Armenien: Unterwegs zwischen Araratbergen und Sewansee

Reisebeschreibung

Armenien – Unterwegs zwischen Ararat und Sewansee

Auf der Suche nach dem Kaspi-Königshuhn und zu Besuch bei den Armeniermöwen

Reisezeitraum: 19. bis 31. Mai 2018

Bartmeise-Reisegruppe 2017. Vorn rechts (knieend) Reiseleiter Andre Müller, der auch die neue Reise 2018 leiten wird. Foto: A. Müller

Die kleinste der ehemaligen Sowjetrepubliken grenzt im Norden an Georgien, im Osten, Süden und Westen an die muslimischen Staaten Aserbaidschan, Iran und Türkei. Vogelkundlich ist das Land deswegen so spannend und einzigartig, weil sich hier Faunenelemente von der arabischen Halbinsel mit denen aus dem Mittelmeerraum und Südosteuropas mischen. Zwischen den Südausläufern des Kaukasus (Kleiner Kaukasus), dem Armenischen Hochland an der Grenze zur Türkei, dem Arevik-Nationalpark im Süden an Grenze zum Iran und dem Sewansee im Westen, dem größten See im Kaukasus, bietet das kleine Land spektakuläre Naturräume mit subtropischen Wäldern und Flusslandschaften, Fischteichen, Steppen, Halbwüsten bis hin zu grandiosen Hochgebirgslandschaften. Mehr als 350 Vogelarten wurden im Land nachgewiesen, davon mindestens 250 als Brutvögel. Auf unserer ersten Reise 2017 konnten wir rund 220 Vogelarten entdecken.

Eine der Zielarten der Reise: Der Rotflügelgimpel. Foto: R. Aeschlimann.

Zu den Höhepunkten dieser ornithologischen Reise nach Armenien gehören der Sewansee, die Armash-Fischteiche, die Grenzregion zum Iran, verschiedene Hochgebirgsregionen und  Halbwüsten. Am Sewansee befindet sich eine der größte Brutkolonien der Armeniermöwe (Larus armenicus), und an den Armash-Fischteichen dürfen wir auf Blauwangenspint, Weißkopf-Ruderente und Weissschwanzkiebitz hoffen, die hier brüten. In Hochgebirgsregionen suchen wir u.a. nach solchen Spezialitäten wie Steinbraunelle, Kaspi-Königshuhn, Kaukasusbirkhuhn, Ohrenlerche und dem Rotflügelgimpel.

Neben einer abwechslungsreichen Avifauna bietet diese Reise im Hochgebirgsfrühling auch botanische Höhepunkte, viele Insektenarten und bemerkenswerte Säuger.

Startbild: Steinortolan. Foto: Ruedi Aeschlimann, dem wir für die meisten weiteren Fotos in diesem Bericht danken!

Reiseplan

Reiseplan

19. Mai (1. Tag): Anreise nach Jerewan 

Voraussichtlich gegen 20.00 Uhr abends Flug mit Austrian Airlines ab Berlin-Tegel (oder Frankfurt, Zürich usw.) über Wien in die armenische Hauptstadt nach Jerewan. Ankunft gegen 3:35 Uhr in der Nacht. Transfer ins Hotel und Bezug der Zimmer.

20. Mai (2. Tag): Vielfältiges Wasservogelleben an den Aramash-Fischteichen

Armash-Fischteiche. Foto: R. Aeschlimann.

Wir ruhen uns etwas aus, und nach einem Frühstück starten wir eine erste Tour in die Araratebene, wo wir die bekannten Armash-Fischteiche besuchen werden. An diesen halten wir Ausschau nach einer Vielzahl von ziehenden und brütenden Wasservögeln. Hier besteht die Möglichkeit, Arten wie Marmel-,  Moor- und Weißkopf-Ruderente sowie Zwergscharbe und Zwergrohrdommel zu entdecken. Aus den Schilflächen ertönen die Gesänge verschiedener Rohrsängerarten, darunter auch die vom Feldrohrsänger, und Mariskenrohrsänger.  Auf den offenen Wasserflächen jagen Seeschwalben. In der niedrigen Vegetation sind Weissschwanzkiebitze gut bei Ihrem Brutgeschäft zu beobachten  und die ersten Blauenwangenspinte sind aus Ihrem Winterquartier zurückgekehrt.  Verpflegung/Übernachtung: Picknick am Mittag, Abendessen im Restaurant, Ü Hotel in Jerewan.

21. Mai (3. Tag): Halbwüstenarten in den Hügeln von Vedi
Nach dem Frühstück fahren wir in die Hügel von Vedi. Dort wollen wir in einer landschaftlich reizvollen Schlucht verschiedene Halbwüstenbewohner wie Isabell-, Mittelmeer- und Felsensteinschmätzer beobachten. Wüstengimpel kommen hier ebenso vor wie Steinortolan, Heckensänger, Steinsperling und Kappenammer.  Verpflegung/Übernachtung: Picknick am Mittag und Abendessen im Hotel, Ü Hotel in Yerewan.

22. Mai (4. Tag): Wachholderlaubsänger am Polad-Fluss

Steinortolan. Foto: R. Aeschlimann

Nach einem guten Frühstück fahren wir nach Dilijan. Dort besuchen wir die bewaldeten Gebiete außerhalb des Ortes in der Nähe des Polad-Flusses, wo wir auf einige spezielle Waldbewohner hoffen dürfen. Zielarten hier sind Halbring- und Zwergschnäpper sowie der Wachholderlaubsänger.  Zu den verschiedenen Spechtarten, die hier verbreitet sind, zählt auch die kaukasische Unterart vom Mittelspecht (D.m. caucasicus). Am Nachmittag statten wir dem Kloster von Haghartsin, einer Anlage aus dem 13. Jahrhundert, einen Besuch ab und halten erneut nach verschiedenen Arten Ausschau. Verpflegung: Picknick am Mittag, Abendessen und Ü Hotel in Dilijan

23. Mai (5. Tag): Auf der Suche nach dem Kaukasus-Birkhuhn

Nach einem frühen Frühstück bringen uns unsere Allrad-Fahrzeuge hoch in die Berge hinauf. Nach einer etwa 1 km langen Wanderung machen wir uns auf die Suche nach dem Kaukasus-Birkhuhn. Vielleicht haben wir Glück und erleben noch eine Balz? Neben dieser spannenden Art können weitere Hochgebirgsvögel wie Alpenbraunelle und Bergpieper beobachtet werden. Der Rückweg führt uns durch Birken- und Nadelwälder. Dies ist das Habitat vom Bergzilpzalp. Im Verlauf des Nachmittages erreichen wir den Sewansee an dem wir ausgiebig Zeit zum beobachten haben. Hier werden wir die Nacht verbringen. Verpflegung: Picknick am Mittag, Abendessen und Ü/Hotel in Dilijan.

24. Mai (6. Tag): An den Ufern des Sewansees

Armeniermöwe. Foto: privat

Unsere Reise führt uns am Ufer des Sewansees entlang in die Gegend von Lichk am südlichen Ende des riesigen Sees. Hier befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum See ein kleines Feuchtgebiet, welches eines der besten Vogelbeobachtungsplätzen in Armenien zählt. Offenlandarten wie Schwarzstirnwürgen und Rosenstare lassen sich hier gut beobachten. Weiter fahren wir über den 2.300 Meter hohen Selim-Pass, wo wir einer der ältesten Karawanserei Armeniens einen Besuch abstatten. Am Ziel angekommen werden wir in Dämmerung und Nacht begleitet durch die Rufe der Zwergohreulen welche im Hotelgelände heimisch sind. Verpflegung: Picknick am Mittag, Ü/Abendessen im Hotel in Yeghegnadozar.

25. Mai (7. Tag): In die Berge zum Kaspi-Königshuhn

Heute geht es nach einem sehr zeitigen Frühstück erneut mit unseren Allradfahrzeugen hoch hinauf in die Berge. Unsere Zielarten heute sind Kaspi-Königshuhn, Rotflügelgimpel und Rotstirngirlitz. Nach der Rückkehr aus den Bergen fahren wir durch die beeindruckende Noravank-Schlucht. Mit etwas Glück können wir hier Felsen- und Klippenkleiber beobachten. Vor dem Mittag steht noch ein Besuch eines der sichersten Platz für den Weisskehlsänger auf dem Programm. In einem im Fels liegenden Restaurant genießen wir das Mittagessen. Anschließend führt uns die Strasse über das Sisianplateau, wo wir einen Beobachtungsstopp an einer Rötelfalken-Kolonie einlegen. Weiterfahrt nach Goris. Verpflegung: Mittagessen im Restaurant, Ü/Abendessen im Hotel in Goris.

26. Mai (8. Tag): Auf dem Weg zur iranischen Grenze im Süden

Im Grenzgebiet zum Iran. Foto: R. Aeschlimann

Unser Weg führt uns weiter in südliche Richtung. Die Straße verläuft durch das Shikahogh-Naturreservat, wo wir wieder nach einigen Waldarten Ausschau halten werden. Weiter geht es durch die Meghri-Berge in eine Gegend mit Wacholderwäldern, dem südlichsten Punkt unserer Reise durch Armenien. Während verschiedener Stopps halten wir Ausschau nach der Balkanmeise. Am Arak-Fluss, der die Grenze zum Iran bildet, erreichen wir Meghri. Nach dem check-in im Hotel geht es in einem Abendspaziergang durch die umliegenden Gärten, wo wir auf Kurzfangsperber und Blutspecht hoffen können. Verpflegung: Picknick am Mittag, Ü/Abendessen im Hotel in Meghri.

27. Mai (9. Tag): Am Fluss und in Halbwüsten unterwegs

Ein frühes Frühstück lohnt sich heute, denn sofort im Anschluss versuchen wir, am Arak-Flusses den Halsbandfrankolin zu finden. In verschiedenen Halbwüstenschluchten werden wir nach dem seltenen Kaukasussteinschmätzer, dem Dornspötter, der Nachtigallengrasmücke und Rotkopfwürger Ausschau halten. Vor dem Mittagessen fahren wir noch einmal in Gärten, wo wir die Tamariskengrasmücke entdecken können. Am Nachmittag geht die Fahrt weiter nach Kapan. Unterwegs machen wir noch ein paar ornithologische Stopps. Verpflegung: Mittagessen im Restaurant, Ü/Abendessen im Hotel in Kapan

Roststirngirlitz. Foto: R. Aeschlimann

28. Mai (10. Tag): Wieder nach Norden zur Arpa-Schlucht
Nach dem Frühstück geht die Fahrt wieder nordwärts. Auf dem Weg nach Jeremuk besuchen wir eindrucksvolle die Arpafluss-Schlucht. Hier brüten in den Felsen unter anderem Schmutzgeier, Steinadler und Lannerfalke. Auch die Blaumerle hat hier Brutplätze. Weiter folgen wir mit einigen Beobachtungsstopps der Strasse nach Yeghegnadzor. Verpflegung: Mittagessen im Restaurant, Abendessen Ü/Hotel Yeghegnadzor

29. Mai (11. Tag): In der weiten Araratebene

Nach dem Frühstück unternehmen wir einen weiteren Ausflug in die Araratebene. Am Arpa-Fluss suchen wir nach typischen Flußbewohnern. Auf dem Weg über einen kleinen Pass mit nur 1.700 Metern Höhe besteht erneut die Möglichkeit, einige vielleicht bisher noch nicht entdeckte Trockensteppenbewohner wie Kappenammer und Rosenstar zu sehen. Erneut besuchen wir die Armash-Fischteiche, wo wir den Rest des Tages mit Beobachten verbringen werden. Vielleicht haben wir heute Glück mit dem Blauwangenspint. In den nahegelegenen Halbwüstengebieten sollten wir die Stummellerche entdecken. Verpflegung: Mittag und Abendessen sowie Ü in Jerewan.

30. Mai (12. Tag): Bezaubernde Flora und Fauna in den Aragat-Bergen

Steinbraunelle. Foto: R. Aeschlimann

Den ganzen Tag verbringen wir zwischen der tiefer gelegenen Trockensteppe und den auf 2.300 mNN gelegenen Bergwiesen der Aragats-Berge. Durch die Vielzahl der Habitate und Höhenstufen ist auch eine große Vielzahl an Vögel zu finden, u.a. sind Bergkalanderleche, Pallasschwarzkehlen, Blaukehlchen (rotstern.), Steinbraunelle, Ohrenlerche und Ringdrossel recht sicher zu erwarten. Auch verschiedene Adlerarten wie Schlangen- Schrei- und Steppenadler sollten wir zum Abschluss einer bestimmt sehr interessanten Reise sehen können. Verpflegung: Mittagessen im Restaurant, Ü/Abendessen in Jerewan.

31. Mai (13. Tag) : Rückreise nach Deutschland/Schweiz/Österreich
Rückreise nach Deutschland/Schweiz/Österreich
Nach einer kurzen Nacht im Hotel checken wir aus und fahren gegen 02.00 Uhr zum Flughafen nach Jerewan. Voraussichtlich um 04.25 Uhr starten wir mit Austrian Airlines über Wien nach Berlin-Tegel (an 08:35 Uhr), Frankfurt/M. und/oder Zürich.

Notwendig werdende Änderungen, die zumutbar sind und den Charakter der Reise nicht verändern, bleiben vorbehalten!

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Teilnehmer, Preise, Leistungen

Teilnehmer: 

Diese Reise wird mit minimum 6 und maximal bis 14 Teilnehmern durchgeführt.
Bartmeise-Reiseleitung: Andrè Müller (Berlin/Venusberg)

Staffelpreise:

  • 12-14 Teilnehmer: 1.440,00 € pP im Doppelzimmer/VollpensionRuV_1143_Spempel
  • 10-11 Teilnehmer: 1.540,00 € pP im Doppelzimmer/Vollpension
  • 06-09 Teilnehmer: 1.640,00 € pP im Doppelzimmer/Vollpension
  • Einzelzimmer-Zuschlag: 150,00 €
Bartmeise-Reisen Vertrieb für Schweiz & Österreich: Michael Straubhaar, 3110 Münsingen, Tel.: (+41) 79 466 9329: E-Mail: buchung@bartmeise

Im Reisepreis inbegriffen

  • alle Hotels/Gasthäuser und Logdes (12 Nächte) guter, landesüblicher Standard, alle Zimmer mit DU/WC
  • alle Mahlzeiten (Vollpension) ab Frühstück vom Anreisetag bis Abendessen vor Abreise in der Nacht zum 12. Tag
  • Mineralwasser während der gesamten Reise unterwegs im Auto
  • alle beschriebenen Aktivitäten und Besichtigungen
  • alle Eintrittsgelder und Nationalpark-Gebühren
  • Flughafentransfer
  • lokaler Birdguide (Russisch/Englisch)
  • Deutsche Reiseleitung durch Bartmeise-Reisen
  • Deutscher Insolvenzversicherung/Reisesicherungschein gemäß § 651k BGB

Im Reisepreis nicht inbegriffen

  • Gruppenflug mit Austrian Airline
  • persönliche Ausgaben (Souvenirs, Wäsche-Service, etc.)
  • mögliche Verlängerungsna/ächt/e bei Flugausfällen
  • Alkoholische Getränke
  • Trinkgelder, persönliche Ausgaben für Einkäufe usw.
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Allgemeine Hinweise, Reiseleitung

Deutsche Staatsbürger benötigen zur Einreise nach Armenien kein Visa (seit 2013 visafreie Einreise). Der Reisepass (zum Zeitpunkt der Reise noch 6 Monate gültig) ist notwendig; ein Personalausweis reicht nicht aus!

Alle Reiseziele gelten als sicher.

Diese Reise bietet auch gute Bedingungen für Vogelfotografen, da es, genau wie 2017, ausreichend Zeit für individuelle Unternehmungen an den einzelnen Beobachtungsplätzen geben wird. Foto: A. Müller

Die Reise erfordert eine mittlere Fitness. Um spezielle Bergvogelarten sehen zu können, sind an wenigen Tagen kurze, steile Aufstiege über Grashänge notwendig. Die maximalen Höhen der Ziel-Gebiete übersteigen nur kurzzeitig die Grenze von 3.000 m NN (im Auto). Feste Wanderschuhe und wetterfeste Garderobe für Aufenthalte in Höhen von 1.500 bis 3.000m NN werden vorausgesetzt, obwohl keine andauernden Wanderungen geplant sind. Das Wetter kann in unserer Reisezeit sehr unterschiedlich sein: von Schnee und Temperaturen im Minusbereich in der Bergen bis zu Temperaturen über + 25°C im Flachland. Nur im Bereich der Fischteiche muss mit geringem Mückenbefall gerechnet werden, sonst sind keine stechenenden oder saugenden Insekten zu erwarten.

Empfohlene Bestimmungsliteratur:

Mullarney, Kilian, Svensson et al. (2011): Der Kosmos Vogelführer. Alle Arten Europas, Nordafrikas und Vorderasiens (Kosmos). ISBN: 978-3440123843.

Aye, Raffael, Weizer et al. (2014): Birds of Central Asia: Kazakhstan, Turkmenistan, Uzbekistan, Kyrgyztan … (Princton Field Guide). ISBN 978-0691153377.

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Reisedetails

Flugreisen, Startseite, Vögel intensiv
Staffeplreise ab 1.440,00 € pP im DZ/VP