Von den Anden bis zum Amazonasbecken in Peru: Beeindruckende Vogelwelt von Cuzco bis zum Manu-NP

Von den Anden bis zum Amazonasbecken in Peru: Beeindruckende Vogelwelt von Cuzco bis zum Manu-NP

Mit 486 gesehenen und nochmals um die 35 ‘nur gehörten’ Vogelarten ist gestern eine Bartmeise-Reisegruppe aus dem südamerikanischen Peru zurückgekehrt. Diese Reise, erstmals durchgeführt, sah das Erlebnis Vogelwelt in den Hohen Anden, im Urubamba-Gebirge um Cuzco ebenso vor wie im berühmten Manu-Nationalpark im Amazonasbecken, der die höchste Biodiversität der Welt aufweisen soll. Die Reise war anspruchsvoll, denn die Beoachtungsorte lagen zwischen 4.400 und 250 Meter über Meeresspiegel, klimatisch somit zwischen 0°C und 32°C in wenigen Tagen.

Besucht wurden die Puna (trockene Hochsteppe ab 4.000 mNN), die vogelreichen Nebelwaldgebiete am Ostabfall der Anden und das Amazonasbecken am Flusslauf Madre de Dias bis zum Manu-Nationalpark. Außerdem standen das legendäre “Heilige Tal der Inka” und die berühmte Inkastadt “in den Wolken”, Machu Picchu, mit im Vogelbeobachtungsprogramm, wobei natürlich auch eine archäologische Führung durch die berühmtesten Ruinen der Welt (Startbild: Bartmeise-Reisegruppe. Foto: H. Meyer) nicht fehlen durfte.

Insbesondere die Vielfalt der Tangaren-Arten im Nebelwald und die fantastischen Ameisenvögel im Amazonastiefland begeisterten die Teilnehmer an dieser Reise. Zu den Höhepunkten zählen sicherlich auch 11 endemische Vogelarten, Beobachtungen am Balzplatz der Andenfelsenhähne (Cock-of-the-rock”), vom Andenkondor, Sturzbachenten (mit pull.) am Urubamba-Fluss und die Entdeckung einer seltenen Papageienart, dem Amazonassittich, der nach Angaben des Manu Wildlife-Center in den vergangenen 30 Jahren nur zweimal im Manu-Nationalpark gesehen werden konnte!

Diese Reise erforderte einen enormen logistischen (und personellen) Aufwand. An sieben verschiedenen Orten waren unterschiedliche Fahrzeuge (Mercedes-Sprinter, Kleinbus, Landrover usw.) erforderlich. Für fünf Tage wurde ein Boot auf dem Madre de Dios-Fluss mit zwei Mann Besatzung gebraucht sowie dazu zwei weitere Fährboote. Zwei Tage lang war die Gruppe im Tal der Inka mit dem Zug unterwegs, und ein Inlandsflug vom Amazonas zurück in die Anden war notwendig.

Einer unserer Reiseteilnehmer, Michael F. aus Dresden schreibt zur Reise: “Es war eine wahnsinnig intensive Zeit  für mich in Peru. Der Amazonasregenwald mit seiner ungeheuren Artenvielfalt und nachtürlich die gewaltigen Anden, deren Schönheit atemberaubend ist … Ich habe zudem selten so gut gegessen wie auf dieser Reise … danke an Bartmeise-Reise für eine absolut reibungslose Organisation.” Susanne und Ernst K. aus Hamburg: “Eine absolut tolle Reise, ein unglaublich intensives Erlebnis. Unser deutschsprachiger Birdguide Adrian nicht nur ein kenntnisreicher Ornithologe und Biologe, sondern auch ein super-netter Mensch”. 

Der Reisebericht steht in wenigen Tagen hier zur Verfügung. Diese Reise wird ab ca. 1. August 2020 erneut (mit min. 6 bis max. 10 Teilnehmern) durchgeführt. Interessenten können sich bereits jetzt unverbindlich vormerken lassen (info@bartmeise.de).

Hartmut Meyer

 

Zwischen Orient und Okzident: Unterwegs bei den Vögeln an der Grenze von Europa nach Asien

Zwischen Orient und Okzident: Unterwegs bei den Vögeln an der Grenze von Europa nach Asien

Reisebericht über die Bartmeise-Reise in den Großen Kaukasus und in die Ararat-Ebene Georgien und Armenien vom 26. April bis 8. Mai 2019.

Zwei Zielarten der Reise: Berggimpel und Riesenrotschwanz. Foto: S. Stutz.

Tag 1/2 (26./27. April 2019): Anreise nach Tiflis und erste Begegnung mit der Vogelwelt 
Mit dem Austrian-Nachtflug am 26. April ab Wien erreichen alle Teilnehmer am frühen Morgen gegen 04:00 Uhr die georgische Hauptstadt Tiflis. Vom Flughafen fahren wir umgehend ins Hotel, wo wir eine erste sehr kurze Nacht verbringen. Nach einem späten Frühstück starten wir unsere Fahrt Richtung Stepanzminda im Großen Kaukasus. Entlang der Route können Ohrenlerchen und Bergpieper, unsere ersten Bergvögel, entdecken. Am Denkmal der russisch-georgischen Freundschaft in Gudauri lassen sich dann Alpenbraunellen aus nächster Nähe beobachten. Einige Zeit braucht es, die Verwirrung um durchziehende Schwarzmilane zu klären. Nach Weiterfahrt und kurzem Stau am Tunnel der Passstraße erreichen wir unser Gästehaus. Wir checken kurz ein und nutzen anschließend den restlichen Tag zum Beobachten. Unsere Zielarten Riesenrotschwanz und Berggimpel wollen wir aber in tieferen Lagen suchen. Die vielen Berberitzen- und Sanddornbeeren dienen beiden Arten bis ins Frühjahr hinein als Nahrungsquelle. Bevor das gelingt, haben wir noch eine wunderbare Sichtung vom Mauerläufer. Anschließend sind wir im Kerngebiet der Zielarten. Riesenrotschwanz und Berggimpel können perfekt beobachtet werden. Zudem werden wir Zeuge eines besonderen Naturschauspiels: Über unsere Köpfe hinweg ziehen in der Dämmerung nicht weniger als 25 Riesenrotschwänze (!) in höhere Lagen. Dieses besondere Erlebnis gleich am ersten Tag wird sicher lange in Erinnerung bleiben.

Bartmeise-Reisegruppe In den Bergen des Kaukasus im April 2019. Foto: A. Sutter.

Tag 3 (28. April): Auf der Suche nach dem Kaukasuskönigshuhn im Großen Kauskasus 
Vor dem Frühstück beobachten wir am Fuße des Yuro-Bergmassivs. Von da haben wir gute Sicht in die Berge. Die Rufe des Kaukasuskönigshuhn sind weithin hörbar. Recht schnell gelingen auch Beobachtungen. Daneben können wir Kaukasusbirkhühner und weibliche Berggimpel beobachten. Dort sehen wir auch die ersten Bezoarziegen unserer Reise. Nach dem Frühstück fahren wir zur berühmten Gergetier Dreifaltigkeitskirche. Dort können unter anderem Gänsegeier, Steinadler und Wanderfalke gesehen werden. Am Abend besuchen wir wieder das Gebiet vom Vortag. Nochmals können wir hier sehr schön Riesenrotschwanz und Berggimpel beobachten.

Traumkulisse: Kleiner und großer Ararat. Foto: S. Stutz.

Tag 4 (29. April): Im Brutgebiet des Türkenkleibers 
Durch die guten Erfolge bei der Suche nach unseren Zielarten haben wir einiges an Zeit gewonnen. So starten wir nach einer weiteren Morgenexkursion im Umfeld etwas zeitiger Richtung Tiflis. Bevor wir am späten Nachmittag in unser Hotel einchecken, steht noch ein Besuch des östlichsten Brutgebietes des Türkenkleibers bevor. Nach ein paar Lockversuchen kommt ein Pärchen und lässt sich gut beobachten.

Tag 5 (30. April): Abschied von Georgien und Weiterreise nach Armenien 
Nach dem Frühstück brechen wir auf in Richtung Armenien. Unweit von Tiflis besuchen wir aber zuerst noch einen See. Der See selbst ist überraschend artenarm. Im Offenland des Sees können wir jedoch Wiesenweihen, Brachpieper sowie einige Gänsegeier beobachten. Anschließend Weiterfahrt über die armenisch-georgischen Grenze bis zu unserer Unterkunft in Diligan. In einer ersten abendlichen Waldexkursion ist es vorerst recht ruhig. Ein Mittelspecht der Unterart causcasicus lässt sich beobachten.

Tag 6 (1. Mai): Im Wald um Diligan bei Wachholderlaubsänger und Halbringschnäpper
Nach unserem Frühstück besuchen wir erneut die bewaldeten Gebiete um Diligan. Dieses Mal ist es viel lebhafter. Wacholderlaubsänger, Zwergschnäpper und Halbringschnäpper lassen sich beobachten, letzterer sehr schön vor seiner Bruthöhle. Mitten im Wald singt ein Karmingimpel. Am Nachmittag besuchen wir das berühmte Kloster Harghartsin.

Tag 7 (2. Mai): Armeniermöwen am Sevansee und Hochebenen noch voller Schnee
Nach dem Frühstück brechen wir Richtung Sevansee auf. Unser erster Stopp liegt auf einer kleinen Halbinsel. Hier können wir viele Weißflügelseeschwalben und Armeniermöwen sehen. Daneben verschiedene Enten- und Reiherarten, Grünschenkel, Rotkehlpieper und sehr viele Rohrweihen. Kurz vor Abfahrt bestimmen wir noch zwei Kurzzehenlerchen, welche ihren charakteristischen Fluggesang hören lassen. Unweit des ersten Stopps halten wir erneut in der Nähe einer Ortschaft. In diesem schönen Offenland lassen sich unter anderem Schwarzstirnwürger, Maskenschafstelzen sowie verschieden Limikolen und Entenarten beobachten. Weiter geht es nun Richtung Selim Pass. Die Hochebenen liegen noch voller Schnee. An deren Rändern lässt sich jedoch Einiges beobachten. Dazu zählen unter anderem Berghänflinge, Braunkehlchen, Blaukehlchen und eine Rostgans. Die erhoffte Steinbraunelle können wir heute aber nicht beobachten. Ein Baumfalke fliegt vorüber. Am Himmel kreisen Adlerbussarde. Weiterfahrt zur Karawanserei. Nach kurzem Stopp fahren wir die letzte halbe Stunde zur Unterkunft. Nachts beobachten wir auf dem Gelände Zwergohreulen.

Rotstirngirlitz. Foto: R. Aeschlimann.

Tag 8 (3. Mai): Mit Allradfahrzeugen hinauf in die hohen kaukasischen Berge 
Unser Tag beginnt heute sehr früh. Allradfahrzeuge bringen uns auf abenteuerlichen Wegen in höhere Lagen. Dort angekommen hören wir alsbald den Ruf des Kaukasuskönigshuhn. Nach kurzer Suche wird es gefunden. Daneben entdecken wir einen Braunbär mit Jungem. Wir erleben einen wunderschönen Morgen in den kaukasischen Bergen. Erneut können wir hier eindrucksvoll die Gastfreundschaft der Menschen erleben. Mühevoll gesammelter Koreander wird uns geschenkt, und wir werden von freundlichen Einheimischen unvermittelt zu einem Gläschen Wodka einladen. Dieser Morgen wird vielen sicher in Erinnerung bleiben. Nach der Rückfahrt ins Tal besuchen wir noch einen sicheren Platz für den Weißkehlsänger, haben aber noch kein Glück. Mittagsrast haben wir heute in einem Höhlenrestaurant unweit des Klosters Noravank. Gegen Nachmittag stoppen wir in einem schönen Tal nahe unserer Unterkunft. Dort können wir nun endlich sehr ausgiebige Beobachtungen von Rotstirngirlitzen machen. Eine kleine Kolonie Steinsperlinge hat sich einen großen Felsblock als Brutplatz ausgewählt. Rufende Chukarhühner werden nach hartnäckiger Suche im Hang entdeckt. Die Unterscheidung von Felsen und Klippenkleiber bereitet uns Kopfzerbrechen. Gemeinsam finden wir dann aber doch klare Antworten. Anschließend Fahrt in die Unterkunft.

Tag 9 (4. Mai): Unterwegs in der Araratebene und an den Armash-Fischteichen
Heute führt uns unser Weg in die Aratebene. Unser Hauptziel sind die Armash-Fischteiche. Zuvor haben wir noch einen Stopp. Weißkehlsänger und Chukarhuhn lassen sich heute schön beobachten. In Armash angekommen, können wir nach kurzer Verzögerung ins Gebiet. Bei einer Wanderung auf einem der unzähligen Dämme können wir die für das Gebiet typischen Arten beobachten. Dazu zählen Blauwangenspint, Weissschwanzkiebitz, Weißkopf-Ruderente, Mariskenrohrsänger, Feldrohrsänger und Stummellerche. Am Ende des Weges begegnen wir einem großen Trupp Schafstelzen, in dem wir sogar vier Unterarten entdecken können. Darunter auch eine Wolgaschafstelze. Ein erster Trupp Rosenstare zieht an uns vorbei. In einem abgelassenen Becken können wir neben vielen anderen Limikolen drei Teichwasserläufer bestimmen. Am späten Nachmittag fahren wir bei starkem Regen ins Hotel nach Jerewan.

Paar Weißflügelgimpel. Foto: S. Stutz.

Tag 10 (5. Mai): Seltene Gimpelarten in der Halbwüste 
Unser heutiger Weg führt uns in halbwüstenartiges Gelände. Bekannt ist es für seine Vorkommen an seltenen Gimpelarten. Eine Vielzahl weiterer Arten lässt sich ebenfalls beobachten. Dazu zählen u.a. Greifvögel wie Schmutzgeier, Bartgeier, Mönchsgeier, Schlangenadler, Steppenweihe und Kurzfangsperber. Auch an Singvögel lässt sich nach anfänglicher Ruhe einiges sehen. Wir finden mehrere Reviere des Steinortolans. Felsensteinschmätzer lassen sich gut beobachten. Über uns fliegen Wüstengimpel und lassen ihren charakteristischen Ruf hören. Am Ende erleben wir mit einem sehr fotogenen Pärchen des Weißflügelgimpels noch ein besonderes Highlight. In ganz Armenien gibt es nur einen bekannten Brutplatz dieser Art. Auf dem Rückweg versuchen wir erneut unser Glück mit dem Heckensänger. Leider wieder ohne Erfolg.

Tag 11 (6. Mai): Zielart heute: der seltene Kaukasussteinschmätzer 
Unser erstes Ziel heute gilt einer der seltensten Arten Armeniens, dem Kaukasussteinschmätzer. Es gibt hier lediglich zwei bekannte Vorkommen. Dazu bringen uns erneut Geländewagen in die Berge. Dort können wir zuerst schön sich jagende Rotkopfwürger und Weißkehlsänger beobachten. Vom Steinschmätzer ist nichts zu hören und zu sehen. Schließlich wird der sehr unscheinbare Vogel nach intensiver Suche doch entdeckt. Viele Augen sehen eben doch mehr! Nach dem Mittag fahren wir erneut zu den Armash. Wir erkunden wieder das riesige Gebiet. Am Artenspecktrum hat sich nicht viel geändert. Schön zu sehen sind Zwergseeschwalben und Rotflügelbrachschwalben. Unsere letzte Chance auf den Heckensänger nutzen wir, und fahren erneut zu bekannten Platz. Neben schönen Beobachtungen von Tamariskengrasmücken zeigt sich nun endlich auch dieser Vogel. Die Art scheint dieses Jahr spät im Brutgebiet einzutreffen. Anschließend Fahrt zurück ins Hotel nach Jerewan.

Weißkehlsänger. Foto: B. Möckel

Tag 12 (7.Mai): Abschied von der zauberhaften Vogelwelt des Kaukakus 
Am letzten Tag unserer Reise fahren wir ein letztes mal in die Berge. Die Auffahrt zur Bergstation ist durch den vielen Schnee noch versperrt. Anfänglich als Nachteil bewertet, ergibt sich daraus jetzt ein Vorteil. Viele Arten gelangen noch nicht in höhere Lagen und lassen sich wunderbar und in großer Zahl an den Schneerändern beobachten. Dazu zählen unter anderem Berghänfling, Steinbraunelle, Weißkehlsänger, Blaukehlchen, Steinrötel und Ohrenlerche. Anschließend fahren wir in niedrigere Lagen. Dort kommen Ortolan und Brachpieper in großen Dichten vor. Mit dieser letzten Exkursion endet unsere ornithologische Reise 2019 in den Kaukasus.

Tag 13 (8. Mai 2019): Rückflug über Wien nach Europa
Mit über 220 gesehen Arten und hoffentlich bleibenden Eindrücken unberührter Natur und gastfreundlichen Menschen fliegen wir heute Nacht um 04:30 Uhr über Wien zurück nach Deutschland, Schweiz und Österreich, wo wir am Vormittag eintreffen.

Andrè Müller (Reiseleiter)

Im Jahr 2020 steht auch diese Reise zur Vogelwelt im Großen Kaukasus wieder im Bartmeise-Reiseprogramm (24.04.-06.05.2020), und kann gebucht werden! 

Startfoto: Bartmeise-Reisegruppe (Ausschnitt) 2020 im Großen Kaukasus. Rechts im Bild Reiseleiter Andrè Müller. Foto: A. Sutter.

Jungvogel-Zeit beim “Europäischen Naturwunder” Rotmilan – Afrikanische Naturwunder im September zu erleben

Jungvogel-Zeit beim “Europäischen Naturwunder” Rotmilan – Afrikanische Naturwunder im September zu erleben

 

Rotmilan mit Jungvögeln im Nest. Startfoto: Rotmilan-Paar mit Futter am Nest. Fotos: Andreas Kretschel

Jedes Jahr in der zweiten Juni-Hälfte ist es wieder so weit: die Jungvögel erfolgreicher Rotmilan-Bruten fliegen aus. Auch wenn diese Greifvogelart z.B. für uns in Südwestsachsen zwischen Februar und Herbst ein alltäglicher Anblick ist, so ist der Rotmilan aber ein ganz besonderer Vertreter unserer Greifvogelwelt. Er ist der einzige echte europäische Endemit, kommt also hauptsächlich nur in Zentraleuropa vor mit Verbreitungsschwerpunkt in Deutschland im Osten, und in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen besonders. Im Rahmen eines Greifvogelmonitorings werden in Teilen Südwestsachsens jedes Jahr die Nester erfasst und zahlreiche Jungvögel beringt und markiert. Noch ist die Art weit verbreitet und kommt teilweise in hohen Siedlungsdichten vor. Ein Alarmsignal dürften aber die sinkenden Nachwuchszahlen sein, die auf Nahrungsmangel in unserer lebensfeindlichen Agrarlandschaft hindeuten. Hoffen wir, dass Schutzprojekte für die Art und ein langsames Umdenken hin zu mehr ökologischer Vielfalt Hilfe auch für diesen Edelstein in unserer Natur, diesen wunderschönen Greifvogel bringt. Autor der hier gezeigten Fotos ist Pressefotograf Andreas Kretschel aus Hohenstein-Ernstthal, dem ich dafür sehr herzlich danke.

Gepard mit Beute in der Masai Mara. Foto: Birgit Beckers.

Naturwunder außerhalb Europas sind bald wieder auf Bartmeise-Reisen zu erleben. So in Kenia z.B. im Maisa Mara-Nationalpark, wo wir uns auf das grandiose Naturwunder Migration Zehntausender Gnus zu neuen Weidegründen freuen dürfen. Im einzigen Tieflandsregenwald von Kenia, im Kagamega-Forst, warten zahlreiche endemische Vogelarten, ebenso wie am Mount Kenia. Zwei der schönsten Seen im Großen Afrikanischen Grabenbruch, der Lake Baringo und der Lake Bogoria stehen auch im Reiseplan. Während der Lake Baringo mit Süßwasser aufwartet, dürften mit etwas Glück über 1 Million Zwergflamingos im Salzwassersee Lake Bogoria zu erwarten sein. Diese Reise beginnt am 5. September. Noch sind 4 Plätze buchbar.

Äthiopischer Wolf. Foto: Kai Gedeon

Etwas später im September, am 20.09., beginnt uns Abenteuer in Äthiopien, auf dem Dach Afrikas, bei den dortigen Endemiten, aber auch bei den außergewöhnlichen Primaten, den Dscheladas (Blutbrustpavian, endemisch), die nur im Hochland Äthiopiens zu finden sind. Mit etwas Glück kann im Gebiet auch der äthiopische Wolf gesehen werden. Auch diese Reise bietet eine guten Einblick in die zauberhafte Natur des Hochlandes von Äthiopien. Auf für diese Reise sind noch 4 Plätze buchbar (je unter Reisebeschreibung).  

Hartmut Meyer

Vom Kaukasus zum Persischen Golf: Bartmeise-Reisegruppen unterwegs in der euro-asiatischen Hochgebirgsregion

Vom Kaukasus zum Persischen Golf: Bartmeise-Reisegruppen unterwegs in der euro-asiatischen Hochgebirgsregion

Zwischen Kaukasus und Elbrus und zwischen Kaspischem Meer und Persischem Golf sind derzeit zwei Bartmeise-Reisegruppen unterwegs in der euro-asiatischen Hochgebirgsregion auf vogelkundlichen Rundreisen.

Unsere Reiseteilnehmer erleben spannende, unbekannte Landschaften in zauberhafter Bergwelt, erneut gastfreundliche und aufgeschlossene Menschen und natürlich eine fantastische Vogelwelt, die je im Mittelpunkt steht.

Über einige Reiseabenteuer berichten wir an dieser Stelle nach Rückkehr unserer Gruppen.

Startbild: Bartmeise-Reisegruppe unterwegs zwischen Kaspischem Meer und Persischen Golf am 25. April 2019. Foto: privat.

Noch ‘dicken Winter’ im hohen Kaukasus erlebte unsere Reisegruppe in Georgien am 27. April 2019. Rechts vorn Bartmeise-Reiseleiter Andre Müller. Foto: privat

Die Wüste lebt: Bartmeise-Reisegruppe auf der mexikanischen Baja California unterwegs – Meeressäuger und Wüstenvögel

Die Wüste lebt: Bartmeise-Reisegruppe auf der mexikanischen Baja California unterwegs – Meeressäuger und Wüstenvögel

Grauwal mit Jungtier. Foto: Martin Winter

Seit einigen Tagen ist eine Bartmeise-Reisegruppe auf der mexikanischen Halbinsel Baja California unterwegs. Ziel dieser “Vögel-und-Mehr”-Reise durch den “größten Kaktusgarten der Welt” sind neben der Vogelwelt auch die großen Meeressäuger wie Grauwale, die hier in den gewaltigen Buchten zwischen Pazifik und Golf von Kalifornien ihre Kinderstuben haben, sowie die Naturschönheiten dieser außergewöhnlichen Wüste zwischen den Ozeanen.

Krabbenreiher. Foto: Martin Winter

Die pazifische Vogelwelt wird beherrscht von den Meeresvögeln, die wie die allgegenwärtigen Braunpelikane, endemische Heermann– und Gelbfußmöwen, verschiedenen Seeschwalben-, viele Reiherarten wie auch Krabbenreiher und den “Hyänen” der Meere, den Prachtfregattvögeln, täglich beobachtet werden können. Begeistert zeigt sich die Reisegruppe von der Limikolen-Vielfalt, die bestimmt werden durch die Arten des amerikanischen Kontinents wie Wilson– und Keilschwanzregenpfeifer, Wiesen– und Bergstrandläufer, Großer Gelbschenkel, Marmor- sowie Hudsonschnepfen. Aber auch einige ausgesprochene Seltenheiten wie 7 Individuen vom nur ausnahmsweise vorkommenden Bergstrandläufer konnten bereits gesehen und fotografiert werden. Außerdem gelang es, einen Schwarzkopf-Zwergtaucher, ebenfalls ein Ausnahmegast auf der Baja, nachzuweisen.

Wüstenkolibri, die Veilchenkopfelfe. Foto: Martin Winter

Wechselnd werden vogelkundlich interessante Gebiete sowohl am Golf von Kalifornien als auch am Pazifik aufgesucht. Dann führt die Reise stets durch ausgedehnte Wüstengebiete z.B. der Sierra San Francisco oder der Sierra de la Giganta mit ihren Riesenkakteen und einer ganz eigenen Vogelwelt, bestimmt von den häufigen Truthahngeiern, Nordkarakara, Buntfalken, Rotschwanz– und Präriebussard sowie auch weiteren seltenen (endemischen) Arten wie Grauspottdrossel und Schwarzstirn-Saphirkolibri. 

Mehr später im Reisebericht.

Hartmut Meyer

Titelfoto: Bartmeise-Reisegruppe am 20.03.2019 im ‘Refugio de Aves’ (Vogelschutzgebiet) in Guerrero Negro am Pazifischen Ozenan. Foto: H. Meyer

 

 

Bartmeise-Reisegruppe derzeit unterwegs in Nepal: Vögel und Natur zwischen Himalaja und Buddha

Bartmeise-Reisegruppe derzeit unterwegs in Nepal: Vögel und Natur zwischen Himalaja und Buddha

Auszug aus dem laufenden Reisebericht über unsere Reise: „Vögel und grandiose Natur zwischen Himalaja und Buddha“ (8. bis 25.02.2019):

Seltene Einblicke auch in das Leben der Menschen in Nepal. Foto: H. Meyer

Montag, 11. Februar 2019: Unterwegs ins Tiefland zum Winterquartier des Ibisschnabel
Wir checken nach dem Frühstück aus und verlassen die Millionenstadt Kathmandu Richtung Westen. Auf der Fahrt heraus aus dem Kathmandu-Tal sehen wir die ersten Steppenadler (Steppe Eagle) am Straßenrand. Der Verkehr ist auch heute heftig, aber zumindest gibt es keine größeren Straßensperrungen, so dass wir recht zügig unseren ersten Stopp in einem kleinen Dorf erreichen. Schon vom Straßenrand aus werfen wir einen ersten Blick auf einen kleinen Bachlauf, der eine Überraschung bietet. Hier entdecken wir den attraktiven Fleckenscherenschwanz (Spotted Forktail), den größten der drei in Nepal vorkommenden Schwerenschwanzarten. Dank der guten Kontakte unseres nepalesischen Mitarbeiters zur einheimischen Bevölkerung dürfen wir uns durch die privaten Gärten und kleinen Gemüsefelder bewegen, um Vögel zu beobachten. Wir finden zwei Baumelsterarten, Graubrust-Baumelster (Grey Treepie) und Rotschnabelkitta (Red-billed Blue Magpie), sowie Scharlachmenningvögel (Scarlet Minivet). Auch ein Himalajarotschwanz (Blue-fronted Redstart) und ein Männchen vom attraktiven Karmesinnektarvogel (Scarlet Sunbird) lässt sich sehen. Dieser kurze Beobachtungsstopp bietet aber auch einen intimen Einblick in das reale Leben der Menschen, wie er normalen Touristen wohl meistens verborgen bleibt. Die freundlichen Nepalesen freuen sich über unseren Besuch, zeigen sich aufgeschlossen, fragen nach und beantworten gern auch unsere Fragen. Fotos sind selbstverständlich.

Kuckuckszwergkauz. Foto: S. Gharti

Weiter geht unsere Fahrt Richtung westliches Tiefland. Die Strecke ist relativ kurz, dafür aber sehr anstrengend, weil sie über zwei Gebirgspässe (2.000 mNN und 2.500 m NN) führt. Unser Toyota-Bus kommt auf der äußerst schlechten Straße teilweise im nur im Schritt voran. Allerdings bietet diese Nebenstrecke eine unglaubliche landschaftliche Vielfalt. Kleine Siedlungen und die terrassenförmig angelegten Felder an den Steilhängen prägen die Landschaft. Immer wieder ergeben sich kurze Blicke auf den heute meist verhangenen Himalaja-Hauptkamm. In einem kleinen Baum am Straßenrand sonnt sich ein Kuckuckszwergkauz (Asian Barred Owlett), den wir gut beobachten und fotografieren können. Ab ca. 2.200m NN wechselt die Landschaft. Himalaja-Kiefern und uralte Eichenwälder, im Unterholz die berühmten Baumrhododendren, die auf der Südseite bereits zu blühen beginnen, bestimmen nun den Anblick. Auch hier liegt etwas Schnee, der nepalesische „Schnee-Touristen“ anlockt. Ein Trupp von Schwarzkehldrosseln (Black-throated Thrush) fliegt lärmend umher. Zwischen zu blühen beginnenden Baumrhododendren nehmen wir unser Mittags-Picknick ein. Am einem Dorfrand sehen wir eine Haubenammer (Crested Bunting) und einen Trupp Spitzschwanz-Bronzemännchen (White-rumped Munia). Nach weiteren zwei Stunden Fahrt kommen im Tal an und erreichen einen der gewaltigen Himalaja-Flüsse. Hier befindet sich ein Winterplatz vom Ibisschnabel. Aktuell sollen hier drei Individuen anwesend sein. Aber heute bleiben sie uns verborgen. In der Wartezeit auf die Vögel machen wir aber eine andere tolle Entdeckung. An einem großen Felsbrocken im Fluss sucht ein Mauerläufer (Wallcreeper) nach Nahrung. Wir sind überrascht, diesen Hochgebirgsvogel auf ca. 450mNN hier am Fluss zu entdecken, aber ein Blick in die Beschreibung im Feldführer „Birds of Nepal“ bestätigt dies als normalen Beobachtungsumstand im nepalesischen Winterhalbjahr. Wir erreichen schnell unser Hotel, checken ein und dann wartet auch schon das Abendessen. Das gemeinsame Ausfüllen der Vogellist schließt den Tag ab.

Seltener Anblick: Trauer – oder Himalaja-Eisvogel. Foto: S. Gharti

Dienstag, 12. Februar 2019: Entdeckungen am Himalaja-Fluss: Himalaja-Eisvogel und Ibisschnäbel
Mit dem ersten Tageslicht in der Morgendämmerung geht es heute hinaus an den Fluss, um die legendären Ibisschnäbel, eine Zielart dieser Reise, zu sehen. Der erste aufgesuchte Platz ist wieder unbesetzt. Dafür finden wir einen weiteren seltenen Hochgebirgsvogel, den Trauer- oder Himalaja-Eisvogel (Crested Kingfisher). Diese selten zu sehende Eisvogelart kommt zur Brutzeit bis in Höhen von 3.000 mNN vor und hält sich meist nur im Winterhalbahr auch im Tiefland auf. Der wunderbar schwarz-weiß gezeichnete Vogel dankt uns unsere Begeisterung und zeigt seine für einen Eisvogel einmalig große Federhaube (Foto).

Einer von sechs Ibisschnäbel vom 12.02.2019. Foto: S. Gharti

Am Fluss herrscht schon mit Sonnenaufgang betriebsame Geschäftigkeit. Die Nepalesen gewinnen hier insbesondere Fluss-Schotter, der zum Befestigen der Ufer benutzt wird. Schwere Baumaschinen graben im Fluss, LKWs transportieren das Material ab, Menschen sind zu Fuß unterwegs … und bei uns stellt sich rasch das Gefühl ein, wieder leer auszugehen. Aber dann, von einer Fußgänger-Hängebrücke über den Fluss aus entdecken wir die ersten drei Ibisschnäbel (Ibisbill) im Schotterbett. Unglaublich, wie das Federkleid der Farbe des Flussschotters angepasst ist, so dass die Vögel optisch regelrecht darin ‚verschwinden‘. Es gelingt von der Straße aus einen näheren Beobachtungsstandort zu finden, und so haben wir erhöht den besten Blick auf vier Individuen, die ca. 60-80 Meter entfernt von uns nach Nahrung suchen – mitten im Gewimmel der Maschinen und Menschen, die sie nicht zu stören scheinen! Als die Vögel dann abfliegen, kommen zwei weitere Individuen dazu, die wir gar nicht gesehen hatten. Glücklich und mit vielen Fotos im Gepäck verlassen wir die Gegend und begeben uns zum späten Frühstück ins Hotel, und begeben uns danach auf den kurzen Weg in den Chitwan-Nationalpark, wo weitere Abenteuer warten …

Später mehr im gesamten Reisebericht.

Diese Reise findet auch im Jahr 2020 ab ca.. Mitte Februar wieder statt. Für die wenigen Plätze ist eine unverbindliche Vorreservierung möglich (info@bartmeise.de).

Hartmut Meyer

Titelfoto: Bartmeise-Reisegruppe auf Jeep-Safari. Foto: H. Meyer

Rothalsgänse und Fischmöwen am Schwarzen Meer: Bartmeise-Reisegruppe in Durankulak unterewegs

Rothalsgänse und Fischmöwen am Schwarzen Meer: Bartmeise-Reisegruppe in Durankulak unterewegs

Rothalsgänse am Schwarzen Meer. Foto (2012): Pavel Simeonov

Eine Bartmeise-Reisegruppe war in den vergangenen Tagen am Schwarzen Meer in Bulgarien unterwegs mit dem Ziel, die dort alljährlich überwinternden Rothalsgänse, aber auch Fischmöwen und Adlerbussarde zu beobachten. Und obwohl auch dieser Winter, der fünfte in Folge, viel zu warm und vor allem zu trocken ist und den Gänsen dadurch ein Großteil ihrer Nahrungsgrundlage fehlt, konnten die hübsche Art im südlichen Donaudelta im benachbarten Rumänien gut gesehen werden. Durch die durch die ungünstige Wetterlage bedingten Nachteile für die rastenden Gänse beantworten diese mit hoher Dynamik, und so hält sich die Art im Moment nur sehr kurzzeitig in einem Gebiet auf und muss aufwändig gesucht werden. Aber wir hatten glück und konnten einen großen Trupp von mind. 600 Individuen zusammen mit rund 2.000 Blässgänsen finden, gut sehen und auch fotografieren.

Der Adlerbussard ist im Gebiet ebenfalls ein häufiger Wintergast, der täglich in zahlreichen Individuen beobachtet werden konnte. Trauriger Höhepunkt: Unter einem Mittelspannungsmast fand sich ein frisch toter Vogel, offensichtlich durch einen Stromschlag umgekommen.

ad. Fischmöwe. Foto: W. Nachtigall

Auch die Großmöwen-Freunde in der kleinen Gruppe konnten sich ausgiebig beschäftigen. Neben den sehr häufigen Steppen- und Mittelmeermöwen in allen Altersklassen (von einem Individuum konnte der gelbe Farbkennring abgelesen werden), war auch eine einzige Silbermöwe und sogar eine adulte Mantelmöwe zu entdecken. Das Highlight unter den Großmöwen stelle aber die Fischmöwe dar, von der allein heute (6. Februar), zwischen 8.30 und 10.00 Uhr, mind. 8 Vögel ganz nahe und niedrig über dem Strand, ca. 30 Meter vor den Beobachtern, in Richtung Norden zogen. Wunderbare Fotobelege der bereits ins Brutkleid gemauserten Vögel waren ein Ergebnis.

In der Branta-Lodge von Pavel Simeonov fand unsere Gruppe wieder eine gute Herberge und ausgezeichnete Betreuung. Pavel Simeonov, der mit seinen herausragenden Kenntnissen der lokalen Vogelwelt und seinem beeindruckenden Netzwerk ein Erfolgsgarant für eine solche Tour ist, danken wir ganz ausdrücklich für seine Bemühungen!

Auch im kommenden Februar wird es wieder so eine Kurzreise ans Schwarze Meer gegen, ganz gleich wie sich der Winter 2019/2020 präsentieren sollte.

Hartmut Meyer

Titelfoto: Picknick am Strand von Shabla bei frühlingshaften Temperaturen um +15C am 04.02.2019. Foto: H. Meyer

Weihnachts- und Neujahrsbirding im Schatten des Kilimandscharo: Seltene Vögel am Indischen Ozean

Weihnachts- und Neujahrsbirding im Schatten des Kilimandscharo: Seltene Vögel am Indischen Ozean

 

Im Schatten des Kilimandscharo … Foto: H. Meyer

In diesen Stunden geht das Weihnachts- und Neujahrsbirding 2018/2019 in Kenia zu Ende. Mit 340 gesehen Vogelarten an nur 10 Beobachtungstagen verlief auch diese intensive Tour sehr erfolgreich. Die Reise begann im Amboseli-Nationalpark (auf 1.200 mNN) in offener Steppenlandschaft mit Elefanten, Antilopen und Löwen sowie dem Amboseli-See mit seiner beeindruckenden Wasservogelwelt (Hunderten Zwerg- und Rosaflamingos) im Schatten des knapp 6.000 Meter hohen Kilimandscharo, dem höchsten Berg Afrikas. Im Tsavo West- und Tsavo Ost-Nationalpark erlebten wir neben der afrikanischen Vogelwelt, auch ein Paar vom seltenen gewordenen Kaffernadler war zu entdecken, auch die berühmten „roten“ Elefanten. In den Taita-Hills auf 1.800mNN konnten wir weitere Zielarten der Reise, vor allem die dort vorkommenden Endemiten wie Taitadrossel, Taitafeinsänger und Taitabrillenvogel gut beobachten und fotografieren. Ein Höhepunkt dieser Reise!

Einer der berühmten “roten” Elefanten vom Tsavo-Nationalpark. Foto: H. Meyer

Danach führte die Tour weiter an die Küste des Indischen Ozeans in die Region um Mombasa und Watamu. Hier waren vor allem die Endemiten im Sokoke-Arabuko-Nationalpark sowie die nur hier im Südosten vorkommenden Vogelarten im Brachystegia-Wald (endemische Baumart) Ziel der Ornithologen. Sokoke- und Malindipieper, Amaninektarvogel z.B.  und einer der seltensten Vögel Kenias überhaupt, die Sokoke-Zwergohreule (Brutpaar mit zwei flüggen Jungvögeln) waren die Höhepunkte hier im Gebiet. Der letzte volle Beobachtungstag am 4. Januar führte in das UNESCO-Weltnaturerbe-Gebiet Mida Creek bei Watamu. Auf den Wattflächen im ca. 13 Kilometer langen Meeresarm findet sich eines der wichtigsten Überwinterungsgebiete des Reiherläufers (Brutgebiete im Oman) und vom Terekwasserläufer. Beide Arten konnten ausgiebig beobachtet und fotografiert werden. Im Moment erholt sich die Gruppe von den Anstrengungen der Rundreise in einem wunderbaren Resort direkt am Bamburi Beach am Indischen Ozean. Die freien Stunden nutzen die Reiseteilnehmer zum birden im Watt und zum relaxen am Meer, bevor ab Morgen bzw. am Montag die Rückreise nach Hause beginnt.

Graubrust-Paradiesschnäpper am Nest. Foto: M. Liebschner

Nächste Gelegenheit, die beeindrucke Tier- und Vogelwelt Ostafrikas in Kenia zu erleben, ist unsere Rundreise von der Masai Mara bis zum Mount Kenia durch den großen Afrikanischen Grabenbruch. Vom 5. bis 19. September 2019 findet diese Tour statt. Noch sind einige Plätze verfügbar! Unverbindliche Anmeldungen erbitten wir an: info@bartmeise.de (Programm und Abläufe werden mitgeteilt).

Startfoto: Bartmeise-Reisegruppe im Mida Creek. Foto: H. Meyer.

Hartmut Meyer

Seltene Vögel in den geheimnisvollen “Mondbergen” – Bartmeise-Reisegruppe aus Uganda zurück

Seltene Vögel in den geheimnisvollen “Mondbergen” – Bartmeise-Reisegruppe aus Uganda zurück

Zielart der Reise: Ruwenzori-Turako. Digiskopie H. Meyer

Berggorilla im Bwindi-NP: Foto 2017: H. Meyer

Mit fast 400 gesehenen Vogelarten in der Liste (neuer Rekord!) kehrte am Wochenanfang unsere Bartmeise-Reisegruppe aus dem Albertine Riftvalley in Uganda zurück. Während der 15-tägigen Rundreise über insgesamt erneut rund 2.000 Kilometer wurden grandiose Landschaften zwischen dem Viktoriasee (zweitgrößter Binnensee der Erde), den Virunga-Vulkanen im Grenzgebiet Uganda-Ruanda-Kongo, dem Lake Mburo-, Weltnaturerbe Bwindi Impenetrable-, dem Kibale- bis zum Simliki-Nationalpark zu Füßen der geheimnisvollen “Mondberge” des über 5.400 m hohen Ruwenzori-Gebirges bereist. Ziel waren insbesondere die für die Region des Albertine Riftvalleys (Uganda, Ruanda und Kongo) endemischen (NE) und seltenen Bergvogelarten, von denen die überwiegende Anzahl auch beobachtet und meist sogar fotografiert werden konnten. Mit umfangreichen Kenntnissen über die Lebensgewohnheiten einheimischer Vögel ausgestattet ermöglichte es unser ugandischer Birdguide und Bartmeise-Mitarbeiter Emmy, dass die Gruppe die wirklich seltene, scheue und im Unterholz schwer aufzufindende Grünbrustpitta beobachten – und sogar fotografieren – konnte. Neun von 10 Gruppen bleiben dabei regelmäßig erfolglos.

Zum Schluss der Reise stand ein Tag in den beeindruckenden Mabamba-Papyrussümpfen am Viktoriasee im Programm. Ziel war hier der urzeitlich anmutende, seltene Schuhschnabel (Shoebill) den wir ebenfalls gut und aus weniger als 10 Meter Entfernung genießen konnten. Und es gelang zudem, die weiteren Top-Zielarten der Reise, Kammschnabelturako (Ruwenzori Turaco), Grünbrustpitta  (Green-breasted Pitta) und Blaukehl-Breitrachen (African Green  Broadbill) zu beobachten.

Geschenke für eine Dorfschule. Foto: H. Meyer

Außerdem bot diese Reise erneut einen absolut authentischen Einblick in das Leben der Menschen in Uganda im schwarzen Herzen Afrikas, abseits touristischer Pfade. Ein kurzer, unangemelderter Besuch in einer kleinen Dorfschule, für die die Reisegäste wieder Schulsachen und anderen Geschenke mitgebracht hatten, zeigte einmal mehr, warum Afrika auch unsere Unterstützung so dringend braucht! Die Dankbarkeit, mit der die Lehrer und die Kinder die kleinen Geschenke entgegen nahmen, rührte so manchen Reisegast zu Tränen.

Auch Dank der Umsicht unserer afrikanischen Begleiter und unseres Birdguides konnte diese Reise wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis mit wunderbaren Vogel- und Naturbeobachtungen gestaltet werden. Dass man in Uganda zwei Meter neben den mächtigsten Primaten der Erde, den bis zu 1,80m großen Berggorillas stehen kann, ist ein Erlebnis, welches man nie vergessen wird. “Atemraubend, diesen Riesen so nahe kommen zu können … Ich hätte das nie für möglich gehalten” meinte z.B. Carola Seifert (Chemnitz) nach ihrem Besuch bei den Berggorillas. Zum Abschluss dieses Erlebnisses baten uns die Rancher von der UGA (Uganda Wildlife Authority), den Menschen in der Heimat folgendes mitzuteilen: “Die Berggorillas gibt es heute nur noch, weil Menschen wie sie aus Europa, Amerika und von überall her auf der Welt zu uns kommen, um diese Tiere in der freien Wildbahn zu sehen”!

Unsere Reise durch das grandiose Albertine Riftvalley wird auch im kommenden Jahr im Bartmeise-Reiseprogramm zu finden sein (ca. ab 22. Juni 2019). Der komplette Reisebericht steht hier in wenigen Tagen zur Verfügung.

Hartmut Meyer

Titelfoto: Bartmeise-Reisegruppe vor den Virunga-Vulkanen im “Magahinga Gorilla Nationalpark” in Kisoro. Foto: H. Meyer

 

Bei den „Vögeln des Glücks“ in zauberhafter Winterlandschaft im Nationalparks Unteres Odertal unterwegs

Bei den „Vögeln des Glücks“ in zauberhafter Winterlandschaft im Nationalparks Unteres Odertal unterwegs

 

Bartmeise-Reisegruppe Singschwantage Unteres Odertal 2019. Foto: H. Meyer

Mit dem Ziel, insbesondere Singschwäne und die bevorzugt nur hier im Osten Deutschlands vorkommenden Waldsaatgänse sowie die weitere Wintervogelwelt zu beobachten, fand übers verlängerte Wochenende (17.-20.01.2019) eine Bartmeise-Kurzreise zu den 13. Singschwantagen in den Nationalpark Unteres Odertal Brandenburg statt.

Am Anreisetag stand wie immer ein Besuch im Naumann-Museum in Köthen/Anhalt auf dem Programm. Dieses einzigartige Ornithologie-geschichtliche Museum der Welt begeistert insbesondere mit seinen Original Biedermeier-Dioramen, wie sie der Museumsgründer, Johann Friedrich Naumann, noch selber errichtet hat. Seit 1835 findet sich die Naumannsche Vogelsammlung in den gleichen Räumen!

Singschwäne im Winter. Foto: B. Franzke

Am Freitagmorgen konnte uns Singschwan-Experte Nico Stenschke (Startfoto, H. Meyer) an einem Schlafgewässer im Landkreis Wittenberg schon die ersten 160 Singschwäne zeigen und auch die Methodik der Farb- und Sender-Markierung an dieser Vogelart erläutern. Unter den am Schlafgewässer anwesenden Vögeln konnten zwei mit farbigen Halsringen entdeckt und auch abgelesen werden, wobei einer der Singschwäne, zur Freude von Nico Stenschke, von ihm persönlich vor fünf Jahren in Estland beringt wurde!

Waldsaatgans. Foto: A. Töpfer

Im Nationalpark Unteres Odertal erwartete unsere Gäste zauberhaftes Winterwetter. In der Nacht hatte es etwas geschneit, eine dünne aber geschlossene Schneedecke bedeckte die Landschaft und bei leichtem Frost begannen die Oderpolder zuzufrieren. Hunderte Singschwäne boten genau das, was Ziel dieser Exkursion und erhofft war: ein optisches und dazu ein akustisches Erlebnis vom Feinsten, wie es im Winterquartier der Art an der Oder zu erleben ist. Auch unter den hier anwesenden Vögeln konnten wieder zwei Halsringe abgelesen und gemeldet werden. Obwohl die meisten nordischen Gänse nach dem Schneefall am Freitag ganz offensichtlich in schneefreie Gegenden abgewandert waren, konnte am Sonnabend aber doch ein Trupp von um die einhundert Waldsaatgänse aus nächster Nähe ausgiebig beobachtet werden. Da sich zudem einige Tundrasaat- Bläß- und auch Graugänse im gleichen Trupp aufhielten war es möglich, die Art- und Unterartmerkmale beispielhaft zu studieren.

Die Teilnehmer an der Exkursion konnten sich im Nationalpark an verschiedenen weiteren Vogelarten erfreuen, die heute auch nicht mehr alltäglich und überall zu sehen sind. So begeisterten Kornweihen, darunter ein männlicher Vogel, Raubwürger und ein Trupp von mind. 8 Schneeammern, die aus nächster Nähe zu sehen und auch gut zu fotografieren waren. Kraniche und einzelne Kiebitze trotzten Eis und Schnee, auf der Anreise aus Sachsen war auch ein Rotmilan zu sehen.

Auf der Rückfahrt gab es am Sonntag einen Stopp am Bötzsee bei Strausberg nahe Berlin, an dem seit Wochen einen weibliche Ringschnabelente als Irrgast für Aufsehen unter den Birdern sorgte. Aber leider, durch den Frost war der See über Nacht komplett zugefroren und für Tauchenten nicht mehr geeignet. Dafür balzten trotz Minustemperaturen im strahlenden Sonnenschein zwei Mittelspechte, die sich zudem in den alten Erlen am Seeufer gut beobachten ließen.

Naumann’s original Biedermeier-Dioramen im Naumann-Museum in Köthen. Foto: H. Meyer

Auch diese Kurzreise war auch wie immer für Anfänger in der Ornithologie ausgelegt und geeignet, denn die zu sehenden Vogelarten wurden erklärt und deren Artmerkmale erläutert.

Ein herzliches Dankeschön gilt unserem Freund Jochen Haferland (Gartz/O.) der vor Ort im Nationalpark mit seiner herausragenden Sachkunde als Guide und Exkursionsleiter zur Verfügung stand. Ebenso ein Dankeschön an Nico Stenschke für seine qualifizierten Erläuterungen zu den Singschwänen und deren Zugverhalten.

Hartmut Meyer

1237

Sprache wählen

Newsletter

Kontaktieren Sie mich