Fortsetzung, die Fünfte: Mauerläufer im Winterquartier im Erzgebirge eingetroffen

Fortsetzung, die Fünfte: Mauerläufer im Winterquartier im Erzgebirge eingetroffen

Er ist wieder da! Anfang November 2017 traf der kleine Alpenvogel den fünften (!) Winter in Folge in seinem Winterquartier auf der Südseite des Erzgebirges in Böhmen, in einem kleinen Dörfchen unweit des sächsischen Fichtelbergs, ein. Sein jährlicher Brutort im Hochgebirge (in den Alpen?) bleibt freilich unbekannt.

Mauerläufer im Winterquartier im Erzgebirge. Foto: Vladimir Teply

Den fünften Winter nun hat der Vogel – mit großer Sicherheit das gleiche Individuum – sein Winterquartier an einem alten Fabrikgebäude, wo er im Dachfirst Schlafplätze hat, bezogen. Dort wird sein Aufenthalt von einem böhmischen Ornithologen, unserem Freund Vladimir Teply, gut dokumentiert. Bis in den März hinein, dann mausert das Männchen ins Brutkleid und beginnt erste Balzflüge, hält sich der Vogel absolut Standort treu dort auf. Einmal am Tag holt er sich einige Mehlwürmer, die man für ihn auf einem Fenstersims auslegt.

Stellt sich die Frage, wie alt ein Mauerläufer in Freiheit werden kann? Das ist wohl unbekannt. Aber in Gefangenschaft kann die Art durchaus ein hohes Alter erreichen wie aus dem Alpenzoo Insbruck bekannt wurde, wo 2016 der letzte seiner Art im Alter von 15 Jahren gestorben ist. Mit etwas Glück können wir diesen Wintergast im Erzgebirge also auch noch im kommenden Winter beobachten!

Vadimir Teply gilt unser Dank, dass wir dieses schöne Schauspiel anschauen und fotografieren durften.

Bildautor aller Fotos (auch das Startbild): Vladimir Teply.

Hartmut Meyer

… und mit dem täglichen Mehlwurm. Foto: Vladimir Teply

Im Wald der Hartlaub‘s Turaco‘s und am See der Millionen Zwergflamingos

Im Wald der Hartlaub‘s Turaco‘s und am See der Millionen Zwergflamingos

Eine ‚Entdeckertour‘ (Einführungsreise) führte im September eine Bartmeise-Reisegruppe in die großen Wildtiergebiete Kenias im Großen Afrikanischen Grabenbruch. Gestartet wurde die Rundreise am Fuße des Mount Kenia (über 5.000m NN) mit seiner speziellen Vogelwelt. Fast nur hier ist heute noch der seltene Olive Ibis (Olivibis) zu finden, den wir wunderbar beobachten konnten. Besonders eindrucksvoll waren in den Bergwäldern die Hartlaub’s Turacos (Seidenturako) zu erleben, die sich zu Beginn der Brutzeit in voller Balzstimmung und fast über den ganzen Tag hoch aktiv zeigten.

Ausschnitt aus ca. 1,5 Millionen Zwergflamingos im Rift Valley. Foto: Birgit Beckers.

Eine Bootsfahrt führte dann über den geheimnisvollen Süßwassersee Lake Baringo und ganz in der Nähe, an einem Salzwassersee, war eines der eindrucksvollsten Naturwunder Afrikas zu bestaunen: ein See, von ca. 1,5 Millionen Zwergflamingos, die hier zur Nahrungssuche und Paarbildung verweilten, „rosarot eingefärbt“. Ein unglaubliches Naturschauspiel! Zum Abschluss führte die Rundreise in die berühmte Masai Mara. Diese riesige Grassteppe, die unmittelbar an die tansanische Serengeti grenzt, bietet ab September den großen Huftierherden neue Nahrung, frisches Gras. Hunderttausende Gnus, Büffel sowie viele weitere Antilopenarten, Giraffen und Elefanten überqueren in dieser Zeit den berühmten und zugleich wegen seiner Nilkrokodile, die die Huftiere bei der Durchquerung angreifen, berüchtigten Mara-Fluss und wandern in die Masai Mara. Auch dies konnten wir beobachten. Auf den Spuren der Huftiere waren natürlich auch die großen afrikanischen Beutegreifer wie Löwen, Leoparden, Geparden und Hyänen aus nächster Nähe eindrucksvoll zu beobachten. Und so bot diese Reise, die im kommenden September wieder im Bartmeise-Reiseprogramm zu finden ist, einen tollen Einblick in die Vogelwelt Kenias in Verbindung mit einmaligen Naturerlebnissen, die Ostafrika einzigartig bereit hält.

Ein vollständiger Reisebericht folgt in Kürze.

Hartmut Meyer

Startbild: Gepard mit Beute in der Masai Mara. Foto: Birgit Beckers.

Zauberhafte Vogelwelt der kolumbianischen Anden – Kolibri- und Tangarenfestival

Zauberhafte Vogelwelt der kolumbianischen Anden – Kolibri- und Tangarenfestival

Reisebericht über die Reise in die westlichen und zentralen Anden (16. bis 31.08.2017)

 Mittwoch, 16. August 2017 – Anreise nach Cali

Einer der Symbolvögel der Anden: Andenbartvogel. Foto (2016): M. Walther.

Orangebrustkotinga. Foto: Colombian Birdwatch.

Die Gäste der ersten Gruppe treffen sich am späten Vormittag im Flughafen Frankfurt/M. und reisen mittags mit Lufthansa Flug 484 nonstop nach Panama. Die Maschine trifft dort nach 11 Stunden und 40 Minuten Flugzeit mit leichter Verspätung gegen 17.00 Uhr Ortszeit (-7h) ein. Der kurze Anschlussflug mit Copa-Airlines nach Cali startet pünktlich um 19.00 Uhr (Ankunft 20.30 Uhr). Die Einreiseabfertigung erfolgt wie schon im Vorjahr sehr zügig und freundlich, und so können wir bereits nach 21.00 Uhr unseren Birdguide Jose, der uns zusammen unserem Fahrer abholt, begrüßen. Vom Vorort Palmira, wo sich der Flughafen von Cali befindet, geht es um diese Tageszeit zügig in ca. 30 min. Fahrzeit bis in die Innenstadt zum Hotel. Gegen 22.30 Uhr sinken die Gäste in die bequemen Betten des Hotels „Hampton by Hilton“. Unsere zweite Reisegruppe aus Düsseldorf über Madrid und Medellín mit IBERIA und Avianca erreicht die 2-Millionenstadt Cali erst mit zwei Stunden Verspätung gegen 2.00 Uhr morgens am 17.08.

Donnerstag, 17. August – Erster Höhepunkt mit Andean Cock-of-the-Rock

Portrait Andenfelsenhahn. Foto (2016): R. Mönke.

Die Nacht ist für alle kurz, denn heute wartet bereits ein voller Birdingtag. Das Frühstück nehmen wir – wegen der späten Ankunft der Gäste – auch ungewöhnlich spät erst um 7.00 Uhr ein. Gleich danach besteigen wir unsern bequemen Tour-Bus, einen VW-Kleinbus mit 14 Plätzen (für die gesamte Reise), und fahren von Cali, das auf ca. 1.000 m NN im Tal liegt und mit sommerlichen 28°C wartet, hinauf in die Anden bis auf ca. 1.800 m NN zum bekannten Punkt „El 18“ im San Antonio Cloud Forest. Gleich der erste Vogel, der uns nach dem Aussteigen aus dem Bus begegnet, ist ein echter Columbian-Endemit, Columbian Chachalaca (Kolumbienguan). Wir schließen hier die Bekanntschaft u.a. mit einigen der farbenprächtigen TangarenArten der Anden, die uns über die gesamte Reisezeit begleiten werden. Auch dem Red-headed Barbet (Andenbartvogel), sozusagen eine Symbolvogelart der kolumbianischen Anden, können wir erstmals entdecken. Das Mittagessen nehmen wir heute in einem typischen kolumbianischen Restaurant ein.

Andenfelsenhahn. Foto: Colombian Birdwatch.

Gleich heute am ersten Birdingtag wartet auch noch ein echter erster Höhepunkt! Wir wollen den Andean Cock-of-the-Rock (Andenfelsenhahn) am Balzplatz beobachten. Dazu fahren wir einige Kilometer weiter hinein in den Nebelwald, wo sich eine kleine Kolonie dieser farbenprächtigen Vögel das ganze Jahr über – auch jetzt, nach der Brutzeit – in ihrem Revier aufhält. Wir beziehen Stellung am Rande des Gruppenbalzplatzes, und ‚pünktlich‘ gegen 16.00 Uhr (je nach Jahreszeit immer zur gleichen Uhrzeit nachmittags!) sehen wir einen ersten „roten“ Schatten durchs Unterholz fliegen … Wenige Minuten später kommen weitere Vögel dazu. Wir können immer gleichzeitig je eine Balzgruppe mit bis zu vier Hähnen aus 6-10 Meter Entfernung beobachten. Die etwa Dohlen großen Vögel nehmen scheinbar keine Notiz von unserer Anwesenheit. Die ungewöhnlich schnarrenden Töne sind weithin hörbar. Die Vögel stehen sich mit gesenkten Köpfen gegenüber und lüften die Flügel beim Balzspiel. Nach einer knappen Stunde ist das Schauspiel, das offenbar dem Zusammenhalt der Gruppe dient und auch nach der Brutzeit tägliches Ritual der Art ist, vorbei. Die roten Hähne fliegen Richtung Fluss ab. Mit „vollen“ Speicherkarten in den Kameras und im Wissen, einem einzigartigen Naturerlebnis in der südamerikanischen Vogelwelt beigewohnt zu haben, fahren wir mehr als zufrieden zurück nach Cali (Abendessen im Restaurant/Übernachtung Hotel „Hampton by Hilton“).

Freitag, 18. August – Kolibri-Festival in der ‚Finca Alejandria‘

Nach dem Frühstück checken wir aus, verladen unser Reisegepäck in den Tourbus und starten unsere Rundreise durch die westlichen und zentralen Anden. Den Vormittag verbringen wir wieder im San Antonio Cloud Forest. In der bekannten ‚Finca Alejandria‘ auf 2.000 m NN wartet heute ein nächster Höhepunkt dieser Reise. In der Öko-Logde sind verschiedene Futterstellen für Kolibris und andere Bergvogelarten aufgebaut. Nicht nur Ornithologen aus aller Welt, auch interessierte Naturfreunde und Schulklassen aus der Umgebung werden hier mit der heimischen Vogelwelt der mittleren Anden bekannt gemacht. Für unser Reisegäste ein wunderbares Erlebnis, denn bis zu 15 verschiedene Kolibriarten können hier gleichzeitig hautnah und aus geringster Entfernung (vielfach unter einem Meter) an den Futterstellen beobachtet und ihre Artmerkmale, die man beim rasanten Flug meist nicht zu sehen bekommt, studiert werden. Attraktive Arten der Anden (ab 1.500 m NN) wie z.B. Withe necked Jacobin (Weißnackenkolibri), Crowned Woodnymph (Violettkronennymphe), Booted racket-Tail (Grünscheitel-Flaggensylphe), Long-tailed Sylphe (Himmelssylphe) oder auch der winzige Purple throated-Woodstar (Purpurkehl-Sternkolibri), der sich wie eine Hummel in der Luft bewegt, können ausgiebig studiert werden. An der Logde bzw. in deren Umgebung finden wir weitere endemische bzw.‚near endemic‘-Arten wie z.B. Flame-rumped Tanager (Feuerbürzel-Tangare) und Srub Tananger (Rotscheiteltangare). Eine weitere Überraschung sind zwei Trogon-Arten die wir sehen bzw. hören können: Crested Quetzal (Kammtrogon) lässt sich wunderbar im Spektiv betrachten, den Golden-headed Quetzal (Goldkopftrogon) hingegen hören wir heute nur in der Nähe rufen. Wir verbringen fast den ganzen Tag in und in der Umgebung der Logde, wo wir auch ein Mittagessen serviert bekommen. Bei angenehmen Temperaturen um 23°C erleben wir viele weitere typische Vertreter der Berge der Anden wie Antbirds (Ameisenvögel), Woodcreeper und Foliage-gleaner (Baumsteiger und Blattspäher), Warbler (Waldsänger), Wren’s (Zaunkönige), Flycatcher (Tyrannen) und Spinetails (Dickichtschlüpfer) und andere mehr. Am späten Nachmittag fahren wir über Cali in die historische Pilgerstadt nach Buga und beziehen hier unser Quartier im schönen im Kolonialstil gehaltenen Hotel „Guadalajara“ für eine Nacht (Abendessen/Übernachtung).

Sonnabend, 19. August – Endemiten an der Sonso-Lagune im Cauca-Valley

Beeindruckende Bartflechten in den Bäumen an der Sonso-Lagune. Foto: H. Meyer

In der Nacht geht ein mächtiges Tropengewitter nieder. Es regnet so stark, das im Hotel ein Wassereinbruch in die Flure, zum Teil bis in die Zimmer unserer Gäste, zu verzeichnen ist. Aber pünktlich zum Frühstück um 6.00 Uhr beruhigt sich das Wetter, und wir können am schönen Hotel-Pool unser Frühstück vom Buffet einnehmen. Ein Spektiv neben dem Frühstücksbuffet? Ein Muss, denn in den alten Bäumen am Hotel sind eine größere Gruppe Blue-headed- (Schwarzohrpapagei) und einige der großen Yellow-crowned Parrot (Gelbscheitenamazone), die wir nur hier sehen können, aktiv.

Heute Vormittag steht dann ein Feuchtgebiet im sonst recht trockenen Cauca-Valley im Reiseprogramm, die einzige ‚Abwechslung‘ zu den Vögeln der hohen Anden, die in den nächsten Reisetagen noch auf uns warten. Wir packen unsere Sachen zusammen und erreichen nach dem Frühstück nach kurzer Fahr das Feuchtgebiet. Durch die intensiven Regenfälle in der Nacht bzw. auch an den Tagen vorher stehen angrenzende Wiesen und die Lagune voll unter Wasser. Zahlreiche Wasservögel von Limpkin (Rallenkranich) bis Cinnamon Teal (Zimtente) sowie einige erste Zugvögel wie Least Sandpier (Wiesenstranläufer) und Graeter Yellowlegs (Großer Gelbschenkel) lassen sich neben Blackish Rail (Trauerralle) und Purple Gallinule (Zwersultanshuhn) beobachten. Die Lagune ist aber auch einziges Brutgebiet (und geschütztes Areal) in der Region für eine ungewöhnliche, bizarre Vogelart, Horned Sceemer (Hornwehrvogel). Diesen können wir heute aber leider nicht entdecken.

Prächtige Orchideen im Nationalpark. Foto: H. Meyer

Unsere Aufmerksamkeit erregt aber ein anderer Zugvogel aus Nordamerika, der bereits eingetroffen ist. Ein Common Nighthawk (Falkennachtschwalbe) verbringt den Tag auf einem Baum und vertraut voll auf seine Tarnung. Nicht weit davon verschläft ein Common Patoo (Urutau-Tagschäfer) in vier Meter Höhe in einem Baum den Tag. Die Begeisterung über die Sichtung dieses versteckt lebenden Nachtvogels ist groß. Eigentlich sind wir aber hier, um einige weitere echte Endemiten in der Vogelwelt

Endemisch: Goldringtangare. Foto: Colombian Birdwatch.

beobachten zu können, was auch dreifach gelingt. Apical Flycatcher (Kolumbienschopftyrann) und Greyish Piculet (Braunrücken-Zwergspecht) sind in den mit beeindruckend langen Bartflechten behängten Bäumen am Rande der Lagune aktiv. Außerdem beobachten wir den seltenen White-chested Swift (Brutflecksegler). Wir entdecken zudem ein Individuum vom Cocoa Woodcreeper (Kleiner Fahlkehl-Baumsteiger), der auf unserer Reiseroute nur hier im Gebiet vorkommt. Zu den neuen Kolibriarten, die wir hier an Blüten sehen können, zählt auch der winzige Ruby-topaz Hummingbird (Moskitokolibri) sowie der auf unserer  Tour nicht so häufig vorkommende Black-throated Mango (Schwarzbrust-Mangokolibri). Wir fahren zurück zum Mittagessen ins Hotel nach Buga. Danach checken wir aus und treten gegen 14.00 Uhr die Weiterreise in den Tatama Nationalpark in den westlichen Anden an. Die Straße führt von der Talsohle auf rund 1.000 mNN immer steiler hinauf in die Berge, und wir erreichen bei Einbruch der Dunkelheit die Ortschaft Pueblo Rico. Den restlichen Weg wieder hinunter in ein Anden-Tal bis zur Montezuma Logde (1.330 m NN) müssen wir in geländegängigen Landrovern zurücklegen. Unser Bus wäre für diese kaum befestigte Zufahrt am Hang zu groß. Rasch wird alles Gepäck umgeladen, und nach ca. einer Stunde holpriger Fahrt erreichen wir gegen 19.00 Uhr die Logde. Auch hier erwarten uns, wie überall im Land, freundliche, aufgeschlossene Menschen, die sich über Gäste aus Europa sehr freuen, wenngleich die Sprachschwierigkeiten (auch bei jungen Menschen, die kein Englisch sprechen!) unverkennbar sind. Wir checken in die einfachen Zimmer der Logde ein und genießen anschließend das frisch zubereitete Abendessen (Übernachtung Montezuma Lode).

Sonntag und Montag, 20./21. August – Vogelfestival im Tatama Nationalpark

Noch vor Tagesanbruch um 5.00 Uhr geht es mit den Landrovern über 1.300 Meter hinauf in den Nationalpark bis auf 2.670 mNN. Hier suchen wir als Erstes einige endemische Vogelarten, die nur in dieser Höhenstufe vorkommen. Wolken ziehen durch den Nebelwald, das Wetter ist trüb und Nieselregen kommt auf. Aber wir können den seltenen Chestnut-bellied Flowerpiercer (Maronenbauch-Hakenschnabel) und Munchique Wood-Wren (Negretzaunkönig) gut beobachten. Wir beobachten den endemischen Parker’s Antbird (Parkers Ameisenfänger) und können auch den meist sehr schwierig zu findenden Uniform Antshrike (Einfarbameisenwürger) sowie Rufos-rumped Antwren (Rostbürzel-Ameisenfänger) beobachten. Auch verschiedene „near endemic“-Arten, einige davon auch stark bedroht, gelingt es in den verschiedenen Höhenstufen zu entdecken. Dazu zählen zwei neue Kolibriarten wie Violett-tailed Sylphe (Langschwanzsylphe) und Velvet-purple Coronet (Hyazintkolibri) sowie Black Solitaire (Schwarzklarino). Entlang der ‚Montezuma Road‘ erleben wir hier in diesen zweieinhalb Tagen ein erstes echtes Vogelfestival in den Anden. Um die 100 Vogelarten stehen zum Schluss für das Gebiet in unserer Liste, viele davon zum ersten Mal auf dieser Reise gesehen wie auch den Titelvogel unseres Bestimmungsbuches von McMullen et al.: „Field Guide oft the Birds of Columbia“, Golden-ringend Tanager (Goldringtangare), einen weiteren kolumbianischen Endemiten. (2 Übernachtungen Montezuma Lodge).

Nach Hangrutsch verschütterter Weg im Tatama NP. Foto: H. Meyer

Neben der Fauna beeindruckt hier im Tatama Nationalpark auch die prächtige Fülle der Flora und Insektenwelt, die wir jeden Tag vor Augen haben. Zu den zahlreichen Blütenpflanzen und wundervollen Orchideen zählen auch seltene und bedrohte Arten wie z.B. die Schwarze Anthurie, die hier in guten Beständen vorkommt. Und wir erleben die Wetterextreme in den Anden, die zu den regenreichsten Gebieten der Erde zählen. Am zweiten Morgen werden wir um 4.30 Uhr von einem gewaltigen, einmaligen Donnerschlag geweckt (wir „stehen“ im Bett) und sofort danach regnet wie aus Eimern … ohne weiteres Gewitter. Wieder fahren wir um 5.00 Uhr morgens mit den Landrovern den Montezuma Trial hinauf in die Berge. Heute ist allerdings bei ca. 1.850 m NN Schluss. Durch den heftigen Regen ist der Hang abgerutscht und hat den Weg verschüttet. Erst im Laufe des Tages werden Soldaten der oben in den Bergen liegenden Militärstation den Weg wieder frei legen. Wir birden von hier an nach unten. Wie schon gestern servieren unsere Fahrer das Frühstück als Picknick im Wald: Alles ist dabei, vom Toastbrot bis zum gekochten Ei, Kaffee und Fruchtsäfte. Die Stimmung im wolkenverhangenen, aber völlig ruhigen und windstillen Bergwald, in dem der Anden Solitaire (Anden-Klarino) sein melancholisches Lied aus den Bergwäldern singt, ist unbeschreiblich, einzigartig.

Montezuma_Logde im Tatma-NP. Foto: H. Meyer

Jede Mahlzeit in der Logde, immer frisch für uns zubereitet, ist ein Erlebnis, denn zu den regionalen Zutaten (auch vegetarische Gerichte) gehören immer auch frische Fruchtsäfte aus reifen Früchten. Die Guave (oder Guayaba), die rund um die Logde wächst, ist reif. Die gelben, wohlriechenden Früchte liegen unter den Bäumen und ziehen nicht nur die Vögel an. In der Küche der Logde werden diese zu leckeren Säften verarbeitet, die ein Genuss sind (3. Nacht in der Montezuma Logde).

Dienstag, 22. August – Abschied aus dem Vogelparadies und Erlebnis Sturzbachente

Unsere Zeit in diesem Vogel- und Naturparadies in den westlichen Anden geht heute zu Ende. Wir frühstücken um 6.00 Uhr zum ersten Mal nicht im Wald, sondern in der Logde. Anschließend haben wir bis Mittag Zeit, um uns ein letztes Mal im Nationalpark nach Vögeln, die uns bisher noch in der Liste fehlen, umzuschauen. Täglich begegnet uns hier der große, blaue Highland Motmot (Hochlandmotmot), und einmal können wir einen Broad-billed Motmot (Blattschnabelmotmot) sehen. Wir entdecken auch einen sehr seltenen Vertreter der Faulvögel, Lacelated Monklet (Streifenfaulvogel) und mit dem Indigo Flowerpiercer (Indigohakenschnabel) einen weiteren Vertreter aus der „near endemic“-Artengruppe. Die wunderschön gefärbten Toucan Barbet (Tukanbartvogel) sind auch heute leider wieder nur aus dem Bergwald zu hören. Ganz kurz gelingt noch ein Blick auf einen Vertreter der scheuen Schatten-Kolibris, Towny-bellied Hermit (Orangebauch-Schattenkolibiri), die nicht an Fütterungen erscheinen und Helikonien-Blüten bevorzugen.

Sturzbachente, M+W. Foto: Colombian Birdwatch.

Nach dem letzten Mittagessen in der Logde laden wir unser Reisegepäck in die Landrover und treten unsere Rück- und Weiterreise an. In Puebla Rico wartet Hermes, unser zuverlässiger Busfahrer (und auch Ornithologe, wie wir auf der Reise erleben können), mit dem Tourbus auf uns. Ohne großen Zeitverlust geht es weiter in das nächste Gebiet, jetzt in die zentralen Anden. Über Cartago und Pereira erreichen wir nach ca. drei Stunden Fahrzeit (mit Kaffeestopp, wie immer) den Otun-River. Kurz bevor wir das Otun-Quimbaya-Reservat erreichen, stoppen wir, um nach einer weiteren Zielart dieser Reise, der Torrent Duck (Sturzbachente), Ausschau zu halten. An der dritten Brücke haben wir Glück! Ein Pärchen dieser ungewöhnlichen Entenart macht ihrem Namen Ehre und sucht im reißenden Gebirgsfluss nach Nahrung. Ab und an sitzen Männchen und/oder Weibchen Wasseramsel-artig auf den großen Steinen im Fluss. Kann man sich als Birder einen besseren Tagesabschluss wünschen? Im letzten Tageslicht erreichen wir die „La Suiza Logde Cabin“ auf 1.860m NN im Schutzgebiet, checken in die geräumigen Zimmer ein und genießen unser Abendessen. Mit dem Ausfüllen der Tagesbeobachtungen in die Vogelliste schließen wir diesen erlebnisreichen Tag ab. (Übernachtung La Suiza Lgade Cabin).

Mittwoch, 23. August – Endemische und seltene Vögel im Quimbaya-Schutzgebiet

Rotbrustkotinga. Foto: Colombian Birdwatch.

Noch im Dunkeln um 5.00 Uhr starten zu unserer ersten Beobachtungstour, das Frühstück als Picknick im Bus, denn wir wollen hier einige seltene Vertreter der Ameisenvögel und Tapaculos beobachten. Dafür muss man mit dem Hellwerden vor Ort sein. Und auch heute ist das Glück zuerst auf unserer Seite. Nach einigen Versuchen gelingt es, die sehr seltene und gefährdete (VU) „near-endemic-Art“ Hooded Antpitta (Rotkopf-Ameisenpitta) aus geringer Entfernung zu sehen (und zu fotografieren). Ein Highlight! Wie schwer es ist, Vertreter dieser Ameisenpittas vor die Ferngläser zu bekommen, werden wir auch im Laufe dieses Tages noch erleben. Moustached Antpitta (Grauscheitel-Ameisenpitta), ebenfalls „near endemic und VU, lässt sich gut aus nächster Nähe hören, aber eben nicht entdecken. Ähnliches erleben wir mit der endemischen Tapacula-Art Stiles’s Tapaculo (Stilestapaculo). Diese kaum Zaunkönig-großen Vögel  leben so extrem am Boden und sind durch ihre dunklen Farben so gut getarnt (wie „Mäuse mit Federn“), sodass sie selbst aus drei Metern Entfernung ‚unsichtbar‘ bleiben. Dafür entdecken wir hier im Schutzgebiet weitere interessante, attraktive oder endemische Vogelarten wie z.B. den endemischen Cauca Guan (Caucaguan), von dem man noch vor 25 Jahren annahm, dass er ausgestorben sei. Erst Anfang der 90er-Jahre wurde die Art hier wieder entdeckt. Eine weitere endemische Tangare, Multicolord Tanager (Schwarznackentangare), konnten wir ebenso gut beobachten wie die große Red-ruffed Fruitcrow (Rotkehlkotinga), die hier ihr bestes Vorkommensgebiet überhaupt hat und täglich beobachtet werden kann (aber nirgendwo anders auf unserer Tour). Hier im Schutzgebiet lässt sich auch der Nationalbaum Kolumbiens, die Quindio-Wachspalme, die bis zu 70 Meter hoch werden kann, anschauen. Allerdings finden wir hier im Sekundärwald nur junge Bäume, die Riesen dieser Art sind leider fast unzugänglich im Schutzgebiet nicht zu sehen. Übernachtung: La Suiza Logde Cabin.

Donnerstag, 24. August – Weiterreise ins Kaffeedreieck Kolumbiens

Die Montezuma Logde im Tatama-NP. Foto: H. Meyer

Die Nachtruhe wird am frühen Morgen durch die anhaltenden Rufe der Colombian Screech-owl (Kolumbienkreuscheule), einem hiesigen Vertreter der Zwergohreulen, aufgehellt. Beim Frühstück in der Logde ertönen die lauten Reviergesänge der Roten Brüllaffen, für die das Schutzgebiet ebenfalls Lebensraum bietet. Leider können wir dieses Mal keinen Vertreter dieser seltenen Primatenart entdecken. Vor unserer Abreise heute Morgen wollen wir versuchen, die endemische und vom Aussterben bedrohte Chestnut Wood-Quail (Kastanienwachtel), die im Regenwald lebt, zu beobachten. Zwar können wir den Vogel hören, da er auf Tape antwortet, leider aber nicht sehen. Wir nehmen stattdessen den attraktiv gefärbten Collared Trogon (Jungferntrogon) ins Fernglas bzw. Spektiv, weil ihn unser cleverer Fahrer im Blätterdach gefunden hatte. Ein Winzling aus der Familie der Ameisenvögel, Plain Antvirio (Olivgrauer Würgerling) lässt sich sehen wie auch eine weitere seltene Tangare, die blau-schwarz-gelb gezeichnete Blue-necked Tanager (Azurkopftangare), die uns den Abschied aus diesem Anden-Schutzgebiet, der uns bis auf kurze Schauer trocken gesonnen war (obwohl hier bis zu 240 Regentage im Jahr verzeichnet werden) verschönen. Wir checken aus und nehmen noch das Mittagessen in der Logde ein. Dann startet unsere Weiterreise nach Manziles.

Wir erreichen die rund 500.000-Einwohner zählende Stadt (ca. 2.100 mNN) am frühen Nachmittag, nach einem kurzen Stopp an einem kleinen Stausee im Vorort Chinchina. Die Stadt Manizales im „Kaffedreieck Kolumbiens“, Ausgangspunkt zu verschiedenen Schutzgebieten in den zentralen Anden, weist eine Besonderheit auf, die man nicht überall findet. Die Altstadt liegt oben auf den Hügeln! Man erreicht diese aus dem Tal mit einer Gondelbahn, die dem öffentlichen Verkehr dient. Die Straßen sind so eng und steil, dass große Busse kaum fahren können. Also nimmt man aus den Vororten die Gondelbahn ins Zentrum. Wir tun das auch, denn ein ganz kurzer Stadtrundgang durch die sehenswerte Altstadt voller lebensfroher Menschen steht auf dem Programm. Nach einem Stopp in einem netten Kaffee besichtigen wir kurz den Vorplatz der größten Kathedrale der Stadt, der von einer bemerkenswerten überlebensgroßen Plastik, einem Wesen, halb Mensch, halb Andenkondor, geprägt wird. Diese Plastik symbolisiert den Freiheitskämpfer Simon Boliviar, der erfolgreich gegen die spanischen Konquistadoren gekämpft hat. Anschließend beziehen wir unser schönes Hotel am Rande der Altstadt für die nächsten zwei Nächte. Übernachtung/Abendessen im Varuna-Hotel.

Freitag, 25. August 2017 – Ameisenpittas im Rio-Blanco-Reservat

Ameisenpittas im Schutzgebiet. Foto: H. Meyer

Rostkappen-Ameisenpitta. Foto: H. Meyer

Wir verlassen bereits um 5.45 Uhr unser Stadthotel und fahren hinauf auf ca. 2.650 mNN zur Rio-Blanco-Logde ins gleichnamige Schutzgebiet. Eigentlich wollten wir direkt in der Logde Quartier beziehen, die aber wegen Baumaßnahmen nicht zur Übernachtung zur Verfügung steht. Das ist aber kein Nachteil, wie sich herausstellt, denn wir verbringen den gesamten Tag über 15 Stunden lang hier, und nehmen alle Mahlzeiten in der Logde ein. Hier im Gebiet erwartet uns eine Besonderheit, denn hier hat die Nationalparkverwaltung auch zum Zwecke von Verhaltensstudien an den Arten Futterstellen für Ameisenpittas, von denen 6-7 Arten vorkommen und meist im Bestand bedroht sind, eingerichtet. Die verschiedenen Arten sind es gewohnt, zu einer bestimmten Zeit am Vormittag einige Regenwürmer jeweils an einem festen Platz angeboten zu bekommen. Die Vögel warten schon darauf und lassen sich meist nicht lange bitten (pfeifen). Wir können das heute miterleben und aus nächster Nähe vier Arten dieser äußerst schwer zu beobachtenden Bodenvögel sehen. Die bedrohte und „near endemic“-Art Biocolored Antpitta (Zweifarben-Ameisenpitta) ist am scheusten und hat uns mit 40 min. auch am längsten warten lassen. Die Brown-banded Pitta (Brustband-Ameisenpitta) wartet hingegen schon auf ihre Regenwürmer, ebenfalls Chestnut-crowned Antpitta (Rostkappen-Ameisenpitta). An einer dritten Futterstelle lässt auch die Slate-crowned Antpitta (Graukappen-Ameisenpitta) nicht lange auf sich warten. Ein Erlebnis der besonderen Art, das die Speicherkarten die Kameras mit Bildern und Videos füllt. Wir beobachten den ganzen Tag, nur von den Mahlzeiten unterbrochen, im Schutzgebiet. Seltene bzw. nur lokal vorkommende Tangaren wie Plushcap (Plüschkopftangare), Buff-breasted Moutain-Tanager (Silberbrauen-Bergtangare) und Lacrimose Mountain-Tanager (Tränenbergtangare) zeigen uns hier ihre Farbenpracht. Am Nachmittag suchen wir etwas weiter im Tal an einer Wasseranlage nach White-capped Dipper (Weißkappen-Wasseramsel), die sich schön beobachten lässt. Und wieder haben wir Glück: An wilden Avocados, seiner Lieblingsspeise, können wir heute einen Golden-crested Quetzal

(Goldkopftrogon), den wir anfangs der Reise nur hören konnten, ausgiebig im Spektiv betrachten. Und nochmals ein Versuch, einen der schwierigen Tapaculos vor die Ferngläser zu bekommen: Der für diese Vogelfamilie ungewöhnlich große Ocellated Tapaculo (Perlmanteltapaculo) ruft zwar intensiv, aber bleibt wieder unsichtbar …

Andenpanorama. Foto: H. Meyer

In der Dämmerung am Abend versuchen wir, einige der vier hier vorkommenden Nachtschwalbenarten zu sehen. Die wunderbar unterseits rotbraun gefärbte Rufous-bellied Nighthawk (Andennachtschwalbe) reagiert auf ihre Rufe und umfliegt uns sofort. Auch die  Greater Band-wingend Nightjar (Große Spiegelnachtschwalbe) zeigt sich umgehend und landet direkt vor uns auf dem Weg. Nach dem Abendessen in der Logde schauen wir uns noch Stygian Owl (Styxeule), einen hiesigen Vertreter der Waldohreulen, und die White-throated Screech-owl (Weißkehl-Kreischeule) an. Bei super-Wetter, windstill, ohne Regen und um die 20°C tagsüber, erlebten wir einen wundervollen intensiven Birdingtag über 15 Stunden! Erst kurz vor 21.00 Uhr erreichen wir unser Hotel in Manizales und sinken müde in die Betten. Übernachtung Varuna-Hotel.

Sonnabend, 26. August 2017 – Die Paramo wartet auf uns …

Am zeitigen Morgen checken wir aus und fahren erneut hoch in die Berge in das Rio-Blanco-Schutzgebiet. Mindestens einen halben Tag bis zum Mittag wollen wir noch weitere Vogelarten suchen, die wir gestern nicht gesehen haben. Am Ende stehen um die 60 neue Vogelarten in unserer Artenliste. Immerhin gilt dieses Schutzgebiet als „eines der drei besten Vogelbeobachtungsgebiete der Welt“, was offenbar die Kollegen aus Nordamerika (die vielleicht nicht immer über die richtige Weit- und Weltsicht verfügen) festgelegt zu haben scheinen. Aber alle Gäste sind sich einig: Das Rio-Blanco-Reservat gehört unzweifelhaft zu den Höhepunkten dieser vogelkundlichen Reise!

Die berühmten Schopfbäume in der Paramo über 4.000mNN. Foto: H. Meyer

Nach dem Mittag führt unser Rund-Trip durch die Vogelwelt dieser Region über Manizales hinauf in die ganz hohen Berge, in den nächsten beiden Tagen bis zum tropischen Grasland der Paramo bis auf 4.150 m NN und dort bis zum Los Nevados-Nationalpark. Zuerst verabschieden wir uns aber von drei Gästen, die die extreme Höhe aus gesundheitlichen Gründen nicht aufsuchen dürfen. Diese bleiben mit einem Sonderprogramm die nächsten beiden Tage zurück in Manizales und besuchen andere Schutzgebiete. Die restliche Gruppe beginnt ihr Nachmittagsbeobachtungsprogramm an einem kleinen Kratersee (‚Laguna Negra‘) auf 3.880 mNN. Hier leben die seltenen Andean Teal (Nordandenente) und Ruddy Duck (Andenruderente), die heute bei guter Sicht zu beobachten sind. Auf der Weiterfahrt zum Hotel „Thermales de la Ruiz“ stoppen wir noch mehrfach am Weg und suchen einige Vertreter der Vogelwelt in dieser Höhenlage. Wir erreichen das Hotel mit seinen heißen Schwefelquellen am frühen Nachmittag und checken ein. Anschließend treffen wir uns sofort im Hotelgarten (auf 3.500 mNN), der Futterstellen für die speziellen Kolibriarten dieser Höhenlage bereithält. Wir können hier neue attraktive, zudem seltene Arten entdecken wie Golden-breasted Puffleg (Goldbrust-Höschenkolibri), Shining Sunbeam (Rostroter Andenkolibri) und Buff-wingend Starfrontlett (Fahlfügel-Andenkolibri) aber auch Tyrian und Viridian Metaltail (Weißspitzen- und Smaragdkehl-Glanzschwänzchen). Abendessen und Übernachtung im Hotel „Thermales de la Ruiz“.

Sonntag, 27. August 2017 – Unterwegs im Los Nevadas-Nationalpark

Nur in Höhenlagen von 3.800 bis 4.800 mNN vorkommend: der endemische Violettkehl-Helmkolibri. Foto: Colombian Birdwatch.

Nachdem einige Gäste leichte Kopfschmerzen, die die Umstellung auf diese Höhe eben mit sich bringt, in der Nacht überwinden konnten, stand ein Pre-Birding vor dem Frühstück auf dem Programm. Nun mussten auch die dicke Daunenjacke, Mütze, Schal und Handschuhe aus dem Koffer geholt werden, denn morgens zeigte das Thermometer hier kaum mehr als 6°C. In der Zeit vom Hellwerden bis zum Frühstück um 7.30 Uhr im Hotel ließen sich an der Zufahrt im Busch- und Weideland schon einige interessante Arten entdecken. Darunter eine endemische Papageienart, die nur hier in diesem Nationalpark an der Grenze zur Paramo lebt: der seltene und gefährdete (VU) Rufous-fronted Paraket (Rotstirnsittich). Einen Trupp dieser Vögel konnten wir bei der Nahrungssuche beobachten. Nach dem Frühstück wartete ein weiterer Höhepunkt auf die Gäste, nämlich die speziellen Vögel der Höhnstufe ab 4.000m NN. Dazu zählt der attraktive Buffy Helmetcrest (Violettkehl-Helmkolibri) als emdemischer Kolibri der Paramo bis 4.800mNN. Ein Vogel saß nur fünf Meter von uns entfernt auf einem Schopfbaum und wärmte sich im ersten Tageslicht offenbar auf.

Einige Gäste nutzten die Gelegenheit der heißen Quellen im Hotel und erwärmen sich heute in den 40° heißen Schwefel-Thermalquellen im Hotel vom kühlen Tag in der Paramo. Übernachtung Hotel „Thermales de la Ruiz“.

Montag, 28. August – Dem Schwertschnabelkolibri auf der Spur

Nach einer weiteren kalten Nacht steht erneut ein Pre-Birding vor dem Frühstück auf dem Programm. Von 6.00 bis 7.30 Uhr versuchen wir, weitere Vogelarten der Berge zu entdecken. Zu unserer Überraschung gelingt hier oben die Beobachtung einer nur sehr lokal vorkommenden Papageienart Golden-plumed Parakeet (Pinselsittich). Nach dem Frühstück haben wir nochmals Gelegenheit, an den Futterstellen im Hotel nach einer ganz speziellen Kolibriart Ausschau zu halten, die wir gestern noch nicht beobachten konnten. Der Sword-billed Hummingbird (Schwertschnabelkolibri) ist heute Morgen aktiv. Während alle anderen Kolibriarten auf den Futterglocken landen, gelingt das diesem Vogel nicht. Durch seinen riesigen Schnabel kann die Art nur im Schwirrflug in der Luft stehend in die Zuckerwasserbehälter eindringen. Ein Anblick, der verwundert und der die enorme physische Leistung dieser Vögel dokumentiert.

Am Nachmittag fahren wir zurück nach Manizales. Auf der alten Straße ins Tal gelingen noch interessante Beobachtungen. Wir können noch den schicken Black-collared Jay (Schwarzkehlhäher) und auch einen neuen Vertreter aus der „near endimic“-Gruppe, Agile Tit-Tyrant (Brauentachurityrann), beobachten. Gegen Mittag treffen wir uns in einem Restaurant in Manizales mit der kleinen Gruppe von Gästen, die dort mit Sonderprogramm zurückgeblieben waren. Bei einem gemeinsamen Essen werden die Erlebnisse ausgetauscht, geschossene Bilder angeschaut. Schnell wird klar, dass auch deren Besuch in einem anderen kleinen Schutzgebiet hoch effektiv war. Mehr als 35 neue Vogelarten kommen in die Gesamtartenliste der Reise dazu. Die Rückfahrt nach Cali, wird genutzt, um im Bus ein Schläfchen zu machen. Mit Einbruch der Dunkelheit erreichen wir Cali und nachdem sich unser tapferer und sicherer Fahrer Hermes durch die Rushhour der abendlichen Stadt gekämpft hat, checken wir für die letzten beiden Nächte ins Stadthotel ein. Nach dem Abendessen im schönen Restaurant verschwinden alle rasch in ihren Betten. Übernachtung Hotel „Hampton by Hilton“.

Dienstag, 29. August – Toucan Barbet an der Old Buaventura-Road zum Abschluss

Farbenpracht pu: Tukanbartvogel. Foto/Kopie Prospekt Colombia Birdwatch.

Auch unser letzter Reisetag ist als intensiver Birdingtag geplant. Ohne Frühstück geht es bereits um 5.30 Uhr hinauf in die Berge zum San Antonio Claud Forest, dort aber heute talabwärts entlang der alten Buenaventura Road, die früher die einzige Verbindung aus den südwestlichen Anden zum Pazifik darstellte. Wir erreichen hier auch den tiefsten Punkt dieser Reise überhaupt, nämlich bei 900 m NN. Wir nehmen uns Frühstück in einem kleinen Restaurant ein, wo eine Überraschung wartet. Konnten wir die farbenfrohen Toucan Barbet (Toukanbartvögel) bisher nur hören, lassen sich heute hier 5-6 Individuen aus naher Entfernung gut beobachten. Ein Highlight zum Abschluss der Reise! Drei neue Kolibriarten, White-whiskered Hermit (Smaragdschattenkolibiri), Green Thortail (Grüne Fadelelfe) und Long-billed Startrhoat (Rosenkehlkolibiri), die wir hier neu beobachten könnten, ergänzen unsere Gesamt-Kolibriliste, die damit auf 47 gesehene Arten angewachsen ist! Zum Mittagessen sind wir heute in der Finca „La Araucana“, der kolumbianischen Partnerfirma von Bartmeise-Reisen, eingeladen. Auch hier im Garten ließ es sich vorzüglich birden. Der Crimson-rumped Toucanet (Blutbürzelarassari) kommt neu auf unsere Liste. Am Ende des Tages, nach einem abschließenden Besuch in einem privaten Arboretum, können wir nochmals ca. 12 Arten neu eintragen. Wir fahren zufrieden zurück ins Hotel am Cali-River. Unser Abschlussabendessen nehmen wir in einer beliebten Pizzeria ein. Übernachtung Hotel „Hampton by Hilton“.

Mittwoch, 30. August – Stadtrundgang in Cali und Abreise

Unser bequemer Tourbus für die Reise (auch für 2018) …

… bietet Platz für 12 Teilnehmer. Fotos: H. Meyer

Nach dem letzten Frühstück im Hotel unternehmen wir noch einen kurzen Rundgang durch das Stadtzentrum von Cali. Vivienne von unserer Partnerfirma erläutert uns kurz die Historie der Stadt. Mit ihr zusammen besuchen wir einige markante Punkte in der Altstadt und zuletzt die San Antonio Hills, die einen guten Blick auf die zweitgrößte Stadt in Kolumbien bieten. Auch bei diesem Stadtrundgang können wir nochmals drei neue Arten in unsere Liste eintragen: Chestnut-fronted Macaw (Rotbugara), Aplomado und Peregrine Falcon (Aplodmado- und Wanderfalke). Danach geht es zurück zum Hotel. Gegen Mittag fahren wir zum Flughafen nach Palmira und verabschieden uns vom vogelreichen Kolumbien, das uns zwei Wochen lang ein äußerst gastfreundliches, sicheres und erstaunlich gut aufgestelltes Gastgeberland war!

Am Flughafen verabschiedet sich die Reiseteilnehmer untereinander. Während einige Gäste mit Copa Airlines nach Panama und von dort mit der Lufthansa direkt nach Frankfurt/M. fliegen, reisen andere Gäste über Bogota mit Lufthansa nach Frankfurt. Eine dritte Gruppe fliegt mit Avianca nach Medellin und von dort weiter mit Iberia über Madrid nach Düsseldorf. Nach rund 14 Stunden Gesamtflugzeit und sieben Stunden Zeitdifferenz treffen alle Gäste am Nachmittag des 31. August wieder in Deutschland ein.

Angenehme Hotels (Varuna Hotel in Manizales) wechsel sich auf dieser Reise ab mit einfachen, aber inmitten der Nationalparke gelegenen Logdes. Foto: H. Meyer

Reise-Fazit: Eine hoch effektive und produktive Birdingtgour (mit ‚kurzen Wegen‘ bei nur rund 1200 Fahrkilometern insgesamt) durch alle Landschaftstypen und Klimaregionen der Choco-Region (Bioregion) der westlichen und zentralen Anden, vom lokalen Partner vorbildlich organisiert und planmäßig abgelaufen, die rund 415 Vogelarten (380 in der Hauptgruppe + 35 von der Sondergruppe ‚Manizales‘) ergab. Von den möglichen 35 Endemiten in der Region wurden immerhin 23 beobachtet, „near endemic“-Arten konnten ca. 40 beobachtet werden.

Kolumbien in der bereisten Region präsentierte sich einmal mehr als sicheres, erstaunlich sauberes, freundliches und gut organisiertes Reiseland. Nette, offene Menschen, die sich über Gäste aus Europa freuten! Ein kleiner Wermutstropfen mag sein, dass man ohne Grundkenntnisse der spanischen Sprache Verständigungsschwierigkeiten haben kann. Das Land, das Jahrzehnte „verschlossen“ war, öffnet sich erst jetzt und die englische Sprache beginnt nun insbesondere für den Tourismus wichtiger zu werden, wird aber an vielen Stellen noch nicht gesprochen oder verstanden.

Diese Reise mit den hier beschriebenen Abläufen findet erneut vom 22. August bis 6. September 2018 statt und kann gebucht werden (bis 31.10.2017 mit Frühbucherrabatt). 

Hier Meinungen zur Reise von unseren Gästen:

Mona und Wolfgang Horn (Melsbach) schreiben: „Wir waren von der sehr guten Konzeption der Reise mit vergleichsweise kurzen Wegstrecken sehr angetan. Die Reise war von Anfang bis Ende sehr gekonnt und professionell organisiert und verbindet unterschiedliche Habitate und Landschaften zwischen 900 m und 4.150 mNN … Der kolumbianische Bird – Guide Jose Luna war überaus kenntnisreich und sehr sympathisch. Mit dem Busfahrer Hermes haben wir uns jederzeit sehr sicher und wohl gefühlt. Insgesamt eine sehr schöne Reise mit teilweise überragenden Vogelbeobachtungen. So haben wir alle unsere Zielarten Swordbilled – Hummingbird, Andean Cock – of – the – rock, Toucan – Barbet und Bearded Helmetcrest sehr gut beobachten können. Von der reichhaltigen Auswahl an weiteren Kolibris und Tangaren gar nicht zu reden. Man hat richtig Lust auf eine Anschlusstour in andere Regionen dieses sehr schönen Landes bekommen.“

„Diese Reise hat alle meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. Ich bin beeindruckt von der Artenfülle von Flora und Fauna, der Freundlichkeit der Bevölkerung und der Sachkenntnis der Guides.“ schreibt Dr. Karl-Heinz Christmann (Krefeld).

Helmut Klein (Nettetal) schreibt auch im Namen von Heinz und Helga Schrörs (Tönisvorst): „Das Reiseprogramm versprach viel, und wir meinen, diese Versprechen wurde alle gehalten. Mit anderen Worten, wir sind sehr zufrieden mit dem Ablauf und der Durchführung dieser Reise … Alle Unterkünfte waren sauber, die Zimmer funktionsgerecht, die Betten in bester Qualität und die Bäder in sehr gutem Zustand … Ganz herzlicher Dank gilt unserem Birdguide Jose und auch unserem Fahrer Hermes, deren Umsichtigkeit wesentlich zum Erfolg beigetragen haben. Der freundliche, nette und immer hilfsbereite Umgang mit den Gruppenmitgliedern hat uns gut getan … Auch Dir sagen wir Dank für die großen Anstrengungen vor und während der Reise. Es gehört viel Mut und Erfahrung dazu, solche Reise mit Erfolg zu krönen, es ist Dir vollends gelungen“. 

Hartmut Meyer

 

 

Kolibri-und Tangaren-Festival in den kolumbianischen Anden

Kolibri-und Tangaren-Festival in den kolumbianischen Anden

Seit einer Woche bereist erneut eine Gruppe Ornithologen die westlichen und mittleren Anden in Kolumbien. Nach Aufenthalten im Tatama Nationalpark sowie im Otun Quimbaya-Reservat stehen zur „Halbzeit“ heute (24.08.2017) bereits 270 Vogelarten in der Liste der beobachteten Arten. Unsere Bartmeise-Reisegäste sind einmal mehr begeistert von der Vielfalt der Vogelwelt, von den zahlreichen Kolibri- und Tangarenarten sowie seltenen Ameisenvögeln, anderenseits aber auch von der tropischen Flora, die sich in den Anden in voller Pracht in Form zauberhafter Orchideen- und anderer Blütenpflanzen zeigt. Kolumbien zeigt sich wieder als gut organisiertes Reiseland, das für den Natur- und Vogelfreund eine unglaubliche Auswahl zu bieten hat. Auch die außergewöhnliche Torrent Duck (Sturzbachente; Titelfoto) steht als Zielart noch im Reiseplan. In den nächsten Tagen sind Aufenhalte im Rio Blanco-Reservat, einen der ‚drei besten Vogelbeobachtungsgebiete in der Welt‘ sowie auf über 3.500 m NN in der Anden-Paramo geplant. Der komplette Reisebericht nach Abschluss der Reise findet sich unter „Aktuelles-Reiseberichte“.

Asiatische Dschungelabenteuer: Vögel zwischen Himalaya und Buddha

Asiatische Dschungelabenteuer: Vögel zwischen Himalaya und Buddha

Reisebericht (1. Teil) – Vogelkundliche Reise nach Nepal (2. bis 17. März 2017)

2./3. März – 1./2. Tag: Anreise mit Flug der Emirates im A380 abends ab München über Dubai (Ankunft am 3. März gegen 6:45 Uhr) und weiter mit ‚FlyDubai‘ mittags nach Kathmandu. Unsere Bartmeise-Reisegruppe trifft ziemlich pünktlich gegen 18.00 Uhr Ortszeit in der 3,3 Millionen-Stadt Kathmandu im Himalaya-Land Nepal ein. Som Gharti Chetrri, unser nepalesischer Freund und Bird-Guide, holt uns am Flughafen ab, und wir quälen uns durch den dichten Verkehr in die Stadt zu unserem Hotel. Für die nur 7 km vom Flughafen bis zum Hotel benötigen wir über eine Stunde Fahrzeit. Im Hotel wartet schon ein original nepalesisches Abendessen auf die hungrigen und müden Reisegäste, die danach ganz schnell in ihre Betten verschwinden.

04. März – 3. Tag: Wir nutzen unseren ersten Beobachtungstag und schließen Bekanntschaft mit der nepalesischen Bergvogelwelt am unter Birdern bekannten ‚Pulchowski Hill‘. Nach rund einer Stunde Fahrzeit erreichen wir am Stadtrand von Kathmandu bei ca. 1.600m NN unseren ersten Ausgangspunkt in den Bergen im Kathmandu-Tal. Mit kaum 10°C ist es sehr kühl im nepalesischen Frühling, aber die Temperaturen steigen dann rasch bis auf 20°C an. Gleich zu Beginn unserer Tour können wir ein Paar vom seltenen Kali-Fasan (Kalij Pheasant) beobachten, dessen hiesige Unterart endemisch für Nepal ist. Von den Berghängen erklingt der markante Gesang der Goldkehl-Bartvögel (Golden-throated Barbet). Wir treffen hier auf viele neue Vogelarten wie auch auf Verwandte unserer europäischen Vogelwelt, z.B. die Bergkohlmeise (Green-backed Tit). Aus den Bergwäldern leuchten überall die blühenden Baumrhododendren (die Nationalblume Nepals) und tauchen den grün-gelben Laubwald in ein zauberhaftes Rot ein. Wir können auf 2.700m NN die ersten Schneegeier (Himalayan Griffon) ziehen sehen und freuen uns ganz besonders über einen intensiv und direkt über unseren Köpfen balzenden Berghaubenadler (Mountain Hawk Eagle). Bis zum späten Nachmittag entdecken wir immer wieder Neues und können heute schon 67 Vogelarten in die Vogelliste eintragen. Unser Abendessen nehmen wir in einem netten Restaurant in der geschäftigen Altstadt von Kathmandu ein.

05. März – 4. Tag: Nach einem zeitigen Frühstück checken wir aus uns starten unsere Rundreise mit Ziel Chitwan Nationalpark. Der dichte und für uns chaotisch anmutende Verkehr in der Millionenstadt-Kathmandu erfordert starke Nerven. Noch überall sind die Folgen des starken Erdbebens vom 25. April 2015 sichtbar. Unser Guide Som schildert uns im Bus, wie er die gewaltige Naturkatastrophe an diesem Tag zusammen mit zwei australischen Vogelkundlern beim Birden am Pulchowki Hill erlebt hat: „Beim ersten Erdstoß bewegte sich die Erde 30-40 cm nach oben und wieder zurück, wir hielten uns gegenseitig an den Händen fest, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Im Tal sah ich eine riesige rotbraune Staubwolke über Kathmandu, und ich war mir einer Katastrophe bewusst … Nach dem zweiten Erdstoß rollten Felsblöcke den Hang hinunter auf uns zu. Die umhängende Kamera eines der australischen Ornithologen wurde jetzt vom einen vorbei rollenden Felsblock wegeschleudert. Jeder von uns lief jetzt nur noch um sein Leben …“

Heute wird überall in Katmandu gebaut, sodass ein zügiges Vorankommen auch an diesem Morgen aus der Stadt kaum möglich ist. Erst nach 1 ½ Stunden erreichten wir endlich den Stadtrand. Auf der Fahrt aus der Stadt und in ein weites Tal hinein begleiten uns immer wieder ziehende Steppenadler (Steppe Eagle). Wir stoppen an einem kleinen Flüsschen im Tal, um einige spezielle Vogelarten zu sehen. Wir entdecken ein Brutpaar der größten Bienenfresser-Art, vom Blaubartspint (Blue-bearded Bee-eater) am Brutplatz. Unsere Fahrt führt hinauf auf einen Pass bis auf 2.500m NN und auf der anderen Seite durch einen uralten Eichenwald wieder hinunter zu einem Gebirgsfluss, an dem im Winterhalbjahr immer wieder rastende Ibisschnäbel (Ibisbill) beobachtet werden. Aber heute haben wir kein Glück. Für dieses Jahr kommen wir zu spät, auch wenn die seltene Art noch vor wenigen Tagen hier gesehen wurde. Wir fahren weiter nach Chitwan, wo wir erst gegen 20.30 Uhr nach 13,5 h Reisezeit und ziemlich müde im Hotel eintreffen. Und dabei betrug die Fahrstrecke nur rund 200 km insgesamt! Müde fallen wir nach dem Abendessen ins Bett.

06. März – 5. Tag: Der heutige Tag im Chitwan Nationalpark, in den Vorbergen des südlichen Himalaya gelegen, ist wieder ein Höhepunkt bei deiser Reise. Im tropischen Tieflands-Dschungel dieses Parks, der ganz zurecht als einer der schönsten und am besten ausgestatteten Nationalparke Asiens gilt und in dem wir heute von 7 bis 18 Uhr durchgehend mit zwei offenen Safari-Geländewagen unterwegs sind, werden auf 932 km² mehr als 630 Vogelarten nachgewiesen. Davon werden wir am Abend 120 Arten in unsere Listen eintragen können.

Der Morgen begann kühl und neblig. Am Fluss, vor der kurzen Bootsüberfahrt in Einbäumen in den Nationalpark, beobachten wir eine Elefantenkuh beim morgendlichen Bad. Wir besteigen die offenen Landvover und beginnen unser tropisches Dschungelabenteuer bei noch kühlen 13°C. Gespannt auf die Vogelwelt fallen uns sofort die herrlich blühenden Kapok-Bäume (Baumwoll-Bäume) auf, die voller Vogeleben sind. Von der Dickschnabelkrähe über Baumelstern, Spechten, Sittiche, Mainas bis hin zu den Nekatarvögeln sowie auch von den im Park lebenden Primaten (Makaken und Languren) wird der süße Nektar dieser großen roten Blüten zum ‚Auftanken‘ der Energiereserven genutzt. Und so konnten am Vormittag immer wieder neue Arten allein in dieser einen Baumart entdeckt werden. Auch der Kleine Adjutant oder Marabu (Lesser Adjutant), eine von fünf global bedrohten Arten, die in Nepal leben, konnten wir hier in einer der seltenen Brutkolonien beobachten.

Den Mittagslunch nehmen wir mit Blick auf einen der Flüsse im Park ein, beobachten badende Panzernashörnern und warten mit Spannung auf den König des Dschungel, den Bengaltiger, die hier regelmäßig, ja täglich gesehen werden. Offenbar leider gestört durch heute stattfindendes kontrolliertes Abbrennen alten Elfenfantengrases als Artenschutzmaßnahme ließ sich aber keiner an dieser als sicher geltenden Stelle am Fluss sehen. Später mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass andere Parkbesucher ein solches Prachtexemplar sozusagen hinter unserem Rücken vom Weg aus beobachtet hatten … Nach Angaben der Rancher leben im Nationalpark neben den ca. 120 Tigern auch Leoparden, Lippenbären, Axis- und Sambahirsche, seltene Gaur-Wildrinder und über 600 Panzernashörner. Letzte sind der Hauptgrund dafür, dass man als Besucher die Fahrzeuge nicht verlassen darf. Warum, konnten wir bei einer fünf Meter vom Wegrand grasenden Nashorn-Kuh mit Kalb erleben. Nachdem diese sich einige Zeit von uns fotografieren ließ, ging sie in Drohstellung über was unseren Fahrer veranlasste, mit durchgedrückten Gaspedal Abschied zu nehmen … Gegen 18.30 Uhr sind wir zurück im Hotel. Nach einem heißen Tag bei Mittagstemperaturen um die 28-30°C wartet dort ein asiatisches Abendbuffet und kühles Bier auf die eingestaubten, hungrigen Reisegäste.

07. März – 6. Tag: Wir werden geweckt vom Gesang des Wechsel-Kuckucks (Common Hawk-cuckoo), dessen markantes Lied noch vor Tagesanbruch aus den Bäumen im Hotel-Gelände erklingt. Auch der Kupferschmid-Bartvogel (Coppersmith-Barbet) ist vor unserer Logde zu hören und zu sehen. Zeitig brechen wir wieder auf, unser zweiter Tag im Nationalpark steht an. Heute fahren wir mit den Landrover eine andere Route und bemühen uns um Vogelarten, die wir gestern noch nicht gesehen haben wie z.B. die Rotkopftimalie (Roufus-capped Babbler), Samtstirnkleiber (Velvet-fronted Nuthatch), Goldstirn-Blattvogel (Golden-fronted Leafbird) und Indienspecht (Indian Pygmy Woodpecker. Nochmals rund 20 neue Arten stehen abends in der Liste (Gesamtliste der Vögel siehe Anhang). Unseren Mittags-Lunch (gekochter Reis, Gemüse, Hühnchen, Ei, Apfel, Kekse und Kaffee) nehmen wir wieder am Fluss ein. Ein mächtiger wilder Elefantenbulle am anderen Flussufer erregt unsere Aufmerksamkeit. Unsere Führer achten genau auf seinen weiteren Weg, denn es wäre gefährlich, diesem Tier jetzt in der Brunftzeit zu begegnen. Auch heute verpassen wir einen Bengaltiger nur um wenige Minuten … Aber so ist das mit wilden Tieren. Eine andere Touristin aus Indien hatte mehr Glück und führt uns ihr Video vom König des Dschungels vor … Auf der Rückfahrt beobachten wir Axis- und Sambahirsche, Schweine und sehen einen Lippenbär ganz aus der Nähe. Wir zählen heute ungefähr 28 Panzernashörner, die wir seit dem Morgen gesehen haben. Auch die urige Gaur, riesige Wildrinder, können wir wieder beobachten.

08März – 7. Tag: Heute Morgen steht ein letztes kurzes Dschungelabenteuer im Chitwan Nationalpark an, bevor wir mittags unsere Weiterreise antreten. Wir haben einen Ausritt auf Elefanten geplant, um Panzernashörner hautnah erleben zu können. Gegen 7.00 Uhr stehen für uns vier Elefanten bereit, und wir starten, immer zu dritt im Sattel, in den Dschungel. Und tatsächlich, auf einer Lichtung grast friedlich eine Rhinozeros, dem wir uns unbeschadet auf drei Meter nähern können. Das Tier nimmt keine Notiz von den für sie ungefährlichen Dickhäutern und grast friedlich weiter. Ein unvergessliches Erlebnis! Auch im Zeitalter von zum Teil ausufernden Tierschutzgedanken und Protesten gegen jede Art von Tierhaltung bleibt festzustellen, dass domestizierte Arbeitselefanten in diesem Teil der Welt seit Jahrtausenden zum menschlichen Leben gehören. Sie bieten ganzen Familie Aus- und Einkommen, auch und gerade in diesem nicht besonders reichem Land.

Ein spätes Frühstück wartet nach unserem Elefanten-Abenteuer auf uns, dann checken wir aus und verlassen diesen zauberhaften Nationalpark mit vielen tollen Erinnerungen. Wir fahren weiter ins nepalesische Flachland mit Ziel Lumbini. Auf den wieder nur rund 180 km langen Weg dorthin kommen wir am Mittelpunkt des Landes (Center Point Nipa) vorbei, stoppen für einige Fotos und schauen wir uns einen der bemerkenswerten Sal-Wälder (Hartholz) an. Dabei entdecken wir ebenfalls wieder einige neue Vogelarten wie Himalajabülbül (Himalya Bulbul) und Grauschwalbenstar (Ashy Woodswallow). Gegen 17.00 Uhr erreichen wir den nur 170m über NN gelegenen Ort Lumbini und beziehen unser Hotel in der Stadt.

09. März – 8. Tag: Unser erster Tag im tropischen Flachland von Nepal gestaltet sich zum nächsten Höhepunkt dieser Reise. Wir fahren zum ca. 35km nordwestlich von Lumbini gelegenem Jagdispur-Stausee, einem RAMSAR-Gebiet und zugleich einem der wichtigsten Vogelschutzgebiete Nepals. Bei einem Stopp in der Feldflur, die mit den in Nepal üblichen nur Handtuch großen Feldern an die Zeit der Allmenden im europäischen Mittelalter und dessen überlieferten Vogelreichtum erinnert, gibt es bereits zwei handfeste ornithologische Überraschungen: ein Männchen der farbenprächtigen Elsterweihe (Pied Harrier) zieht niedrig vorüber und lässt geheime Sehnsüchte einiger Reiseteilnehmer wahr werden. Sozusagen ein Höhepunkt jagt den anderen, denn kurz danach fliegen zwei der global bedrohten Rotkopffalken (Red-headed Falcon) vorbei.

Am See erwartet uns eine unbeschreibliche Fülle an Wasservögeln und weiteren Arten, die an einen solchen Lebensraum gebunden sind, deren Aufzählung die Kapazität dieses Reiseberichtes sprengen würde (Verweis: Vogelliste der Reise unter diesem Beobachtungstag). Wir verbringen fast den ganzen Tag hier, obwohl die Sonne Nepals am mit ca. 70m über NN ‚tiefsten‘ Punk dieser Reise unerbittlich brennt und die Temperaturen auf 30°C ansteigen lässt. Zu den bemerkenswertesten und/oder seltensten Arten des Tages (darunter allein fünf der nach IUCN „global bedrohten“ Vogelarten des Landes) zählen wohl mind. 33 Sarus-Kraniche (Sarus Crane), die größte Kranichart der Welt, die bereits in Balzstimmung sind und ihre Stimmen weithin hören lassen. Wir entdecken ein Paar der sibirischen Sichelente (Falcated Duck), die nicht jedes Jahr beobachtet wird. Mind. fünf der ebenso seltenen Goldschnepfen (Greater Painted-snipe) entdecken wir im Randbereich des künstlichen, zur Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen angelegten Gewässers. Im Randbereich Wasser-Schilf-Trockenrasen finden wir singende Stentor- und Buschrohrsäger (Clamorous- und Blyth’s Reed-warbler) sowie einen weiteren äußerst seltenen nepalesischen Brutvogel in voller Balzstimmung, den Strichelkopf-Schilfsteiger (Striated Grassbird), über den sich auch unser Guide außerordentlich freut. Eine große Gruppe von 40-50 der hübschen Blauschwanzspinte (Blue-tailed Bee-eater), die soeben aus ihren südindischen Winterquartieren zum Brüten eingetroffen sind, umschwirren uns, und sechs überfliegende Sandbrachschwalben (Little Practincola) lassen uns den Abschied aus diesem einzigartigen Vogelparadies äußerst schwer fallen. Während unseres Aufenthaltes am See erhalten wir noch Besuch von einem nepalesischen Journalisten, ein Freund unseres Guides Som, der bevorzugt über Themen zum Natur- und Umweltschutz berichtet und der unseren Aufenthalt im Gebiet zum Anlass für einen lokalen Pressebericht über die Nützlichkeit naturnahen Tourismus nimmt.

10. März – 9. Tag: Heute ist unser sogenannter „Birds- and Buddha-Tag“. Am Vormittag beobachten wir Vögel im Lumbini-Stadtwald. Verschiedene neue Arten wie z.B. Zwergadler (Booted Eagle), Schopfwespenbussard (Oriental Honey Buzzard), Brahmakauz (Spotted Owlett), Rotschultertaube (Yellow-footed Green-Pigeon), Purpurnektarvögel (Purple Sundbird) und den „Taiga“Schnäpper (Taiga-Flycatcher; Zwergschnäpper), einen weiteren Wintergast aus Sibirien. Ein kurzes Gewitter zwingt uns in der Tempelstadt von Lumbini Unterschlupf zu suchen. Wir überstehen das Gewitter im „deutschen Tempel“ und können sogar diverse neue Vogelarten sehen: Pagodenstare (Brahminiy Starling) sitzen bezeichnenderweise auf den Dächern der Pagoden, Prachtfinken-Vertreter wie Tigerastrild (Red Avadavat) und Muskatbrönzemännchen (Scaly-breasted Munia) sowie ein Indiensilberschnabel (Indian Silverbill) drinnen in den blühenden Büschen der Tempelgärten, und auf dem Weg lassen sich einzelne Gelbkehlsperlinge (Chestnut shouldered Bush-sparrow) entdecken. In einem Trupp kreisender asiatischer Geier entdecken wir mit einem Gänse- (Griffon-) und zwei Mönchsgeier (Cinereous Vulture) nochmals „Europäer“, die plötzlich von ziehenden Alpensegler (Alpine Swift) tangiert werden.

Zum Abschluss des Vormittags wartet heute noch ein kultureller Höhepunkt auf uns. Wir befinden uns in Lumbini, einem der heiligsten Orte der Buddhisten, vergleichbar mit Rom und Mekka anderer Religionen. Der Legende nach wurde hier Buddha geboren. Die Ausgrabungsstätte, in der sich der Stein befindet, an dem Buddha einst das Licht der Welt erblickt haben soll, ist eine der wichtigsten Pilgerstätten für Buddhisten. Heute bleibt uns aber ‚Massentourismus‘ erspart, denn ein politischer Streik landesweit hat auch den öffentlichen Nahverkehr komplett lahmgelegt.

Wie gut vernetzt unser Bird-Guide im Lande ist, zeigt sich am Nachmittag. Wir gehen sofort einer Meldung seiner Freunde nach und finden auch schnell in der Nähe von Lumbini ein „Geier-Festival“ an einem toten Wasserbüffel vor. Rund 55 der beeindruckend großen Schneegeier (Himalayan Griffon) sowie mind. 65 Bengalen- (White-rumped-), zwei Dünnschnabel- (Slender-billed-) und zwei Mönchsgeier (Cinerious Vulture) haben sich zum Festmahl versammelt. Die abendlich auszufüllende Vogelliste weist zur heutigen Halbzeit der Reise bereits insgesamt 300 gesehene (einige wenige auch nur gehört) Vogelarten auf; für unseren Guide ein neuer Gruppen-Rekord.

11. März – 10. Tag: Heute liegt wieder ein Reisetag vor uns. Wir verabschieden uns nach dem Frühstück aus Lumbini und treten die rund 180 km lange Fahrt weiter westlich nach Pokhara an. Und obwohl die Strecke kurz ist, werden wir wieder den ganzen Tag auf mehr oder weniger guter bzw. schlechter Straße Pässe hinauf und in Täler hinunter unterwegs sein. In einem tiefen Flusstal, im Tinau-Valley, entdecken wir zwei neue Arten: Den großen Trauerfischer (Crested Kingfisher) und die einfarbig braune Pallaswasseramsel (Brown Dipper). Weiter oben in den Bergen in den Sal-Wäldern kommt uns ein neuer Bülbul vor die Optik. Der schöne Goldbrustbülbül (Black-crested Bulbul) singt sein Lied aus einem tiefrot blühenden Korallenbaum. Was für ein Kontrast! Beim Ort Ramdi überqueren wir den Hauptfluss Nepals, den gewaltigen Kali Gandaki, dessen Quelle im Tibet liegt und in dem die Schmelzwasser des Anapurna-Gletschers münden. Zwei Schmutzgeier (Egyptian Vulture) kreisen über dem Tal und in Ufernähe entdecken wir eine Gruppe von sieben großen und bunten Rotschnabelkittas (Red-billed Blue Magpie), zwei Graubrust-Baumelstern (Grey Threepie) im gleichen Baum zusammen mit Blauwangen- und großen Heulbartvögeln (Blue-throated und Great Barbet). Was für eine tolle Vogelgemeinschaft! Der Himmel über dem Flusstal verdunkelt sich, und ein gewaltiges Gewitter mit heftigem Regen geht nieder. Die Straßen verwandeln sich in Seen und unser Toyota-Coaster hat bei nur noch langsamer Fahrt Mühe, die restlichen Kilometer bis in die Zielstadt Pokhara zu schaffen. Gegen 18.00 Uhr erreichen wir bei strömendem Regen unser Hotel in der Innenstadt. Som ist guter Hoffnung für den morgigen Tag, denn der heutige Regen verspräche einen klaren nächsten Tag .

12. März – 11. Tag: Bei Sonnenaufgang erwartet uns heute ein Traum-Panorama: Der Blick auf den wolkenlosen Hauptkamm des Himalaya mit Anapurna (über 8.000 Meter) und Fischschwanz (über 7.000 Meter) ist einfach atemberaubend. Som’s Prognose für heute trifft voll zu: Nach dem Regentag strahlt die Sonne auf die Schnee bedeckten Berge. Gut gefrühstückt gehen wir zu Fuß zur Bootsanlegestelle und setzen über auf das andere Ufer des Phew-Sees zur „Fishtail Logde (ca. 800m NN)“, wo wir im Hotel-Garten einige spezielle Vögel beobachten wollen. Und das gelingt auch. Wir sehen u.a. seltene und schwer zu findende Arten wie die nur Maus große Moosschuppen-Timalie (Pygmy Wren-Barbler), Rotkopftesia (Chesnut-headed Tesia) und Rotbrust-Grundschnäpper (Snowy-browed Flycatcher). Ein Kuckuckszwergkauz (Asian Barred Owlet), ein asiatischer Verwandter unseres Sperlingskauzes, sitzt in der Sonne und lässt sich lange betrachten und gut fotografieren. Über dem See kreisen niedrig gute Bekannte aus Europa, zwei Fischadler und Schwarzmilane. Hoch oben am Himmel ziehen Schneegeier neben den Gleitschirmfliegern ihre Kreise. In der Stadt Pokhara, die Ausgangspunkt aller Trekkingtouren in die Anapurna-Region ist, steppt heute der Bär. Hindus und Buddhisten feiern das „Holy Festival“ und bewerfen sich mit bunten Farben. Wir haben Not, den Rückweg ins Hotel ‚uneingefärbt‘ zu schaffen.

Fortsetzung folgt …

Ein Reiseteilnehmer schreibt zu Reise: „Ich habe selten eine so hervorragende Reise mitgemacht. Es hat einfach alles gepasst: perfekte Organisation, unser Guide Som ist nicht nur ein exzellenter Kenner der Vogelwelt Nepals, sondern hat uns durch seine angenehme Art und sein umfassendes Wissen über Nepal sehr viel mehr als nur Vögel vermittelt. Ich persönlich war von der Reise so angetan, dass 2018 Bhutan nicht meine einzige mit Bartmeise sein wird!“ (U. Lindiger, Wien).

Startbild: Bartmeise-Reisegruppe auf Nashorn-Pirsch per Elefant. Foto: H. Meyer

Checkliste_Nepal

Abenteuer Uganda: Seltene Vögel im Albertine Rift Valley

Abenteuer Uganda: Seltene Vögel im Albertine Rift Valley

Vom 25. Juni bis 9. Juli 2017 bereiste eine Bartmeise-Reisegruppe das Albertine Rift Valley in Uganda im „schwarzen Herzen“ Afrikas. Ziel dieser vogelkundlichen Reise waren insbesondere zahlreiche seltene sowie für die Bergregionen endemische Vogelarten. Am Ende der Reise stehen rund 360 Vogelarten in der „Vogelliste“, darunter absolute Highlights wie Ruwenzori Turaco (Kammschnabelturako), Ruwenzori Batis (Ruwenzorischnäpper) und Ruwenzori Apalis (Ruwenzorifeinsänger) sowie der vom Aussterben bedrohte Papyrus Yellow Warbler (Gelbbauch-Rohrsänger). Der urzeitlich anmutende Schuhschnabel (Shoebill) konnte ebenfalls gut beobachtet (und fotografiert) werden.

Ein weiteres Erlebnis der ganz besonderen Art stellte ein Besuch bei den bedrohten Berggorillas dar, die im Rahmen eines „Gorilla-Trekkings“ im Bwindi Nationalpark eine Stunde lang besucht werden konnten. Die rund 2.000 Kilometer lange Rundreise durch die beeindruckende, bis über 5.000 Meter hohe Bergwelt Ugandas entlang der Grenze zu Rwanda und zum Kongo bis in das Kongobecken hinein bot zudem absolut authentische Begegnungen mit den Menschen Ugandas, deren Leben für unser europäisches Verständnis äußerst einfach und sehr hart ist. Die Bartmeise-Reisegäste unterstützten außerdem mit mitgebrachten Geschenken (Schulartikel) eine Dorfschule im Bwindi-Nationalpark.

Diese spannende vogelkundliche Reise durch das Albertine Rift Valley wird 2018 mit Beginn der Schulferien (in Sachsen) ab Anfang Juli wieder im Programm von Bartmeise-Reise zu finden sein. Termin in Kürze auf www.bartmeise.de.

„Die Vogelwelt, aber auch die Begegnungen mit den Menschen in Uganda, haben mich tief beeindruckt. Als Kindererzieherin war ich zudem berührt vom Besuch in der kleinen Dorfschule. Es ist einfach unfassbar, unter welchen Bedingungen die Kinder dort lernen müssen. Danke für die schöne und spannende Reise“, meint Birgit aus Chemnitz. Sigrid und Herbert (Hannover) schreiben: „Die Reise hat uns sehr gut gefallen, die unterschiedlichen Landschaften, die Einblicke in das Leben der Menschen und letztendlich der Vogelreichtum dort, für uns hervorgelockt und bestimmt von dem supertollen Guide Emmy. Eine unglaubliche Zahl von 124 neuen Arten habe ich bei mir gezählt, obwohl wir ja auch schon in Kenia, Namibia und SA waren … Bleibt eigentlich als größerer Kritikpunkt der Bus: er ist einfach zu eng für die Anzahl Leute, zumal bei den Fahrten mit Gepäck auch noch das Handgepäck einschl. Fotoausrüstung im Wagen untergebracht werden musste und die erste Reihe hinter dem Fahrer (3 Sitze) nur bequem von Leuten mit kurzen Beinen genutzt werden kann, da der Motorblock ein Unterstellen der Füße verhindert. Ich weiß, dass das Mehrkosten bedeutet, ist bei einer Fahrstrecke von fast 2.000 km aber schon zu überlegen.“

 

Startfoto Abschluss/Gruppenfoto unserer Reisegruppe am Rande der Mabamba Suempfe

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Hartmut Meyer (CEO Bartmeise-Reisen)

Unberührte Natur im Reich des Seggenrohrsängers

Unberührte Natur im Reich des Seggenrohrsängers

Vom 14. bis 21. Mai war auch in diesem Jahr eine Bartmeise-Reisegruppe in Weißrussland (Belarus) unterwegs.  Diese Reise führte an die, wegen seines Artenreichtums bekannte Hauptader des Nationalparks Pripjat, an den Fluss Pripjat, den größten Zufluss des mächtigen Dnepr. Die riesigen, teils unberührten Sümpfe und Sumpflandschaften am Pripjat und die ca. 30.000 ha Hoch­- und Mischmoore im Nationalpark (die größten in ganz Europa) sind Brutheimat seltenster europäischer Vögel und letztes bedeutendes Vorkommensgebiet vom Seggenrohrsänger. Wenn auch die Umstände in diesem Jahr nicht ganz so günstig waren, so konnte die Balz der Doppelschnepfe miterlebt werden. Insgesamt hat den Teilnehmern auch in diesem Jahr der Besuch in diesem weitgehend unbekannten und bis vor Kurzem „geschlossenem“ Land mit seiner unberührten, einzigartigen Natur bestens gefallen. Eine neue Reise 2018 ist geplant. 

Hartmut Meyer

Unterwegs in Armenien zwischen Ararat und Sewansee

Unterwegs in Armenien zwischen Ararat und Sewansee

Noch bis Freitag (12. Mai 2017) ist eine Bartmeise-Reisegruppe erstmals in Armenien unterwegs. Unser Reiseleiter Andre Müller (rechts vorn, knieend) schickte ein Gruppenbild von unterwegs. Die kleinste der ehemaligen Sowjetrepubliken grenzt im Norden an Georgien, im Osten, Süden und Westen an die muslimischen Staaten Aserbaidschan, Iran und Türkei. Vogelkundlich ist das Land deswegen so spannend und einzigartig, weil sich hier Faunenelemente von der arabischen Halbinsel mit denen aus dem Mittelmeerraum und Südosteuropas mischen. Zwischen den Südausläufern des Kaukasus (Kleiner Kaukasus), dem Armenischen Hochland an der Grenze zur Türkei, dem Arevik Nationalpark im Süden an Grenze zum Iran und dem Sewansee im Westen, dem größten See im Kaukasus, bietet das kleine Land spektakuläre Naturräume mit subtropischen Wäldern und Flusslandschaften, Fischteichen, Steppen, Halbwüsten bis hin zu grandiosen Hochgebirgslandschaften, von denen unsere Teilnehmer, die bisher schon über 200 Vogelarten gesehen – und viele auch fotografiert – haben begeistert. Nach Rückkehr mehr Infos.

Hartmut Meyer

Traumziel Extremadura: Trappen, Geier und blühende Dehesas

Traumziel Extremadura: Trappen, Geier und blühende Dehesas

Welcher Adler fliegt da? Vogelbeobachtung kann auch sehr entspannend sein.

Unter Leitung von Spanien-Experto Roberto Cabo erlebte vom 23. April bis 2. Mai 2017 eine Bartmeise-Reisegruppe eine äußerst interessante vogel- und  naturkundliche Reise durch spanische Nationalparke wie Extremadura, Monfragü und Donana. Mehr als 170 Vogelarten konnten auf dieser 9-tägigen Tour beobachtet werden. In der Extremadura, die immer wieder mit ihren ausgedehnten Steppenlandschaften begeistert, waren es die mittlerweile leider immer seltener werdenden Zwergtrappen (bei der Balz), die für freudige Gesichter der Vogelkundler sorgten. Aber auch Häherkuckuck und der nicht häufige Gleitaar mit Jungvögeln am Brutplatz erfreuten die Beobachter. Die Brutplätze der Gänsegeier sowie Mönchs- und Schmutzgeier und der spanische Kaiseradler am Brutplatz sorgten wie immer für Aufsehen. Auch verschiedene seltene Kleinvögel wie Heckensänger, Iberischer Zilpzilp und Steinsperling konnten in ihren Brutgebieten gut beobachtet werden. Den Abschluss des diesjährigen vogelkundlichen Reiseprogramms bildete ein zweitägiger Besuch in der Donana mit Ausgangspunkt El Rocio. Höhepunkt hier waren u.a. die seltenen Weißkopf-Ruderenten, denen aus nächster Nähe bei der Balz zugeschaut werden konnte.

Den letzten halben Tag verbrachte die Gruppe dann mit ein wenig Kultur, auch als Dankeschön für die tapferen mitreisenden Ehefrauen, bei einer Stadtführung in der zauberhaften andalusischen Stadt Seivlla, dort zu den wichtigsten touristischen Sehenswürdigkeiten der historischen Stadt Sevilla (mit Kathedrale, Schloss, Innenstadt). Und am Abend vor dem Abflug stand noch spanische Hochkultur in Form einer Flamenco-Show im Programm!

Auch diese klassischer Reise in die spanische Extremadura, einer der schönsten europäischen Naturlandschaften, findet nächstes Jahr – etwas anders konfiguriert (voraussichtlich mit einem Besuch in der Cerro del Credo) – wieder Aufnahme in das Bartmeise-Reiseprogramm.

Fotos: H. Meyer