völlig egal, ob dabei Blässgänse oder hier die geschützten Rothalsgänse getroffen werden. Zu diesem EU-Absurdum der Vernichtung global bedrohter Arten, währenddessen die biologische Vielfalt in den EU-Ländern dramatisch zurückgeht, zum Schluss noch einige Anmerkungen.

Wir fahren zum Frühstück in die Logde. Anschließend besuchen wir den Shable-See sowie das berühmte Kap Kaliakra. Kurz vor dem Kap in einem geschützten Steppen-Biotop können wir Haubenlerchen beobachten. Zur Brutzeit finden sich hier bis zu 120 Brutpaare Kurzzehenlerchen, die aber im Januar noch fehlen. Das winterliche Kap mit seinen bis zu 70 Meter hohen Klippen, die heute golden und rot in der Sonne leuchten, haben wir und die Vögel ganz allein für uns. Krähenscharben, die ihr Brutgeschäft in den Felsenhöhlen begonnen haben, können wir beim Fischen zuschauen. Von den im Sommerhalbjahr bis zu 5.000 hier jagenden Sturmtauchern ist heute allerding keiner zu sehen. Gleich hinter dem Kap beginnt ein enges Kerbtal, in dem der Uhu brütet. Wir müssen auch gar nicht so lange warten, dann erscheint die große Eule und sitzt auf der oberen Felswand in der Abendsonne, bevor der Vogel in die angrenzende Steppe zum Jagen fliegt. Fast wie die original roten Helgoländer Klippen tauchen die vom Kap Kaliakra von der Abendsonne angestrahlten Felsen in einem phantastisches Rot. Ein toller Anblick zum Abschluss des Tages.

Donnerstag, 1. Februar: Rothalsgänse und Fischmöwen im südlichen Donaudelta in Rumänien
Die Nacht war erneut frostig und die Temperaturen liegen morgens daher auch kaum über 0°C. Die Sonne schiebt den winterlichen Morgendunst jedoch rasch beiseite und erwärmt das Land, allerdings tragen die flachen Seen heute eine Eisschicht. Wir haben uns für eine Tagesexkursion zur angrenzenden südlichen Schwarzmeerküste nach Rumänien entschieden. Da die Grenze nach Rumänien nur ca. sechs Kilometer von der Branta-Logde entfernt ist, stehen wir wenige Minuten nach unserem Start an der Grenzkontrolle, die ohne Probleme schnell erledigt ist. Im Grenzort entdecken wir wieder den Blutspecht, der hier in den Dörfern recht häufig zu finden ist.

Die Südküste Rumäniens hat eine deutlich dichtere Infrastruktur als der Norden des bulgarischen Schwarzen Meeres und so fahren wir rasch an den Hafenanlangen von Mangalia vorbei. Dann erreichen wir die Eforie (bekanntes Seebad) am Rande der Großstadt Konstanza, wo wir einen Stopp am größten künstlichen (Trinkwasser-) See Rumäniens, dem Techirghol-See einlegen. Sofort fallen die Konzentrationen von Schwarzhalstauchern auf. Um die 400 Vögel sind dicht gedrängt zu beobachten. Wir können nur einen Teil des riesigen Sees einsehen, aber auf diesem halten sich bestimmt um die 1.000 Individuen auf. Dieses Gewässer ist auch bekannt dafür, dass im Winterhalbjahr gelegentlich bis zu 20.000 Zwergsäger rasten. Heute ist aber kein einziger zu entdecken. Wir umfahren Konstanza und erreichen rasch das südliche Ende des Donaudeltas im Biosphärenreservat bei Vadu (Grindul Chituc). Auch wenn hier winterliche Stille herrscht kann man sich vorstellen, welches reichhaltige Vogelleben zur Brutzeit anzutreffen ist. Heute entdecken wir jedenfalls einige weitere Arten für unsere Liste wie Großer Brachvogel, Löffelente, Graureiher und auch die ersten Kiebitze. In Richtung Sinoe sehen wir einen riesigen Trupp Gänse fliegen. Genau das haben wir gesucht! Wir beeilen uns und kommen rasch in diese in der an das Delta angrenzenden Feldflur heran. Die Gänse sitzen nicht weit von der Ortschaft Säcele im Wintergetreide für uns günstig mit Licht im Rücken windgeschützt vor einer Anhöhe im Gelände. Wir fahren vorsichtshalber nur bis auf ca. 800 Meter heran und sind gebannt vom Schauspiel: mind. 7.000 Rothalsgänse und vielleicht um die 12.000 Blässgänse fressen ungestört. Dabei ist ein etwa gleichgroßer Gänse Trupp vor unserer Ankunft offenbar zum Trinken ins angrenzenden Delta abgeflogen. Wir genießen dieses Schauspiel ungefähr 1 ½ h lang und erfreuen uns an den attraktiven Gänsen von der Taymirhalbinsel. Wie bei uns zu Hause sitzen Schwäne im angrenzenden Raps. Allerdings keine Höcker- sondern ausschließlich Singschwäne. Bestimmt 800 Vögel können wir vom Standpunkt aus erkennen. Später noch viele mehr.

ad. Fischmöwe. Foto: Pavel Simeonov

Freitag und Sonnabend, 2. und 3. Februar: Beobachtungen zwischen Meer und Seen
An beiden Tagen sind wir in der Umgebung von Durankulak bis nach Kavarna unterwegs. Wir beobachten in und um die Brackwasser- und Feuchtgebiete, in der Feldlur und in den teilweise sehr ursprünglichen Ortschaften. Verschiedene neue Vogelarten, von Kiebitz, über Rebhuhn bis Waldohreule (am Schlafplatz), von Seeadler (brütend) bis Sakerfalke und von Blutspecht bis Rohrammer werden gesehen. In der Feldflur finden wir einen Adlerbussard mit interessanten Beute, wie auch immer: einer Sumpfohreule! Wir schließen unsere Vogelliste mit 103 Arten ab, darunter auch einige, die aufgrund des milden Winters unerwartet gesehen werden konnten.

Fazit: Diese Kurzreise galt insbesondere den arktischen Rothalsgänsen in ihrem wichtigsten Winterquartier am Schwarzen Meer. Trotz ungünstiger klimatischer Verhältnisse durch den auch hier bisher außergewöhnlich milden Winter gelang es, mind. 7.000 Rothalsgänse zu sehen. Auch die Bedrohung dieser global gefährdeten Art im durch Freizeitjäger mussten wir zur Kenntnis nehmen. Weitere Zielarten der Reise waren Fischmöwe und Adlerbussard, die ebenfalls sehr ausführlich beobachtet werden konnten. Die Region um Durankulak mit seinen Brackwasser- und Feuchtgebieten, bekannten Seen und Steppen in der Feldflur bzw. im Küstenhinterland bietet zusammen mit dem unmittelbar auf rumänischer Seite angrenzenden südlichen Donaudelta ausgezeichnete Beobachtungbedingungen, die ggf. nur durch die Jagdausübung (je bis 31.01.) gestört werden. Die Rahmenbedingungen in der Branta-Logde von Bidguide Pavel und Tatjana Simeonov als Quartier und Ausgangspunkt für alle Exkursionen können als ausgezeichnet eingeschätzt werden.

Rothalsgänse: Foto: Pavel Simeonov

Gänsejagd
Die Bejagung von Wildgänsen, indirekt auch der streng geschützten Arten, insbesondere hier am Schwarzen Meer die global gefährdete Rothalsgans betreffend, zeigt einmal mehr die Absurdität und Wirkungslosigkeit der EU als Staatenverbund auf, deren verantwortliche Umwelt-Politiker offenbar planlos agieren und auch über keinerlei Konzept verfügen, den dramatischen Verlust an Biodiversität in Europa zu stoppen. Man ist nicht schon einmal nicht in der Lage, internationale Konventionen und Abkommen wie z.B. solche zum Schutz wandernder Tierarten oder auch RAMSAR durch-, geschweige die eigene EU-Vogelschutzrichtlinie umzusetzen, noch die Mitgliedsländer auf die Einhaltung der Gesetze zum Schutz bedrohter Arten zu verpflichten! Dies gilt bei Weitem ja nicht nur für Bulgarien und Rumänien! Auch in Deutschland, das von einem noch dramatischeren Biodiversitätsverlust gerade auch in der Agrarlandschaft betroffen ist, darf die Spaß-Jagd auf Vögel ungebremst weitergehen. Es ist traurig erleben zu müssen, wie offenbar von ausuferndem Lobbyismus gesteuerte „Volksvertreter“ das Vertrauens der Menschen in die Europäische Union zerstören, und sich daher auch in den Kernländern der EU gefährlicher Nationalismus ausbreitet.

Hartmut Meyer

Startfoto: Rothalsgänse in Durankulak. Foto: Pavel Simeonov

Rothalsgänse, Fischmöwen und Adlerbussarde am Schwarzen Meer in Bulgarien und Rumänien

Rothalsgänse, Fischmöwen und Adlerbussarde am Schwarzen Meer in Bulgarien und Rumänien

Rothalsgänse im Winter vor der Branta-Logde (früheres) Foto: Pavel Simeonov.

Eine Kleingruppe von vier Gästen besuchte vom 29. Januar bis 4. Februar 2018 die Region um Durankulak an der nördlichen bulgarischen Schwarzmeerküste. Ziel diese Kurzreise waren die am Schwarzen Meer überwinternden arktischen Rothalsgänse. Trotz äußerst ungünstiger Wetterverhältnisse, bedingt durch einen viel zu milden Winter, konnten bis zu 7.000 Individuen in einem Trupp unter mind. 12.000 Blässgänsen gut beobachtet werden. Auch Fischmöwen in verschiedenen Alterskleidern waren abends am Schlafgewässer gut zu sehen. Unsere Reisegruppe hatte Quartier bezogen in der Branta-Logde von Pavel Simeonov direkt am Durankulak-See, der Schlafgewässer für die Rothalsgänse ist. Trotz der witterungsbedingten Einschränkungen waren die Beobachtungsbedingungen ausgezeichnet. Neben den Wasservögeln konnten zudem bemerkenswert viele Greifvögel, zahlreiche Korn- und Rohrweihen sowie Adler- und Raufußbussarde beobachtet werden. Auch das berühmte Kap Kaliakra und die vorgelagerten Steppenlandschaften waren Exkursionsziele. Diese interessante Kurzreise bieten wir auch Anfang Februar 2019 wieder an (zeitnah im Reiseprogramm zu finden).

Hartmut Meyer

 

Alle Mahlzeiten in der Branta-Logde immer frisch von Frau Simeonov zubereitet. Fisch nach Art des Hauses. Foto: H. Meyer

Auf der Suche nach dem Krokodilwächter am Gambia-River

Auf der Suche nach dem Krokodilwächter am Gambia-River

Bartmeise-Gruppe zu Fuße eines afrikanischen Baumriesen. Foto: S. Fischer

Am 27. Dezember 2017 traf unsere Bartmeise-Reisegruppe unter Leitung von Stefan Fischer (Paulinaue) wohlbehalten und planmäßig nach einem Lufthansa-/Brüssel Airline-Flug am Abend in Banjul, der Hauptstadt von Gambia ein. Empfangen wurde die Gruppe von Ansu, unserem gambischen Birdguide. Mit ihm zusammen wird unsere Vogelbeobachter-Gruppe bis zum 10. Januar die faszinierende westafrikanische Vogelwelt entlang des Gambia-Rivers und bei einem Abstecher in den Senegal erkunden und beobachten. Bereits in den ersten Stunden konnten schon um die 140 Vogelarten gesehen werden. Das Gruppenfoto am Fuße dieses mächtigen afrikanischen Baumriesen entstand gestern (28.12.2017) in der Nähe von Banjul.

Hartmut Meyer

Startbild: Bartmeise-Reisegruppe Gambia (3.v.re.: Reiseleiter Stefan Fischer; ganz li: Ansu, gambischer Birdguide). Foto: S. Fischer

 

 

 

 

 

Erste Exkursionen in Gambia. Foto: S. Fischer

Reisebericht Nepal: Asiatische Dschungelabenteuer zu Füßen der höchsten Berge der Welt

Reisebericht Nepal: Asiatische Dschungelabenteuer zu Füßen der höchsten Berge der Welt

Reisebericht: Vogelkundliche Reise nach Nepal vom 2. bis 17. März 2017

Im Frühjahr zu unserer Reisezeit sind die nepalesischen Bergwälder in ein tief-rotes Blütenmeer der Baumrhododendren, der Nationalblume des Landes, getaucht. Foto: H. Meyer

2./3. März – 1./2. Tag – Auf dem Weg zu den höchsten Bergen der Welt: Anreise mit Flug der Emirates im A380 abends ab München über Dubai (Ankunft am 3. März gegen 6:45 Uhr) und weiter mit ‚FlyDubai‘ mittags nach Kathmandu. Unsere Bartmeise-Reisegruppe trifft ziemlich pünktlich gegen 18.00 Uhr Ortszeit in der 3,3 Millionen-Stadt Kathmandu im Himalaya-Land Nepal ein. Som Gharti Chetrri, unser nepalesischer Freund und Bird-Guide, holt uns am Flughafen ab, und wir quälen uns durch den dichten Verkehr in die Stadt zu unserem Hotel. Für die nur 7 km vom Flughafen bis zum Hotel benötigen wir über eine Stunde Fahrzeit. Im Hotel wartet schon ein original nepalesisches Abendessen auf die hungrigen und müden Reisegäste, die danach ganz schnell in ihre Betten verschwinden.

4. März – 3. Tag – Bekanntschaft mit nepalesischen Vögel im Kathmandu-Tal: Wir nutzen unseren ersten Beobachtungstag und schließen Bekanntschaft mit der nepalesischen Bergvogelwelt am unter Birdern bekannten ‚Pulchowski Hill‘. Nach rund einer Stunde Fahrzeit erreichen wir am Stadtrand von Kathmandu bei ca. 1.600m NN unseren ersten Ausgangspunkt in den Bergen im Kathmandu-Tal. Mit kaum 10°C ist es sehr kühl im nepalesischen Frühling, aber die Temperaturen steigen dann rasch bis auf 20°C an. Gleich zu Beginn unserer Tour können wir ein Paar vom seltenen Kali-Fasan (Kalij Pheasant) beobachten, dessen hiesige Unterart endemisch für Nepal ist. Von den Berghängen erklingt der markante Gesang der Goldkehl-Bartvögel (Golden-throated Barbet). Wir treffen hier auf viele neue Vogelarten wie auch auf Verwandte unserer europäischen Vogelwelt, z.B. die Bergkohlmeise (Green-backed Tit). Aus den Bergwäldern leuchten überall die blühenden Baumrhododendren (die Nationalblume Nepals) und tauchen den grün-gelben Laubwald in ein zauberhaftes Rot ein. Wir können auf 2.700m NN die ersten Schneegeier (Himalayan Griffon) ziehen sehen und freuen uns ganz besonders über einen intensiv und direkt über unseren Köpfen balzenden Berghaubenadler (Mountain Hawk Eagle). Bis zum späten Nachmittag entdecken wir immer wieder Neues und können heute schon 67 Vogelarten in die Vogelliste eintragen. Unser Abendessen nehmen wir in einem netten Restaurant in der geschäftigen Altstadt von Kathmandu ein.

Kathmandu: laut und bunt. Foto: H. Meyer

5. März – 4. Tag – Aus dem Kathmandu-Tal zum Chitwan Nationalpark: Nach einem zeitigen Frühstück checken wir aus uns starten unsere Rundreise mit Ziel Chitwan Nationalpark. Der dichte und für uns chaotisch anmutende Verkehr in der Millionenstadt-Kathmandu erfordert starke Nerven. Noch überall sind die Folgen des starken Erdbebens vom 25. April 2015 sichtbar. Unser Guide Som schildert uns im Bus, wie er die gewaltige Naturkatastrophe an diesem Tag zusammen mit zwei australischen Vogelkundlern beim Birden am Pulchowki Hill erlebt hat: „Beim ersten Erdstoß bewegte sich die Erde 30-40 cm nach oben und wieder zurück, wir hielten uns gegenseitig an den Händen fest, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Im Tal sah ich eine riesige rotbraune Staubwolke über Kathmandu, und ich war mir einer Katastrophe bewusst … Nach dem zweiten Erdstoß rollten Felsblöcke den Hang hinunter auf uns zu. Die umhängende Kamera eines der australischen Ornithologen wurde jetzt vom einen vorbei rollenden Felsblock weggeschleudert. Jeder von uns lief jetzt nur noch um sein Leben …“

Heute wird überall in Katmandu gebaut, sodass ein zügiges Vorankommen auch an diesem Morgen aus der Stadt kaum möglich ist. Erst nach 1 ½ Stunden erreichten wir endlich den Stadtrand. Auf der Fahrt aus der Stadt und in ein weites Tal hinein begleiten uns immer wieder ziehende Steppenadler (Steppe Eagle). Wir stoppen an einem kleinen Flüsschen im Tal, um einige spezielle Vogelarten zu sehen. Wir entdecken ein Brutpaar der größten Bienenfresser-Art, vom Blaubartspint (Blue-bearded Bee-eater) am Brutplatz. Unsere Fahrt führt hinauf auf einen Pass bis auf 2.500m NN und auf der anderen Seite durch einen uralten Eichenwald wieder hinunter zu einem Gebirgsfluss, an dem im Winterhalbjahr immer wieder rastende Ibisschnäbel (Ibisbill) beobachtet werden. Aber heute haben wir kein Glück. Für dieses Jahr kommen wir zu spät, auch wenn die seltene Art noch vor wenigen Tagen hier gesehen wurde. Wir fahren weiter nach Chitwan, wo wir erst gegen 20.30 Uhr nach 13,5 h Reisezeit und ziemlich müde im Hotel eintreffen. Und dabei betrug die Fahrstrecke nur rund 200 km insgesamt! Müde fallen wir nach dem Abendessen ins Bett.

Mehrmals ganz knapp verpasst … Bengaltiger im Chtiwan NP. Foto: S.G.Chettri.

6. März – 5. Tag – Bunte Vogelwelt in den Kapokbäumen: Der heutige Tag im Chitwan Nationalpark, in den Vorbergen des südlichen Himalaya gelegen, ist wieder ein Höhepunkt bei dieser Reise. Im tropischen Tieflands-Dschungel dieses Parks, der ganz zurecht als einer der schönsten und am besten ausgestatteten Nationalparke Asiens gilt und in dem wir heute von 7 bis 18 Uhr durchgehend mit zwei offenen Safari-Geländewagen unterwegs sind, werden auf 932 km² mehr als 630 Vogelarten nachgewiesen. Davon werden wir am Abend 120 Arten in unsere Listen eintragen können.

Morgendliche Überfahrt in den Nationalpark. Vorn stehend im Einbaum Som Gharti Chhetri, unser Guide. Foto: H. Meyer

Der Morgen begann kühl und neblig. Am Fluss, vor der kurzen Bootsüberfahrt in Einbäumen in den Nationalpark, beobachten wir eine Elefantenkuh beim morgendlichen Bad. Wir besteigen die offenen Landrover und beginnen unser tropisches Dschungelabenteuer bei noch kühlen 13°C. Gespannt auf die Vogelwelt fallen uns sofort die herrlich blühenden Kapok-Bäume (Baumwoll-Bäume) auf, die voller Vogeleben sind. Von Krähen über Baumelstern, Spechten, Sittiche, Mainas bis hin zu den Nekatarvögeln sowie auch von den im Park lebenden Primaten (Makaken und Languren) wird der süße Nektar dieser großen roten Blüten zum ‚Auftanken‘ der Energiereserven genutzt. Und so konnten am Vormittag immer wieder neue Arten allein in dieser einen Baumart entdeckt werden. Auch der Kleine Adjutant oder Marabu (Lesser Adjutant), eine von fünf global bedrohten Arten, die in Nepal leben, konnten wir hier in einer der seltenen Brutkolonien beobachten.

Den Mittagslunch nehmen wir mit Blick auf einen der Flüsse im Park ein, beobachten badende Panzernashörnern und warten mit Spannung auf den König des Dschungels, den Bengaltiger, die hier regelmäßig, ja täglich gesehen werden. Offenbar leider gestört durch ein heute stattfindendes kontrolliertes Abbrennen alten Elfenfantengrases als Artenschutzmaßnahme ließ sich aber keiner an dieser als sicher geltenden Stelle am Fluss sehen. Später mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass andere Parkbesucher ein solches Prachtexemplar sozusagen hinter unserem Rücken vom Weg aus beobachtet hatten … Nach Angaben der Rancher leben im Nationalpark neben den ca. 120 Tigern auch Leoparden, Lippenbären, Axis- und Sambahirsche, seltene Gaur-Wildrinder und über 600 Panzernashörner. Letzte sind der Hauptgrund dafür, dass man als Besucher die Fahrzeuge nicht verlassen darf. Warum, konnten wir bei einer fünf Meter vom Wegrand grasenden Nashorn-Kuh mit Kalb erleben. Nachdem diese sich einige Zeit von uns fotografieren ließ, ging sie in Drohstellung über was unseren Fahrer veranlasste, mit durchgedrückten Gaspedal Abschied zu nehmen … Gegen 18.30 Uhr sind wir zurück im Hotel. Nach einem heißen Tag bei Mittagstemperaturen um die 28-30°C wartet dort ein asiatisches Abendbuffet und kühles Bier auf die eingestaubten, hungrigen Reisegäste.

Im Safari-Wagen im Chitwan-NP unterwegs. Foto: H. Meyer

7. März – 6. Tag – Mit Panzernashörnern, Elefanten und Lippenbären unterwegs: Wir werden geweckt vom Gesang des Wechsel-Kuckucks (Common Hawk-cuckoo), dessen markantes Lied noch vor Tagesanbruch aus den Bäumen im Hotel-Gelände erklingt. Auch der Kupferschmid-Bartvogel (Coppersmith-Barbet) ist vor unserer Logde zu hören und zu sehen. Zeitig brechen wir wieder auf, unser zweiter Tag im Nationalpark steht an. Heute fahren wir mit den Landrover eine andere Route und bemühen uns um Vogelarten, die wir gestern noch nicht gesehen haben wie z.B. die Rotkopftimalie (Roufus-capped Babbler), Samtstirnkleiber (Velvet-fronted Nuthatch), Goldstirn-Blattvogel (Golden-fronted Leafbird) und Indienspecht (Indian Pygmy Woodpecker. Nochmals rund 20 neue Arten stehen abends in der Liste. Unseren Mittags-Lunch (gekochter Reis, Gemüse, Hühnchen, Ei, Apfel, Kekse und Kaffee) nehmen wir wieder am Fluss ein. Ein mächtiger wilder Elefantenbulle am anderen Flussufer erregt unsere Aufmerksamkeit. Unsere Führer achten genau auf seinen weiteren Weg, denn es wäre gefährlich, diesem Tier jetzt in der Brunftzeit zu begegnen. Auch heute verpassen wir einen Bengaltiger nur um wenige Minuten … Aber so ist das mit wilden Tieren. Eine andere Touristin aus Indien hatte mehr Glück und führt uns ihr Video vom König des Dschungels vor … Auf der Rückfahrt beobachten wir Axis- und Sambahirsche, Schweine und sehen einen Lippenbär ganz aus der Nähe. Wir zählen heute ungefähr 28 Panzernashörner, die wir seit dem Morgen gesehen haben. Auch die urige Gaur, riesige Wildrinder, können wir wieder beobachten.

Panzernashorn-Kuh friedlich grasend (vom Elefantenrücken aus fotografiert). Foto: H. Meyer

8. März – 7. Tag – Ausritt auf Elefanten und am Mittelpunkt Nepals: Heute Morgen steht ein letztes kurzes Dschungelabenteuer im Chitwan Nationalpark an, bevor wir mittags unsere Weiterreise antreten. Wir haben einen Ausritt auf Elefanten geplant, um Panzernashörner hautnah erleben zu können. Gegen 7.00 Uhr stehen für uns vier Elefanten bereit, und wir starten, immer zu dritt im Sattel, in den Dschungel. Und tatsächlich, auf einer Lichtung steht ein Rhinozeros, dem wir uns unbeschadet auf drei Meter nähern können. Das Tier nimmt keine Notiz von den für sie ungefährlichen Dickhäutern und grast friedlich weiter. Ein unvergessliches Erlebnis! Auch im Zeitalter von zum Teil ausufernden Tierschutzgedanken und Protesten gegen jede Art von Tierhaltung bleibt festzustellen, dass domestizierte Arbeitselefanten in diesem Teil der Welt seit Jahrtausenden zum menschlichen Leben gehören. Sie bieten ganzen Familie Aus- und Einkommen, auch und gerade in diesem nicht besonders reichem Land.

Ein spätes Frühstück wartet nach unserem Elefanten-Abenteuer auf uns, dann checken wir aus und verlassen diesen zauberhaften Nationalpark mit vielen tollen Erinnerungen. Wir fahren weiter ins nepalesische Flachland mit Ziel Lumbini. Auf den wieder nur rund 180 km langen Weg dorthin kommen wir am Mittelpunkt des Landes (Center Point Nipa) vorbei, stoppen für einige Fotos und schauen wir uns einen der bemerkenswerten Sal-Wälder (Hartholz) an. Dabei entdecken wir ebenfalls wieder einige neue Vogelarten wie Himalajabülbül (Himalaya Bulbul) und Grauschwalbenstar (Ashy Woodswallow). Gegen 17.00 Uhr erreichen wir den nur 170m über NN gelegenen Ort Lumbini und beziehen unser Hotel in der Stadt.

Die größten Kraniche der Welt: 1 Paar Saruskraniche am Jagdispur-Stausee. Foto: M. Winter.

9. März – 8. Tag – Einen Tag im RAMSAR-Gebiet Jagdispur-Stausee: Unser erster Tag im tropischen Flachland von Nepal gestaltet sich zum nächsten Höhepunkt dieser Reise. Wir fahren zum ca. 35km nordwestlich von Lumbini gelegenem Jagdispur-Stausee, einem RAMSAR-Gebiet und zugleich einem der wichtigsten Vogelschutzgebiete Nepals. Bei einem Stopp in der Feldflur, die mit den in Nepal üblichen nur Handtuch großen Feldern an die Zeit der Allmenden im europäischen Mittelalter und dessen überlieferten Vogelreichtum erinnert, gibt es bereits zwei handfeste ornithologische Überraschungen: ein Männchen der farbenprächtigen Elsterweihe (Pied Harrier) zieht niedrig vorüber und lässt geheime Sehnsüchte einiger Reiseteilnehmer wahr werden. Sozusagen ein Höhepunkt jagt den anderen, denn kurz danach fliegen zwei der global bedrohten Rotkopffalken (Red-headed Falcon) vorbei.

Am See erwartet uns eine unbeschreibliche Fülle an Wasservögeln und weiteren Arten, die an einen solchen Lebensraum gebunden sind, deren Aufzählung die Kapazität dieses Reiseberichtes sprengen würde. Wir verbringen fast den ganzen Tag hier, obwohl die Sonne Nepals am mit ca. 70m über NN ‚tiefsten‘ Punk dieser Reise unerbittlich brennt und die Temperaturen auf 30°C ansteigen lässt. Zu den bemerkenswertesten und/oder seltensten Arten des Tages (darunter allein fünf der nach IUCN „global bedrohten“ Vogelarten des Landes) zählen wohl mind. 33 Sarus-Kraniche (Sarus Crane), die größte Kranichart der Welt, die bereits in Balzstimmung sind und ihre Stimmen weithin hören lassen. Wir entdecken ein Paar der sibirischen Sichelente (Falcated Duck), die nicht jedes Jahr beobachtet wird. Mind. fünf der ebenso seltenen Goldschnepfen (Greater Painted-snipe) sehen wir im Randbereich des künstlichen, zur Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen angelegten Gewässers. Im Randbereich Wasser-Schilf-Trockenrasen finden wir singende Stentor- und Buschrohrsäger (Clamorous- und Blyth’s Reed-warbler) sowie einen weiteren äußerst seltenen nepalesischen Brutvogel in voller Balzstimmung, den Strichelkopf-Schilfsteiger (Striated Grassbird), über den sich auch unser Guide außerordentlich freut. Eine große Gruppe von 40-50 der hübschen Blauschwanzspinte (Blue-tailed Bee-eater), die soeben aus ihren südindischen Winterquartieren zum Brüten eingetroffen sind, umschwirren uns, und sechs überfliegende Sandbrachschwalben (Little Practincola) lassen uns den Abschied aus diesem einzigartigen Vogelparadies äußerst schwer fallen. Während unseres Aufenthaltes am See erhalten wir noch Besuch von einem nepalesischen Journalisten, ein Freund unseres Guides Som, der bevorzugt über Themen zum Natur- und Umweltschutz berichtet und der unseren Aufenthalt im Gebiet zum Anlass für einen lokalen Pressebericht über die Nützlichkeit naturnahen Tourismus nimmt.

Am Geburtsort Buddha’s. Foto: H. Meyer

10. März – 9. Tag – “Geier-Festival” und Buddha-Tag: Heute ist unser sogenannter „Birds- and Buddha-Tag“. Am Vormittag beobachten wir Vögel im Lumbini-Stadtwald. Verschiedene neue Arten wie z.B. Zwergadler (Booted Eagle), Schopfwespenbussard (Oriental Honey Buzzard), Brahmakauz (Spotted Owlett), Rotschultertaube (Yellow-footed Green-Pigeon), Purpurnektarvögel (Purple Sundbird) und den „Taiga“Schnäpper (Taiga-Flycatcher; Zwergschnäpper), einen weiteren Wintergast aus Sibirien. Ein kurzes Gewitter zwingt uns in der Tempelstadt von Lumbini Unterschlupf zu suchen. Wir überstehen das Gewitter im „deutschen Tempel“ und können sogar diverse neue Vogelarten sehen: Pagodenstare (Brahminiy Starling) sitzen bezeichnenderweise auf den Dächern der Pagoden, Prachtfinken-Vertreter wie Tigerastrild (Red Avadavat) und Muskatbrönzemännchen (Scaly-breasted Munia) sowie ein Indiensilberschnabel (Indian Silverbill) drinnen in den blühenden Büschen der Tempelgärten, und auf dem Weg lassen sich einzelne Gelbkehlsperlinge (Chestnut shouldered Bush-sparrow) entdecken. In einem Trupp kreisender asiatischer Geier entdecken wir mit einem Gänse- (Griffon-) und zwei Mönchsgeier (Cinereous Vulture) nochmals „Europäer“, die plötzlich von ziehenden Alpensegler (Alpine Swift) tangiert werden.

Zum Abschluss des Vormittags wartet heute noch ein kultureller Höhepunkt auf uns. Wir befinden uns in Lumbini, einem der heiligsten Orte der Buddhisten, vergleichbar mit Rom und Mekka anderer Religionen. Der Legende nach wurde hier Buddha geboren. Die Ausgrabungsstätte, in der sich der Stein befindet, an dem Buddha einst das Licht der Welt erblickt haben soll, ist eine der wichtigsten Pilgerstätten für Buddhisten. Heute bleibt uns aber ‚Massentourismus‘ erspart, denn ein politischer Streik landesweit hat auch den öffentlichen Nahverkehr komplett lahmgelegt.

Wie gut vernetzt unser Bird-Guide im Lande ist, zeigt sich am Nachmittag. Wir gehen sofort einer Meldung seiner Freunde nach und finden auch schnell in der Nähe von Lumbini ein „Geier-Festival“ an einem toten Wasserbüffel vor. Rund 55 der beeindruckend großen Schneegeier (Himalayan Griffon) sowie mind. 65 Bengalen- (White-rumped-), zwei Dünnschnabel- (Slender-billed-) und zwei Mönchsgeier (Cinerious Vulture) haben sich zum Festmahl versammelt. Die abendlich auszufüllende Vogelliste weist zur heutigen Halbzeit der Reise bereits insgesamt 300 gesehene (einige wenige auch nur gehört) Vogelarten auf; für unseren Guide ein neuer Gruppen-Rekord

Bartmeise-Reisegruppe. Knieend: Guide Som Gharti Chettri. Foto: H. Meyer

11. März – 10. Tag – Über den mächtigen Kali Gandaki: Heute liegt wieder ein Reisetag vor uns. Wir verabschieden uns nach dem Frühstück aus Lumbini und treten die rund 180 km lange Fahrt weiter westlich nach Pokhara an. Und obwohl die Strecke kurz ist, werden wir wieder den ganzen Tag auf mehr oder weniger guter bzw. schlechter Straße Pässe hinauf und in Täler hinunter unterwegs sein. In einem tiefen Flusstal, im Tinau-Valley, entdecken wir zwei neue Arten: Den großen Trauerfischer (Crested Kingfisher) und die einfarbig braune Pallaswasseramsel (Brown Dipper). Weiter oben in den Bergen in den Sal-Wäldern kommt uns ein neuer Bülbul vor die Optik. Der schöne Goldbrustbülbül (Black-crested Bulbul) singt sein Lied aus einem tiefrot blühenden Korallenbaum. Was für ein Kontrast! Beim Ort Ramdi überqueren wir den Hauptfluss Nepals, den gewaltigen Kali Gandaki, dessen Quelle im Tibet liegt und in dem die Schmelzwasser des Anapurna-Gletschers münden. Zwei Schmutzgeier (Egyptian Vulture) kreisen über dem Tal und in Ufernähe entdecken wir eine Gruppe von sieben großen und bunten Rotschnabelkittas (Red-billed Blue Magpie), zwei Graubrust-Baumelstern (Grey Threepie) im gleichen Baum zusammen mit Blauwangen- und großen Heulbartvögeln (Blue-throated und Great Barbet). Was für eine tolle Vogelgemeinschaft! Der Himmel über dem Flusstal verdunkelt sich, und ein gewaltiges Gewitter mit heftigem Regen geht nieder. Die Straßen verwandeln sich in Seen und unser Toyota-Coaster hat bei nur noch langsamer Fahrt Mühe, die restlichen Kilometer bis in die Zielstadt Pokhara zu schaffen. Gegen 18.00 Uhr erreichen wir bei strömendem Regen unser Hotel in der Innenstadt. Som ist guter Hoffnung für den morgigen Tag, denn der heutige Regen verspräche einen klaren nächsten Tag

Traumpanorama: Blick auf den “Fischschwanz” (über 7.000 mNN). Foto: S.G.Chetri

12. März – 11. Tag: Special-Birds am Phew-See: Bei Sonnenaufgang erwartet uns heute ein Traum-Panorama. Der Blick auf den wolkenlosen Hauptkamm des Himalaya mit Anapurna (über 8.000 Meter) und Fischschwanz (über 7.000 Meter) ist einfach atemberaubend. Som’s Prognose für heute trifft voll zu: Nach dem Regentag strahlt die Sonne auf die Schnee bedeckten Berge. Gut gefrühstückt gehen wir zu Fuß zur Bootsanlegestelle und setzen über auf das andere Ufer des Phew-Sees zur „Fishtail Logde (ca. 800m NN)“, wo wir im Hotel-Garten einige spezielle Vögel beobachten wollen. Und das gelingt auch. Wir sehen u.a. seltene und schwer zu findende Arten wie die nur Maus große Moosschuppen-Timalie (Pygmy Wren-Barbler), Rotkopftesia (Chesnut-headed Tesia) und Rotbrust-Grundschnäpper (Snowy-browed Flycatcher). Ein Kuckuckszwergkauz (Asian Barred Owlet), ein asiatischer Verwandter unseres Sperlingskauzes, sitzt in der Sonne und lässt sich lange betrachten und gut fotografieren. Über dem See kreisen niedrig gute Bekannte aus Europa, zwei Fischadler und Schwarzmilane. Hoch oben am Himmel ziehen Schneegeier neben den Gleitschirmfliegern ihre Kreise. In der Stadt Pokhara, die Ausgangspunkt aller Trekkingtouren in die Anapurna-Region ist, steppt heute der Bär. Hindus und Buddhisten feiern das „Holy Festival“ und bewerfen sich mit bunten Farben. Wir haben Not, den Rückweg ins Hotel ‚uneingefärbt‘ zu schaffen. Nach der Mittagspause am Nachmittag stand noch eine kurze Exkursion zum westlichen Ende des Phew-Sees im Programm, bei der auch 18 rastende Streifengänse (Bar-headed Goose) beobachtet werden konnten.

Sherpas tragen unser Gepäck zum “Australian Camp”. Foto: H. Meyer

13. März – 12. Tag – Ungewöhnliche Häherlinge im “Australian Camp”: Wir checken nach dem Frühstück aus und verlassen Pokhara, erneut mit einem traumhaften Blick auf das Anapurna-Massiv. Die aufgehende Sonne zaubert ein einzigartiges Licht auf das schneebedeckte Gebirge. Heute steht unsere letzte Reiseetappe zum berühmten Greifvogel-Beobachtungspunkt „Australian Camp“ im Plan. Die kurze Strecke von von Pokahara bis zum Örtchen Kandi auf 1.700 mNN schaffen wir in reichlich einer Stunde. In Kandi warten bereits Sherpas auf unser Gepäck, denn wir müssen einen zwar recht kurzen, aber steilen Anstieg über eine Naturtreppe auf 2.000 mNN bis zum Camp schaffen. Auf 300 Höhenmeter erwarten uns immerhin 24 % Steigung. Das leuchtend rote Blütenmeer der Baumrhododendren Eichenwald entschädigt uns für die Anstrengung. Aber wir rasten regelmäßig zum birden und finden auch einige neue Arten wie Rötelsperling (Russet Sparrow), Feuerbrust-Mistelfresser (Fire-breasted Flowerpecker), Goludnektarvogel (Gould’s Sunbird) und Laubmeise (Yellow-browed Tit).

Kurz vor Mittag kommen erreichen wir das Plateau, auf dem sich auch die sehr einfache, aber für Vogelkundler herausgehoben gelegene Logde befindet. Nach der Mittagspause können wir weitere interessante Vogelarten, darunter in einzigartiger Gesellschaft allein vier Häherlings-Arten, nämlich Rotscheitel-, Borsten-, Streifen- und Weißkehlhäherling (Chestnut crowned-, Streaked-, Striated- und White-troated Laughingthrus).

Das “Australian Camp”, bester Platz in Nepal für Greifvögel. Foto: H. Meyer

14. März – 13. Tag: Spannende Hochgebirgsvögel auf dem Plateau: Die Nacht auf 2.000 mNN war kalt, denn die einfachen Zimmer im Camp sind unbeheizt. Ein bisschen Härte war gefordert. Die Temperaturen liegen morgens im Hellwerden knapp über 0°C, steigen bei Sonne aber rasch auf um die 20°C an. In den Nächten vor unserer Ankunft hat es in der Anapurna-Region und herab bis auf ca. 2.500 mNN kräftig geschneit. Dieser Schnee erwies sich als Glückfalls für uns, denn er hatte einige Hochgebirgsvögel ungewöhnlich weit ins Tal ausweichen lassen. Unter normalen Umständen hätten wir auf 2.000 mNN keine Chance gehabt, Vogelarten, die zwischen 3.000 und 4.000 mNN ihre Habitate haben, beachten zu können. Aber aufgrund dieser für uns günstigen Witterungsumstände entdecken wir auf dem Plateau des „Australian Camp“ allein vier Hochgebirgs-Gimpelarten: Rosenbrauengimpel (Pinked-browed Rosefinch), Fleckengimpel (Spot-winged Rosefinch) und Dünnschnabelgimpel (Dark-breasted Rosefinch) sowie in deren Gefolge auch die selten gesehene Himalajabraunelle (Altai Accentor). Ornithologischer Höhepunkt des Tages ist aber ein Trupp von ca. 50 Waldschneegimpeln (Plain Mountain-finch), die unter normalem Umständer erst ab 3.500 mNN erwartet werden können.

Die hübschen Bergrubinkehlchen (Himalaya Rubythroat) und Goldschwanz (Golden Bush-robin) fliegen immer wieder zum Insektenfang in einen kleinen Gemüsegarten, wo sie von den Fotografen exzellent abgelichtet werden können.  Nach der Mittagspause gegen 14.30 Uhr schlägt das Wetter um. Dichte Wolken und Regenschauer lassen den Aufenthalt im Freien ungemütlich werden. Wir müssen uns zum Beobachten einen Unterstand suchen. Heißer Tee und Kaffee helfen über das ungemütliche Bergwetter hinweg. Mit Anbruch der Dunkelheit wartet das Abendessen, dann die Betten.

Am Phew-See in Pokhara. Foto: H. Meyer

15. März – 14. Tag – Greifvogelzug auf dem “Australian Camp”: Mit dem Tagesanbruch präsentiert sich das ‚Australian Camp‘ wieder bei schönstem Wetter. Erneut taucht die Sonne das Anapurna- und Fischschwanz-Massiv in ein einzigartiges Licht. Schnell steigen bei Sonne die Temperaturen an und im Laufe des Vormittags erleben wir, warum dieser Gipfel als bester Greifvogel-Beobachtungsplatz in ganz Nepal gilt und warum sozusagen alle Vogelkundler, die das Land besuchen, dieses Gebiet erleben wollen. In der Thermik am Gipfel, manchmal nur 10-20 Meter vom Beobachter entfernt, können wir alle Geierarten Nepals beobachten. Manchmal so nah, dass wir den Luftzug der Flügelschläge spüren können. Die Greifvögel stehen teilweise spielend in der Thermik am Plateau vor uns. Mehrere Bartgeier lesen 20 Meter vor den Beobachtern Knochen auf, die man hingeworfen hat. Auch die mächtigen Schneegeier lassen sich als Draufsicht oder von unten, kurz über den Köpfen der Beobachter, betrachten. Ein tolles Erlebnis. Heute kommt der Greifvogel hier richtig in Gang. Schweren Herzens müssen wir nach dem Mittagessen aber unsere Zimmer räumen und den Abstieg zurück bis zur Straße antreten. Die Sherpas, unter ihnen wieder Frauen, nehmen unser schweres Reisegepäck in ihre Körbe, die mit einem Band am Kopf getragen werden, auf, und verschwinden schnellen Schrittes bergab zum Parkplatz.

Die Rückfahrt nach Pokhara hält noch eine Überraschung bereit. Som, unser cleverer Guide, kennt einen Platz an einem kleinen Gebirgsfluss, an dem mit etwas Glück drei der vier im Land vorkommenden Scherenschwanz-Arten gesehen werden können. Wir halten an einer Brücke und beginnen unsere Suche. Zuerst entdecken wir einige weitere ans Wasser gebundene Vogelarten wie Wasser- und Weißkopf-Rotschwanz (Plumbeous- und Withe-capped Water-redstart) … Und dann, dann sehen wir zuerst den Stummel-, dann den Flecken- und schließlich auch noch Graurücken-Scherenschwanz (Little-, Spotted- und Slaty-backed Forktail). Und alle drei dieser recht selten zu sehenden Arten mehrfach gleichzeitig! Auch die Vogelfotografen kommen hier auf ihre Kosten. Was für ein toller Abschluss unserer Exkursionstage im Himalaya-Land!

Rückflug von Pokhara nach Kathmandu mit der Budda-Air. Foto: H. Meyer

16. März – 15. Tag – Überraschende Begegnung am Fluss: Die letzte Nacht auf unserer Rundreise haben wir wieder in Pokhara verbracht. Nach dem Frühstück verlassen wir das Hotel und fahren zum kleinen Inlandsflughafen. Um 9.00 Uhr besteigen wir eine kleine, aber neue ATR 42 der Buddha-Air und fliegen 25 min an den gewaltigen Himalaya-Bergen entlang bis zurück nach Katmandu. Schnell können wir den Flughafen verlassen und in unser schönes Stadthotel fahren. Am Nachmittag unternehmen wir dann zusammen mit Som noch einen Stadtrundgang durch die die unglaublich geschäftige, farbenprächtige und laute Altstadt von Katmandu. Diverse Einkäufe runden den Aufenthalt ab. Das Abendbuffett hält zum Abschluss nochmals nepalesische Gerichte bereit. Wir schließen unsere Vogelliste und stellen fest, dass knapp 400 Vogelarten meist sehr gut und nah gesehen haben. Auch die fotografierenden Ornis der Gruppe sind meist hoch zufrieden mit ihrer Ausbeute, aber dieses oder jenes Bild hätte vielleicht doch noch besser sein können …

17. März – 16. Tag – Abschied vom Himalaya: Sehr zeitig machen wir uns auf zum Flughafen, da unsere Rückreise bereits um 9.00 Uhr startet. Zwar hatten wir unseren Flug mit „Emirates“ gebucht, aber die „Rechnung ohne Wirt“ gemacht. Denn ab Dubai und zurück bis nach Dubai schickte uns die so hoch gelobte Airline mit ihrer Billigtochter „FlyDubai“, in der es auf dem vier-Stunden-Flug nach Dubai noch nicht mal für alle Insassen des Flugzeuges eine kleine Mahlzeit gegen Bezahlung gab! Wie schon auf dem Hinflug war nach den ersten 20-25 Reihen die Bordverpflegung ausgegangen … Aber, nach der Erfahrung auf der Anreise mit dieser Airline hatten wir vorgesorgt: Wir orderten im Hotel ein Lunchpaket für die Rückreise. Während andere Passagiere mit knurrenden Magen bis Dubai aushaaren mussten, konnten wir ein kaltes Mittagessen aus Reis, Gemüse und leckerem Hühnchen verspeisen …

Die sich nach dem Umstieg anschließenden reichlich sechs Stunden Flug von Dubai weiter nach München im A 380 der Emirates verliefen recht planmäßig, wobei die Airline auch hier nur mit einem schwachen Minimalservice aufwartete. Die Reisegruppe traf pünktlich am Abend in München ein und alle Gäste traten planmäßig die Heimreise an.

Bartmeise-Reisegruppe im Chitwan-NP auf Nashorn-Fotopirsch. Foto: H. Meyer

Zusammenfassung: Diese hoch effektive vogelkundliche Reise führte von den Pulchoswki-Bergen (2.700 mNN) im Kathmandu-Tal durch das tropische Flachland bis zum RAMSAR-Gebiet Jagdispur-Stausse auf 70mNN, dem niedrigsten Beobachtungspunkt überhaupt. Zu den Höhepunkten der Rundreise durch das Land zählten der berühmte Chitwan-Nationalpark, der Jagdispur-Stausse und der Greifvogel-Beobachtungspunkt „Australian Camp“. Die allgemeine Organisation vor Ort verdankten wir Som Gharti Chhetri, unserem nepalesischen Birdguide, dessen ausgezeichneten ornithologischen Fähigkeiten es ermöglichte, auf der Reise rund 380 Vogelarten – darunter zahlreiche Seltenheiten, Endemiten und schwer zu findende Arten – zu erleben. Diese Reise sah keine Bergtouren vor und konnte bei geringer Anstrengung von jedem Interessenten, der über normale Fitness verfügte, unternommen werden. Bis auf das „Australian Camp“ waren alle Beobachtungspunkte mit dem Reisebus (Toyota-Caoster) erreichbar. Zum „Australian Camp“ führt allerdings ausschließlich ein ca. 2 Kilometer langer Fußweg (meist über eine Naturtreppe), der teilweise auf 300 Höhenmetern 24 % Steigung aufweist. Das Reisegepäck der Gäste wird auf und ab von extra angemieteten Sherpas befördert.

Hartmut Meyer

Reiseteilnehmer schreiben zu Reise: „Ich habe selten eine so hervorragende Reise mitgemacht. Es hat einfach alles gepasst: perfekte Organisation, unser Guide Som ist nicht nur ein exzellenter Kenner der Vogelwelt Nepals, sondern hat uns durch seine angenehme Art und sein umfassendes Wissen über Nepal sehr viel mehr als nur Vögel vermittelt. Ich persönlich war von der Reise so angetan, dass 2018 Bhutan nicht meine einzige mit Bartmeise sein wird!“ (U. Lindiger, A-Wien).

“Ich war schon viel unterwegs, doch Nepal hat vieles getoppt. Es hat einfach alles gestimmt. Sogar die in drei anderen Ländern „verpassten“ Arten wie Forktail, Piedharrier und Greater painted Snipe haben sich anschaulich prasentiert. Ob unser Reiseleiter Hartmut oder vor Ort Som, beide habe alles für das Gelingen der Expedition getan. Herzlichen Dank. Ich freue mich auf weitere gemeinsame Erfahrungen”. (M. Bauer, CH-Chur).

Startbild: Bartmeise-Reisegruppe in Lumbini. Foto: H. Meyer

Checkliste_Nepal

Im Wald der Hartlaub‘s Turaco‘s und am See der Millionen Zwergflamingos

Eine ‘Entdeckertour’ (Einführungsreise) führte im September eine Bartmeise-Reisegruppe in die großen Wildtiergebiete Kenias im Großen Afrikanischen Grabenbruch. Gestartet wurde die Rundreise am Fuße des Mount Kenia (über 5.000m NN) mit seiner speziellen Vogelwelt. Fast nur hier ist heute noch der seltene Olive Ibis (Olivibis) zu finden, den wir wunderbar beobachten konnten. Besonders eindrucksvoll waren in den Bergwäldern die Hartlaub’s Turacos (Seidenturako) zu erleben, die sich zu Beginn der Brutzeit in voller Balzstimmung und fast über den ganzen Tag hoch aktiv zeigten.

Ausschnitt aus ca. 1,5 Millionen Zwergflamingos im Rift Valley. Foto: Birgit Beckers.

Eine Bootsfahrt führte dann über den geheimnisvollen Süßwassersee Lake Baringo und ganz in der Nähe, an einem Salzwassersee, war eines der eindrucksvollsten Naturwunder Afrikas zu bestaunen: ein See, von ca. 1,5 Millionen Zwergflamingos, die hier zur Nahrungssuche und Paarbildung verweilten, „rosarot eingefärbt“. Ein unglaubliches Naturschauspiel! Zum Abschluss führte die Rundreise in die berühmte Masai Mara. Diese riesige Grassteppe, die unmittelbar an die tansanische Serengeti grenzt, bietet ab September den großen Huftierherden neue Nahrung, frisches Gras. Hunderttausende Gnus, Büffel sowie viele weitere Antilopenarten, Giraffen und Elefanten überqueren in dieser Zeit den berühmten und zugleich wegen seiner Nilkrokodile, die die Huftiere bei der Durchquerung angreifen, berüchtigten Mara-Fluss und wandern in die Masai Mara. Auch dies konnten wir beobachten. Auf den Spuren der Huftiere waren natürlich auch die großen afrikanischen Beutegreifer wie Löwen, Leoparden, Geparden und Hyänen aus nächster Nähe eindrucksvoll zu beobachten. Und so bot diese Reise, die im kommenden September wieder im Bartmeise-Reiseprogramm zu finden ist, einen tollen Einblick in die Vogelwelt Kenias in Verbindung mit einmaligen Naturerlebnissen, die Ostafrika einzigartig bereit hält.

Ein vollständiger Reisebericht folgt in Kürze.

Hartmut Meyer

Startbild: Gepard mit Beute in der Masai Mara. Foto: Birgit Beckers.

Kolibri-und Tangaren-Festival in den kolumbianischen Anden

Kolibri-und Tangaren-Festival in den kolumbianischen Anden

Seit einer Woche bereist erneut eine Gruppe Ornithologen die westlichen und mittleren Anden in Kolumbien. Nach Aufenthalten im Tatama Nationalpark sowie im Otun Quimbaya-Reservat stehen zur “Halbzeit” heute (24.08.2017) bereits 270 Vogelarten in der Liste der beobachteten Arten. Unsere Bartmeise-Reisegäste sind einmal mehr begeistert von der Vielfalt der Vogelwelt, von den zahlreichen Kolibri- und Tangarenarten sowie seltenen Ameisenvögeln, anderenseits aber auch von der tropischen Flora, die sich in den Anden in voller Pracht in Form zauberhafter Orchideen- und anderer Blütenpflanzen zeigt. Kolumbien zeigt sich wieder als gut organisiertes Reiseland, das für den Natur- und Vogelfreund eine unglaubliche Auswahl zu bieten hat. Auch die außergewöhnliche Torrent Duck (Sturzbachente; Titelfoto) steht als Zielart noch im Reiseplan. In den nächsten Tagen sind Aufenhalte im Rio Blanco-Reservat, einen der ‘drei besten Vogelbeobachtungsgebiete in der Welt’ sowie auf über 3.500 m NN in der Anden-Paramo geplant. Der komplette Reisebericht nach Abschluss der Reise findet sich unter “Aktuelles-Reiseberichte”.

Abenteuer Uganda: Seltene Vögel im Albertine Rift Valley

Abenteuer Uganda: Seltene Vögel im Albertine Rift Valley

Vom 25. Juni bis 9. Juli 2017 bereiste eine Bartmeise-Reisegruppe das Albertine Rift Valley in Uganda im „schwarzen Herzen“ Afrikas. Ziel dieser vogelkundlichen Reise waren insbesondere zahlreiche seltene sowie für die Bergregionen endemische Vogelarten. Am Ende der Reise stehen rund 360 Vogelarten in der „Vogelliste“, darunter absolute Highlights wie Ruwenzori Turaco (Kammschnabelturako), Ruwenzori Batis (Ruwenzorischnäpper) und Ruwenzori Apalis (Ruwenzorifeinsänger) sowie der vom Aussterben bedrohte Papyrus Yellow Warbler (Gelbbauch-Rohrsänger). Der urzeitlich anmutende Schuhschnabel (Shoebill) konnte ebenfalls gut beobachtet (und fotografiert) werden.

Ein weiteres Erlebnis der ganz besonderen Art stellte ein Besuch bei den bedrohten Berggorillas dar, die im Rahmen eines „Gorilla-Trekkings“ im Bwindi Nationalpark eine Stunde lang besucht werden konnten. Die rund 2.000 Kilometer lange Rundreise durch die beeindruckende, bis über 5.000 Meter hohe Bergwelt Ugandas entlang der Grenze zu Rwanda und zum Kongo bis in das Kongobecken hinein bot zudem absolut authentische Begegnungen mit den Menschen Ugandas, deren Leben für unser europäisches Verständnis äußerst einfach und sehr hart ist. Die Bartmeise-Reisegäste unterstützten außerdem mit mitgebrachten Geschenken (Schulartikel) eine Dorfschule im Bwindi-Nationalpark.

Diese spannende vogelkundliche Reise durch das Albertine Rift Valley wird 2018 mit Beginn der Schulferien (in Sachsen) ab Anfang Juli wieder im Programm von Bartmeise-Reise zu finden sein. Termin in Kürze auf www.bartmeise.de.

„Die Vogelwelt, aber auch die Begegnungen mit den Menschen in Uganda, haben mich tief beeindruckt. Als Kindererzieherin war ich zudem berührt vom Besuch in der kleinen Dorfschule. Es ist einfach unfassbar, unter welchen Bedingungen die Kinder dort lernen müssen. Danke für die schöne und spannende Reise“, meint Birgit aus Chemnitz. Sigrid und Herbert (Hannover) schreiben: “Die Reise hat uns sehr gut gefallen, die unterschiedlichen Landschaften, die Einblicke in das Leben der Menschen und letztendlich der Vogelreichtum dort, für uns hervorgelockt und bestimmt von dem supertollen Guide Emmy. Eine unglaubliche Zahl von 124 neuen Arten habe ich bei mir gezählt, obwohl wir ja auch schon in Kenia, Namibia und SA waren … Bleibt eigentlich als größerer Kritikpunkt der Bus: er ist einfach zu eng für die Anzahl Leute, zumal bei den Fahrten mit Gepäck auch noch das Handgepäck einschl. Fotoausrüstung im Wagen untergebracht werden musste und die erste Reihe hinter dem Fahrer (3 Sitze) nur bequem von Leuten mit kurzen Beinen genutzt werden kann, da der Motorblock ein Unterstellen der Füße verhindert. Ich weiß, dass das Mehrkosten bedeutet, ist bei einer Fahrstrecke von fast 2.000 km aber schon zu überlegen.”

 

Startfoto Abschluss/Gruppenfoto unserer Reisegruppe am Rande der Mabamba Suempfe

Unberührte Natur im Reich des Seggenrohrsängers

Vom 14. bis 21. Mai war auch in diesem Jahr eine Bartmeise-Reisegruppe in Weißrussland (Belarus) unterwegs.  Diese Reise führte an die, wegen seines Artenreichtums bekannte Hauptader des Nationalparks Pripjat, an den Fluss Pripjat, den größten Zufluss des mächtigen Dnepr. Die riesigen, teils unberührten Sümpfe und Sumpflandschaften am Pripjat und die ca. 30.000 ha Hoch­- und Mischmoore im Nationalpark (die größten in ganz Europa) sind Brutheimat seltenster europäischer Vögel und letztes bedeutendes Vorkommensgebiet vom Seggenrohrsänger. Wenn auch die Umstände in diesem Jahr nicht ganz so günstig waren, so konnte die Balz der Doppelschnepfe miterlebt werden. Insgesamt hat den Teilnehmern auch in diesem Jahr der Besuch in diesem weitgehend unbekannten und bis vor Kurzem “geschlossenem” Land mit seiner unberührten, einzigartigen Natur bestens gefallen. Eine neue Reise 2018 ist geplant. 

Hartmut Meyer

Unterwegs in Armenien zwischen Ararat und Sewansee

Noch bis Freitag (12. Mai 2017) ist eine Bartmeise-Reisegruppe erstmals in Armenien unterwegs. Unser Reiseleiter Andre Müller (rechts vorn, knieend) schickte ein Gruppenbild von unterwegs. Die kleinste der ehemaligen Sowjetrepubliken grenzt im Norden an Georgien, im Osten, Süden und Westen an die muslimischen Staaten Aserbaidschan, Iran und Türkei. Vogelkundlich ist das Land deswegen so spannend und einzigartig, weil sich hier Faunenelemente von der arabischen Halbinsel mit denen aus dem Mittelmeerraum und Südosteuropas mischen. Zwischen den Südausläufern des Kaukasus (Kleiner Kaukasus), dem Armenischen Hochland an der Grenze zur Türkei, dem Arevik Nationalpark im Süden an Grenze zum Iran und dem Sewansee im Westen, dem größten See im Kaukasus, bietet das kleine Land spektakuläre Naturräume mit subtropischen Wäldern und Flusslandschaften, Fischteichen, Steppen, Halbwüsten bis hin zu grandiosen Hochgebirgslandschaften, von denen unsere Teilnehmer, die bisher schon über 200 Vogelarten gesehen – und viele auch fotografiert – haben begeistert. Nach Rückkehr mehr Infos.

Hartmut Meyer

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