Griechenland: Vogelzug im Herbst am Kerkinisee

Reisebeschreibung

Vogelzug am Kerkinisee im nordgriechischen Vogelparadies

Einem bekannten Künstler und Vogelmaler über die Schulter schauen …

Reisetermin: 20. bis 26. Oktober 2019

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Krauskopfpelikane vor der Kulisse des Balkangebirges. Foto: B. Möckel

Unweit der zentralmazedonischen Stadt Thessaloniki (wirtschaftliches Zentrum von Mazedonien) in Nordgriechenland, entlang des mächtigen Kerkini-Gebirges oder Beles, wie die Gebirgskette auf Bulgarisch heißt, liegt eine der bezauberndsten Gegenden Griechenlands, der Ort der seltenen Vögel: der Kerkinisee (Nationalpark). Mit seinen rund 37 Quadratkilometern ist er ein Paradies für Vogelbeobachter und Naturfotografen. Der See ist eines der wichtigsten, streng geschützten Feuchtbiotope Griechenlands und hat Nationalpark-, Ramsar- und Natura 2000-Status. Rund 300 Vogelarten insgesamt, darunter mehrere weltweit stark gefährdete oder vom Aussterben bedrohte, werden jährlich an diesem Hotspot der Biodiversität festgestellt. Die Avifauna des Gebietes teilt sich auf in ca. 137 Brutvogel– und mehr als 160 Rast- und Zugvogelarten. Weiterhin finden im Nationalpark und seiner unmittelbaren Umgebung 58 Säugetier-, 27 Reptilien- und 12 Amphibien- sowie bis zu 1.300 Pflanzenarten einen geeigneten Lebensraum und weisen auf ein stabiles Ökosystem hin.

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Die Stars am See sind die hübschen Krauskopfpelikane. Foto: privat

Das Symbol der Vogelwelt vom Kerkinisee ist aber zweifellos der bedrohte Krauskopfpelikan, der hier mit 120 Brutpaaren ein bedeutendes Brutgebiet, und außerhalb der Brutzeit mit bis zu 1.000 Vögeln sein wichtigstes Überwinterungsgebiet in Mitteleuropa hat. Oft sind auch einige Rosapelikane (im Herbst bis 4.000 Ind.) vergesellschaftet mit den Krauskopfpelikanen zu erleben. Da an diesem Gewässer zwischen Fischern und den Fisch fressenden Vögeln Frieden herrscht, weisen die Pelikane eine nur geringe Fluchtdistanz auf und können aus wenigen Metern Entfernung beobachtet werden

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Ausschnitt aus einem Trupp von 108 Zwerggänsen am Kerkinisee (Februar 2016). Foto: G. Spiridakis

In den kleinen Dörfern rund um den See ist z.B. der Steinkauz eine verbreitete Vogelart, die täglich gesehen werden kann. Besonders eindrücklich für mitteleuropäische Vogelbeobachter ist die hohe Individuenzahl bei verschiedenen Vogelarten. So kommt die Türkentaube in den Dörfern (und selbst auch außerhalb der Ortschaften) in so hoher Siedlungsdichte vor, dass man jedem Hausgrundstück wohl mindestens zwei Brutpaare zuordnen kann. Das morgendliche Konzert der Türkentauben im Dorf jedenfalls überrascht und übertönt lautstark jeden anderen Vogelgesang. Am Ufer des Sees werden übrigens die größten Wasserbüffel-Herden Griechenlands gehalten, die hinreichend touristisch vermarktet werden.

Höhepunkte zur Zugzeit: Bis zu 1.000 Krauskopfpelikane und bis zu 4.000 Rosapelikane; nordeuropäische Wintergäste (Pfeif-, Löffel,- Spieß-, Mittel-, Reiher– und Tafelenten sowie Brandgänse, Sing- und Zwergschwäne in riesigen Wasservögelschwärmen gemischt mit mediterranen Arten wie Flamingos, Zwergscharben, südl. Reihern und mehr. Bis zu 120 Zwerggänse in Art reinen Trupps (EU-Lifeprojekt für die letzten europäischen Zwerggänse; jährlich zwischen Otkober und Februar), jährlich bis 15 Schelladler überwinternd.  Massendurchzug von Kleinvögeln, beeindruckender Greifvögelzug sowie Wasservogelzug an der Küste bei Thessaloniki.

Paschalis Dougalis bei Illustrations-Arbeiten für den ADEBAR-Atlas. Foto: privat.

Die Bartmeise-Reiseleitung für diese Reise übernimmt voraussichtlich wieder der deutsch-griechische Künstler und Vogel-Illustrator, Paschalis Dougalis (München). Paschalis ist Mitautor verschiedener ornithologischer Bücher und Publikationen, darunter dem Bestimmungsbuch-Klassiker (Barthel/Dougalis) “Was fliegt denn da”, das er komplett neu gezeichnet hat. Spätestens aber seit dem Erscheinen des ADEBAR-Atlas (Atlas Deutscher Brutvogelarten,  2012), den er im Auftrag des Herausgebers, der Stiftung “Vögel in Deutschland”, komplett illustriert hat, dürfte er in keinem guten deutschen Ornithologen-Haushalt ‘unbekannt’ sein. Insbesondere Vogelfreunde, die selber Vögel zeichnen, sind eingeladen, an dieser Kurzreise teilzunehmen. Sie dürfen Paschalis Dougalis während dieser Tour bei seinen Skizzen gern über die Schulter schauen und sich bestimmt über den einen oder anderen fachlichen Hinweis vom Meister-Illustrator freuen.

 

Reiseplan

1. Tag: Anreise und Bekanntschaft mit dem Kerkinisee
Flug nach Thessaloniki (ab innerdeutsch, z.B. Hamburg über Wien). Begrüßung durch unseren griechischen Birdguide am Flughafen. Transfer in Minivan/s zum Hotel am Kerkinisee (ca. 85 km). Je nach Ankunftszeit, erste kurze Exkursion zur Orientierung am See, danach Bezug der Zimmer im Hotel. Abendessen in einer unmittelbar am Hotel gelegenen Gaststätte.

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Ausschnitt “Massenfischen” am Kerkinisee. Foto: Dr. R. Schöne

2. Tag: Unterwegs am See der Krauskopfpelikane
Gleich nach dem Frühstück im Hotel prüfen wir vom Ostufer aus, ob die skandinavischen Zwerggänse schon eingetroffen sind. In den vergangenen Winterhalbjahren hatten wir stets Glück und konnten bis zu 108 der vom Aussterben bedrohten Vögel in einem Art reinen Trupp beobachten und auch fotografieren. Auch die “Stars” am See, die seltenen Krauskopfpelikane werden wir neben Rosapelikanen, die als Nahrungsgäste in den Nationalpark einfliegen, erleben.  Je nach Wasserstand können Hunderte Rosaflamigos, Löffler, Säbelschnäbler und zahlreiche weitere Limicolen, darunter vielleicht auch noch späte Stelzenläufer erwartet werden. Am Nachmittag werden wir vom Ostufer aus beobachten und mit etwas Glück können wir hier ein einzigartiges Naturschauspiel erleben: Den Fischzug der Krauskopfpelikane. Dazu versammeln sich manchmal mehr als 200 Vögel, die einen Fischschwarm kreisförmig umschließen. Sofort kommen Hunderte Kormorane, ebenso Zwergscharben, Lach- und Mittelmeermöwen dazu, das Wasser kocht förmlich … und das “große Fressen” beginnt. Ein tolles Erlebnis, wie man es nur an wenigen Stellen in Europa sehen kann!

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Schelladler im winterlichen Schneegestöber. Foto im Februar 2015: B. Möckel

3. Tag: Bei den Schelladlern am See 
Nach dem Frühstück ganztägig Vogelbeobachtungen rund um den See. Wir besuchen die besten Plätze für Wasser- und Greifvögel und beobachten dort, wo sich die besten Bedingungen ergeben. Heute werden wir beste Chancen haben, die überwinternden Schelladler (jährlich bis zu 15 verschiedene Ind.!) gut beobachten zu können. Mit etwas Glück beobachten wir auch Seeadler und verschiedene weitere Greifvögel. Mittagsrast in einer gemütlichen Gaststätte am See.

4. Tag: Auf der Suche nach Felsenkleiber, Balkanmeise und Goldschakal
Vormittags Beobachtungen am Ostufer des Kerkinisee. Heute besteht zudem die Möglichkeit, in der Nähe der bulgarischen Grenze die Balkanmeise zu entdecken und im Ort Sidirokastro einen Brutplatz vom Felsenkleiber zu besuchen. in der einbrechenden Dunkelheit achten wir auf Goldschakal und Wildkatze. Den Goldschakal konnten wir bei verschiedenen Reisen schon gut beobachten, sogar bis zu sieben Individuen offenbar im Familienverband. Eine Wildkatze, die durch einen Kanal schwamm (Fotobelege!), war die Überraschung bei unserer Reise im Oktober 2018.

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Steinkäuze sind regelmäßig Brutvögel in den Ortschaften rund um den See. Foto: Dr. R. Schöne

5. Tag: Vogelzug in den Salinen von Thessalonmiki
Nach dem Frühstück starten wir unsere ganztägige Exkursion in die Kolochori-Salinen bei Thessaloniki. Dort dürfen wir uns auf ein außergewöhnlich reichhaltiges Vogelleben mit z.B. Hunderten Flamingos, Löfflern, zahlreiche Limikolen, Möwen und Seeschwalben sowie interessanten Steppenvögeln freuen (Mittagsimbiss als Lunchbeutel). Hier befindet sich ein bekannten Rastplatz vom Triel. Bis zu 70 Individuen konnten wir schon beobachten. Abschlussabend mit Abendessen und handgemachter griechischer Musik (nur bei Gruppen ab 8 Personen).

6. Tag: Mit dem Boot auf dem See 
Wenn das Wetter und der Wasserstand es zulassen, unternehmen wir heute eine gemütliche Bootstour auf dem See in die Nähe der künstlichen Insel mit den Brutkolonien der Krauskopfpelikane, von denen um die 1.000 Vögel anwesend sein könnten. Außerdem können wir große Ansammlung von Rospelikanen (bis mehrere Tausend Individuen) erwarten.  Immer abhängig vom Wasserstand dürften viele weitere verschiedene Wasservögel in der Umgebung zu beobachten sein, z.B. rastende Raubseeschwalben. An kaum einem anderen See treffen in dieser Jahreszeit nordeuropäische Wintergäste auf mediterrane Brutvögel. So könnten Sing- und Zwergschwäne zwischen Flamingos und Löfflern rasten, Zwerggänse, Schwarzstörche neben Sichlern und Zwergscharben, Schelladler vielleicht zusammen mit den im angrenzenden Balkangebirge brütenden Steinadlern zu sehen sein. Dieser See liefert immer wieder ungewöhnliche Anblicke!

7. Tag: Abschied und Heimreise
Nach dem Frühstück verabschieden wir uns vom Kerkinisee und fahren zum ‚Mazedonia International Airport‘ nach Thessaloniki. Rückflug gegen Mittag nach Deutschland bwz. in die Schweiz und nach Österreich), individuelle Heimreise.

Notwendig werdende Änderungen, die zumutbar sind und den Charakter der Reise nicht verändern, bleiben vorbehalten! 
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Preise & Leistungen

Preise

04-14 Teilnehmer – 890,00 € pro Person im Doppelzimmer (Einzelzimmer: auf Anfrage)

Bartmeise-Reisen Vertrieb für Schweiz & Österreich: Michael Straubhaar, 3110 Münsingen, Tel.: (+41) 79 466 9329: E-Mail: buchung@bartmeise.de

Im Reisepreis inbegriffen

Quartier für alle Bartmeise-Reisegruppen im Nationalpark Kerkinisee ist das kleine Hotel „Limneo“ im Dorf Chrysochorafa. In den acht schönen Zimmern mit Bad/Dusche, Kamin, Klimaanlage, Balkon fühlen sich die Gäste stets sehr wohl. Der Inhaber, Nikos Gallios, ist selber Ornithologe und hilft bei allen Aktivitäten. Foto: H. Meyer.

  • Übernachtungen in einem kleinen, freundlichen und familiär geführtem B&B-Hotel (in Zweibettzimmern mit D/WC)
  • Dreiviertel-Pension (Frühstück, Lunchbag, Trinkwasser unbegrenzt und 3-Gang-Abendessen
    jeden Tag (Anreisetag: Abendessen; Abreisetag: Frühstück)
  • Bootsfahrt auf dem Kerkinisee (wenn im Programm ausgeschrieben und wetterbeding möglich)
  • alle beschriebenen Transporte inkl. Fahrer, Versicherung
    und Treibstoff. Transfer in ein bis zwei Minivan zu je acht Plätzen)
  • ein/zwei englischspr. griechische Bird-Guide, auch für getrennte
    Gruppen (inkl. Abholung und Transfer zum/vom Flughafen)
  • zusätzlich deutsche Reiseleitung während der Reise
  • sämtliche Eintrittsgelder in Schutzgebiete und Nationalparks
  • Deutsche Reiseinsolvenzversicherung durch Bartmeise-Reisen

Im Reisepreis NICHT inbegriffen

  • Flug Deutschland/Österreich/Schweiz nach Thessaloniki (individuelle Angebote je nach Abflughafen auf anfrage)
  • Alkoholische und Extra-Getränke.
  • Trinkgelder etc.
  • persönliche Ausgaben aller Art
  • persönliche Gesundheitsvorsorge
Hinweis: Bei allen Reiseterminen kann es Wetter bedingt zu Programmänderungen kommen. Besondere Ereignisse (z.B. Schnee im Februar, Hochwasser im Frühjahr, Trockenheit im Sommer usw.) können dazu führen, dass bestimmte Exkursionsziele nicht erreichbar sind und daher entfallen müssen! Notwendig werdende Änderungen, die zumutbar sind und den Charakter der Reise nicht verändern, bleiben vorbehalten!
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Impressionen unserer letzten Reise

Eine Begegnung der besonderen Art …

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Im Februar bei Dreharbeiten am Kerkinisee: Tierfilmer Andreas Kieling (2.v.li.) und die Bartmeise-Reisen-Teilnehmer Dr. Christoph Kaatz (li) und Axel Schonert (re.). Foto: B. Möckel.

machte unsere Reisegruppe um Roland Schmidt und seinen Dessauer Freunden im Februar (16.-21.02.2015) . Sie trafen am See auf den bekannten deutschen Tierfilmer Andreas Kieling (im Foto mit Hund) bei Dreharbeiten zu einer Dokumentation über die Krauskopfpelikane. Nach anfänglicher Zurückhaltung war er erfreut, in der Gruppe auf Dr. Christoph Kaatz, bekannt als “Storchenvater” vom Storchenhof Loburg, getroffen zu haben.

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Bartmeise-Reisen ist Mitglied im Deutschen Reisebüro-Verband DRV 

 

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Reisedetails

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ab 890,00 € pro Person im DZ/Voll bzw. Dreiviertel-Pension
20. bis 26. Oktiober 2019

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