Estland: Vogelfrühling und Bären-Piersch

Reisebeschreibung

Estland im Vogelfrühling und auf Bären-Piersch 

Taiga, Regenmoore und baltische Küsten im Vogelfrühling

Reisezeitraum: 28. April bis 5. Mai 2018

balzender Birkhahn im Moor.

Das kleine baltische Estland beeindruckt durch seine vielgestaltigen Naturräume und der überaus artenreichen Tier- und Pflanzenwelt. So streifen Braunbären, Wölfe und Elche durch die Wälder der “Western Taiga”. Sie sind auch Heimat von Habichtskauz und Dreizehenspecht.  In den riesigen Regenmooren balzen Birkhähne, Regenbrachvögel und Goldregenpfeifer. Die extensiv genutzten Wiesen, an den frei mäandrierenden Flussläufen sind Lebensraum des seltenen Schelladlers. An den unbebauten Küsten brüten Alpenstrandläufer und Kampfläufer. Mehr als ein Drittel des Landes sind als Schutzgebiete ausgewiesen. So die Nationalparke Matsalu und Lahemaa, die wir auf dieser Reise ebenso besuchen wollen, wie die wichtigsten Durchzugsgebiete für nordische Watvögel, Gänse, Schwäne und Seetaucher.

Die botanisch Interessierten kommen ebenfalls nicht zu kurz, denn viele Frühblüher wie Leberblümchen, Kuhschellen, Lerchensporn und Anemonen blühen in verschwenderischer Pracht.

Startfoto: Sperlingskauz, und alle weiteren Fotos im Text, sofern nicht anders benannt, wurden zur Verfügung gestellt von Andreas Weber.

Reiseplan

Reiseplan

28. April (1. Tag): Flug nach Tallinn und Fahrt nach Haapsalu

Ohrentaucher am Brutplatz.

Unsere Reiseleiter erwarten uns am Flughafen der estnischen Hauptstadt Tallinn. Gemeinsam fahren wir nach Haapsalu, einem ehemaligen Kurort russischer Zaren und des Komponisten Peter Tschaikowski. Unser Hotel liegt unmittelbar an der Lagune mit tollen Beobachtungsmöglichkeiten aus den Zimmern heraus. Besonders für Fotografen ergeben sich phantastische Motive, da die hier vorkommenden Ohrentaucher nur wenig Scheu zeigen und sich auf wenige Meter Entfernung fotografieren lassen. Auf einer Beobachtungstour am Abend entlang der Promenade sehen wir Spießenten, Zwergsäger und vielleicht noch Zwergschwäne. Besonders beeindruckend ist die Zahl der Haubentaucher, die hier in Kolonien brüten. An der wuchtigen Bischofsburg suchen wir die helle Unterart des Nordischen Kleibers und erfreuen uns an den Gänsesägern, die in der Anlage brüten.

29. April (2. Tag): Watvögel, Greife und Eulen an der Westküste

Schelladler. Foto: B. Möckel.

Die Westküste Estlands ist ein Mosaik aus flachen Buchten, Wacholderheiden, kleinen Inseln und Moorwiesen. Der überwiegende Teil ist unbebaut oder als Nationalpark geschützt. An den Strandwiesen von Pögari und Haeska wollen wir die eindrucksvolle Balz der Alpenstrandläufer erleben. Andere Brutvögel sind Sandregenpfeifer, Rotschenkel und Brachvögel. Hinzu kommen durchziehende Watvögel (Grünschenkel, Sumpfläufer und Säbelschnäbler). Zudem halten sich hier jetzt tausende Weißwangengänse auf. Nicht unwahrscheinlich ist die Beobachtung von Rothalsgänsen. Die gut einsehbaren Wiesen sind mit riesigen Findlingen übersät. Zwischen den Steinen suchen Thunberg-Schafstelzen, Steinschmätzer und vielleicht Spornammern oder Rotkehlpieper nach Nahrung. Eine Besonderheit sind die prächtigen, schon balzenden Kampfläufer. An den Feldern von Soo-Otsa wollen wir Raufußbussarde und Kornweihen beobachten. Unser Ziel am Nachmittag ist die abwechslungsreiche Landschaft am Kasari, wo neben Schreiadler, auch Schelladler vorkommen. Zum Abschluss des Tages suchen wir Sperlingskauz und Habichtskauz am Rande der riesigen Regenmoore.

30. April (3. Tag): Maritimer Tag auf Hiiumaa

Ein Besuch der zweitgrößten Ostseeinsel Estlands ist ein besonderes maritimes Erlebnis. Allein die Überfahrt mit der sehr langsam fahrenden Fähre eignet sich hervorragend für die Beobachtung von Meeresenten (Eis-, Eider-, Samt- und Trauerenten). In den ufernahen Gewässern halten sich oft tausende Bergenten auf. Die Insel Hiiumaa (schwedisch Dagö -Taginsel) ist nur an den Küsten spärlich besiedelt. Im Inselinneren finden sich ausgedehnte Wälder und Moore. Unser Ziel ist ein kleiner Hafen (Küstenseeschwalben-Kolonie) im Süden der Insel. Von hier aus unternehmen wir eine Fahrt mit einem Kuttern zu den sogenannten Kleininseln. Auf Saarnaki gehen wir an Land und erkunden die ganz mit Wacholder bewachsene Insel (Birkenzeisig, Sprosser). Sehr wahrscheinlich sehen wir auch Kegel- oder Ringelrobben. Die Ringelrobben gehören zur südlichsten Ostseepopulation. Am Abend kehren wir zum Festland zurück.

01. Mai (4. Tag): Auerhähne, Birkhahnbalz und Seetaucher am Kap

Sehr früh aufstehen heißt es an diesem Tag, denn mit der Birkhahnbalz erwartet uns ein Naturschauspiel, das es so in Mitteleuropa nicht mehr gibt. Schon weit vor Sonnenaufgang versammeln sich die Hähne auf dem Turnierplatz und lassen sich auf kurzen Distanzen beobachten. Der Weg dorthin führt uns durch ein Gebiet, in dem Auerhähne balzend, oft nur wenige Meter neben der Straße stehen.

Auerhahn. Foto: R. Francke.

Am Birkhahn-Balzplatz erwarten wir zudem Wiesenweihen, Uferschnepfen und Goldregenpfeifer. Immer sind hier Elche zu sehen. Anschließend fahren wir zum Kap Pöösaspea – einem idealen Ort um Seetaucher (Stern- und Prachttaucher) zu sehen, die auf ihren Weg in die nordischen Brutgebiete das Kap überfliegen. An guten Zugtagen überfliegen von hier aus Seidenschwänze, Schwanzmeisen und andere Kleinvogelarten den Finnischen Meerbusen. Gleichfalls Sperber und Raufußbussarde. Am Nachmittag besuchen wir die Halbinsel Noarotsi, das deutsch-baltische Gut Lykholm und die Silmaseen. Hier brüten Zwergmöwen in Gemeinschaft mit Trauerseeschwalben und Rothalstauchern. Aus den riesigen Schilfgebieten ruft die Rohrdommel und Bartmeisen sind zu sehen. Viele Gänsesäger, Tafel- und Reiherenten nutzen das nahrungsreiche Gewässer.

2. Mai  (5. Tag): Marimetsa-Regenmoor und Estlands Osten

Am nächsten Morgen verlassen wir Haapsalu und fahren ins Marimetsa-Regenmoor. Es ist das beste Beobachtungsgebiet für balzende Regenbrachvögel, Rotschenkel, Bruchwasserläufer, Goldregenpfeifer und Uferschnepfe. Alle sind Brutvögel im bestens zugänglichen Moor. Zudem kommen auch Singschwäne und der Raubwürger vor. In den umliegenden Wäldern sind Rotdrossel, Merlin, Tannenhäher und Dreizehenspecht zu Hause. Gleiches gilt für den Steinadler, dessen Beobachtung uns bei guter Thermik gelingen sollte. Am späten Nachmittag fahren wir ganz in den Osten Estland, in den Lahemaa-Nationalpark.

3. Mai (6. Tag): In der Bärenhütte

Braunbär.

Unser heutiges Ziel sind die endlosen Wälder bei Alutaguse. Auf dem Weg dorthin erfreuen wir uns an einer abwechslungsreichen Kulturlandschaft, mit vielen Feldlerchen, Rebhühnern und Weißstörchen. In den dünn besiedelten Wald- und Moorlandschaften liegt das größte Bärenvorkommen Estlands.

Die Nacht verbringen wir in einer komfortablen Hütte, um diese imposanten Tiere auf kurzen Distanzen beobachten zu können. Im Umfeld der Hütte sind Elche und vielleicht auch Luchse. Am nahen Bach haben Biber ihre Burgen gebaut. Auch Schwarzstorch und Schreiadler sind hier heimisch.

4. Mai (7. Tag):  Urwaldpfad im Lahemaa-Nationalpark

Am nächsten Morgen sind wir noch in der Umgebung der Bärenhütte unterwegs, um Grauspecht und das heimliche Haselhuhn zu suchen. Zudem erwarten wir Birk- und Auerhühner, die hier ihre höchste Populationsdichte in Estland erreichen. Später sind wir wieder küstennah im Lahemaa-Nationalpark unterwegs. Entlang eines spektakulären Urwaldpfades suchen wir nach dem Dreizehenspecht und abends noch einmal nach Eulen (Habichtskauz und Sperlingskauz).

5. Mai (8. Tag): Mittelalterliche Stadt Tallinn

Das historische Tallin.

Am Morgen fahren wir in die estnische Hauptstadt Tallinn, die zu den intaktesten mittelalterlichen Städten Europas zählt. Sie hat immer noch das ursprüngliche Straßensystem aus dem 13. bis 15. Jahrhundert. Die meisten Häuser aus dem 14. und 15. Jahrhundert stehen in ihrer ursprünglichen Größe und Form da. Gleichfalls sind alle wichtigen und repräsentativen Regierungsgebäude sowie Kirchen unversehrt. In Tallinn erwartet uns eine Stadtführung. Bevor wir zum Flughafen gebracht werden, haben wir noch Zeit die Stadt ganz individuell kennen zu lernen.

 

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Allgemeines

Hinweise zur Reise

Diese Reise setzt keine sportliche Konstitution voraus. Alle Exkursionsziele sind auf kurzen Wegen ausdrücklich auch für ältere Teilnehmer erreichbar. Zusätzlich zum Programm werden täglich optional Früh- und Spätexkursionen angeboten. Notwendig werdende Änderungen, die zumutbar sind und den Charakter der Reise nicht verändern, bleiben vorbehalten!

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Teilnehmer und Preise

Teilnehmer und PreiseRuV_1143_Spempel

  • 7-11 Teilnehmer: 1.650,00 € pP im Doppelzimmer
  • ab 12 Teilnehmer: 1.550,00 € pP im Doppelzimmer

Einzelzimmerzuschlag: 130,00 € pP

Bartmeise-Reisen Vertrieb für die Schweiz und Österreich: Michael Straubhaar, 3100 Münsingen, Tel. (+41) 79 466 9329; E-Mail: buchung@bartmeise.de

Leistungen sind im Reisepreis enthalten:

  • 8 Tage mit 7 Übernachtungen in Doppelzimmern in Mittelklassehotels und Ferienhäusern
  • Vollpension: Frühstück, Mittagessen (Lunch), Abendessen
  • Estnische Reiseleitung und Spezialisten
  • Deutschsprachige Reiseleitung
  • Stadtführung Tallinn
  • Alle Transferfahrten vor Ort
  • Schiffstour zur Insel Hiiumaa
  • Kutterfahrt zu den Kleininseln
  • Bereitstellung Bärenbeobachtungshütte
  • Deutsche Reiseinsolvenzversicherung/Reisesicherungsschein gemäß § 651k BGB

Diese Leistungen sind nicht im Reisepreise enthalten:

  • Linienflüge in der LH-Group oder ähnlich von Berlin/Dresden/Leipzig/Hamburg/Frankfurt/München usw. sowie Wien und Zürich nach Tallin und zurück (ca. ab 240,00 €, je nach Abflugort, Verfügbarkeit und passend zum Reiseprogramm (Flugbuchungen durch Bartmeise-Reisen nach Wunsch der Gäste)
  • alkoholische Getränke
  • Trinkgelder und sonstige persönliche Ausgaben
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Reisedetails

Flugreisen, Startseite, Vögel & mehr
ab 1.550,00 €
28. April – 5. Mai 2018