Avifaunistisches Highlight im Erzgebirge: Rostflügeldrossel bei Stollberg begeistert Beobachter aus ganz Deutschland

Avifaunistisches Highlight im Erzgebirge: Rostflügeldrossel bei Stollberg begeistert Beobachter aus ganz Deutschland

Am späten Nachmittag des 27.2.2021 wurde bei wolkenverhangenem, diesigem Wetter in Beutha, Stadt Stollberg, Erzgebirgskreis, eine Rostflügeldrossel (Turdus eunomus) entdeckt. Seit Sonntag konnten bei dann bestem Wetter viele Beobachter aus ganz Deutschland den Vogel beobachten.

Es handelt sich offensichtlich erst um den zweiten (oder dritten) Nachweis in Sachsen. Die erste Feststellung ist schon über 172 Jahre alt und stammt von einem nicht mehr genau zu datierendem Präparat aus dem Tierkundemuseum Dresden, das vor 1849 bei Nossen gesammelt wurde. Der Status einer Meldung aus 1987 ist derzeit nicht ganz klar. Auch in ganz Deutschland gibt es weniger als zehn Beobachtungen, erst drei aus der “Neuzeit”, seit dem Beginn der Arbeit der Deutschen Seltenheitenkommission. 1996 war ein Vogel in Böhnhusen und 2017 auf Helgoland, beides Schleswig-Holstein. Der jetzt festgestellte Vogel ist jedenfalls der erste seiner Art im Erzgebirge.

Seit Sonntag begeistert die ostpaläarktische bzw. sibirische Art, die früher zusammen mit der Rostschwanzdrossel unter dem Namen „Naumanndrossel“ zu einer Art zusammengefasst war, Beobachter aus ganz Deutschland und lässt Erinnerungen an die im Winter 2013/14 über Monate ganz in der Nähe anwesende Sperbereule aufkommen.

Aktuelle updates zum Geschehen vor Ort finden sich natürlich auf: www.ornitho.de 

Thomas Hallfarth & Hartmut Meyer

Fotos: Jens Halbauer.

BM Spahn: “Harte Wochen der Knappheit” angekündigt – Weitere Reiseabsagen im Frühjahr 2021

BM Spahn: “Harte Wochen der Knappheit” angekündigt – Weitere Reiseabsagen im Frühjahr 2021

Absage aller Bartmeise-Reisen bis April 2021 unumgänglich! 

Sonderkonditionen: Reisen zwischen Mai und Dezember 2021 Pandemie bedingt stets kostenfrei stornierbar!

Liebe Reisegäste und Interessenten,

noch immer hat die Pandemie die Welt fest im Griff. Reisen sind, wenn überhaupt, nur unter erschwerten Bedingungen und in ganz wenige Länder möglich. Der Tourismus ist defacto abgestürzt und rostet ab Boden vor sich hin …  Ein echter Neuanfang im kommenden Frühjahr ist noch immer nicht in Sicht.

Die im Dezember angekündigte Impfstrategie in der EU und in Deutschland ist zeitlich krachend gescheitert. Während andere Länder bereits Jugendliche und Kinder versorgen, reicht es in Deutschland noch nicht einmal für die Senioren 80 plus aus. Touristische und geschäftliche Reisen werden stigmatisiert und das Grundrecht auf Reisen ist drastisch eingeschränkt, vielleicht sogar bald verboten.

Das alles veranlasst uns, nun auch alle bis Ende April 2021 geplanten Reisen abzusagen. Kuba (neu: Dezember 2021), Nepal (2022) und auch die Slowakei (2022), die für April angekündigt waren, müssen leider entfallen. Der Monat Mai bleibt unsicher. Alle abgesagten Reiseangebote erhalten zeitnah neue Termine.

So wie die großen Reiseverbände und die gesamte Tourismus-Industrie hoffen und erwarten auch wir, dass im Frühjahr eine Rückkehr zur Normalität und zu den in der Verfassung festgeschriebenen Grundrechten, wozu auch Reisefreiheit gehört, wieder möglich wird!

Bitte buchen Sie bitte jetzt ihre Wunschreise ab Mai bis Jahresende 2021! Aufgrund der unklaren Situation bieten wir die Möglichkeit, jede bis Jahresende 2021 gebuchte Bartmeise-Reisen Pandemie bedingt absolut kostenfrei wieder zu stornieren! 

Noch ein offenes Wort: Es steht zu erwarten, dass zahlreiche Reiseländer in Afrika, Asien, Südamerika (vielleicht sogar in Europa!) nach Wiederöffnung und Wiederaufnahme des Tourismus die Einreise nur noch mit einem Covid-19-Impfnachweis zulassen werden (so wie zum Beispiel für Gelbfieber-Risikogebiete schon immer üblich). Wer nach der Pandemie wieder uneingeschränkt reisen möchte, dem empfehlen wir, sich im Rahmen der gesetzlich geregelten Abfolge zeitnah um einen Impftermin zu bemühen!

„Harten Wochen der Knappheit“
… beschwört am Dienstag (02.02.2021) der Deutsche Bundesgesundheitsminister und weist damit nachdrücklich auf das Totalversagen der EU, im Jahr 2020 von der Deutschen Ratspräsidentschaft „tatkräftig unterstützt“, hin! Während die EU die Impfstoff-Hersteller mit Milliarden an Steuergeldern subventioniert hatte, scheitert sie krachend bei der Beschaffung ausreichender Mengen für die Menschen. Obwohl drei, mit dem russischen sogar vier (!) wirksame Impfstoffe zur Verfügung stehen, liegt die Mortalitätsrate in der EU immer noch doppelt so hoch als normal, weil eben andere Länder bei der Beschaffung effektiver und schneller waren.

Die Länder der EU sind zerstritten, teilweise sogar bitter verfeindet. Gemeinsam verabredete EU-Werte werden mit Füßen getreten, bei ungestraft weiter fließenden Subventions-Milliarden aus Steuergeldern. In Kombination mit den noch immer ungelösten (peinlichen) Problemen wie der Verteilung der Migranten bzw. der gesamtem Migrationsproblematik, ausufernder Bürokratie (als Beispiele die überzogene Europäische Datenschutzrichtlinie, das in der Praxis gescheiterte Europäische Reiserecht) usw., weist klar und deutlich nach, dass die EU auch heute noch keine „Union“ ist, sondern die Stufe einer „Wirtschaftsvereinigung“ (früher EG genannt), tatsächlich nicht verlassen hat.

Russland, das mit Deutschland nicht nur durch die tragischen Ereignisse des 2. Weltkrieges verbunden ist, wird zum Staatsfeind ernannt. Eine Katastrophe insbesondere für die ostdeutsche Wirtschaft! Hingegen werden andere Despoten am Golf und am Mittelmeer hofiert und auskömmlich mit deutschen Waffen ausgestattet, die denen zur Fortsetzung ihrer Glaubenskriege äußerst nützlich sind. Direkt oder indirekt ziehen diese wieder Hundertaussende neue Flüchtling – in Richtung EU und Deutschland – nach sich. Was für eine abscheuliche Doppelmoral!

“EU-Absturz auf ganzer Linie …” Foto: H. Meyer

Frau von der Leyen – die man im Vorjahr in einer Marketing-Glanzleistung Hände waschend unter Absingen der EU-Hymne europaweit am heimischen Bildschirm erleben durfte, muss man sicher zugutehalten, dass sie sich nie um die Kommissionspräsidentschaft bemüht hat, sondern politisch in diese Rolle gedrängt wurde – ist spätestens jetzt politisch krachend gescheitert! Da hilft es ihr auch nicht, dass sie mehrere EU-Sprachen fließend spricht. Noch zu Zeiten ihres Vaters gehörte es zur politischen Kultur, für solche Fehler die Verantwortung zu übernehmen und zurückzutreten. Aber auch diese Form von Anstand scheint abhanden gekommen zu sein.

Als überzeugter Europäer, der ich seit Jahren den europäischen Markt nutzen darf, bin ich zutiefst über den heutigen Zustand der EU besorgt!! Wenn sich jetzt nicht schnell neue, kluge europäische Politiker finden, die das Ruder noch herzureißen können, dann wird man wohl den baldigen und schnellen Zerfall dieser „Gemeinschaft“ in Betracht ziehen müssen. Und das wäre in der Tat der Supergau!

Hartmut Meyer
Inhaber/CEO

Foto: Violettscheitel-Andenkolibri in Kolumbien. Foto: Bernd Möckel.
Wo der Tannenhäher Dauergast am Futterhaus ist – Farbberingung liefert neue Erkenntnisse zur Biologie

Wo der Tannenhäher Dauergast am Futterhaus ist – Farbberingung liefert neue Erkenntnisse zur Biologie

Tannenhäher im Winter. Foto: Th. Barthel

Während sich der normale Vogelfreund darüber freut, dass neben Meisen und Spatzen vielleicht sogar Kleiber, Buch- und Bergfink sowie das Rotkehlchen und möglicherweise auch der Star als Besonderheiten am winterlichen Futterhaus im Garten auftauchen, hat einer unserer Vereinsfreunde im Erzgebirge weitaus spannendere Gäste, mit denen er sich auch im Rahmen eines wissenschaftlichen Farbberingungsprogrammes der Vogelwarte Hiddensee beschäftigt.

Thomas Barthel aus Annaberg-Buchholz, bekannter Ornithologe und ehrenamtlicher Mitarbeiter an der wiss. Vogelberingung, bemüht sich seit über 10 Jahren recht intensiv um den Tannenhäher (Spotted Nutcracker, Nucifraga caryocatactes), einem heimlichen und versteckt lebenden Brutvogel im Erzgebirge. Über die Brutbiologie dieser schwierigen und nur sporadisch verbreiteten Art insbesondere in den Mittelgebirgen ist nach wie vor wenig sehr bekannt. Nester werden äußerst selten und eher zufällig gefunden, und genauere brutbiologische Daten gelten nach wie vor als Ausnahme. Und so fehlen auch insbesondere Freilanddaten zur Aufzucht der Jungvögel ebenso wie solche zu deren Verbreitung in Raum und Zeit.

Mittlerweile hat sich Thomas Barthel zu einem Artspezialisten für den Tannenhäher entwickelt, der nicht nur im Winter Altvögel an seiner speziellen, mit Erdnüssen bestückten Fütterung fängt und markiert, sondern sogar frisch flügge Jungvögel zur Brutzeit. Die von ihm individuell markierten Vögel werden auch von anderen Ornithologen abgelesen, was interessante Bausteine zum Auftreten und zur Biologie liefert.

Die beiden Vögel (Startbild) auf der Futterschale zum Beispiel wurden vor wenigen Tagen, am 8. Februar 2021 fotografiert. Es handelt sich um das Männchen (rechts, A 4) und das Weibchen (links, A 6) eines seit Jahren bekannten Brutpaares. Im Juni 2019 führte dieses sogar seine eben flüggen Jungen an die Fütterung heran und so konnte auch einer von zweien (Foto vom 17.06.2019, rechts) markiert werden.

Mittlerweile hat Thomas Barthel 62 Tannenhäher individuell gekennzeichnet. Insbesondere die Wiederablesungen können wichtige und neue Fakten zum Verhalten (z.B. Paarbildung) und zum Auftreten der Art liefern. Daher sind die Feldornithologen und alle Naturfreunde aufgerufen, insbesondere auf farbberingte Tannenhäher zu achten. Die Farbringen lassen sich gerade in dieser Jahreszeit an Fütterungen, wo die Art nicht ganz so scheu ist, recht gut ablesen. Man darf sicher gespannt sein, welche interessanten und neuen Fakten die intensive Beschäftigung mit dieser Art zukünftig noch erbringen wird.

Flügger Jungvogel 15.07.2019.

Einen kurzen Überblick anhand von wenigen Einzelbeispielen liefert Thomas Barthel in einer „Kurzen Mitteilung/Ringfundmitteilung“ im eben erschienenen Heft 2, 2020/Bd. 12 der „Mitteilungen des Vereins Sächsischer Ornithologen e.V.“, die unten als pdf angefügt ist.

Hartmut Meyer

Alle Fotos: Thomas Barthel 

Tannenhäher MittSächsOrn

Wintergäste aus den Tundren Skandinaviens nun auch im Erzgebirge zu beobachten: Raufußbussard und Merlin

Wintergäste aus den Tundren Skandinaviens nun auch im Erzgebirge zu beobachten: Raufußbussard und Merlin

Während www.ornitho.de diese Vogelarten oft schon ab Ende September für Norddeutschland, z.B. auch für die Ostseeküste und in deren Hinterland etc., meldet, dauert es meist ein bisschen länger, bis Raufußbussard (Rough-legged Buzzard) und Merlin (Foto re.) sowie auch andere wie Kornweihe und gelegentlich Sumpfohreule im Erzgebirge und dessen Vorland wie hier im Erzgebirgischen Becken eintreffen. Mal mit mehr, mal mit weniger Individuen, je nachdem wie die vergangene Brutsaison in der Tundra ausgefallen ist.

Aber seit einigen Wochen sind auch diese Arten hier eigetroffen und waren, bis zum Schneefall zumindest, gut zu beobachten. Insbesondere fällt der Raufußbussard auf, der bei seiner Jagd oft auch schon vom Straßenrand in mäusereicher Feldflur zu entdecken ist. Er rüttelt öfter, länger und meist viel niedriger als der hiesige Mäusebussard. Und je nach Beobachtungs-Perspektive, glaubt man einen „kleinen Adler“ zu sehen oder aber es fällt ein eher weihen-ähnlicher Flug auf. Wenn man richtig liegt mit seiner Bestimmung, dann hat man immer einen „irgendwie einen anderen, größeren Bussard“ vor sich. Man muss man eben genau hinschauen, denn die Farbvarianten unseres heimischen Mäusebussards bieten hinreichend Verwechslungsmöglichkeiten mit dem Wintergast aus dem hohen Norden. Unter günstigen Beobachtungsbedingungen kann man einen Raufußbussard zweifelsfrei bestimmen. Meist hat die Art ein gut sichtbares dunkles Endband am Schwanz und einen dunklen Flugelbugfleck. Je nach Geschlecht und Alter des Vogels fallen entweder ein durchgehender schwarzer Bauch (bei Jungvögeln – wie Startbild) oder ein mehr gebänderter Bauch (Altvögel) und dazu ein eher „eis-grauer“ Grund-Ton auf. Die Merkmale zwischen Männchen und Weibchen verschwimmen oft und sind meist nicht eindeutig. Wohl in der Mehrzahl sieht man hier im Winterhalbjahr Jungvögel aus der vergangenen Brutsaison (als immat. bzw. nach dem 31.12. dann im 2. Kalenderjahr), so wie unser Startbild. Das Flugbild zeigt einen Altvogel.

Meist viel eindeutiger ist die Bestimmung vom kleinsten europäischen Falken, dem Merlin, der ebenfalls oft auf Straßenbäumen sitzt und nach Nahrung (Kleinvögel oder auch Mäuse) Ausschau hält. Dieser kleine kompakte Falke kommt aus den Waldtundrazonen Eurasiens zu uns, wird aber nicht jeden Winter festgestellt. Meist handelt es sich um Jungvögel bzw. weichenfarbige Individuen, wie auch der Vogel im Bild, der in der Feldflur in Zwickau fotografiert wurde (auf Baum sitzend, Foto li.). Der fressende Vogel am Boden (oben rechts, aufgenommen im April) zeigt jedoch einen zweijährigen Vogel, ein Männchen, welcher ins Alterskleid mausert.

Der Schneefall in den zurückliegenden Tagen, der zu einer geschlossenen Schneedecke von 20 bis teilweise 40cm geführt hat, dürfte Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Mäusen haben. Daher ziehen bei solcher Wetterlage insbesondere die Raufußbussarde in südwestliche Richtung weiter, wo wieder offene Flächen zum Jagen zu finden sind. Auch der Raubwürger verschwindet bei geschlossener, hoher Schneedecke aus seinen hiesigen Winterrevieren. Achten Sie darauf bei Ihren Beobachtungsgängen! In www.ortnitho.de übrigens kann man solche Bewegungen, Winterflucht genannt, meist gut nachvollziehen.

Alle Fotos: Jens Halbauer (Werdau).

Hartmut Meyer

 

 

Spannende Suche nach dem Afrikanischen Scherenschnabel steht bevor: 4. Nassersee-Expedition startet im Juli 2021

Spannende Suche nach dem Afrikanischen Scherenschnabel steht bevor: 4. Nassersee-Expedition startet im Juli 2021

Seit einigen Jahren führt der Ornithologe Jens Hering (Limbach-Oberfrohna/Sachsen) zusammen mit weiteren Fachkollegen ornithologische Expeditionen auf den ägyptischen Nasserstausee (Foto Expeditionsboot: J. Hering) durch. Von Anfang erbrachten diese Reisen erstaunlich viele neue Erkenntnisse über die Vogelwelt im Grenzgebiet der Westpaläarktis zur Afrotropis, die die Fachwelt aufhorchen ließen. In unten stehen Bericht sind die bisherigen Ergebnisse der Expeditionen zusammenfassend dargestellt, ausführlicher dann nachzulesen in den Publikationen im Anhang.

Nachdem die geplante Expedition 2020 leider auch der Pandemie zum Opfer fiel und abgesagt werden musste, steht die nächste nun für Juli 2021 an, die sich hauptsächlich mit den Brutvögeln beschäftigen soll. Ganz besonderes Augenmerk liegt dabei auf einer wichtigen Zielart, dem Afrikanischen Scherenschnabel (African Skimmer, in Botswana im September 2018: Jens Hering) der vermutlich zu dieser Zeit auf den im südlichen Teil des Wüstensees befindlichen Inseln brütet. Dabei würde es sich um das einzige Brutvorkommen dieser afrotropischen Art in der Westpaläarktis handeln. Zudem soll das 2016 gestartete Beringungsprogramm fortgeführt werden.

Falls noch Restplätze auf den beiden Expeditionsschiffen vorhanden sind, sind weitere Teilnehmer möglich. Wichtige Voraussetzungen sind u. a. umfassende Artkenntnisse, Beringungserfahrungen, Teamfähigkeit und Hitzebeständigkeit. Anfragen können an den Expeditionsleiter, VSO-Vorstand und DO-G-Beiratsmitglied, Jens Hering (Email: jenshering.vso-bibliothek@t-online.de) gestellt werden.

Für touristische ornithologische Touren bietet Bartmeise-Reisen mit jährlicher Verfügbarkeit zwischen März und Juni ein- oder zweiwöchige Bootstouren auf dem Nasserstausee an. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass es sich jeweils um fünf bis sechs Personen als geschlossene Gruppe handelt, also zum Beispiel für Mitglieder und Freunde ornithologischer Gemeinschaften, Vereine etc. handelt. Die kleinen Boote bieten kaum Privatsphäre auf engem Raum und sind daher für Einzelgäste nicht geeignet! Für Vogelkundler, die das besondere Erlebnis unter afrikanischen Sternenhimmel suchen, können wir dieses einmalige Erlebnis nur empfehlen! Weitere Erklärungen dazu finden Interessenten im Reiseplan Ägypten-Nasserstau (unter „Reisen“) hier auf unserer Seite.

Hartmut Meyer

Startbild: Afrikanischer Scherenschnabel in Botswana 2018. Foto: Jens Hering

Ein weißer Fleck bekommt Farbe: Der Nassersee in Ägypten

von Jens Hering (Limbach-Oberfrohna)

Expeditionsleiter Jens Hering (li.) und Kapitän Ramadan mit der ersten gefangenen Witwenstelze. Foto: J. Hering

Der Anstau des Nils bei Assuan im Süden Ägyptens beschäftigte im vergangenen Jahrhundert viele Archäologen mit dem Ziel der Rettung einmaliger Kulturschätze. Heute sind die geborgenen, riesigen Tempelmonumente aus dem Pharaonenreich ein Touristenmagnet. Aber auch auf Birder übt das geflutete Wüstenland eine enorme Anziehung aus. Nur am Nassersee können innerhalb der Westpaläarktis regelmäßig Nimmersatt (Mycteria ibis, Yellow-billed Stork), Rötelpelikan (Pelecanus rufescens, Pink-backed Pelican) und Witwenstelze (Motacilla aguimp, African Pied Wagtail) beobachtet werden. Allerdings war bisher nicht bekannt, dass auf zahlreichen, in einsamen Buchten gelegenen Inseln auch große Wasservogelkolonien existieren und Rohrsänger in Tamarisken brüten.

Brütende Turteltaube im Tamariskengebüsch. Foto: J. Hering

Am ersten Katarakt bei Assuan wurde 1964 der Nil zum Nassersee angestaut. Heute existiert hier ein ca. 6.200 km² großes Schutzgebiet von internationaler Bedeutung (Important Bird Area), wobei Rastvogelarten für die Unterschutzstellung ausschlaggebend waren. Fast der gesamte Nassersee ist seit seiner Entstehung militärisches Sperrgebiet und kann nur mit Ausnahmegenehmigungen aufgesucht werden. Auch daher fanden seit der Flutung keine gezielten Untersuchungen zur Brutvogelfauna statt. Lediglich im nördlichsten Teil des Sees und bei Abu Simbel wurden zur Brutzeit vereinzelte Daten erhoben. Nach über fünf Jahrzehnten erforschten wir Ende April/Anfang Mai 2016 die Vogelwelt erstmals genauer. Vorrangig waren neben der Brutvogelerfassung die Sammlung brutbiologischer Daten sowie Nahrungsanalysen von verschiedenen Arten.

Witwenstelze. Foto: M. Habib

Die circa 435 km lange Reiseroute von Assuan bis Abu Simbel verlief weitgehend auf der Westseite des Sees, mit den Schwerpunkten Khor Kalabscha und Toshka-Insel. Auf den Spuren dieser Expedition erfolgten 2017 und 2019 im gleichen Zeitraum erneute Reisen mit erweiterter Zielstellung. Schließlich fand auch im Winter 2018 noch eine mehrtägige Fahrt auf der bekannten Route statt, wobei auch zu dieser Jahreszeit ergänzende Brutdaten gesammelt werden konnten. Insgesamt wurden während der 2016 bis 2019 stattgefundenen Expeditionen über 110 Vogelarten festgestellt, darunter mindestens 38 Brutvogelarten. Diese ersten, umfassenden Erkenntnisse weisen darauf hin, dass der riesige Wüstensee ganzjährig von großer avifaunistischer Bedeutung ist.

Wüsteninseln voller Biomasse – unbekannte Reiherkolonien
Es war bisher unbekannt, dass auf dem Nassersee große, meist gemischte Kolonien von Reihern und Sichlern existieren. Über 20 Standorte wurden entdeckt, mit einem deutlichen Schwerpunkt des Vorkommens im Khor Khalabsha, einer großen Bucht an der Ostseite des Stausees. Die Kolonien befanden sich ausschließlich auf Inseln, wobei das Artenspektrum Sichler, Nachtreiher, Rallenreiher, Kuhreiher, Graureiher, Purpurreiher und Seidenreiher umfasste. In einigen Kolonien brüteten sechs Arten nebeneinander, in anderen zumindest fünf Arten. Nur Grau-, Purpur- und Seidenreiher wurden vereinzelt auch in artreinen Kolonien gefunden. Eher selten brüteten nur wenige Graureiherpaare in einer Kolonie, große Kolonien umfassten dagegen über 300 Paare. Die meisten Reiher- und Sichlernester befanden sich in strauch- bis baumartigen Tamarisken, nur wenige in kleinen Schilfbeständen und in Felswänden. Während in einem Teil der Nester noch Eier bebrütet wurden, hielten sich in anderen derselben Art bereits fast flügge Jungvögel auf.

Erstes beringtes Kaptäubchen. Foto: J. Hering

Sowohl für Ägypten als auch für das gesamte nördliche Afrika sind diese Reihervorkommen von herausragender Bedeutung. Diese Nachweise brütender Sichler (Plegadis falcinellus, Glossy Ibis) am Nassersee stellen zudem die ersten für den Stausee und wohl auch die ersten sicheren Brutnachweise der Art für Ägypten dar. Darüber hinaus konnte der Nachtreiher erstmalig als Brutvogel am Nassersee nachgewiesen werden. Die Vorkommen am Stausee repräsentieren vermutlich einen bedeutenden Anteil des ägyptischen Gesamtbestandes. Vom Graureiher lagen für Ägypten bislang nur einzelne Brutnachweise vom Anfang des 20. Jahrhunderts vor. Die entdeckten Bruten sind also die ersten nach etwa 100 Jahren. Die anderen Arten waren bereits als Brutvögel von wenigen Standorten im Norden des Sees bekannt. Ursachen für die hohen Reiherzahlen dürften das große Angebot an Fischen und anderer potenzieller Nahrung wie Insekten, die optimalen Niststandorte in dichten Tamariskenbeständen, die weitgehende Störungsarmut in der Brutzeit und die wohl weitgehende Prädatorenfreiheit auf den Inseln sein.

Toshka-Insel. Foto: J. Hering

Seeschwalbennachwuchs in der Sahara
Zu den großen Überraschungen zählte die Entdeckung zahlreicher Brutkolonien von Lach und Zwergseeschwalbe weit abseits der bekannten Brutgebiete. Bei der kosmopolitischen Lachseeschwalbe liegen die nächsten bekannten Brutplätze hunderte Kilometer weiter nördlich. Es handelt sich mit Abstand um das bedeutendste Brutvorkommen in Nordostafrika. Seit wie vielen Jahren diese Arten am Nassersee schon brüten, ist unbekannt. Beide Seeschwalbenarten nisten hier auf kleinen, flachen Inseln, die erst kurz vor der Eiablage aus den Fluten auftauchen. Je nach Wasserstand in den verschiedenen Jahren nutzen die Vögel vermutlich unterschiedliche Inseln. Vergesellschaftet mit den Seeschwalben brüteten auf den vegetationslosen Inseln Spornkiebitze, Stelzenläufer und Nilgänse. Neben Lach- und Zwergseeschwalben konnten täglich auch größere Trupps Weißflügel- und vereinzelt Weißbart-Seeschwalben auf ihrem Weg vom Wintergebiet zu ihren nordischen Brutplätzen beobachtet werden.

Und noch ein in Bäumen brütender Rohrsänger
Nach dem für die Westpaläarktis ersten Nachweis des in Bäumen brütenden Mangroverohrsängers am Roten Meer (s. Falke 64/6, 2017) und der Neubeschreibung des ebenfalls in Gehölzen nistenden Siwarohrsängers in der Libyschen Wüste (s. Falke 65/2, 2018) konnte im Mai 2016 überraschend ein weiterer Rohrsänger als Baumbrüter nachgewiesen werden. Die Suche nach Nestern des Stentorrohrsängers (Nominatform; Foto: J. Hering) in Schilfbeständen am Nassersee verlief wie erwartet erfolgreich, überraschend aber ließen sich Vögel auch auf mit Tamarisken bestandenen Inseln vernehmen. Insbesondere auf der Toshka-Insel mit einem mehrere Hektar großen Waldstück waren an mehreren Stellen Gesang und Warnrufe zu hören. Bald konnte das erste Nest entdeckt werden, welches in einem dicht mit Gespinsten behangenen Baum gebaut war. Es folgten weitere Nester mit Gelege und Jungen. Fast ein Jahr später erbrachte eine Kontrolle dieses Gebietes ähnliche Befunde mit bereits flüggen Jungvögeln. Die Nester sind hier in der Regel hoch in das Astwerk eingebaut, da ein tieferes Brüten durch den Gehölzfraß weidender Schafe sicher wenig erfolgreich verlaufen würde. Gleich den anderen baumbrütenden Rohrsängern werden feine Zweige als Nistmaterial genutzt. Ansonsten ähneln die Nester in Bauweise und Größe denen im Schilfröhricht. Auf dem Nassersee sind sehr wahrscheinlich das vielerorts fehlende Röhricht, bedingt durch die alljährlich extreme Schwankung des Wasserspiegels, und ein hoher Populationsdruck die entscheidenden Auslöser für diese Anpassung. Baumbruten waren bisher beim Stentorrohrsänger nur von der auch in Mangroven vorkommenden Unterart brunnescens bekannt. Neues zur Brutbiologie konnte auch für den überaus häufigen Blassspötter und für die Streifenprinie ermittelt werden. Beispielsweise fanden wir entgegen einschlägigen Literaturangaben zur Brutzeit (März bis September) von dieser Prinienart besetzte Nester bereits Anfang Januar.

Mehr als ein Hauch von Afrotropis
Herausragend während der 2016er-Expedition war der Nachweis von circa 550 Nimmersatt-Störchen (Foto: J. Hering), die sich einzeln oder in Gruppen bis maximal 60 Individuen am Seeufer aufhielten. Auch in den weniger individuenreichen Folgejahren handelte es sich überwiegend um immature Vögel, die aus der Afrotropis kommend hier am Nassersee übersommern. Trotz intensiver Suche wurden keine Brutplätze gefunden. Bisher waren nur kleinere Ansammlungen bei Abu Simbel bekannt, doch aufgrund der Stichprobe wird von weit über 1.000 Nimmersatten zu dieser Jahreszeit ausgegangen. Dass 2017 weitaus weniger Individuen gezählt wurden, ist möglicherweise auf die verstärkte illegale Vogeljagd zurückzuführen.

Auf der Liste der Forschungsziele stand auch die Suche nach Vorkommen der Witwenstelze. Von Assuan bis Abu Simbel wurden viele Nester gefunden und fütternde Altvögel wie auch gerade flügge Junge beobachtet. Das Nistmaterial bestand fast ausschließlich aus Ährigem Tausendblatt, teils waren auch getrocknete Algen und Federn mit eingebaut. Die Tausendblattstengel hingen meist aus den in Felsen befindlichen Nisthöhlen, so dass die Nester leicht zu finden waren. Bisher gab es lediglich Angaben zu Brutvorkommen bei Abu Simbel, allerdings ohne nähere Hinweise zur Brutbiologie. Die vielen Nachweise an verschiedensten Stellen des Nassersees sprechen für einen beachtlich hohen Brutbestand. Ob demnach die Witwenstelze im südlichen Ägypten heute seltener brütet als im ehemaligen Niltal ist aufgrund der spärlichen historischen Daten spekulativ. Vermutlich sind die sicher meist von Prädatoren freien, teils sehr kleinen Inseln ein Garant für erfolgreiche Bruten.

Erster Wiederfund auf dem Nassersee
Zur Bestimmung der Unterartenzugehörigkeit, Erhebung biometrischer Daten usw. wurden auch Vögel gefangen und markiert, hauptsächlich mit dem Einsatz von Japannetzen. Zudem wurden verschiedentlich Nestlinge beringt. Insgesamt konnten circa 1.900 Vögel aus 51 Arten beringt werden. 2017 gelang es, immerhin acht im Jahr 2016 markierte Vögel jeweils am Beringungsort wieder zu fangen, darunter auch die im Winter in den Süden ziehenden Blassspötter (ad. und juv. Blassspötter. Foto: J. Hering) und Heckensänger. Sie kehrten also in ihr Brutgebiet zurück, welches die Stentorrohrsänger und Haussperlinge offensichtlich nicht verlassen. Einen besonders interessanten Wiederfund erbrachte eine als Nestling beringte Witwenstelze, die zwei Jahre später zur Brutzeit ca. 155 km entfernt in Assuan in einem potentiellen Bruthabitat zufällig fotografiert wurde. Dies ist der erste Fernfund einer in der Paläarktis beringten Witwenstelze.

Bei den Expedition wurden zudem viele nestjunge Reiher (Graureiher, Foto: J. Hering) und Sichler beringt. Im Rahmen des Farbberingungsprogramms von ProRing erhielten die Graureiher (Foto unten: J. Hering) und Purpurreiher neben den Ringen der Vogelwarte Helgoland zusätzlich Farbringe, um Fernablesungen zu ermöglichen. Auch Lachseeschwalbenküken wurden markiert. Gerade bei Reihern und Seeschwalben sind aufgrund ihres Wanderverhaltens, ihrer Größe und ihrer Lebenserwartung Wiederfunde in den Folgejahren zu erwarten, die einen Einblick in das Jahresaufenthaltsgebiet der Vögel des Nassersees geben können. Die Ergebnis der Beringungen aus 2019 sind hier allerdings noch nicht mit berücksichtigt.

Bedroht durch illegale Jagd
Seit vielen Jahren gibt es immer wieder vereinzelte Hinweise auf illegale Vogeljagd auf dem Nassersee, und im Internet kursieren Videos mit Jagdszenen auf Pelikane und Flamingos. In jüngster Zeit allerdings mehren sich die bedrückenden Belege zu Art und Umfang der „sportlichen“ Verfolgung und Tötung diverser Vogelarten zum Vergnügen. Es heißt, dass gewisse einheimische Reiseveranstalter diesen Frevel kritisieren, andererseits bieten dieselben während der offiziellen Jagdsaison von Dezember bis März nachweislich gezielt Bootsfahrten für Gruppen mit bis zu acht Personen in aussichtsreiche Bereiche des Sees und seiner Ufer an. Dort stehen bevorzugt Fischadler, Schmarotzermilan, Wüstenuhu, Schwarzstorch, Rosaflamingo, Rosa- und Krauskopfpelikan, Nimmersatte, verschiedene Reiherarten, Kormorane sowie Entenvögel, speziell Spießente und Nilgans, auf der Abschussliste ausländischer und einheimischer Jagdtouristen.

Was geschieht mit den Trophäen? Im Frühjahr 2017 wurden an der ägyptischen Mittelmeerküste zahlreiche Plastiktüten angespült, in denen sich geschossene Nimmersatte befanden. Die Behältnisse trugen maltesische Aufschrift. Wahrscheinlich waren diese Vögel für die Präparation bestimmt. Augenzeugen zufolge werden dagegen nicht nutzbare Vögel häufig an bestimmten Lagerplätzen auf Inseln im Nassersee aufgetürmt und verbrannt. Offen bleibt, wie dieses große, unübersichtliche Schutzgebiet in seiner Funktion als wichtiger internationaler Durchzugsraum für migrierende Vogelspezies wie auch als bedeutendes Bruthabitat für geschützte Arten der Internationalen Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN nachhaltig und zugunsten der Förderung des Ökotourismus erhalten werden kann. Idealerweise sollte diese Aufgabe im Zusammenwirken staatlicher Behörden mit der lokalen Bevölkerung erfolgen.

Bisherige Expeditionsteilnehmer:
24 April to 7 May 2016 (participants: J. Hering, Hans-Jürgen Eilts, Elmar Fuchs, Mohamed Habib, Mary Megalli)

22 April to 6 May 2017 (participants: J. Hering, Stefan Fischer, Stefan Siegel, H.-J. Eilts, Olaf Geiter, M. Habib, Mathias Mähler, M. Megalli, Gerhard Nikolaus, Carlotta Schulz, Andreas Siegmund, Martin Winter)

3 May to 20 May 2019 (participants: J. Hering, Hans-Joachim Fünfstück, O. Geiter, Tim Korschefsky, Tobias Krause, Victoria Mader, Bastian Meise, Daniela Pilgrim, Lothar Spath, Jannik Stipp, Michael Wimbauer, Jonas Wobker)

2 to 6 January 2018 (participants: J. Hering, H. Hering).

Expeditionsteam 2019. Foto: ´J. Hering

Hering & Grimm 2017_Alauda 85_Haussperling

Hering et al. 2018_Falke_12_Nassersee

Hering et al. 2019_Dutch Birding 41_Witwenstelze

Hering et al. 2020_Falke_07_Turteltaube

Hering et al. 2020_Large breeding colonies of herons, egrets and Glossy Ibis at Lake Nasser_Egypt

Hering et al. 2020_Yellow-billed Storks at lake Nasser-Egypt

Spendenaktion erbringt über 15.000,00 € – erste Auswertung und dringender Aufruf zu weiteren Spenden!!

Spendenaktion erbringt über 15.000,00 € – erste Auswertung und dringender Aufruf zu weiteren Spenden!!

Bartmeise-Reisen dankt allen Reisegästen und Freunden, die sich an unserer laufenden Spendenaktion für die freien Mitarbeiter in aller Welt, unsere Biologen und Birdguides in Afrika, Asien sowie Mittel- und Südamerika beteiligt haben. Mit Stand vom 8. Dezember 2020 gingen rund 15.000,00 € an Zuwendungen dafür ein!

Diese Spenden konnten an acht Empfänger in sieben Ländern auf drei Kontinenten weitergeleitet werden in Tranchen zu 1x 300,00 €, 1x 632,42 €, 3x 1.000,00 €, 1x 1.200,00 €, 1x 4.100,00 € und 1x 5.000,00 €, und zwar auch genau so, wie von den Spendern für einzelne Kollegen vorgesehen bzw. nach unserer Beurteilung zu Bedürftigkeit und Bedeutung vergeben wurden. 

Alle Spender erhalten in diesen Tagen ein persönliches Schreiben mit allen Details zu ihrer Spende und deren Verwendung!

Jetzt, kurz vor Weihnachten, treffen erfreulicherweise weitere Spenden ein, für die wir uns erneut herzlichst bedanken! Damit können wir vor Weihnachten ganz bestimmt nochmals zwei Kollegen in Afrika helfen, damit diese zusammen mit ihren Familien wenigstens finanziell sorgenfreie Weihnachtstage erleben zu können!

Während wir uns hier mit den Überbrückungshilfen vom Land/Bund über Wasser halten konnten, sieht es für unsere Kollegen auf anderen Kontinenten sehr, sehr schlecht aus! Unseres Wissens nach haben nirgendwo anders zwischen Südamerika und Asien Regierungen an ihre Dienstleiter im Bereich Naturtourismus auch nur einen einzigen Dollar an Hilfsgelder ausgezahlt!

Bitte, wenn Sie können, spenden Sie weiter! Jeder Euro ist willkommen! Niemand weiß, wann das normale Reisebusiness wieder vollständig anlaufen kann. Die Kollegen vor Ort zum Beispiel in Brasilien, in Mexiko, in Gambia, Kenia, Uganda, in Nepal und in Indien … erleben eine wirklich harte Zeit, haben seit März 2020 defacto keinerlei Einkommen mehr, und müssen sich mit diesem unerträglichen Zustand vermutlich sogar noch bis weit in das Frühjahr 2021 arrangieren. Ihre Spende hilft hier auf jeden Fall!

Wie soll die Welt nach Corona aussehen? Immer noch bunt und vielfältig? Immer noch für uns auch geprägt von Menschen vor Ort, die uns mit ihrem Wissen und ihren Kenntnissen so fantastisch bereichern, die Vogelwelt anderer Kontinente kennen- und zu verstehen zu lernen? Oder müssen wir uns damit abfinden, dass mit dieser Pandemie auch Kompetenz und Wissen im schnöden Überlebenskampf verloren gehen? Das kann und will ich nicht glauben und akzeptieren!

Liebe Reisegäste, bitte helfen Sie mit einer Spende!

Bankverbindung:
Hartmut Meyer
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Hartmut Meyer
Inhaber Bartmeise-Reisen

Startfoto: Prachtelfe. Foto: A. Eisen Rupp
Sie sind wieder da! Aber Klimawandel bedroht Rasthabitate massiv – Hilfe beim Erhalt von Feuchtflächen notwendig

Sie sind wieder da! Aber Klimawandel bedroht Rasthabitate massiv – Hilfe beim Erhalt von Feuchtflächen notwendig

Die Zwergschnepfen Lymnocryptes minimus (Jack Snipe) sind wieder da! Jahr für Jahr kommen sie aus den borealen Wald- und Tundrazonen Eurasiens und aus den Weiten Sibiriens zum Überwintern nach Mitteleuropa, wobei aus dem geheimnisvollen Leben der Art nach wie vor nur Fragmente bekannt sind. Auch hier im Raum Westsachsen hat die Art jetzt ihre verbliebenen Winterquartiere besetzt.

Aber, die Bedingungen werden für die Art hier immer schlechter! Das infolge des Klimawandels absinkende Grundwasser lässt ihre Rasthabitate zunehmend austrocknen. Und so sind auch hier zwischen Chemnitz und dem Tal der Zwickauer Mulde im Landkreis Zwickau in den zurückliegenden Jahren viele jahrzehntelang genutzte, traditionelle Rasthabitate z.B. in Feuchtwiesen und in Teichgebieten einfach ausgetrocknet und stehen für die Art nicht mehr zur Verfügung.

Jens Hering und Dieter Kronbach (Limbach-Oberfrohna) gehören zu den Pionieren bei der Erforschung der Zwergschnepfen im Winterhalbjahr in Deutschland. Ungefähr 2.000 Individuen, so viele wie wohl nirgendwo anders in Europa, wurden hier in den zurückliegenden Jahren gefangen und mit Ringen der Vogelwarte Hiddensee markiert. Die gewonnen Erkenntnisse auch über das Verhalten der Art sind geradezu erstaunlich! Viele Individuen nutzen Jahr für Jahr das gleiche Rasthabitat und werden teils auf dem gleichen Quadratmeter immer wieder angetroffen. Eine unglaubliche Leistung, und zugleich eine wichtige Erkenntnis für den Schutz selbst von Kleinstflächen als Rasthabitate!

Die Experten können über winzige Spuren, über Trittsieggel im Schlamm oder Schnee bzw. über kleine Kothäufchen, schon erkennen, ob ein Gebiet besetzt ist oder nicht. Die Zwergschnepfe hingegen vertraut auf ihre Tarnung und fliegt erst im aller letzten Moment überhaupt auf. Dieses Verhalten machen sich Jens und Dieter zum Nutzen, denn meist greifen sie die kleinen Schnepfen einfach mit der Hand vom Boden ab (Foto und neues Video auf Facebook von Jens Hering).

Aus der jahrzehntelangen Arbeit mit und für die Art haben sich wertvolle Hinweise zum Schutz der winterlichen Rasthabitate ergeben. So konnten zahlreiche Maßnahmen für den Erhalt von Nassstellen, Sumpfwiesen bzw. auch sumpfigen Feldteichen umgesetzt werden. Oft in Zusammenarbeit mit dem Besitzer, aber auch über Naturschutzmaßnahmen im Landkreis. Lediglich dem Klimawandel stehen nun alle machtlos gegenüber, weil durch fehlende Niederschläge das Grundwasser immer weiter absinkt und die Flächen nachhaltig austrocknen. Dennoch kann man etwas tun. Oft sind unbedachte, manchmal unbeabsichtigte Aktivitäten der Grundbesitzer Auslöser für zusätzlichen Wasserablauf aus den Flächen. Manchmal kann man im Gespräch mit einem gutwilligen Eigentümer weiteren Schaden abwenden. Ein unbedacht geöffnet gebliebener Feldteich kann wieder verschlossen werden, ein kleiner Graben, der Nassflächen zusätzlich entwässert, kann gestoppt werden. Vogelkundler, die bei ihren Beobachtungsgängen in der Natur Derartiges feststellen, sollten nichts unversucht lassen, um mit dem Eigentümer ins Gespräch zu kommen und diesen zu sensibilisieren. Notfalls kann auch über die zuständige Untere Naturschutzbehörde im Hilfe angefordert werden.

Wertvolle Feuchtwiesen bieten nicht nur der Zwergschnepfe Winterquartiere, sondern stellen auch auch für zahlreiche weitere seltene und bedrohte Arten – vom Bergpieper bis zur Sumpfohreule –  Rast- und Nahrungsflächen dar. Daher lohnt sich ein Einsatz immer!

Jens Hering und Dieter Kronbach haben ihre Erkenntnisse zum Schutz der Rasthabitate der Zwergschnepfe in zahlreichen Vorträgen deutschlandweit präsentiert, so auch bei der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft (DO-G) in Wort und Poster. In der legendären Zeitschrift „Limicola – Zeitschrift für Feldornithologie“ erschien 2007 ein längerer Hauptbeitrag unter dem Titel „Die Häufigkeit der Zwergschnepfe als Durchzügler und Wintergast in Südwest-Sachsen“, in dem die Autoren all ihr Wissen über die geheimnisvolle Art komprimiert darstellen konnten (Fotos unten).

Sobald es die Situation wieder zulässt, will Bartmeise-Reisen eine Tagesexkursion zur Zwergschnepfe hier in Westsachsen anbieten. Das kann noch im März oder April 2021 sein. Wir informieren kurzfristig.

Hartmut Meyer

Alle Fotos im Beitrag: Jens Hering

Taigabirkenzeisige A. flammea im Erzgebirge unterwegs – spannende Bestimmungshilfe mit Bildern

Taigabirkenzeisige A. flammea im Erzgebirge unterwegs – spannende Bestimmungshilfe mit Bildern

Es war feldornithologisch schon immer eine echte Herausforderung für Profis, die Unterarten vom Birkenzeisig exakt bestimmen zu können. Neben unserem heimischen Brutvogel, dem Alpenbirkenzeisig (C. f. cabaret) konnten im Winterhalbjahr auch Vögel aus Fennoskandien auftreten, die als Unterarten „Taigabirkenzeisig“ (C. f. flammea) und „Polarbirkenzeisig“ (C. f. hornemanni) geführt wurden. Seit mehr als 10 Jahren gilt jedoch der Polarbirkenzeisig als eigene Art bis dato unter dem wissenschaftlichen Namen Carduelis hornemanni.

Mit der 2019 von der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft (DO-G, http://www.do-g.de) herausgegebenen neuen amtlichen „Liste der Vögel Deutschlands“ (Barthel & Krüger, unten) wurden nun auch die Änderungen aus der IOC-Weltliste (Gill & Donsker 2019) verbindlich eingeführt. Dieser nun in der Ornithologie international üblichen Anordnung soll auch in Deutschland gefolgt werden, wie die zuständige deutsche Kommission festgelegt hat.

Die Birkenzeisige werden nun unter dem neuen Gattungsnamen Acanthis geführt und in drei Arten getrennt: Alpenbirkenzeisig (Acanthis cabaret), Polarbirkenzeisig (Acanthis hornemanni) und Taigabirkenzeisig (Acanthis flammea).

Am vergangenen Wochenende wurden die ersten beiden Taigabirkenzeisige (englisch: Common Redpoll) an einem Vogelmonitoringplatz im Erzgebirgskreis bei Gelenau gefangen, genauestens bestimmt (vermessen etc.) sowie beringt (Dr. Rico Spangenberg). In der Hand ist die Bestimmung der Art machbar, denn neben den Gefiedermerkmalen (sehr hell, „mealy = mehlig“, grau, weniger gestreift) können hier die Flügelmaße ab mehr als 76mm herangezogen werden.

Man sollte jetzt mit offenen Augen unterwegs sein, denn neben den östlichen Trompetergimpeln sind nun auch diese Wintergäste, die in der borealen Taigazone im östlichen Skandinavien und in den Weiten Sibiriens Brutvögel sind, bei uns unterwegs!

Für die Fotos danke ich meinem Freund Dr. Rico Spangenberg (Stollberg).

Das Startfoto und das 2. Bild (ausgebreiteter Flügel) zeigt ein Männchen (gleiches Individuum) vom 21.11.2020; das 1. Bild (ob. re) zeigt ein Weibchen vom Taigabirkenzeisig vom 21.11.2020. Das untere Bild (re.) wiederum ein Männchen aus 2018, das bereits ins BK mausert.

Hartmut Meyer

Hier im direkten Vergleich: links ein Taigabirkenzeisig (grauer Gesamteindruck und breite, weiße Flügelbinde) und rechts ein Alpenbirkenzeisig (mehr braun und gelbliche Flügelbinde), dazu die Größenmerkmale bei der Beringung in der Hand, die, wenn vorhanden, sehr sicher sind. Foto: Dr. Rico Spangenberg (13.12.2020)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Taigabirkenzeisig (Acanthis flammea) mit grauem Gesamteindruck (13.12.2020). Foto: Dr. Rico Spangenberg

Literatur:

Barthel, PH & Krüger, T (2019): Liste der Vögel Deutschlands. Version 3.2. Deutsche Ornithologen-Gesellschaft Radolfzell

Barthel, PH et al. (2020): Deutsche Namen der Vögel der Erde. Vogelwarte 58, 2020: I, Deutsche Ornithologen-Gesellschaft Radolfzell

Diese Publikation wird Bartmeise-Reisegästen mit Reiseunterlagen kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Vogelwarte – Zeitschrift für Vogelkunde Heft 1/2020. Bezug unter www.do-g.de

 

Raubwürger und Prachttaucher derzeit zu beobachten – www.ornitho.de bietet perfekten Überblick

Raubwürger und Prachttaucher derzeit zu beobachten – www.ornitho.de bietet perfekten Überblick

Der Raubwürger (Lanius excubitor; Great Grey Shrike) ist im Freistaat Sachsen ein regelmäßiger, aber seltener Brutvogel, der durch die intensive Landwirtschaft im Flachland viele Brutplätze verloren hat. Sein Brutbestand wird heute stabil mit 150-250 Brutpaaren angegeben (Steffens et al. 2013). Insbesondere auf Truppenübungsplätzen im Norden des Landes sowie in den ehemaligen Rauchschadensgebieten auf dem Erzgebirgskamm kann die Art zur Brutzeit noch regelmäßig in geeigneten Habitaten beobachtet werden.

Jetzt im Winterhalbjahr bezieht der Raubwürger aber spezielle Winterreviere, die teilweise weit abseits der Brutplätze liegen. Und auch aus nördlichen Regionen Europas zieht die Art bis nach Mitteleuropa, wie durch Ringfunde belegt ist. Heuer fällt eine gewisse Häufigkeit der Art auf, die auch verschiedene Winterreviere besetzt hat, die teilweise über einen längeren Zeitraum (10 Jahr und mehr) unbesetzt waren! Das könnte im Zusammenhang mit der aktuell noch hohen Feldmausgradation stehen, zumindest in bestimmten Regionen Sachsens. So zum Beispiel im Tal der Zwickauer Mulde, wo auch jetzt noch Feldmäuse in Massen vertreten sind. Und genau in solchen Gebieten, die von extensiv genutztem Grünland, von Ruderalflächen mit Heckenreihen und solitären Einzelbäumen sowie abwechslungsreicher offenen Feldflur geprägt werden, sind seit September bereits Raubwürger anwesend. Immer ein Vogel pro Revier, denn der Raubwürger ist außerhalb der Brutzeit nicht an Seinesgleichen interessiert. Zwischen Waldenburg und Wolkenburg entlang der Zwickauer Mulde, aber auch in der weiteren Feldflur im Zwickauer Land, in Mittelsachsen und darüber hinaus konnten die Ornithologen schon mehrere, auch neue Winterquartiere finden.

Aufgrund seiner Größe und der überwiegend hellgrauen und weißen Farbe mit schwarzer Maske und Flügeln „leuchtet“ die kontrastreiche Vogelart in der nicht verschneiten, meist grauen Feldlandschaft weithin,  zumal er meist sehr exponiert auf den obersten Spitzen von Büschen, großen Pflanzen oder sogar auf Leitungsdrähten nach seiner Beute Ausschau hält. Und auf diesen „festen Plätzen“ kann die Art tagtäglich gesehen werden. Oft sind die Vögel auch nicht so scheu, lassen eine Annäherung auf  unter 50 Meter zu, was vielleicht auf eine skandinavische Herkunft deuten könnte.

Die hier gezeigten Fotos (2) stammen aus dem Winterhalbjahr 2018 und gelangen unserem westsächsischen Avifaunisten und Vogelfotograf Jens Halbauer. 

Wer größere Stau- und Grubenseen bzw. Teichgebiete für seine jetzt in der Pandemie-Zeit eingeschränkten Beobachtungsgänge präferiert, muss auf einen anderen Durchzügler und Wintergast achten. Schon seit einigen Wochen sind Prachttaucher (Gavia arcitca; Black-throated Loon) aus der Familie der Seetaucher auf dem Wegzug zur Rast eingetroffen. So kann man derzeit zwei Individuen auf dem Stausee Glauchau und einen auf dem Schwanenteich in Zwickau, fast mitten in der Stadt gelegen, beobachten. Bei diesen Individuen handelt es sich um diesjährige Jungvögel, die sehr schlicht grau-weiß gefärbt sind, aber durch den dolchförmigen Schnabel mit leicht abwärts gebogenem First auffallen. Oft kann man auch das in der Literatur beschriebene „Wasserlugen“ sehen, bei dem die Art nur den Kopf ins Wasser steckt. Einmal abgetaucht kann der Tauchvogel bis zu zwei Minuten unter Wasser bleiben und einen mittelgroßen Stauseen oder Teich fast komplett bis in eine andere Ecke durchtauchen. Manchmal halten sich die Vögel, die z.B. an den großen Seen Skandinaviens und bis nach NE-Sibiriens Brutvögel sind, viele Wochen im Binnenland auf, so lange die Gewässer eisfrei bleiben und die Vögel Nahrung finden. Öfters wurden in Sachsen auch Übersommerungen von Nichtbrütern nachgewiesen.

Auch diese Fotos (2) konnte Jens Halbauer vor einigen Tagen am Stausee Glauchau (Lkr. Zwickau) aufnehmen.

Wer mehr wissen möchte, wie diese und viele andere Arten derzeit über Sachsen verbreitet sind, der sollte www.ornitho.de nutzen! In diesem vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) gemeinsam mit den ornithologischen Landesverbänden getragenen Beobachtungsplattform werden täglich Tausende Daten gemeldet. Der DDA als Betreiber stellt zudem für die verschiedensten Arten regelmäßig Durchzugs- oder Verbreitungsmuster dar. Außerdem kann man als aktiver Melder von eigenen Daten sich auch Vorkommen von Arten über bestimmte Gebiete selber zusammenstellen.

Literatur:

Steffens, R. et al. (2013): Die Brutvögel Sachsens. Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Dresden.
Steffens, R. et al. (1998): Die Vogelwelt Sachsens. Gustav Fischer Verlag Jena.

Hartmut Meyer

Alpenbraunelle aktuell am Fichtelberg zu sehen – Art neuer Brutvogel im Erzgebirge

Alpenbraunelle aktuell am Fichtelberg zu sehen – Art neuer Brutvogel im Erzgebirge

Bereits seit 2003 wird, wenn auch nicht durchgehend jährlich, zwischen April und Juni, zur Brutzeit also, die Alpenbraunelle (Brunella collaris, Alpine Accentor) im Klinovec-Fichtelberg-Gebiet im Erzgebirge festgestellt. Im Jahr 2018 wurde eher zufällig ein Brutnachweis erbracht (siehe die beigefügte Publikation aus den „Mitteilungen des Vereins Sächsischer Ornithologen e.V.). Kurze Zeit später konnte auch der Brutplatz auf deutscher Seite gefunden werden.

Immer wieder tritt die Art auch im Winterhalbjahr sowohl am Keilberg und an der Felsformation Meluzina auf böhmischer als auch am Fichtelberg auf deutscher Seite auf. So auch in diesem Jahr aktuell, als am 25. November 2020 der tschechische Ornithologe V. Teply einen Vogel am Fichtelberg beobachten und fotografieren konnte (beide Fotos hier: V. Teply). Am gleichen Tag, so wurde bekannt, konnte auch ein Vogel im Harz auf dem Brocken (Sachsen-Anhalt) festgestellt werden, was auf Zuzug deutet.

Das Vorkommen der Art in beiden Mittelgebirgen ist eine spannende Entwicklung, da die Gebiete recht weit abseits der üblichen Brutareale in den Alpen und im Riesengebirge liegen und geografisch isoliert sind. In Deutschland brütete die Alpenbraunelle bisher ausschließlich in Bayern, in den Nördlichen Kalkalpen und in den Schwäbisch-Oberbayerischen Voralpen, seit 2018 auch im Erzgebirge. Das in östliche Richtung vom Fichtelberg existierende Brutvorkommen am Krkonose/Riesengebirge liegt ca. 190 km entfernt (Hering 2018).

Wer also jetzt im oberen Erzgebirge auf dem Fichtelberg unterwegs ist, der sollte sein Augenmerk auf die Alpenbraunelle richten. Die Art ist oft am Boden oder bodennah (Foto oben) an Gebäudeteilen unterwegs und überhaupt nicht scheu, wie im Foto vom 25.11.2020 zu erkennen ist. Man kann sie daher eher übersehen, wenn man nicht genau auf die Art achtet!

Hartmut Meyer

Alle Fotos: V. Teply

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