Neue Schwalbe entdeckt? Bartmeise-Reiseleiter in Afrika auf der Spur einer unbekannten Art

Neue Schwalbe entdeckt? Bartmeise-Reiseleiter in Afrika auf der Spur einer unbekannten Art

Schwalben und Uferschwalben werden für ihren anmutigen Flug und ihre langen Migrationsrouten bewundert, stehen aber nicht ganz oben auf der Liste der Vogelbeobachter in Afrika. Vor allem die recht unauffälligen Vertreter der Gattung Riparia können nicht mit „attraktiveren“ afrikanischen Vogelarten konkurrieren. Infolgedessen werden sie meist nur dann bemerkt, wenn gerade nichts “Spannenderes” zu sehen ist. Dieser Umstand könnte dazu beigetragen, dass die eine oder andere Art dem neugierigen und in der Regel sehr akribischen Auge der Taxonomen entgangen ist.

Neue Riparia-Art (?) in Äthiopien im Juni 2019. Foto: Dr. K. Gedeon

Auf mehrere Reisen durch Äthiopien haben sich Bartmeise-Reiseleiter Dr. Kai Gedeon und Dr. Till Töpfer nicht nur mit dem Studium von seltenen Endemiten beschäftigt, wie etwa der Weißschwanzschwalbe Hirundo megaensis, sondern sich auch den weniger prominenten Vertretern dieser Vogelfamilie gewidmet. Immer wieder stießen sie bei der Artbestimmung auf Schwierigkeiten und Ungereimtheiten, insbesondere bei den graubraunen Vertretern der Felsenschwalben (Gattung Ptyonoprogne) und Uferschwalben (Riparia). Nach Auswertung all ihrer Fotos, Videos und Tonaufnahmen konnten sie eine Reihe von Vögeln keiner der bisher beschriebenen Arten zuordnen. Alles deutet darauf hin, dass es sich hier um ein bisher unbekanntes Taxon handelt. Was wir bisher sicher sagen können: Es ist eine Uferschwalbe. Für eine wissenschaftliche Neubeschreibung ist es nunmehr erforderlich, dass mindestens ein Exemplar gesammelt wird (der sogenannte “Typus”) und auch begleitende genetische Untersuchungen, die im Moment noch nicht durchgeführt werden konnten, gehören heute zum Standard einer solchen Veröffentlichung. Die beiden Entdecker hoffen, dass die zuständigen äthiopischen Behörden bald die notwendige Genehmigung für eine entsprechende Studie erteilen.

Im Übrigen konnten Teilnehmer der Bartmeise-Reisen im Oktober 2019 und im Januar 2020 diese Vögel bereits selbst an ihren Brutplätzen in Augenschein nehmen. Dr. Kai Gedeon wird auch unsere nächsten Reisen nach Äthiopien, die Pandemie bedingt neu terminiert werden müssen, leiten. Die wenigen Plätze sind stets rasch ausgebucht. Daher bieten wir Interessenten die unverbindliche Vormerkung an (info@bartmeise.de). 

Die bisherigen Forschungsergebnisse wurden im April 2021 im “Bulletin of the African Bird Club” publiziert. Die Arbeit steht im Anhang zum Download bereit.

Dr. Kai Gedeon

Startfoto: Unbekanntes Taxon aus der Gattung Riparia (Uferschwalbe) in Äthiopien. Foto: Dr. K. Gedeon

Gedeon & Töpfer 2021 Is there an undescribed martin in Ethiopia

Sicheres Reiseziel Mallorca: Bartmeise-Reise auf die Baleareninsel Ende April bietet noch zwei Plätze!

Sicheres Reiseziel Mallorca: Bartmeise-Reise auf die Baleareninsel Ende April bietet noch zwei Plätze!

Mallorca zieht eine positive Bilanz aus dem Osterexperiment! Der „kleinen Tourismus-Boom“, den die deutschen Reisegäste der durch die zurückliegenden Pandemiezeiten arg gebeutelten spanischen Insel Mallorca zu Ostern beschwert haben, hat bestens und reibungslos funktioniert! Durch die PCR-Tests, die bei der Einreise notwendig waren und sind, und die auch zur Rückreise nach Deutschland wieder neu erstellt werden müssen, ist es zu keiner Erhöhung der Inzidenzen auf der Insel gekommen, so wie dies voreilig verschiedentlich heraufbeschworen wurde.

Mit nach wie vor weniger als 30 Fällen auf 100.000 Menschen ist die Insel nach wie vor ein sicheres Reiseziel und berechtigt aus der Liste der Risikogebiete gestrichen! Darauf verweist heute auch die Inselregierung der Balearen in einem Interview für die deutsche und internationale Presse.

Unsere daher kurzfristig für 24. bis 30. April ins Programm genommene Vogelbeobachtungs-Reise auf die Insel kann unter und bei den bekannten Sicherheitsvorkehrungen problemlos durchgeführt werden. Und noch sind zwei Plätze (ein Doppelzimmer) verfügbar. Wer Interesse an dieser Sonderreise zu Sonderkonditionen hat und kurzfristig teilnehmen möchte, der kann sich jetzt gern noch entscheiden (Anmeldung mit Buchungsformular möglich).

Hartmut Meyer

Startfoto: Die hübsche Korallenmöwe, die Brutvogel auf den Balearen ist, ist eine Zielart dieser Kurzreise. Foto: shutterst.

 

Überraschendens bei den wilden Störchen von Waldenburg: Partnerwechsel am laufenden Band …

Überraschendens bei den wilden Störchen von Waldenburg: Partnerwechsel am laufenden Band …

Dass es bei Weißstörchen in der Zeit der Besetzung der Brutreviere und der Nester nicht zimperlich zugeht, das ist aus der Fachliteratur hinreichend bekannt. Kämpfe unter den Weißstörchen um die Hoheit am Brutplatz sind immer nicht unüblich. Die in einer Brutpopulation vorhandene natürliche Individuen-Reserve bietet die Chance, ausfallende Partner zu ersetzen. Und so suchen solche Vögel immer wieder die Nester anderer Storchenpaar auf und schauen, ob sich vielleicht eine Chance bietet …

So auch in der westsächsischen Kleinstadt Waldenburg (im Landkreis Zwickau), wo sich 2020 erstmals überhaupt (nach nur Einzelvögeln in den Vorjahren) ein Storchenpaar auf einer kleinen Esse einer ehem. Töpferei niedergelassen hatte. Eine Brut erfolgte noch nicht. Vermutlich hatten die – unberingten (!) – Vögel die Geschlechtsreife noch nicht vollständig erreicht.

Bei der Kopula am 11.04. hatte noch das “unverheiratete” Männchen den Vorzug (gleiches Motiv Startbild), doch heute schon bewies ein neues Männchen (mit Alu-Ring) sein Können. Fotos: Andreas Kretschel

Spannend, was sich nun in den vergangenen drei Tagen dieses Jahres dort ereignete! Am Sonnabend, 10. April, traf offenbar der erste Storch am Nest ein. Dieser Vogel, mit einem Alu-Ring der Vogelwarte links markiert, zeigte mit hörbaren Klappergeräuschen seinen neu bezogenen Besitz an.  Nur einen Tag später standen bereits zwei Störche in friedlicher Eintracht auf dem Nest. Der zweite Vogel mit schwarzem ELSA-Ring, der sofort gut abgelesen werden konnte, beweist einen tschechischen Vogel, der 2018 im Bezirk Plzeň auf der Südseite des Erzgebirges, erbrütet wurde. Bereits 2020 besuchte dieser Storch, ein Weibchen, mehrere andere Storchenreviere in den angrenzenden Landkreisen Erzgebirge und Mittelsachsen, wo der Ring mehrfach abgelesen wurde.

Mit nun drei Jahren scheint der Storch langsam in die Geschlechtsreife zu kommen. Zumindest die Kopulationen, die am Sonntag und heute Morgen fotografiert werden konnte, deutet darauf hin. Aber so richtig festgelegt auf einen Partner hat sich die tschechische Storchendame offenbar nicht nicht!  Denn während am 11.04. eine Kopulation mit einem unbedingten Männchen fotografisch dokumentiert wurde, war heute Morgen plötzlich wieder das zuerst am Sonnabend anwesende (mit Alu beringte) Männchen, jenes, das die Kopulation vollzog.

Es geht also ziemlich wild zu bei den Störchen in Waldenburg 😊. Und wie im richtigen Leben, sind Fotos eben Beweise! Dann schauen wir mal, was das Jahr noch so für Überraschungen bei den wilden Waldenburger Störchen … bringt!

Danke an Pressefotograf Andreeas Kretschel, dem erneut diese Aufnahmen zu verdanken sind. Und diese wiederum versetzen uns in die Lage, die Ringe und damit die Vögel individuell zu identifizieren!

Hartmut Meyer

 

Das aus dem Bezirk Plzeň stammende tschechische Weibchen mit ELSA-Ring (schwarz)

Vergrößerung ELSA-Ring

Alle Fotos: Andreas Kretschel.

32 Quadratmeter für die Lachmöwe am Stausee Glauchau – Finnischer Ringvogel sorgt für Aufsehen

32 Quadratmeter für die Lachmöwe am Stausee Glauchau – Finnischer Ringvogel sorgt für Aufsehen

Jens Hering, 2.v.li., Mitarbeiter der Naturschutzbehörde im Landkreis Zwickau, leitet die Artenschutzmaßnahme Lachmöwen-Brutinsel am Stausee Glauchau. Foto: H. Meyer

Im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme durch Investor-Finanzierung hat die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Zwickau, auch in diesem Falle wieder bestens gemanagt von Jens Hering, Mitarbeiter der Behörde und Vorstandsmitglied im Verein Sächsischer Ornithologen e.V. www.vso-web.de  am Mittwoch, 17. März 2021, eine künstliche Brutinsel für Lachmöwen auf dem Stausee Glauchau installieren lassen.

Das 32 Quadratmeter große und etwa zwei Tonnen schwere Schwimmfloß wurde von einer auf solche Artenschutzmaßnahmen spezialisierten Firma in Mecklenburg-Vorpommern angefertigt und per Tieflader zu Stausee Glauchau geliefert. Mittels Spezialtechnik eines örtlichen Bauunternehmens, des Technischen Hilfswerkes und der Feuerwehr konnte die Insel zu Wasser gelassen und durch vier jeweils 500 Kilo schwere Betonelemente an ihrem Platz verankert werden. Der enorme Aufwand an Technik lockte nicht nur interessierte Zuschauer an den Stausee, sondern auch zahlreiche Vertreter von Print-, Funk- und TV-Medien. Und so war das Ereignis regional und überregional am Abend kurz im TV zu erleben und tags darauf in der Presse nachzulesen.

Der Stausee Glauchau, der von 1936-1938 als 46 ha großer Brauchwasserspeicher für die aufstrebende Textilindustrie angelegt wurde, war von Anfang an ein Magnet für Wasservögel im gewässerarmen Erzgebirgsvorland, und zog in der Folge natürlich auch die Ornithologen an. Seit etwa 1952 und bis heute gibt es daher detaillierte Aufzeichnung von der Avifauna des größten Gewässers im Erzgebirgischen Becken, die von der Ortsgruppe Glauchau des Vereins Sächsischer Ornithologen e.V. verwaltet werden.

Im SPA Limbacher-Teiche, ca. 15 Kilometer Luftlinie vom Stausee Glauchau entfernt, befindet sich eine weitere Lachmöwen-Brutkolonie im Großteich, die aber stark unter der Trockenheit leidet und 2020 wegen Niedrigwasser Totalausfall erlitt. Foto: J. Hering

Im Jahr 1979 siedelte sich auf der alten Insel, die einer Entschlämmung ab 1992 zu Opfer fiel, eine Lachmöwen-Brutkolonie an, die in ihren besten Jahren um die 80 Brutpaare aufwies. Kurz vor der Sanierung des Gewässers im Jahr 1992 war es vermutlich der Waschbär als Prädator, der die Lachmöwen zur Aufgabe ihres Brutplatzes bewegte. Aber wohl auch Nahrungsmangel spielte eine Rolle, da die EU-weiten neuen Regelungen im Umgang mit dem Hausmüll das Verschwinden auch von zwei angrenzenden Hausmülldeponien, die den Vögeln seinerzeit als Nahrungsquelle dienten, nach sich zog.

In den zurückliegenden 25 Jahren verlor das Gewässer allerdings stark an Bedeutung als Brutplatz für Wasservögel, wobei deren Ursachen bis heute weitgehend unklar sind. Da aber eine neue moderne Kläranlage mit ihren Becken und Spülteichen am Stadtrand jetzt immer mehr Lachmöwen offenbar gute Nahrungsmöglichkeiten bietet und die Vögel den Stausee wieder regelmäßig aufsuchen, war es eine gute Entscheidung der Behörde, hier ein solches Brutangebot für die in Sachsen und in weiten Teilen Deutschlands im Brutbestand teils drastisch zurückgehende Lachmöwe zu installieren. Auch die Flussseeschwalbe, die in Ostsachsen als Brutvogel auch auf solchen künstlichen Kiesinseln auftritt, könnte nun auch hier in Westsachsen einen Brutplatz finden.

Einen Tag vor der Installation der Insel im Stausee gab es in der Kläranlage eine recht interessante Ringablesung einer Lachmöwe mit finnischen Kennring (Foto re., M. Bauch). Jetzt warten die Vogelkundler gespannt auf die genaueren Ringdaten dieser Lachmöwe, die als Vagabunden heute hier und morgen dort als Brutvögel auftreten können. Vielleicht findet der Gast aus Finnland sogar Gefallen an der Insel und bleibt eine Brutsaison in Glauchau? Um die 200 Lachmöwen, die während der Installation der Brutinsel auf dem Stausee anwesend waren und das Geschehen offenbar interessiert verfolgten, machen Hoffnung, dass die Möwen „ihre neue Insel” als  attraktiven und sicheren Brutplatz annehmen werden.

Hartmut Meyer

Startfoto: Die 32 Quadratmeter große Kiesinsel (Schwimmfloß), die als Brutinsel für Lachmöwen auf dem Stausee Glauchau installiert wurde. Foto: J. Hering

Technischer Aufwand zur Installation der Insel: 

Dem Senior-Fachgruppenleiter der Glauchauer Ornithologen, Horst Fritsche (re.) ist es zu verdanken, das es detaillierte Daten zum Auftreten der Lachmöwe und deren Brutkolonie am Stausee Glauchau von 1979 bis 1992 gibt. Alle. Fotos: H. Meyer

In Corona-Zeiten unterwegs: Von Krauskopfpelikanen und Steinsperlingen in Nordgriechenlands Naturparadies

In Corona-Zeiten unterwegs: Von Krauskopfpelikanen und Steinsperlingen in Nordgriechenlands Naturparadies

Kurzbericht von einer Reise an den Kerkinisee vom 25. Oktober bis 1. November 2020

Durch ein kurzes Zeitfenster für Reisen nach Griechenland war es im Oktober 2020 möglich, mit einer Gruppe erneut die Naturschönheiten im Nationalpark Kerkinisee in Nordgriechenland zu erleben. Die insgesamt 10 Gäste aus verschiedenen Gegenden Deutschlands und aus der Schweiz trafen sich am Nachmittag des 25. Oktober im Flughafen von Thessaloniki. Nach etwa einstündiger Fahrt erreichten wir zuerst den südlichen Damm des Kerkinisees. Von hier aus bietet sich stets ein erstes guter Eindruck vom Gebiet und dessen Umgebung. Anschließend fuhren wir zu unserem bewährten Hotel unweit des Sees, wo wir von Gastgeber Nikos und seiner Familie herzlich empfangen wurden. Unser Abendessen nahmen wir in einer der zahlreichen Tavernen am Dorfplatz ein.

Die nächsten Tage verbrachten wir meist im näheren Umfeld des Sees. Am ersten Tag erkundeten das Ostufer. Dort konnten wir schon die für den See berühmten Krauskopfpelikane sehen. Daneben Rosaflamingos und viele weitere Wasservögel. Auch die ersten Schelladler ließen sich blicken. Am Ende des Ostdeichs erreichten wir einen kleinen schilfbewachsenen Teich, welcher sich als sehr lohnend erweisen sollte. Vom Damm lässt sich die Schilfkante super mit dem Spektiv absuchen. Neben Wasserrallen können wir auch eine späte Zwergdommel sehen. Das Highlight jedoch war ein juveniles Kleines Sumpfhuhn, welches wenig scheu auf den Seerosenblättern Nahrung suchte. Eine seltene Gelegenheit, die die Vogelfotografen unserer Gruppe zu nutzen wussten. Ein weiteres großartiges Erlebnis stellte die Beobachtung eines Fischotters dar, der frei über das Wasser schwamm. Am Nachmittag besuchten wir noch einen alten Steinbruch am Fuße des Belles-Gebirges. Dieser Ort wurde aufgrund seiner schönen Lage und der guten Beobachtungsbedingungen zu einem der Lieblingsplätze der Teilnehmer dieser Gruppe. Wir konnten dort u.a. Balkanmeise, Felsenkleiber und Blaumerle gut beobachten. Der Blick zum See während des Sonnenuntergangs hat zudem einen besonderen Reiz.

Am nächsten Tag machten wir uns auf, um den Westdeich zu erkunden. Unser erster Stopp galt einem kleinen Hafen. Dort ist einer der besten Plätze, um die Krauskopfpelikane ganz nah zu erleben. An die Fischer gewöhnt, zeigen die Tiere kaum Scheu. Nach dem kurzen Fotoshooting fuhren wir immer weiter entlang des Sees bis wir dessen nordwestliches Ende erreichten. Neben verschiedenen Limikolen war die große Anzahl von Bergpiepern in den Schlickflächen auffällig. Zum ersten Mal ließ sich auch ein für den See so bekanntes Naturschauspiel, das Massenfischen Hunderter Kormorane, Pelikanen und Möwen bestaunen. Ein Reisegast hatte das große Glück, eine Europäische Hornotter zu entdecken. Unser weiterer Weg über eine Schotterpiste war zudem gespickt mit vielen kleinen Würfelnattern. Mit dem Auto mussten wir aufpassen, sie nicht zu überfahren. Auf dem Rückweg hatten wir noch das Glück, eine Wildkatze ausgiebig bei der Mäusejagd zu beobachten.

An einem anderen Tag besuchen wir die bekannten Colohori-Lagunen von Thessaloniki. Gleich zu Beginn stoppten wir an einer recht unspektakulären Stelle. Dort befindet sich ein traditioneller Sammelplatz des Triels, von dem um die 20 Individuen anwesend waren. Anschließend fuhren wir auf endlosen Pisten durch das riesige Gelände. Neben vielen Wasservögel wie Zwergscharben und verschiedenen Enten, waren auch zahlreiche Limikolen-Arten zu sehen. Zum Schluss entdeckten wir auch noch die lang gesuchten Dünnschnabelmöwen. In den abgeernteten Reis-Felder steckten riesige Trupps aus verschiedenen Sperlingen, darunter viele Weidensperlinge und Grauammern. Zahlreiche Rohr- und auch Kornweihen jagten niedrig über die Felder.

Leider holte uns am Ende das Coronavirus auch hier wieder ein. So verfügten die griechischen Behörden von einem Tag auf den anderen verpflichtend, dass der Bezirk (Distrikt) nicht mehr ohne wichtigen Grund verlassen werden durfte. Auch unsere abendlichen Besuche in den Tavernen im Ort mussten an den letzten Tagen ausfallen, da die griechischen Behörden ebenfalls ohne weitere Vorwarnung sofort deren Schließung verfügt hatte. Dafür improvisieren unsere Gastgeber und zauberten an den letzten Abenden schmackhaftes griechisches Essen für uns im Hotel, was keinesfalls zum Nachteil war.

Zwei weitere Tage verbrachten wir so am See. Dabei besuchten wir unter anderem erneut den alten Steinbruch sowie den schilfbewachsenen Teich. Dort hatten wir erneut Glück, denn wir konnten einen Mariskenrohrsänger ausgiebig beobachten. Die Art brütet nicht am See und ist hier nur im Winter zu Gast. Ein Abstecher in ein für seine Spechtpopulation bekanntes Waldgebiet direkt an der bulgarischen Grenze war allerdings in dieser Jahreszeit nicht so lohnend. Die an einem Tag etwas früher erfolge Rückkehr ins Dorf zum Hotel nutzen unsere Gäste, um sich die Steinkäuze im Ort näher anzusehen. Dieser Charaktervogel der griechischen Dörfer lässt sich vor allem zur Dämmerung und in den frühen Morgenstunden gut beobachten. Sein zahlreiches Auftreten hier hat schon viele Besucher erfreut.

Ebenfalls im Programm wie immer stand eine Bootsfahrt auf dem Kerkinisee. Dabei kam man den Kraukopfpelikanen wieder sehr nahe und die Fotografen hatten perfekte Bedingungen. Nach einem kleinen Missverständnis über das Ziel der Bootsfahrt hatten wir am letzten Tag nochmals die Chance, die Krauskopfpelikane per Boot zu besuchen. Anschließend nutzten wir unseren letzten Tag für ein etwas entfernteres Ziel. Wir fuhren ins Hinterland und passierten dabei interessante Landschaften. Unser Ziel war ein landwirtschaftlich geprägtes Offenland am Fuße des Gebirges. Die hier erhoffte Kalanderlerche konnten wir leider nicht sehen. Dafür beobachteten wir unter anderem Raubwürger, Merlin und schließlich noch zwei Steinadler. Vor unserem letzten Stopp legten wir noch eine Kaffeepause auf einem alten Marktplatz ein. Schließlich erreichten wir Sidirokastro. Bei einem Besuch der byzantinischen Burgruine erlebten wir einen schönen Sonnenuntergang mit Blick zum Kerkinisee. Die Überraschung wurde perfekt, als sich hier noch drei Steinsperlinge beobachten ließen. Anschließend fuhren wir zurück zum Hotel und verbrachten unseren Abschlussabend in der gewohnt gastfreundlichen Atmosphäre.

Das gesehene Artenspektrum entsprach dem, was man für diese Jahreszeit im Nationalpark Kerkinisee sowie in der Umgebung bis nach an die Küste nach Thessaloniki erwarten konnte. Das Wetter war durchweg freundlich und die Temperaturen angenehm. Trotz der plötzlich auftretenden Einschränkungen durch die Pandemie dürfte auch diese Reise zum Kerkinisee mit seinen berühmten Krauskopfpelikanen in guter Erinnerung bleiben. Wir danken allen Gästen, die in schwerer Zeit den Mut hatten, zu reisen!

Andrè Müller
Reiseleiter Bartmeise-Reisen

Titelfoto: Bartmeise-Reisegruppe Oktober 2020 mit Andrè Müller (Reiseleiter, 4.v.re. stehend) und Georgious Spiridakis (Birdguide, re.u.). Foto: L. Meckling

BM Spahn: “Harte Wochen der Knappheit” angekündigt – Storno-Sonderkonditionen für 2021

BM Spahn: “Harte Wochen der Knappheit” angekündigt – Storno-Sonderkonditionen für 2021

Absage aller Bartmeise-Reisen bis Mitte Juni 2021 unumgänglich! 

Sonderkonditionen: Reisen zwischen Juni und Dezember 2021 Pandemie bedingt stets kostenfrei stornierbar!

Liebe Reisegäste und Interessenten,

EU-Absturz auf ganzer Linie … Foto: H. Meyer

noch immer hat die Pandemie die Welt fest im Griff. Reisen sind, wenn überhaupt, nur unter erschwerten Bedingungen und in ganz wenige Länder möglich. Der Tourismus ist defacto abgestürzt und rostet ab Boden vor sich hin …  Ein echter Neuanfang ist wohl erst ab Sommer 2021 in Sicht.

Die im Dezember angekündigte Impfstrategie in der EU und in Deutschland ist zeitlich krachend gescheitert. Während andere Länder bereits Jugendliche und Kinder versorgen, reicht es in Deutschland noch nicht einmal für die Senioren 80 plus aus. Touristische und geschäftliche Reisen werden stigmatisiert und das Grundrecht auf Reisen ist drastisch eingeschränkt.

Diese Situation hat auch uns gezwungen, unser gesamtes Reiseprogramm zwischen Januar und bis Mitte Juni 2021 abzusagen. Fast alle für den Zeitraum zwischen Januar und Mai 2021 geplanten Reiseangebote haben bereits neue Termin erhalten bzw. werden für Frühjahr 2022 neu terminiert.

So wie die großen Reiseverbände und die gesamte Tourismus-Industrie hoffen und erwarten auch wir, dass ab Juni bzw. mit Sommerbeginn ein Rückkehr zur Normalität und zu den in der Verfassung festgeschriebenen Grundrechten, wozu auch Reisefreiheit gehört, wieder möglich wird!

Bartmeise-Reisen hat fest geplant, mit der Reise ab 17. Juni in den brasilianischen Amazonas das Reiseprogramm wieder aufzunehmen. Für diese Reise, die allerdings ausschließlich mit Gästen, die über eine Covid-19-Schutzimpfung verfügen, durchgeführt wird, sind aktuell noch drei Plätze verfügbar!

Bitte buchen Sie bitte jetzt ihre Wunschreise ab Juni bis Jahresende 2021! Aufgrund der unklaren Situation bieten wir die Möglichkeit, jede bis Jahresende 2021 gebuchte Bartmeise-Reisen Pandemie bedingt absolut kostenfrei wieder zu stornieren! 

Noch ein offenes Wort: Es steht zu erwarten, dass zahlreiche Reiseländer in Afrika, Asien, Südamerika (vielleicht sogar in Europa!) nach Wiederöffnung und Wiederaufnahme des Tourismus die Einreise nur noch mit einem Covid-19-Impfnachweis zulassen werden (so wie zum Beispiel für Gelbfieber-Risikogebiete schon immer üblich). Wer nach der Pandemie wieder uneingeschränkt reisen möchte, dem empfehlen wir, sich im Rahmen der gesetzlich geregelten Abfolge zeitnah um einen Impftermin zu bemühen!

„Harten Wochen der Knappheit“
… beschwört am Dienstag (02.02.2021) der Deutsche Bundesgesundheitsminister und weist damit nachdrücklich auf das Totalversagen der EU, im Jahr 2020 von der Deutschen Ratspräsidentschaft „tatkräftig unterstützt“, hin! Während die EU die Impfstoff-Hersteller mit Milliarden an Steuergeldern subventioniert hatte, scheitert sie krachend bei der Beschaffung ausreichender Mengen für die Menschen. Obwohl drei, mit dem russischen sogar vier (!) wirksame Impfstoffe zur Verfügung stehen, liegt die Mortalitätsrate in der EU immer noch doppelt so hoch als normal, weil eben andere Länder bei der Beschaffung effektiver und schneller waren.

Die Länder der EU sind zerstritten, teilweise sogar bitter verfeindet. Gemeinsam verabredete EU-Werte werden mit Füßen getreten, bei ungestraft weiter fließenden Subventions-Milliarden aus Steuergeldern. In Kombination mit den noch immer ungelösten (peinlichen) Problemen wie der Verteilung der Migranten bzw. der gesamtem Migrationsproblematik, ausufernder Bürokratie (als Beispiele die überzogene Europäische Datenschutzrichtlinie, das in der Praxis gescheiterte Europäische Reiserecht) usw., weist klar und deutlich nach, dass die EU auch heute noch keine „Union“ ist, sondern die Stufe einer „Wirtschaftsvereinigung“ (früher EG genannt), tatsächlich nicht verlassen hat.

Russland, das mit Deutschland nicht nur durch die tragischen Ereignisse des 2. Weltkrieges verbunden ist, wird zum Staatsfeind ernannt. Eine Katastrophe insbesondere für die ostdeutsche Wirtschaft! Hingegen werden andere Despoten am Golf und am Mittelmeer hofiert und auskömmlich mit deutschen Waffen ausgestattet, die denen zur Fortsetzung ihrer Glaubenskriege äußerst nützlich sind. Direkt oder indirekt ziehen diese wieder Hundertaussende neue Flüchtling – in Richtung EU und Deutschland – nach sich. Was für eine abscheuliche Doppelmoral!

Frau von der Leyen – die man im Vorjahr in einer Marketing-Glanzleistung Hände waschend unter Absingen der EU-Hymne europaweit am heimischen Bildschirm erleben durfte, muss man sicher zugutehalten, dass sie sich nie um die Kommissionspräsidentschaft bemüht hat, sondern politisch in diese Rolle gedrängt wurde – ist spätestens jetzt politisch krachend gescheitert! Da hilft es ihr auch nicht, dass sie mehrere EU-Sprachen fließend spricht. Noch zu Zeiten ihres Vaters gehörte es zur politischen Kultur, für solche Fehler die Verantwortung zu übernehmen und zurückzutreten. Aber auch diese Form von Anstand scheint abhanden gekommen zu sein.

Als überzeugter Europäer, der ich seit Jahren den europäischen Markt nutzen darf, bin ich zutiefst über den heutigen Zustand der EU besorgt!! Wenn sich jetzt nicht schnell neue, kluge europäische Politiker finden, die das Ruder noch herzureißen können, dann wird man wohl den baldigen und schnellen Zerfall dieser „Gemeinschaft“ in Betracht ziehen müssen. Und das wäre in der Tat der Supergau!

Hartmut Meyer
Inhaber/CEO

Foto: Weissnackenkolibri in Kolumbien. Foto: Bernd Möckel.
Avifaunistisches Highlight im Erzgebirge: Rostflügeldrossel bei Stollberg begeistert Beobachter aus ganz Deutschland

Avifaunistisches Highlight im Erzgebirge: Rostflügeldrossel bei Stollberg begeistert Beobachter aus ganz Deutschland

Am späten Nachmittag des 27.2.2021 wurde bei wolkenverhangenem, diesigem Wetter in Beutha, Stadt Stollberg, Erzgebirgskreis, eine Rostflügeldrossel (Turdus eunomus) entdeckt. Seit Sonntag konnten bei dann bestem Wetter viele Beobachter aus ganz Deutschland den Vogel beobachten.

Es handelt sich offensichtlich erst um den zweiten (oder dritten) Nachweis in Sachsen. Die erste Feststellung ist schon über 172 Jahre alt und stammt von einem nicht mehr genau zu datierendem Präparat aus dem Tierkundemuseum Dresden, das vor 1849 bei Nossen gesammelt wurde. Der Status einer Meldung aus 1987 ist derzeit nicht ganz klar. Auch in ganz Deutschland gibt es weniger als zehn Beobachtungen, erst drei aus der “Neuzeit”, seit dem Beginn der Arbeit der Deutschen Seltenheitenkommission. 1996 war ein Vogel in Böhnhusen und 2017 auf Helgoland, beides Schleswig-Holstein. Der jetzt festgestellte Vogel ist jedenfalls der erste seiner Art im Erzgebirge.

Seit Sonntag begeistert die ostpaläarktische bzw. sibirische Art, die früher zusammen mit der Rostschwanzdrossel unter dem Namen „Naumanndrossel“ zu einer Art zusammengefasst war, Beobachter aus ganz Deutschland und lässt Erinnerungen an die im Winter 2013/14 über Monate ganz in der Nähe anwesende Sperbereule aufkommen.

Aktuelle updates zum Geschehen vor Ort finden sich natürlich auf: www.ornitho.de 

Thomas Hallfarth & Hartmut Meyer

Fotos: Jens Halbauer.

Wo der Tannenhäher Dauergast am Futterhaus ist – Farbberingung liefert neue Erkenntnisse zur Biologie

Wo der Tannenhäher Dauergast am Futterhaus ist – Farbberingung liefert neue Erkenntnisse zur Biologie

Tannenhäher im Winter. Foto: Th. Barthel

Während sich der normale Vogelfreund darüber freut, dass neben Meisen und Spatzen vielleicht sogar Kleiber, Buch- und Bergfink sowie das Rotkehlchen und möglicherweise auch der Star als Besonderheiten am winterlichen Futterhaus im Garten auftauchen, hat einer unserer Vereinsfreunde im Erzgebirge weitaus spannendere Gäste, mit denen er sich auch im Rahmen eines wissenschaftlichen Farbberingungsprogrammes der Vogelwarte Hiddensee beschäftigt.

Thomas Barthel aus Annaberg-Buchholz, bekannter Ornithologe und ehrenamtlicher Mitarbeiter an der wiss. Vogelberingung, bemüht sich seit über 10 Jahren recht intensiv um den Tannenhäher (Spotted Nutcracker, Nucifraga caryocatactes), einem heimlichen und versteckt lebenden Brutvogel im Erzgebirge. Über die Brutbiologie dieser schwierigen und nur sporadisch verbreiteten Art insbesondere in den Mittelgebirgen ist nach wie vor wenig sehr bekannt. Nester werden äußerst selten und eher zufällig gefunden, und genauere brutbiologische Daten gelten nach wie vor als Ausnahme. Und so fehlen auch insbesondere Freilanddaten zur Aufzucht der Jungvögel ebenso wie solche zu deren Verbreitung in Raum und Zeit.

Mittlerweile hat sich Thomas Barthel zu einem Artspezialisten für den Tannenhäher entwickelt, der nicht nur im Winter Altvögel an seiner speziellen, mit Erdnüssen bestückten Fütterung fängt und markiert, sondern sogar frisch flügge Jungvögel zur Brutzeit. Die von ihm individuell markierten Vögel werden auch von anderen Ornithologen abgelesen, was interessante Bausteine zum Auftreten und zur Biologie liefert.

Die beiden Vögel (Startbild) auf der Futterschale zum Beispiel wurden vor wenigen Tagen, am 8. Februar 2021 fotografiert. Es handelt sich um das Männchen (rechts, A 4) und das Weibchen (links, A 6) eines seit Jahren bekannten Brutpaares. Im Juni 2019 führte dieses sogar seine eben flüggen Jungen an die Fütterung heran und so konnte auch einer von zweien (Foto vom 17.06.2019, rechts) markiert werden.

Mittlerweile hat Thomas Barthel 62 Tannenhäher individuell gekennzeichnet. Insbesondere die Wiederablesungen können wichtige und neue Fakten zum Verhalten (z.B. Paarbildung) und zum Auftreten der Art liefern. Daher sind die Feldornithologen und alle Naturfreunde aufgerufen, insbesondere auf farbberingte Tannenhäher zu achten. Die Farbringen lassen sich gerade in dieser Jahreszeit an Fütterungen, wo die Art nicht ganz so scheu ist, recht gut ablesen. Man darf sicher gespannt sein, welche interessanten und neuen Fakten die intensive Beschäftigung mit dieser Art zukünftig noch erbringen wird.

Flügger Jungvogel 15.07.2019.

Einen kurzen Überblick anhand von wenigen Einzelbeispielen liefert Thomas Barthel in einer „Kurzen Mitteilung/Ringfundmitteilung“ im eben erschienenen Heft 2, 2020/Bd. 12 der „Mitteilungen des Vereins Sächsischer Ornithologen e.V.“, die unten als pdf angefügt ist.

Hartmut Meyer

Alle Fotos: Thomas Barthel 

Tannenhäher MittSächsOrn

Wintergäste aus den Tundren Skandinaviens nun auch im Erzgebirge zu beobachten: Raufußbussard und Merlin

Wintergäste aus den Tundren Skandinaviens nun auch im Erzgebirge zu beobachten: Raufußbussard und Merlin

Während www.ornitho.de diese Vogelarten oft schon ab Ende September für Norddeutschland, z.B. auch für die Ostseeküste und in deren Hinterland etc., meldet, dauert es meist ein bisschen länger, bis Raufußbussard (Rough-legged Buzzard) und Merlin (Foto re.) sowie auch andere wie Kornweihe und gelegentlich Sumpfohreule im Erzgebirge und dessen Vorland wie hier im Erzgebirgischen Becken eintreffen. Mal mit mehr, mal mit weniger Individuen, je nachdem wie die vergangene Brutsaison in der Tundra ausgefallen ist.

Aber seit einigen Wochen sind auch diese Arten hier eigetroffen und waren, bis zum Schneefall zumindest, gut zu beobachten. Insbesondere fällt der Raufußbussard auf, der bei seiner Jagd oft auch schon vom Straßenrand in mäusereicher Feldflur zu entdecken ist. Er rüttelt öfter, länger und meist viel niedriger als der hiesige Mäusebussard. Und je nach Beobachtungs-Perspektive, glaubt man einen „kleinen Adler“ zu sehen oder aber es fällt ein eher weihen-ähnlicher Flug auf. Wenn man richtig liegt mit seiner Bestimmung, dann hat man immer einen „irgendwie einen anderen, größeren Bussard“ vor sich. Man muss man eben genau hinschauen, denn die Farbvarianten unseres heimischen Mäusebussards bieten hinreichend Verwechslungsmöglichkeiten mit dem Wintergast aus dem hohen Norden. Unter günstigen Beobachtungsbedingungen kann man einen Raufußbussard zweifelsfrei bestimmen. Meist hat die Art ein gut sichtbares dunkles Endband am Schwanz und einen dunklen Flugelbugfleck. Je nach Geschlecht und Alter des Vogels fallen entweder ein durchgehender schwarzer Bauch (bei Jungvögeln – wie Startbild) oder ein mehr gebänderter Bauch (Altvögel) und dazu ein eher „eis-grauer“ Grund-Ton auf. Die Merkmale zwischen Männchen und Weibchen verschwimmen oft und sind meist nicht eindeutig. Wohl in der Mehrzahl sieht man hier im Winterhalbjahr Jungvögel aus der vergangenen Brutsaison (als immat. bzw. nach dem 31.12. dann im 2. Kalenderjahr), so wie unser Startbild. Das Flugbild zeigt einen Altvogel.

Meist viel eindeutiger ist die Bestimmung vom kleinsten europäischen Falken, dem Merlin, der ebenfalls oft auf Straßenbäumen sitzt und nach Nahrung (Kleinvögel oder auch Mäuse) Ausschau hält. Dieser kleine kompakte Falke kommt aus den Waldtundrazonen Eurasiens zu uns, wird aber nicht jeden Winter festgestellt. Meist handelt es sich um Jungvögel bzw. weichenfarbige Individuen, wie auch der Vogel im Bild, der in der Feldflur in Zwickau fotografiert wurde (auf Baum sitzend, Foto li.). Der fressende Vogel am Boden (oben rechts, aufgenommen im April) zeigt jedoch einen zweijährigen Vogel, ein Männchen, welcher ins Alterskleid mausert.

Der Schneefall in den zurückliegenden Tagen, der zu einer geschlossenen Schneedecke von 20 bis teilweise 40cm geführt hat, dürfte Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Mäusen haben. Daher ziehen bei solcher Wetterlage insbesondere die Raufußbussarde in südwestliche Richtung weiter, wo wieder offene Flächen zum Jagen zu finden sind. Auch der Raubwürger verschwindet bei geschlossener, hoher Schneedecke aus seinen hiesigen Winterrevieren. Achten Sie darauf bei Ihren Beobachtungsgängen! In www.ortnitho.de übrigens kann man solche Bewegungen, Winterflucht genannt, meist gut nachvollziehen.

Alle Fotos: Jens Halbauer (Werdau).

Hartmut Meyer

 

 

Spannende Suche nach dem Afrikanischen Scherenschnabel steht bevor: 4. Nassersee-Expedition startet im Juli 2021

Spannende Suche nach dem Afrikanischen Scherenschnabel steht bevor: 4. Nassersee-Expedition startet im Juli 2021

Seit einigen Jahren führt der Ornithologe Jens Hering (Limbach-Oberfrohna/Sachsen) zusammen mit weiteren Fachkollegen ornithologische Expeditionen auf den ägyptischen Nasserstausee (Foto Expeditionsboot: J. Hering) durch. Von Anfang erbrachten diese Reisen erstaunlich viele neue Erkenntnisse über die Vogelwelt im Grenzgebiet der Westpaläarktis zur Afrotropis, die die Fachwelt aufhorchen ließen. In unten stehen Bericht sind die bisherigen Ergebnisse der Expeditionen zusammenfassend dargestellt, ausführlicher dann nachzulesen in den Publikationen im Anhang.

Nachdem die geplante Expedition 2020 leider auch der Pandemie zum Opfer fiel und abgesagt werden musste, steht die nächste nun für Juli 2021 an, die sich hauptsächlich mit den Brutvögeln beschäftigen soll. Ganz besonderes Augenmerk liegt dabei auf einer wichtigen Zielart, dem Afrikanischen Scherenschnabel (African Skimmer, in Botswana im September 2018: Jens Hering) der vermutlich zu dieser Zeit auf den im südlichen Teil des Wüstensees befindlichen Inseln brütet. Dabei würde es sich um das einzige Brutvorkommen dieser afrotropischen Art in der Westpaläarktis handeln. Zudem soll das 2016 gestartete Beringungsprogramm fortgeführt werden.

Falls noch Restplätze auf den beiden Expeditionsschiffen vorhanden sind, sind weitere Teilnehmer möglich. Wichtige Voraussetzungen sind u. a. umfassende Artkenntnisse, Beringungserfahrungen, Teamfähigkeit und Hitzebeständigkeit. Anfragen können an den Expeditionsleiter, VSO-Vorstand und DO-G-Beiratsmitglied, Jens Hering (Email: jenshering.vso-bibliothek@t-online.de) gestellt werden.

Für touristische ornithologische Touren bietet Bartmeise-Reisen mit jährlicher Verfügbarkeit zwischen März und Juni ein- oder zweiwöchige Bootstouren auf dem Nasserstausee an. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass es sich jeweils um fünf bis sechs Personen als geschlossene Gruppe handelt, also zum Beispiel für Mitglieder und Freunde ornithologischer Gemeinschaften, Vereine etc. handelt. Die kleinen Boote bieten kaum Privatsphäre auf engem Raum und sind daher für Einzelgäste nicht geeignet! Für Vogelkundler, die das besondere Erlebnis unter afrikanischen Sternenhimmel suchen, können wir dieses einmalige Erlebnis nur empfehlen! Weitere Erklärungen dazu finden Interessenten im Reiseplan Ägypten-Nasserstau (unter „Reisen“) hier auf unserer Seite.

Hartmut Meyer

Startbild: Afrikanischer Scherenschnabel in Botswana 2018. Foto: Jens Hering

Ein weißer Fleck bekommt Farbe: Der Nassersee in Ägypten

von Jens Hering (Limbach-Oberfrohna)

Expeditionsleiter Jens Hering (li.) und Kapitän Ramadan mit der ersten gefangenen Witwenstelze. Foto: J. Hering

Der Anstau des Nils bei Assuan im Süden Ägyptens beschäftigte im vergangenen Jahrhundert viele Archäologen mit dem Ziel der Rettung einmaliger Kulturschätze. Heute sind die geborgenen, riesigen Tempelmonumente aus dem Pharaonenreich ein Touristenmagnet. Aber auch auf Birder übt das geflutete Wüstenland eine enorme Anziehung aus. Nur am Nassersee können innerhalb der Westpaläarktis regelmäßig Nimmersatt (Mycteria ibis, Yellow-billed Stork), Rötelpelikan (Pelecanus rufescens, Pink-backed Pelican) und Witwenstelze (Motacilla aguimp, African Pied Wagtail) beobachtet werden. Allerdings war bisher nicht bekannt, dass auf zahlreichen, in einsamen Buchten gelegenen Inseln auch große Wasservogelkolonien existieren und Rohrsänger in Tamarisken brüten.

Brütende Turteltaube im Tamariskengebüsch. Foto: J. Hering

Am ersten Katarakt bei Assuan wurde 1964 der Nil zum Nassersee angestaut. Heute existiert hier ein ca. 6.200 km² großes Schutzgebiet von internationaler Bedeutung (Important Bird Area), wobei Rastvogelarten für die Unterschutzstellung ausschlaggebend waren. Fast der gesamte Nassersee ist seit seiner Entstehung militärisches Sperrgebiet und kann nur mit Ausnahmegenehmigungen aufgesucht werden. Auch daher fanden seit der Flutung keine gezielten Untersuchungen zur Brutvogelfauna statt. Lediglich im nördlichsten Teil des Sees und bei Abu Simbel wurden zur Brutzeit vereinzelte Daten erhoben. Nach über fünf Jahrzehnten erforschten wir Ende April/Anfang Mai 2016 die Vogelwelt erstmals genauer. Vorrangig waren neben der Brutvogelerfassung die Sammlung brutbiologischer Daten sowie Nahrungsanalysen von verschiedenen Arten.

Witwenstelze. Foto: M. Habib

Die circa 435 km lange Reiseroute von Assuan bis Abu Simbel verlief weitgehend auf der Westseite des Sees, mit den Schwerpunkten Khor Kalabscha und Toshka-Insel. Auf den Spuren dieser Expedition erfolgten 2017 und 2019 im gleichen Zeitraum erneute Reisen mit erweiterter Zielstellung. Schließlich fand auch im Winter 2018 noch eine mehrtägige Fahrt auf der bekannten Route statt, wobei auch zu dieser Jahreszeit ergänzende Brutdaten gesammelt werden konnten. Insgesamt wurden während der 2016 bis 2019 stattgefundenen Expeditionen über 110 Vogelarten festgestellt, darunter mindestens 38 Brutvogelarten. Diese ersten, umfassenden Erkenntnisse weisen darauf hin, dass der riesige Wüstensee ganzjährig von großer avifaunistischer Bedeutung ist.

Wüsteninseln voller Biomasse – unbekannte Reiherkolonien
Es war bisher unbekannt, dass auf dem Nassersee große, meist gemischte Kolonien von Reihern und Sichlern existieren. Über 20 Standorte wurden entdeckt, mit einem deutlichen Schwerpunkt des Vorkommens im Khor Khalabsha, einer großen Bucht an der Ostseite des Stausees. Die Kolonien befanden sich ausschließlich auf Inseln, wobei das Artenspektrum Sichler, Nachtreiher, Rallenreiher, Kuhreiher, Graureiher, Purpurreiher und Seidenreiher umfasste. In einigen Kolonien brüteten sechs Arten nebeneinander, in anderen zumindest fünf Arten. Nur Grau-, Purpur- und Seidenreiher wurden vereinzelt auch in artreinen Kolonien gefunden. Eher selten brüteten nur wenige Graureiherpaare in einer Kolonie, große Kolonien umfassten dagegen über 300 Paare. Die meisten Reiher- und Sichlernester befanden sich in strauch- bis baumartigen Tamarisken, nur wenige in kleinen Schilfbeständen und in Felswänden. Während in einem Teil der Nester noch Eier bebrütet wurden, hielten sich in anderen derselben Art bereits fast flügge Jungvögel auf.

Erstes beringtes Kaptäubchen. Foto: J. Hering

Sowohl für Ägypten als auch für das gesamte nördliche Afrika sind diese Reihervorkommen von herausragender Bedeutung. Diese Nachweise brütender Sichler (Plegadis falcinellus, Glossy Ibis) am Nassersee stellen zudem die ersten für den Stausee und wohl auch die ersten sicheren Brutnachweise der Art für Ägypten dar. Darüber hinaus konnte der Nachtreiher erstmalig als Brutvogel am Nassersee nachgewiesen werden. Die Vorkommen am Stausee repräsentieren vermutlich einen bedeutenden Anteil des ägyptischen Gesamtbestandes. Vom Graureiher lagen für Ägypten bislang nur einzelne Brutnachweise vom Anfang des 20. Jahrhunderts vor. Die entdeckten Bruten sind also die ersten nach etwa 100 Jahren. Die anderen Arten waren bereits als Brutvögel von wenigen Standorten im Norden des Sees bekannt. Ursachen für die hohen Reiherzahlen dürften das große Angebot an Fischen und anderer potenzieller Nahrung wie Insekten, die optimalen Niststandorte in dichten Tamariskenbeständen, die weitgehende Störungsarmut in der Brutzeit und die wohl weitgehende Prädatorenfreiheit auf den Inseln sein.

Toshka-Insel. Foto: J. Hering

Seeschwalbennachwuchs in der Sahara
Zu den großen Überraschungen zählte die Entdeckung zahlreicher Brutkolonien von Lach und Zwergseeschwalbe weit abseits der bekannten Brutgebiete. Bei der kosmopolitischen Lachseeschwalbe liegen die nächsten bekannten Brutplätze hunderte Kilometer weiter nördlich. Es handelt sich mit Abstand um das bedeutendste Brutvorkommen in Nordostafrika. Seit wie vielen Jahren diese Arten am Nassersee schon brüten, ist unbekannt. Beide Seeschwalbenarten nisten hier auf kleinen, flachen Inseln, die erst kurz vor der Eiablage aus den Fluten auftauchen. Je nach Wasserstand in den verschiedenen Jahren nutzen die Vögel vermutlich unterschiedliche Inseln. Vergesellschaftet mit den Seeschwalben brüteten auf den vegetationslosen Inseln Spornkiebitze, Stelzenläufer und Nilgänse. Neben Lach- und Zwergseeschwalben konnten täglich auch größere Trupps Weißflügel- und vereinzelt Weißbart-Seeschwalben auf ihrem Weg vom Wintergebiet zu ihren nordischen Brutplätzen beobachtet werden.

Und noch ein in Bäumen brütender Rohrsänger
Nach dem für die Westpaläarktis ersten Nachweis des in Bäumen brütenden Mangroverohrsängers am Roten Meer (s. Falke 64/6, 2017) und der Neubeschreibung des ebenfalls in Gehölzen nistenden Siwarohrsängers in der Libyschen Wüste (s. Falke 65/2, 2018) konnte im Mai 2016 überraschend ein weiterer Rohrsänger als Baumbrüter nachgewiesen werden. Die Suche nach Nestern des Stentorrohrsängers (Nominatform; Foto: J. Hering) in Schilfbeständen am Nassersee verlief wie erwartet erfolgreich, überraschend aber ließen sich Vögel auch auf mit Tamarisken bestandenen Inseln vernehmen. Insbesondere auf der Toshka-Insel mit einem mehrere Hektar großen Waldstück waren an mehreren Stellen Gesang und Warnrufe zu hören. Bald konnte das erste Nest entdeckt werden, welches in einem dicht mit Gespinsten behangenen Baum gebaut war. Es folgten weitere Nester mit Gelege und Jungen. Fast ein Jahr später erbrachte eine Kontrolle dieses Gebietes ähnliche Befunde mit bereits flüggen Jungvögeln. Die Nester sind hier in der Regel hoch in das Astwerk eingebaut, da ein tieferes Brüten durch den Gehölzfraß weidender Schafe sicher wenig erfolgreich verlaufen würde. Gleich den anderen baumbrütenden Rohrsängern werden feine Zweige als Nistmaterial genutzt. Ansonsten ähneln die Nester in Bauweise und Größe denen im Schilfröhricht. Auf dem Nassersee sind sehr wahrscheinlich das vielerorts fehlende Röhricht, bedingt durch die alljährlich extreme Schwankung des Wasserspiegels, und ein hoher Populationsdruck die entscheidenden Auslöser für diese Anpassung. Baumbruten waren bisher beim Stentorrohrsänger nur von der auch in Mangroven vorkommenden Unterart brunnescens bekannt. Neues zur Brutbiologie konnte auch für den überaus häufigen Blassspötter und für die Streifenprinie ermittelt werden. Beispielsweise fanden wir entgegen einschlägigen Literaturangaben zur Brutzeit (März bis September) von dieser Prinienart besetzte Nester bereits Anfang Januar.

Mehr als ein Hauch von Afrotropis
Herausragend während der 2016er-Expedition war der Nachweis von circa 550 Nimmersatt-Störchen (Foto: J. Hering), die sich einzeln oder in Gruppen bis maximal 60 Individuen am Seeufer aufhielten. Auch in den weniger individuenreichen Folgejahren handelte es sich überwiegend um immature Vögel, die aus der Afrotropis kommend hier am Nassersee übersommern. Trotz intensiver Suche wurden keine Brutplätze gefunden. Bisher waren nur kleinere Ansammlungen bei Abu Simbel bekannt, doch aufgrund der Stichprobe wird von weit über 1.000 Nimmersatten zu dieser Jahreszeit ausgegangen. Dass 2017 weitaus weniger Individuen gezählt wurden, ist möglicherweise auf die verstärkte illegale Vogeljagd zurückzuführen.

Auf der Liste der Forschungsziele stand auch die Suche nach Vorkommen der Witwenstelze. Von Assuan bis Abu Simbel wurden viele Nester gefunden und fütternde Altvögel wie auch gerade flügge Junge beobachtet. Das Nistmaterial bestand fast ausschließlich aus Ährigem Tausendblatt, teils waren auch getrocknete Algen und Federn mit eingebaut. Die Tausendblattstengel hingen meist aus den in Felsen befindlichen Nisthöhlen, so dass die Nester leicht zu finden waren. Bisher gab es lediglich Angaben zu Brutvorkommen bei Abu Simbel, allerdings ohne nähere Hinweise zur Brutbiologie. Die vielen Nachweise an verschiedensten Stellen des Nassersees sprechen für einen beachtlich hohen Brutbestand. Ob demnach die Witwenstelze im südlichen Ägypten heute seltener brütet als im ehemaligen Niltal ist aufgrund der spärlichen historischen Daten spekulativ. Vermutlich sind die sicher meist von Prädatoren freien, teils sehr kleinen Inseln ein Garant für erfolgreiche Bruten.

Erster Wiederfund auf dem Nassersee
Zur Bestimmung der Unterartenzugehörigkeit, Erhebung biometrischer Daten usw. wurden auch Vögel gefangen und markiert, hauptsächlich mit dem Einsatz von Japannetzen. Zudem wurden verschiedentlich Nestlinge beringt. Insgesamt konnten circa 1.900 Vögel aus 51 Arten beringt werden. 2017 gelang es, immerhin acht im Jahr 2016 markierte Vögel jeweils am Beringungsort wieder zu fangen, darunter auch die im Winter in den Süden ziehenden Blassspötter (ad. und juv. Blassspötter. Foto: J. Hering) und Heckensänger. Sie kehrten also in ihr Brutgebiet zurück, welches die Stentorrohrsänger und Haussperlinge offensichtlich nicht verlassen. Einen besonders interessanten Wiederfund erbrachte eine als Nestling beringte Witwenstelze, die zwei Jahre später zur Brutzeit ca. 155 km entfernt in Assuan in einem potentiellen Bruthabitat zufällig fotografiert wurde. Dies ist der erste Fernfund einer in der Paläarktis beringten Witwenstelze.

Bei den Expedition wurden zudem viele nestjunge Reiher (Graureiher, Foto: J. Hering) und Sichler beringt. Im Rahmen des Farbberingungsprogramms von ProRing erhielten die Graureiher (Foto unten: J. Hering) und Purpurreiher neben den Ringen der Vogelwarte Helgoland zusätzlich Farbringe, um Fernablesungen zu ermöglichen. Auch Lachseeschwalbenküken wurden markiert. Gerade bei Reihern und Seeschwalben sind aufgrund ihres Wanderverhaltens, ihrer Größe und ihrer Lebenserwartung Wiederfunde in den Folgejahren zu erwarten, die einen Einblick in das Jahresaufenthaltsgebiet der Vögel des Nassersees geben können. Die Ergebnis der Beringungen aus 2019 sind hier allerdings noch nicht mit berücksichtigt.

Bedroht durch illegale Jagd
Seit vielen Jahren gibt es immer wieder vereinzelte Hinweise auf illegale Vogeljagd auf dem Nassersee, und im Internet kursieren Videos mit Jagdszenen auf Pelikane und Flamingos. In jüngster Zeit allerdings mehren sich die bedrückenden Belege zu Art und Umfang der „sportlichen“ Verfolgung und Tötung diverser Vogelarten zum Vergnügen. Es heißt, dass gewisse einheimische Reiseveranstalter diesen Frevel kritisieren, andererseits bieten dieselben während der offiziellen Jagdsaison von Dezember bis März nachweislich gezielt Bootsfahrten für Gruppen mit bis zu acht Personen in aussichtsreiche Bereiche des Sees und seiner Ufer an. Dort stehen bevorzugt Fischadler, Schmarotzermilan, Wüstenuhu, Schwarzstorch, Rosaflamingo, Rosa- und Krauskopfpelikan, Nimmersatte, verschiedene Reiherarten, Kormorane sowie Entenvögel, speziell Spießente und Nilgans, auf der Abschussliste ausländischer und einheimischer Jagdtouristen.

Was geschieht mit den Trophäen? Im Frühjahr 2017 wurden an der ägyptischen Mittelmeerküste zahlreiche Plastiktüten angespült, in denen sich geschossene Nimmersatte befanden. Die Behältnisse trugen maltesische Aufschrift. Wahrscheinlich waren diese Vögel für die Präparation bestimmt. Augenzeugen zufolge werden dagegen nicht nutzbare Vögel häufig an bestimmten Lagerplätzen auf Inseln im Nassersee aufgetürmt und verbrannt. Offen bleibt, wie dieses große, unübersichtliche Schutzgebiet in seiner Funktion als wichtiger internationaler Durchzugsraum für migrierende Vogelspezies wie auch als bedeutendes Bruthabitat für geschützte Arten der Internationalen Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN nachhaltig und zugunsten der Förderung des Ökotourismus erhalten werden kann. Idealerweise sollte diese Aufgabe im Zusammenwirken staatlicher Behörden mit der lokalen Bevölkerung erfolgen.

Bisherige Expeditionsteilnehmer:
24 April to 7 May 2016 (participants: J. Hering, Hans-Jürgen Eilts, Elmar Fuchs, Mohamed Habib, Mary Megalli)

22 April to 6 May 2017 (participants: J. Hering, Stefan Fischer, Stefan Siegel, H.-J. Eilts, Olaf Geiter, M. Habib, Mathias Mähler, M. Megalli, Gerhard Nikolaus, Carlotta Schulz, Andreas Siegmund, Martin Winter)

3 May to 20 May 2019 (participants: J. Hering, Hans-Joachim Fünfstück, O. Geiter, Tim Korschefsky, Tobias Krause, Victoria Mader, Bastian Meise, Daniela Pilgrim, Lothar Spath, Jannik Stipp, Michael Wimbauer, Jonas Wobker)

2 to 6 January 2018 (participants: J. Hering, H. Hering).

Expeditionsteam 2019. Foto: ´J. Hering

Hering & Grimm 2017_Alauda 85_Haussperling

Hering et al. 2018_Falke_12_Nassersee

Hering et al. 2019_Dutch Birding 41_Witwenstelze

Hering et al. 2020_Falke_07_Turteltaube

Hering et al. 2020_Large breeding colonies of herons, egrets and Glossy Ibis at Lake Nasser_Egypt

Hering et al. 2020_Yellow-billed Storks at lake Nasser-Egypt

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