Kirgisien: Avifauna zwischen Wüste und Hochgebirge

Reisebeschreibung

Vogelwelt & Naturerlebnisse im wilden Kirgisien

Vogelkundliche Reise in das Reich von Ibisschnabel und Schneeleopard – Erlebnisse zwischen Wüsten und Hochsteppen

Reisezeitraum: 28. Mai bis 9. Juni 2023 

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Jurte in der Hochgebirgssteppe. Foto: R. Martin

Diese expeditionsartige Reise führt uns in wilde und weitgehend unberührte Naturlandschaften des unbekannten Kirgisien. Wir besuchen die Tschuj-Ebene, über die der in Westeuropa fast vergessene Zoologe Nikolaij Sewerzow 1865 die erste Avifauna Kirgistans veröffentlichte. Er beschrieb auch das seltene Tienschan-Argali, ein riesiges Wildschaf, welches wir mit Glück sehen können. Im Zentralen Tienschan wirkte der legendäre Nikolaij Prschewalskij, der einen großen Anteil an der zoologischen und geographischen Erforschung Zentral- und Mittelasiens hatte, und dessen Grab wir besuchen werden.

Höhepunkte: Unsere Reise führt in die wichtigsten Großlandschaften Mittelasiens, die Tugaj-Wälder, Hochgebirgssteppen mit Permafrost auf 3.600 m NN, die Zone der Berg-Taiga mit Tien-Schan-Fichte (Ala Artscha-Nationalpark), die Wiesensteppen der großen Beckenlandschaften (Tschuij-Ebene), die Halbwüsten sowie in die alpine und supalpine Zone. Zu den Höhepunkten der Reise zählen die Suche nach dem legendären Ibisschnabel, die Exkursion am Hochgebirgssee Song Köl auf 3.000 m NN und die Permafrost-Steppen oberhalb von 3.500 m N, wo man das Marco-Polo-Argali findet. Der Blick über den 180 km langen Issyk Kul-See, welcher vor 5.000er-Gipfeln eingerahmt wird, dürfte ein unvergessliches Erlebnis darstellen.

Kirgisien wurde von mehreren Zweigen der Seidenstraße durchzogen. Wir schauen uns einige Zeugen aus dieser Zeit an wie z. B. das Minarett von Burana. Den Nomaden am Song Köl, die von Pferde- und Jakzucht und wie vor 500 Jahren in Jurten leben, statten wir einen Besuch ab.  Aufgelockert wird unser Reiseprogramm durch die kurze Besichtigen, Ausflüge und Begegnungen mit der kirgischen Kultur.

Reiseplan

Reiseplan

Der Reiseablauf wird derzeit einer etwas veränderteren Routenführung angepasst und in Kürze aktualisiert (die nachstehenden Reiseabläufe dienen nur der allgem. Orientierung)!

27.05.2023 (1. Tag, Sa.): Anreise nach Mittelasien 
Flug am Abend mit Türkish Airline von Berlin über Istanbul nach Bischkek.

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Blauracke. Fotolia.

28.05. (2. Tag): Ankunft in Bischkek und Besuch an den Fischteichen 
Ankunft in Bischkek um 9.00 Uhr morgens. Nach der Begrüßung durch unsere Kollegen wartet ein gutes Frühstück. Danach Exkursion zu den Fischteichen bei Bischkek.  In den Röhrichtgürteln brüten einige der mittelasiatischen Charaktervögel wie Stentorrohrsänger, Orientturteltaube und Zwergrohrdommel. Eventuell treffen wir auf eine besetzte Blauracken-Kolonie. In den Baumreihen mit Ulmus pumila  kann man mit etwas Glück den scheuen Schikra beobachten. Ü/VP Toktugul.

29.05. (3. Tag): Fauna der alpinen Zone
Am Morgen Fahrt über den Töö-Pass (3.300 m NN) und ausgiebige Exkursion. Hier an der Gletscherzone sind Himalaya-Braunelle und Mattenschneegimpel zu erwarten, bei den Greifvögeln Bart- und Mönchsgeier. Danach geht es weiter in die Suusamyr-Hochebene. Ü: privates Gasthaus.

30.05. (4. Tag):  Unterwegs in den Auwäldern
Am Vormittag exkursieren wir in den Auwäldern. Hier im Hinterland ist man als Vogelbeobachter ungestört, denn selbst in der Hochsaison kommen fast keine Touristen vorbei. In den sogenannten Tugaj-Wäldern findet man u.a. Seidensänger und Turkestan-Würger. Mit etwas Glück können wir hier zwei Besonderheiten entdecken: die Gelbbrust-Lasurmeise und den Weißrückenspecht. Am Nachmittag  erkunden wir ein Seitental, wo in der subalpinen Zone Wiesenammer, Maskenstelze und Tienschan-Laubsänger ihre Habitate haben.

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Braunkopfammer: Foto: R. Martin

31.05. (5. Tag): Fahrt zum Song Köl 
Tagesfahrt zum Hochgebirgssee Song Köl (ca. 180 km; aufgrund der schlechten Pisten kommen wir aber nur langsam voran). Der Song Köl ist landschaftlicher Höhepunkt Mittelasiens und uraltes Weidegebiet der kirgisischen Nomaden. Während unserer Mittagspause in einem Flusstal, wo wir einen kurzen Rundgang unternehmen, können wir Zitronenstelze und Isabellwürger als Brutvögel erwarten. Am Nachmittag erreichen wir einen Pass auf ca. 3.300 m NN, an dem wir einen Beobachtungsstopp einlegen: Steinrötel, Alpenkrähe und Mauerläufer sind hier zu erwarten. Dann geht es hinunter in die weitläufige Song-Köl-Hochebene, in deren Mitte sich der See (auf 3.016 m NN) befindet. Ein ganz besonderes Ereignis ist es, in einer Jurte zu übernachten. Unser Jurten-Camp ist idyllisch in Ufernähe gelegen. Ü: Jurte.

01.06. (6. Tag): Song-Köl-Naturreservat 
Wir beobachten ganztags an verschiedenen Orten im Uferbereich des Sees. Ornithologischer Höhepunkt sind die hier brütenden Mongolenregenpfeifer (Startbild von R. Martin). Dieser Hochgebirgssee ist zudem ein wichtiger Trittstein für den Vogelzug, daher können hier ständig große Ansammlungen an Enten und Limicolen beobachtet werden. Im Gebiet wird auch regelmäßig die Steppenweihe festgestellt. Auch die extrem gefährdeten Streifengänse brüten in Einzelpaaren hier im Schutzgebiet. Ü: Jurte

02.06. (7. Tag): Song Köl-Naturreservat 

Am Morgen suchen wir eine Nehrung am See auf und halten Ausschau nach weiteren Wasservögeln: Die Rostgans ist hier recht häufig, Terekwasserläufer und Fischmöwe sind keine Seltenheiten. In den angrenzenden Steppen jagen Adlerbussard und Sakerfalke. Die zweite Tageshälfte kann zu individuellen Exkursionen genutzt werden. U: Jurte

03.06. (8. Tag): Unterwegs im UNESCO-Biosphärenreservat Issyk Kul

Am Vormittag queren wir einen weiteren 3.000er-Pass, welcher für seinen Blumenreichtum bekannt ist. Hier legen wir mehrere Stopps zu ausgiebigen Exkursionen ein, denn schließlich gibt es hier Fahlbraunelle und Steinadler zu entdecken. Es bleibt auch genügend Zeit, sich fotografisch den alpinen Pflanzen zu widmen. Am Anschluss erreichen wir ein malerisches Tal, welches Grünlaubsänger, Sibirischem Schwarzkehlchen und Rötelfalke Lebensraum bietet. Ü: Gasthaus in Kotschor.

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Selten und schön: Steppenflughuhn. Foto: R. Martin

04.06. (9. Tag): Fauna der Halbwüsten 

Nach dem Frühstück fahren wir zum größten Hochgebirgssee der Erde: Der Issyk Kul übertrifft mit eine Länge von 180 km und eine Tiefe von 700 m den Titicaca-See um ein Vielfaches. Aufgrund seiner Landschafts- und Artenvielfalt wurden der See und das dazugehörende administrative Gebiet (russ. Oblast) im Jahr 2003 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt. Unterwegs stoppen wir immer wieder zu längeren Exkursionen in die Halbwüsten, wo Nonnensteinschmätzer und Mongolengimpel aber auch Pferdespringer und diverse Wüstenrenner-Arten zu erwarten sind. Wir fahren weiter in einen Canyon, in dem u.a. Steppenflughuhn, Bartrebhuhn, Steinortolan und Klippenkleiber zu finden sind. Ü: 2x privates Hotel bei Tosor.

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Wachholderkernbeißer. Foto: R. Martin

05.06. (10. Tag): Auf der Suche nach dem Ibisschnabel 
Heute wartet ein neuer Höhepunkt auf uns: Dieser Tag steht im Zeichen einer der imposantesten Limicolen weltweit. Der versteckt lebende Ibisschnabel ist eine der wenigen Arten, die das Hochgebirge oberhalb von 3.000 m NN besiedelt. Auf der Suche nach der Art werden wir mind. den halben, vielleicht den ganzen Tag zu Fuß in Höhen zwischen mind. 2.500 und 2.800 m NN unterwegs sein. Mit etwas Glück entdecken wir den hübschen Wachholderkernbeißer. Im Flusstal haben wir schon mehrmals Eibisch-Grasmücke, Pamir-Laubsänger und Blassspötter festgestellt. Am späten Nachmittag fahren wir weiter nach Karakol. Ü: privates Hotel.

06.06. (11. Tag): Wilde Strände des Issyk Kul und historisches Karakol

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Bergrubinkehlchen. Foto: I.Ukolow

Am Vormittag fahren wir zu einer anderen Nehrung am Issyk Kul, wo wir Jungfernkraniche beobachten wollen. Selten werden hier auch Langzehen-Strandläufer und Wüstenregenpfeifer gesehen. Der Nachmittag ist für etwas Kultur und Sightseeing vorbehalten. Karakol ist in Kirgisien das Kultur-Highlight schlechthin. Einzigartig sind die hölzerne Dunganen-Moschee und die orthodoxe Kirche. Weiterhin wollen wir alte russische Holzbauten im Zentrum, wo wir einen Rundgang unternehmen, besichtigen. Alternativ dazu kann auch eine leichte Wanderung in einem Bergtal unternommen werden, wo Purpurpfeifdrossel, Bergrubinkehlchen und Sprosserrotschwanz brüten. Ü: privates Hotel Karakol

07.06. (12. Tag): Rückfahrt nach Bischkek 
Lange Fahrt (ca. 400 km) nach Bischkek, allerdings auf sehr guter Straße. Unterwegs immer wieder kürzere Stopps, um u.a. Rosenstar und Schwarzstirnwürger zu beobachten. Außerdem fahren wir einen Zeitzeugen der Seidenstraße an: das bekannte Minarett von Burana. Ü: **Hotel in Bischkek.

08.06. (13. Tag): Ala Artscha-Nationalpark

Tagesexkursion im Ala Artscha-Nationalpark. Wir erforschen die Gebirstaiga, die aus endemischen Tienschan-Fichten (Pecia schrenkiana) besteht. Schwarzkehlbraunelle, Fichtenmeise und Goldhähnchenlaubsänger haben hier ihren Lebensraum. In den lichten Beständen des Wachholder sind sehr unregelmäßig Berggimpel und Purpurhähnchen anzutreffen. Mit gewisser Regelmäßigkeit kommen Sibirischer Steinbock und Roter Pfeifhase vor. Am Fluss brüten Purpurpfeifdrossel und Pallas-Wasseramsel. Ü: **Hotel in Bischkek.

09.06.2023  (14. Tag): Abreise
Morgens Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland (Schweiz/Österreich).

Notwendig werdende Änderungen, die zumutbar sind und den Charakter der Reise nicht verändern, bleiben vorbehalten! 

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Teilnehmer & Preise

Teilnehmer und PreiseRuV_1143_Spempel

xx,xx € pro Person im Doppelzimmer bis 14 Teilnehmer

Einzelzimmer-Zuschlag xx € pP

  • 2x Hotel Bischkek
  • 2x privates Hotel
  • 2x Hotel Tosor
  • 2x Hotel Karakol
Bartmeise-Reisen Vertrieb für Schweiz & Österreich: Michael Straubhaar, 3110 Münsingen, Tel.: (+41) 79 466 9329: E-Mail: buchung@bartmeise.de

Im Reisepreis inbegriffen:

  • Reiseleitung durch Stephan Flechtner
  • bei 14 Teilnehmer zweiter ornithologischer Reiseleiter
  • alle Übernachtungen wie ausgeschrieben und Vollpension
  • alle Transfers (Transporte mit sehr gepflegten, geländegängigen Kleinbussen)
  • Gebühren für Schutzgebiete und Nationalparks
  • Eintritte in Museen
  • Kleine Expeditionsküche mit Kochgelegenheit und Küchenausrüstung
  • Deutsche Insolvenzversicherung – Reisesicherungsschein

Im Reisepreis nicht inbegriffen:

  • Flug Deutschland-Kirgisien-Deutschland (ca. ab 450,00 €)
  • Alkoholische Getränke.
  • Getränke zwischen den Mahlzeiten
  • Trinkgelder in Restaurants und Hotels, für Kofferträger in Hotels und an Flughäfen etc.
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Allgemeines Informationen

Unterkünfte

  • **Hotel (**Landesstandard, gepflegte 1-2-Bett-Zimmer, Dusche und Toilette auf dem Zimmer)
  • Privates Hotel (1 und 2-Bett-Zimmer, Toilette und Dusche auf dem Flur, Speiseraum in geräumiger Küche)
  • Privates Gasthaus ( Kirgisische Gastfamilie, 3- und 4-Bettzimmer mit Matratzen und Bettzeug auf dem Teppich, Außentoilette)
  • Jurte (4-6 Plätze pro Jurte, Matratzen mit Bettdecke und Kopfkissen auf Filzteppichen)

Transporte

Mercedes-Sprinter/Mercedes-Vario (meist als Allrad-Variante) oder Mitsubishi DELICA (Allrad-Kleinbus) über den gesamten Zeitraum. Fahrt in unwegsame Gebirgstäler mit russischer Allrad-Technik. Die eingesetzten Fahrer verfügen über 20-jährige, zum Teil über 30-jährige Erfahrung im Hochgebirge und sind gleichzeitig Kfz-Mechaniker. Die eingesetzten Fahrzeuge sind sehr gut gewartet und haben die wichtigsten Ersatzteile an Bord.

Anforderungen an die Reise und gesundheitlich Voraussetzungen 

Logistisch sehr anspruchsvolle Reise, die an die Teilnehmer und an die Technik gewisse Ansprüche stellt. Zum Teil extrem schlechte Pisten sind in der Region keine Seltenheit und machen das Vorwärtskommen schwierig. So sollte man sich auf Überfahrten einstellen, die gutes Sitzfleisch erfordern (jedoch durch Beobachtungs-Pausen unterbrochen werden). Mitunter sind die Wege so schlecht, dass man diese nur mit Allrad-Fahrzeugen bewältigen  kann. Eine gewisse Rolle spielen Witterungsereignisse und die sich daraus ergebenden Prozesse wie Muren und Erdrutsche. Die Unterkünfte im kirgisischen Hinterland sind sehr einfach. Der Reiseablauf kann sich daher aus den genannten Gründen ändern. Komfortverzicht, und Kameradschaft werden vorausgesetzt. Das Passieren von Pässen oberhalb 3.300 m NN ist normalerweise unproblematisch, da wir uns nur 1-2 Stunden in dieser Höhe aufhalten. Für Menschen mit normaler Gesundheit stellt diese Reise physisch keine Extremtour dar. Da wir zeitweise aber in Höhen oberhalb 3.000 m NN unterwegs sein werden, ist diese Reise für Menschen mit bekannten/anhaltenden Herz-Kreislauferkrankungen ungeeignet. Der Vorhandensein einer privaten Auslands-Reisekrankenversicherung ist Bestandteil des Reisevertrages.

Reiseleiter

Studium der Wasserwirtschaft und Aufbaustudium Naturschutz und Forstwissenschaft an der Universität Dresden. Studierte fünf Jahre Slawistik und Dolmetscher, davon zwei Jahre in St. Petersburg und Sibirien (1994-1996). Bereist seit 1994 die ehemalige Sowjetunion. Organisierte zwei Dutzend zoologische und botanische Expeditionen sowie naturkundliche Exkursionen: Baikalsee, Burjatien, Leningrader und Nowgoroder Oblast, Karelien, Arktisches Sibirien, Sibirischer Altai, Sajan-Gebirge, Kasachstan, Usbekische Seidenstraße, Tadschikistan und Kyrgyzstan. Arbeitete viele Jahre beim „NABU Kirgistan“ als Wildtier-Biologe. Co-Autor der ersten „Checkliste der Wirbeltiere Kyrgyzstans“ (2010), in welcher er die Abschnitte „Säugetiere“ und „Vögel“ bearbeitete. Seit 1999 als  Reiseleiter und Fachdolmetscher (Russisch–Deutsch) tätig. Er spricht zudem Englisch, Kasachisch und Kirgisisch.

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Reisedetails

Flugreisen, Naturerlebnis-Touren, Vögel intensiv
xx,xx € pro Person im DZ
28. Mai bis 9. Juni 2023

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